Costa Esmeralda
15.01.2013 | 04:30 251

Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift der dFC

Zentrales Thema Vorstellung des zentralen Themas der Erst-Ausgabe von "elcondorpasa", Humanistische Monatszeitschrift zur Reform von Staat und Gesellschaft

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Costa Esmeralda

Liebe df-Community,

Die geplante Monatszeitschrift mit dem vorläufigen Titel: elcondorpasa

und dem vorläufigen Untertitel:

Humanistische Monatszeitschrift zur Reform von Staat und Gesellschaft

wird das folgende Zentrale Thema behandeln:

Deutschland: Seilschaften-Republik oder Bürger-Republik? Wege aus dem „gelähmten Land“

Dieses Zentrale Thema der Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift wird inhaltlich so bleiben, kann jedoch in seiner Formulierung durchaus Änderungen durch die dFC erfahren. Vorschläge dazu werden noch bis zu einer Frist von 10 Tagen möglich sein und, wenn überzeugend, berücksichtigt werden.

Was Titel und Untertitel der Monatszeitschrift anbelangen, bitte auf dem Blog von heute weiterposten. Wir werden dann in 10 Tagen alle Vorschläge noch einmal vorstellen und mehrheitlich über sie abstimmen.

Nun zum Zentralen Thema der Erst-Ausgabe:

Wir haben uns für die Ausgaben bis zur Wahl drei hauptsächliche Themen ausgesucht, die in abwechselnden Folgen erscheinen sollten. Da die BT-Wahl, wie alle vier Jahre wieder, ein buntes Spektakel der BT-Parteien verspricht, die ihre „Königreiche“ und Privilegien in der Gesellschaft verteidigen oder vergrößern wollen auf Kosten des Bürgers, kann unsere frisch gegründete Initiative in Form einer „Blogger-Kooperative: Bürger schreiben für Bürger“ nicht abseitsstehen und den gesellschaftlichen „Status quo“ unhinterfragt hinnehmen.

1.) In der Erst-Ausgabe soll das komplexe gesellschaftliche Grund-Problem des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft erstmalig behandelt werden (Stichworte: Deutschland: Seilschaften-Republik oder Bürger-Republik, Wege aus dem „gelähmten Land“)

2.) In der Zweit-Ausgabe folgt das wirtschaftliche Grund-Problem des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft (Stichwort: Deutschland: Billiglohnland)

3.) In der Dritt-Ausgabe wird die europäische Dimension von Staat und Gesellschaft behandelt werden (Stichwort: Europas Fluch: Das MERKELSCHE TOTSPARDIKTAT)

Diese drei Themen werden in Variationen bis zum Wahltag erscheinen; sie eignen sich auch vorzüglich, um Analogien zu und Zusammenhänge mit anderen europäischen und außereuropäischen Ländern herzustellen. Unter dem Stichwort Seilschaften-Republik wird eventuell eine Spezial-Ausgabe über die Altparteien erscheinen.

Nun kurz zur Erst-Ausgabe:

Das gesellschaftliche Grundproblem unserer Gesellschaft seit der Aufklärung, nämlich die Charakterisierung der Zivilgesellschaft als eine Untertanengesellschaft, die im Herr-Knecht-Verhältnis zur Obrigkeit steht, ist bis zum heutigen Tage auch in der repräsentativen Demokratie nicht gelöst, d. h. der Bürger wartet weiterhin auf seine politische Freiheit und entbehrt seiner Identität als würdiger Bürger in einer von ihm mitbestimmten Bürger-Republik. Gesellschaftliches Ziel muss die Appropriation des Staates durch den Bürger sein (im GG garantierte Volkssouveränität), der damit Herrschaft der politischen und ökonomischen Seilschaften ablöst.

Alle deutschen BT-Parteien bemühen sich nicht einmal vor dem vierjährigen Abnicken ihrer Herrschaft durch die Gesellschaft, wenigstens das Parlament um einen Spalt zu öffen, um der Volkssouveränität Einlass zu gewähren. Wenn wir Bürger und Blogger der Zivilgesellschaft in unserer humanistischen Monatszeitschrift zur Reform von Staat und Gesellschaft aufrufen wollen, ist es unumgänglich, diese uns beherrschenden und manipulierenden Seilschaften, seien es politische (BT-Parteien) oder wirtschaftliche (Unternehmerverbände und dergleichen), genauestens zu analysieren und die Funktionsweise der Perpetuierung ihrer Macht zu erkennen. Der Begriff Seilschaft ist keine anerkannte wissenschaftliche Kategorie, aber der sozial ausgegrenzte Bürger sowie auch das Mitglied einer Seilschaft wissen sehr wohl mit dem populärwissenschaftlichen Begriff etwas anzufangen.

Wir werden also nicht darum herumkommen, die politischen Parteien, die Wirtschaftsverbände und Institutionen des Staates genauestens unter die Lupe zu nehmen, um die Herrschaftsstrukturen in unserer Republik auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bloßzulegen. Beispielsweise ist die Selbstbedienung der Parteien aus öffentlichen Kassen, um ihre Großkopfeten zu nähren und ihre nachwachsende „Brut“ zu pflegen, einer genauen Untersuchung wert. Das trifft ebenso auf die Vertreter des Kapitals zu, die die Mechanismen ihrer Macht vortrefflich auf Kosten des Bürgers zu spielen wissen. Nach der Analyse müssen wir uns der Erarbeitung von Reformansätzen widmen. Wie können wir selbstbestimmte Bürger werden, welche institutionellen Veränderungen sind dazu notwendig? Von unserer Seite sind dabei genaue Recherchen zu betreiben und die Fähigkeit der Sprachanpassung an die Realität des Durchschnittsbürgers zu entwickeln. Es gilt, vom Wissenschaftler oder Journalisten zum Praktiker zu werden, der seine Klientel in der Durchschnittsgesellschaft hat, besonders bei den vom „mainstream“ Ausgeschlossenen. Unsere Monatszeitschrift muss vom Lehrling bis zum Nobelpreisträger mit Vergnügen gelesen und verstanden werden können in einer Sprache, die zu Erkenntnis aber auch zu Handlung anleitet.

Wir sind uns durchaus bewusst, dass das Zentrale Thema der Erst-Ausgabe in jeder Hinsicht äußerst schwer zu bewältigen ist, besonders in der vierseitigen Kurzausgabe. Aber, wie erwähnt, wird sich dieses Thema in anderen Monaten noch vor der Wahl wiederholen. An der Reaktion der Wähler werden wir auch erkennen, wie wir gezielter schreiben müssen und welche gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht erkannt werden. Die ausführliche Parallel-Erstausgabe, die auf bis zu 20 Seiten stark werden kann, erlaubt eine genauere Beschreibung des gesellschaftlichen Grundwiderspruches, sie wird in Online-Editionen zu einem geringen Preis eingestellt und wird vor allem für Schüler und Studenten hoffentlich zu einem unverzichtbaren Nachschlagwerk.

Wir haben inzwischen eine „Werkstatt“ in Form einer Website eingerichtet: elcondorpasa2013wordpress.com Dort kann sich jeder der dFC problemlos einloggen und an der Ausarbeitung der Gliederung des Zentralen Themas der Erst-Ausgabe teilnehmen. Wir hoffen, diese dann in vier getrennten Blogs in dF einzustellen und mit Euch zusammen an die Erstellung der Erst-Ausgabe zu gehen. Die Website wird im Laufe eines Monats perfektioniert, vor allem, wenn Titel, Untertitel und Logo feststehen.

Zum Schluss wäre es wichtig, dass Ihr Eure Meinung zum Zentralen Thema äußert und beispielsweise auch Interesse an einigen Punkten angebt. Dann können wir eventuell schon in der Gliederung diese Punkte mit eingeben.

Ich wäre froh, wenn möglichst viele „Lust“ auf das Thema bekommen, um die „Krankheit“ unserer Republik anzugehen.

Liebe Grüsse, CE

PS: Ich hoffe ganz besonders auch, dass die nächsten Blogs des Projektes von unserer noch zu bildenden Herausgebergruppe gemeinsam veröffentlicht wird. Das Projekt der Monatszeitschrift ist das der dFC. Ich werde als Vorschlagender alsbald meinen „Suizid“ bekannt geben. Jedenfalls ist das mein Wunsch.

Leider haben wir von JA bisher keine Reaktion auf die Möglichkeit einer Print-Beilage bekommen. Vielleicht kommt diese Reaktion ja noch. Auf jeden Fall sei allen versichert, dass das Projekt steigt und wir Ideen für das Marketing haben. Die vierseitige Monatsausgabe sollte unbedingt in PDF-Form durch Schneeballsystem so schnell wie möglich kostenlos in der gesamten Republik verbreitet werden. Die gewählte Thematik wird den BT-Parteien Kopfzerbrechen veranstalten, da wir beginnend mit Merkels Sessel, unter diesem und unter den Sesseln der deutschen politischen und wirtschaftlichen Elite Feuerchen entfachen, die sich zu einem Flächenbrand ausweiten sollten.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (251)

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 06:00

Lieber Freedom,

Dank für den Einwand. Man kann nicht allen alles Recht machen. Dass ich jetzt noch einmal zu einem Teenager werde, erfreut mich ausserordentlich.

Aber trotzdem hätte ich doch etwas Substanzielleres erhofft, mit dem ich auch etwas hätte anfangen können. Verbesserungen, was auch immer. Es müssen nicht alle Texte professoral daher kommen, schon gar nicht, wenn es darum geht, sich in Zukunft mehr als "practitioner" denn als Journalist oder Akademiker zu fühlen und zu handeln.

LG, CE

eldorado 15.01.2013 | 06:03

Warum kommen Sie darauf, dass das ein Teenager geschrieben haben könnte.

Das ist ein Anstoss für eine Bewegung von unten, was Deutschland sehr nötig hat.

Alles ist verharzt, verknorzt und technokratisch. Die Bürger werden immer mehr wie Ware behandelt.

Merkel ist der verlängerte Arm von Brüssel und steht denen in Technokrtie nichts nach.

Alle die vorgeschlagenen Themen sind sehr wichtig, sowohl für Deutschland, wie für das positive Weiterbestehen der EU.

Das Projekt ist auch aus dem Grunde wichtig, weil nur eine Regierung die auf die Bürger wirklich hört, auch ein Segen für das Land sein kann.

Ein weiteres Thema für später, wäre auch, Vorschläge auszuarbeiten, wie Deutschland mehr zu einer direkten Demokratie hingeführt werden könnte.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 08:08

Hallo,

es ist auch was Wahres an deiner Sprachkritik enthalten. Bei CE ist ein politischer Aufklärungs - und Veränderungswille – und eine Hoffnung erkennbar, die hierzulande wahrscheinlich nicht einmal Teenager mehr besitzen, da sie mit den Stichworten Humanismus und Bürgergesellschaft noch weniger anfangen können als unsereins (der sich noch an diese vor der historischen Kulisse als überholt erscheinenden Diskurse in D Ost – und West erinnert), daher liest sich der Aufruf streckenweise naiv.
Der Grund dafür scheint mir zum einen im Abstand von CE – als auswandernde Generation und deren politische Sozialisation – zu den „Daheimgebliebenen“ und deren Nachwuchs, zum Anderen in der sich daraus ergebenden Differenz in der Betrachtung der hiesigen politischen Kultur – und Medienlandschaft zu liegen.
Kurz gesagt hat der Aufruf seine Schwächen darin, daß er die Tiefe der Spaltung und der Depression in den unteren Schichten der Gesellschaft nicht thematisiert und sich wesentlich auf die Bekämpfung des dafür sicherlich mitursächlichen Lobbyismus und der sich darauf erhebenden Eliten konzentriert.
Das Problem bei dieser Strategie ist, daß dabei zwar die offensichtlichen und versteckten Schweinereien und Machtmechanismen aufgedeckt werden können, die Stoßrichtung aber auf einer Appellebene verbleibt, an deren Veränderungskraft hierzulande kaum noch jemand glaubt, viele sind einfach froh noch Arbeit zu haben oder sich irgendwie durchschlagen zu können.
Das scheint mir die Grundstimmung in der Bevölkerung, von lokalen und regionalen (Stuttgart21) „Wutbürger“-Bewegungen und Initiativen mal abgesehen.
Das letzte Großereignis, das die Leute massenhaft und bundesweit auf die Straße trieb war Fukushima und Merkel hat dies mit der „Energiewende“ geschickt eingehegt. Man sollte die Frau hinsichtlich Machtsicherung und Themenbeweglichkeit nicht unterschätzen. Zu erwarten ist auch, daß die nächste Regierung wieder eine große Koalition unter ihrer Führung ist, welche die Profilschwäche der nach Schröder in sich zerrissenen SPD noch deutlicher machen wird, als sie ohnehin schon ist.
Hinzu kommt, daß die B90/Grünen und die Linke als Sammelbecken der Unzufriedenen inzwischen etabliert und überaltert sind – d.h. der Nachwuchs fehlt weithin und niemand weiß wo der herkommen soll.
Zwar lassen sich die jungen Leute punktuell und auch netzgestützt mobilisieren, aber diese Aktionen haben in deren Optik nicht zu Unrecht häufig einen unverbindlichen Event-Charakter, weil sie nicht in eine echte soziale Bewegung eingebunden sind.
Ist die Demo vorbei legt sich ziemlich schnell wieder der dystopisch „inspirierte“ Pragmatismus/Utilitarismus als vorherrschende Denk – und Wahrnehmungsstruktur wie ein lähmender Schatten über´s Land.
Die „Bürgergesellschaft“ hat aus diesem Blickwinkel etwas Utopisches, das mit den Erfahrungen der Leute nach 1990 und dem sich aus den unverarbeiteten Niederlagen oppositioneller Bewegungen speisenden Alltagsbewusstsein nicht überein geht – es fehlt weithin nicht nur Glaube und Hoffnung etwas „bewegen“ zu können, es dominiert eher der Zweifel bis hin zur verzweifelten Hoffnung darauf, daß „es“ (das große Ganze, von dem alle abhängen) noch irgendwie gutgehen möge...
Dabei werden die „großen Themen“ medial und diskursiv fortwährend thematisiert, es besteht folglich ein Überangebot an z.T. auch richtigen Antworten, aber in einer Informations – und Wissensgesellschaft wird damit nur die „Antwortgesellschaft“ verfestigt.
Meiner Ansicht nach geht es derzeit weniger darum die richtigen Antworten zu geben, sondern die Leute zu ermutigen, die richtigen Fragen zu stellen. DAS aber muß hierzulande in der Breite wie der Tiefe erst wieder erlernt werden, dem steht das was hier jahrzehntelang als politische Bildung verstanden, institutionalisiert, akademisiert, professionalisiert und kommerzialisiert angewandt wurde eher entgegen, als das daran anzuknüpfen wäre.
WAS also TUN in so einer Lage, das ist die zentrale Frage.

BG auch an Costa

JR's China Blog 15.01.2013 | 09:10

Allesanders, was Sie über die Tiefe der Spaltung und der Depression in den unteren Schichten der Gesellschaft sagen, fehlt in unserer Diskussion bisher tatsächlich. Ich bin sicher, die meisten von uns - auch Costa - haben sie im Sinn, aber die Frage, wie man sie erreicht, ist eine offene Frage. Ebenso die, wie man mit zum Teil traumatisierten Menschen ins Gespräch kommt, ohne dass eine reine Wutdebatte daraus wird.

Aber es hat etwas für sich, unser Land auch einmal von außen betrachtet zu haben. Die ganze jüngere chinesische Geschichte ist eine von mehr oder weniger erfolgreichen "Eliten", die ins Ausland mussten, weil sie politisch verfolgt wurden, oder ins Ausland wollten, um dort zu sehen, wie dort mit den Problemen umgegangen wurde, die China so dicht an den Abgrund gebracht hatten.

Und wer zu den unteren gesellschaftlichen Schichten gehört, ist auch immer eine interessante Frage. Bisher ist es bei uns eine überwiegend jüngere Minderheit, wobei auch die Altersarmut inzwischen spürbar zunimmt. In Taiwan gibt es hingegen mittlerweile eine auffallende Rentner-Kriminalität.

Das, was sich bei uns noch als "Generationenkonflikt" etikettieren lässt, ist anderswo z. T. vermutlich längst generationenübergreifend. Damit ergibt sich - vermute ich - eine ganz andere Dynamik als bei uns. Und auch darum lohnt es sich, über Deutschland und Europa hinauszugucken, wenn wir mit der Dokumentation beginnen.

Nicht ständig, aber immer wieder.

JR's China Blog 15.01.2013 | 09:20

Dabei werden die „großen Themen“ medial und diskursiv fortwährend thematisiert

Nee - da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Insbesondere unsere Währungskrise wird in vielen europäischen Ländern auch publizistisch ganz anders diskutiert als bei uns. Von rechts nach links sieht mir unser Pressespektrum in der Hinsicht aus wie ein Parallel-Universum. Stay tuned, Allesanders. ;-)

ch.paffen 15.01.2013 | 09:47

na fein da hatte ich mich grad kommod auf meinem zuschauersesselchen zurechtgeruckelt und schon hält es mich nicht mehr auf dem sesselchen und ich greif zur „flauschigen kommentarkeule“

anmerkungen:

Monatszeitschrift der dFC

das wort zeitschrift steht für mich für ein print produkt – da frage ich mich wer druckt? – was ich nicht selber machen kann, kann ich nicht „ausrufen“ * ein autorenteamblog bei dFC ist for free machbar (hier gehört aber dann der blog JA oder blog bei wo auch immer und hier die copy und past fariante des autoren teams

was ohne frage geht ist ein projekt innerhalb dFC („autorenteam oder autorenprojekt“ so zu sagen)

okay hier habe ich mich wohl als „bedenkenträger zu was auch immer geoutet, sorry sollten keine knüppel zwischen die beine sein * feinen resttag noch cp

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 10:00

Folgende Idee: dezentrales Agieren. Inspiriert durch die Solarstrombranche und J.F.K. "Was kann (muss) der Büger für den Staat tun".

Meiner Ansicht nach muss sich der Bürger lokal viel mehr engagieren können und müssen sowie Verantwortung übernehmen. Lokale, sich selbstverwaltende Gemeinden sind mit anderen lokalen Gemeinden verbunden durch Koordinatoren ohne Weisungsbefugnis (z.B. um infrastrukturelle Projekte GEMEINSAM stemmen zu können). Lokal, regional und überregional. Bürgermeister, Minister- bzw. Regierungspräsidenten und Bundeskanzler wären damit keine Entscheidungsträger mehr, sondern würden nur noch koordinierend einwirken. Unbedingt notwendig ist dabei m.E., dass auf lokaler Ebene auf jeden Fall jemand den Hut aufhaben muss. Meine eigene Erfahrung, weil es sonst sehr schnell ausarten kann. Der für mich zentrale Vorteil an dieser Idee ist: Signifikante Macht- bzw. Einflussreduzierung von wenigen für viele. Macht in den Händen von wenigen war, so scheint es die Geschichte ja nun mal überdeutlich zu zeigen, noch nie gut. Darüber hinaus: Der Bürger ist von Anfang an eingebunden in für ihn ja betrefende wichtige Abstimmungsprozesse. Das ganze natürlich ehrenamtlich, von den Koordinatoren einmal abgesehen. Die Idee trage ich schon was länger mit mir rum und hat ihren Ursprung im "Glasperlenspiel" von Hesse, was ich vor zehn Jahren gelesen habe. Die dort von ihm gezeichnete geistige "Parallelgesellschaft" fand ich sehr beeindruckend, weil jeder selbst entscheiden konnte, was er seinen Fähigkeiten entsprechend machen durfte. Einziger Nachteil war, dass die Glasperlenspieler sich nicht selbst finanziert haben, sprich die Verantwortung für sich selbst aus der Hand gaben. Für mich ein no-go. Praktisches Beispiel in dem Fall aus der Wirtschaft ist Gore-tex, die das Prinzip seit Unternehmensgründung ähnlich umsetzen. Dabei hat man beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass Einheiten über 200 Mitarbeiter nicht mehr vernünftig steuerbar sind. Das mal so in aller Kürze.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 10:25

Sicher ist es richtig die Situation im Lande von außen zu betrachten, um so aus der Falle der nationalen und „europäisch-abendländisch-angelsächsischen“ Diskurszentrierungen herauszukommen.
Dies wird aber bspw durch die Nahost-Antisemitismus und Islamismus – Debatten geschürt und verfestigt, wobei die Diskursethik oftmals von einer instrumentellen bis zynischen Vernunft dominiert wird, die dann ohne Weiteres in eine tagespolitische Alternativlosigkeit umgemünzt werden kann.
Tatsächlich müssten die hiesigen Debatten nicht nur um „außenpolitische“ Erörterungen ergänzt, sondern die in anderen Ländern aktiven Initiativen, Verbände und Orgs aus erster Hand zu Wort kommen und diese Betrachtungen durch sorgfältig recherchierte Hintergrundinformationen und Analysen eingebracht werden. Bei aller Praxisorientierung darf die Basis für Theorieentwicklung – wider die zynische Vernunft als Zeitgeistphänomen – nicht vergessen werden, meine ich.
Für mich steht dabei Geschichtsbewusstsein und die Aktivierung eigenständigen und eigenmotivierten dialektischen Denkens im Vordergrund, weil dieser Ansatz die besagten Generationsschranken überwinden kann und den Einwirkungen der undialektischen Masse-Einzelner-Theoreme und Ideologien gegenüber resistent ist.
Wichtig wäre auf dieser Grundlage auch eine Aktualisierung der Medien-Kritik und der Massenpsychologie der Kultur – und Informationsindustrie, die die RezipientInnen zu vereinzelten KonsumentInnen formt, die als solche in einer fiktiven Masse aufgehen, die sich in der Flut und Unübersichtlichkeit der sog. neuen Medien wiederum als Einzelne, die sich allenfalls sporadisch assoziieren, verlieren.
In solchen Räumen bildet sich eine Identitätsmatrix heraus bzw. wird produziert, die sich wie eine schmiegsame Hülle über die Bedarfe und Bedürfnisse – somit auch über die Interessenlagen – der Menschen zieht und ihnen individuelle Bewältigungsstrategien – die flugs von Lobbies absorbiert werden können - andient, womit die markt – und diskursgerechte Partikularisierung von Interessen und die nur scheinbare Pluralisierung – eher Parzellierung - der Lebensformen zum bestimmenden Moment des Zusammenlebens wird.
Dem zugrunde liegt oft ein meritokratisches Grundverständnis, wonach das wichtigste politische Ziel die Herstellung von Chancengleichheit im Bildungssystem und der Berufsbildung sei, wodurch die Besten bzw. Intelligentesten in die Schaltstellen bzw. Führungspositionen aufrücken könnten, was nicht zuletzt durch die hiesige Sozialdemokratie (Aufstieg durch Bildung etc.) befördert und die sich in dieses Konzept einklinkende Gleichstellungsabteilung der Frauenbewegung etabliert wurde.
Wenn man in solchen Kontexten von einer Bürgergesellschaft spricht, dann läuft diese Debatte hierzulande Gefahr in den Sog meritokratischer Ideologien – in denen die Aufsplitterung von Interessen der Einzelnen und deren Assoziierung in Lobby-Verbänden notwendig Programm ist – zu geraten.
Die entscheidende Frage, wenn man der These folgt, daß die politische Kultur und Diskursethik hierzulande von o.g. Ideologien und Strömungen verseucht ist, wo und wie da der Hebel anzusetzen wäre. Von außen? Auch, aber nicht nur. Es braucht erstmal eine theoretische Grundlage bzw. ein Grundverständnis von dem wie die Leute ticken bzw. ticken sollen, um die Punkte zu finden auf denen diese Gedankengebäude ruhen, um an diesen Stellen dann die nötigen Sprengsätze hoch gehen zu lassen...
think subversive
;-)

Oberham 15.01.2013 | 11:58

... ich habe heute versucht den Zusammenhang von Gipfel her zu entlarven - der Philanthrop ist ein Misantrop und letztlich ist das politische Klima, nichts weiter als eine Brühe die seit jeher von den gleichen Köchen zubereitet wird - willige Zutaten sind wir - mehr nicht.

Schön das Costa als Teenie rüberkommt, gerade die und die Twens bräuchte der Veränderungsmove - so er den einsetzte - eine positive Welle....

Mein Geschreibs ist da wohl zu destrukiv -

gerne zur Selbstbedienung

Georg von Grote 15.01.2013 | 12:17

Lach, sorry, aber ich muss einfach herzhaft lachen. Ich habs geahnt, dass die Seilschaften- und die Bürgerrepublik das zentrale Thema werden sollen, schließlich Costas Lieblingsthema :-)

Mal ganz im Ernst, Leute, welches Zielpublikum wollt Ihr eigentlich erreichen? Unabhängig jetzt, was Ihr denen predigen wollt.

"Humanistische Monatszeitschrift zur Reform von Staat und Gesellschaft"?

Meine Güte, wer läßt sich von so etwas nicht abschrecken? Das klingt ja wie "Wachturm" oder Heftchen irgendeiner Sekte :-)

Gehts nicht mal knackiger, oder wollt Ihr mit dem Titel schon den Gähn-Effekt beim potentiellen Leser auslösen?

ch.paffen 15.01.2013 | 13:20

fein zum gvg hat spaß (@ lach) * wie wär es denn mal mit lachen&more für 2013? * wenn "die putzigen themen" mehr leser "anfixend" präsentiert werden spricht ja NIX dagegen ? na gvg wie wär es mit einem tip der aliens überlebt heros für die hunanistischen ? konstruktiv statt destruktiv? so als googie für die "dummies" * gell gvg man muss auch jönne könne * feinen resttag noch cp

goedzak 15.01.2013 | 13:21

Es hat immer was von Aufbruch, wenn man ein ambitioniertes Projekt startet. Insofern aus allgemeiner Freundlichkeit meine guten Wünsche fürs Gelingen!

!!! ABER: Ich möchte die Initiatoren und Betreiber des Projekts auffordern, NICHT im Namen DER dFC zu sprechen! Niemand kann für DIE dFC sprechen, wer es dennoch tut, handelt anmaßend und auch wohl, wenn es um öffentliches Auftreten außerhalb dieser Plattform geht, juristisch fragwürdig. Bitte bedenkt das!

Ich habe mich verschiedentlich schon dazu geäußert, dass 'die' hiesige Community kein homogenes Gebilde ist, kein handelndes Subjekt, nicht mal, obwohl es der Begriff 'Community' suggeriert, irgendeine Art von Gemeinschaft ist. Es handelt sich eher um einen Raum, in dem sich viele tummeln.

Wer im Namen der dFC auftritt, maßt sich an, das mag bewusst sein oder nicht, auch im Namen aller aufzutreten, die sich hier tummeln. Das ist abwegig!

Dies Projekt KANN keine "Monatszeitschrift der dFC" sein!

PS: Um das klar zu stellen, ich persönlich stehe, nach allem, was ich in den Blogs und threads gelesen habe, der Sache sehr skeptisch gegenüber. Und da werde ich nicht der einzige sein.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 13:44

sehe ich genau so, was die Verfasstheit dieser community als virtuelles Gebilde betrifft, für die zu schreiben nicht der Anspruch sein kann.
Habe ich aber nicht so verstanden, sondern sehe die die sich daran beteiligen eher in einer Interessengemeinschaft die sich via FC zusammenfindet und dann im Werkstattmodus auf wordpress erstmal ihre Ergebnisse präsentiert.

Ob das dann Zuspruch aus der eigentlichen FC und der Redaktion findet bleibt abzuwarten, an eine Printbeilage glaube ich erst wenn´s soweit ist.

Einfacher wär´s man würde Interessenten bitten ihre hier oder anderswo publizierten Blogs zum o.g. Themenspektrum an die die das Projekt machen zu senden, oder BloggerInnen bitten vorhandene Beiträge auf dieses Format hin umzuschreiben, dann hätte man schon mal einen content-pool aus dem dann im Zuge der Kritikphase ausgewählt werden könnte.

Wenn das dann hier gebündelt unter einer klar gekennzeichneten Blog-Adresse in der FC erscheint und Teile davon evtl. in die Printausgabe wandern - why not?

Beim derzeitigen Sparkurs ist das aber höchst unwahrscheinlich, denke ich - auch wenn der content kostenlos bereitgestellt würde, was ja auch nicht ganz unproblematisch ist, da andere dafür Zeilenhonorare erhalten...

Abgesehen davon ist mir die Stoßrichtung des Vorhabens ein wenig zu diffus, aber mal sehen, was dabei herauskommt.
Über ungelegte Eier zu debattieren ist immer so ne Sache, momentan stehen wir hier ja noch im Kreissaal und warten...

snafu 15.01.2013 | 15:17

@ costa

ich persönlich empfinde ihren Stil ja als lesbar, nicht generell unterhaltsam aber verständlich. Aber auch nur, weil in mir Reste bildungsbürgerlicher Sozialisation über die Jahrzehnte nicht gänzlichst verschüttet wurden.

Der Großteil meines Umfeldes besteht aber schon sehr lange aus Menschen die, bildungstechnisch, aus stark benachteiligten Kreisen kommen und die haben sich, nicht nur wegen mangelnder Fähigkeit sich verbal auszudrücken, erstmal nur an den Kopf geschlagen, nachdem sie die "offenen Briefe" gelesen haben.
"Verkopft" war dann noch das harmloseste Wort, das ich zu hören bekam.

"Unsere Monatszeitschrift muss vom Lehrling bis zum Nobelpreisträger mit Vergnügen gelesen und verstanden werden können in einer Sprache, die zu Erkenntnis aber auch zu Handlung anleitet. "

Schöner Vorsatz, da bin ich schon gespannt wie die sprachliche Verpackung sein wird.

viel glück

JR's China Blog 15.01.2013 | 15:56

die sich via FC zusammenfindet

das ist der Punkt, Allesanders. Die sich via FC zusammenfindet und hier mehr Feedback bekommt, als sie es mit einem völlig davon getrennten Projekt bekommen könnte. Vor allem Herrn von Grotes Kritik sollte sorgfältig bedacht werden.

Allerdings hat Costa aus seiner Affinität zum "Seilschaften"-Thema vom ersten offenen Brief an kein Hehl gemacht. Insofern durften Sie erwarten, dass das hier auch wieder hochkommt, GvG.

Humanismus wird für viele angestrebte Leser langweilig oder sektiererisch stimmen - soviel scheint mir sicher. Aber auf den Humanismus als Motivation würde ich nicht verzichten wollen.

Ich frage mich allerdings auch, ob diese Motivation nicht besser erst im "about" als Begriff auftauchen - und dort erklärt werden - sollte. Seine Stärke scheint mir darin zu liegen, dass er zu einer Fairness im Umgang miteinander verpflichtet, in einer Art, wie es viele andere -ismen nicht tun.

Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir Politsuren von bleibendem Wert als Untertitel. Auch wenn sich an den früheren Reader's Digest Slogan vermutlich kaum noch jemand erinnert. Wie war das noch mal mit mehr Schmackes?

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 17:15

Nun ja, ich glaube nicht daß das Zielpublikum die KandidatInnen für die Jugendberufshilfe mit umfasst, da treten neben der sozialen Benachteiligung auch Lernbeeinträchtigungen, LRS-Schwäche usf. auf.

Nobelpreisträger am oberen Ende kann man auch weglassen und sich irgendwo ein breites Spektrum in der Mitte wählen, sonst wird das nie was.
Schließlich arbeiten Nobelpreisträger oft in wissenschaftlicher Sprache, während ungelernte junge Leute - oft ohne Schulabschluss - vielfach schon mit dem Lesen an sich so ihre Probleme haben..

Ich würde das Sprachniveau so zwischen Alltagssprache und Populärwissenschaft ansiedeln, zur Vertiefung mit Links und Literaturhinweisen.

Ich seh´s aber eher als Projekt zur selbstorganisierten Kultivierung der politischen Bildung im virtuellen Raum, daher müsste man erstmal ein paar Grundlagen bzw. grundlegende Texte bringen, bevor man ins Visionäre einsteigt - ohne dies nimmt man nur die eigenen Leute mit, nicht die die man ansprechen will.

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 17:45

Lieber Eldorado,

klicke mich erst jetzt aus Panamá in die Diskussion ein, wo ein schöner Vormittag die hier stattfindende Auseinandersetzung vielleicht befruchten kann. Ich würde jetzt auch gerne ein wenig Wärme zu den Bloggern nach Deutschland schicken.

Also, der Reihe nach. Dank für den Kommentar. Zu Beginn: Mir kommt es weniger auf das Äussere von Begriffen an, sondern auf den Inhalt dieser Begriffe. Alle bisher vorgeschlagenen Titel, Untertitel usw. usf. sind selbstverständlich veränderbar. Darauf werde ich bei der Beantwortung der anderen Kommentare noch zu sprechen kommen. Was mir zu Beginn wichtig erscheint festzuhalten: Wir haben es doch in unserer Republik nach wie vor mit Herrschaftsstrukturen zu tun, von "Eliten", "Politischer und wirtschaftlicher Klasse", "nationaler Oligarchie" oder auch "Seilschaften" gegen die überwiegende Mehrheit der Deutschen ausgeübt. In dieser Erst-Ausgabe sollte, meines Erachtens, dieser Grundwiderspruch in unserer Gesellschaft aufgedeckt werden und zu Gedanken anregen, diesen Widerspruch anzugehen, und wie ich meine, in humanistischer Weise. Warum humanistisch (begrifflich der Aufklärung entnommen, aber heute im internationalen Diskurs und Praxis, bspw. UN, durchaus bewusst als Gegensatz zu neoliberaler Kälte und sozialistischer bevormundender Bürokratie benutzt)? Weil damit ausgedrückt werden soll, dass Empathie, gegenseitige Hilfe, recht verstandene Solidarität unter den Menschen die einzig wirksame Waffe gegen Herrschaft ist, und wir auch aus diesen "verdammten" herrschaftsgierigen" Ideologien von Kapitalismus und Sozialismus hinauskommen sollten, die das Verhältnis von Staat und Geselleschaft seit dem Merkantilismus unerträglich belasten.

Eldorado, ich gehe zum nächsten Kommentar. CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 17:56

Eldorado, Du erwähnst die "Direkte Demokratie". Es gibt einen Verein in Deutschland mit gleichnamiger Bezeichnung, bei der ich Mitglied bin ebenso wie bei Abgeordnetenwatch. Der Begriff "Direkte Demokratie" bezeichnet exakt das Ziel, wo wir in Deutschland gesellschaftlich hinkommen müssten und impliziert das Bestehen der "Seilschaften" (bitte nicht am Begriff stören), die genau die direkte Partizipation des Bürgers an öffentlichen Angelegenheiten verhindern. In diesem Zusammenhang ist es mir auch wichtig, den Bürger-Begriff zu diskutieren, auch wie Bürger-Identität zustande kommen könnte. CE

PS: Der Titel: Abgeordnetenwatch drückt ebenfalls das Misstrauen des Bürgers gegenüber dem Handeln der "politischen Klasse" aus.

JR's China Blog 15.01.2013 | 18:13

Wichtig wäre auf dieser Grundlage auch eine Aktualisierung der Medien-Kritik und der Massenpsychologie der Kultur – und Informationsindustrie, die die RezipientInnen zu vereinzelten KonsumentInnen formt, die als solche in einer fiktiven Masse aufgehen, die sich in der Flut und Unübersichtlichkeit der sog. neuen Medien wiederum als Einzelne, die sich allenfalls sporadisch assoziieren, verlieren.

Scheint mir eine wichtige Zutat zu sein, die Allesanders da angemerkt hat. Wollte ich nochmal hervorheben.

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 18:22

Lieber Allesanders,

Dank für Deinen Kommentar.

Erst zu den Begriffen: Humanismus und Bürgertum sind nicht nur "alte" Begriffe aus der Aufklärung vor 250 bis 200 Jahren. Sie werden in immer mehr "Peripherie-Ländern" zu zentralen Begriffen der Bürger-Emanzipation, d. h. Emanzipation von Untertanen. Auch in Deutschland befleissigen sich die Politiker immer wieder, vom lieben Mitbürger oder der Mitbürgerin zu sprechen, um die vermeintliche Interessengleichheit zwischen Herrschendem und Beherrschten zu verschleiern und um das Ausgeschlossensein der grossen Mehrheit der Bevölkerung von politischer Freiheit nicht zu Protest zu erwecken.

Mein Vorschlag, und hoffentlich wird er nicht mein persönlicher bleiben, denn nichts liegt mir ferner als mit Schröderschem Machtbewusstsein (Ich will hier rein) oder mit Fischers Arroganz (mit meinen Turnschuhen bringe ich den Landtag zum Tanzen) aufzutreten, ist gerade so gemeint, und das versuchte ich auszudrücken, dass wir (zumindest Einige aus der dFC) ein Presseorgan schaffen (online, mit oder ohne Print), das "in die Gesellschaft" hineinwirkt, das nicht im Saft einiger intellektueller Blogger steckenbleit, und gerade dort beginnt, wo sich diejenigen Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer befinden, die sich auf der "Schattenseite" des Lebens befinden. Ein solches Unterfangen, wenn es denn ehrlich in Angriff genommen wird, erfordert auch von den Bloggern selbst ein Verhalten und eine Sprache, die erlernt sein wollen. Das ist die Herausforderung an uns selbst.

Allesanders, das zu Beginn. Es gibt noch weitere Kommentare. CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 18:46

Zusatz: Das "Auswandern" von einigen meiner Generation war und ist nicht als definitives "Auswandern" zu verstehen. Wir, damit schliesse ich mich selbstverständlich ein", sind ins Ausland gegangen gerade aus dem Grund der Scham vor der deutschen Vergangenheit und dem Versuch, dem Image des "hässlichen" Deutschen, das damals in aller Welt vorherrschte, wie heute oft das des US-Amerikaners, damit zu begegnen, dass wir Empathie mit den vom internationalen Kapital oder von "sozialistischen" Heilspredigern unterdrückten Menschen ausdrücken und Kenntnisse zur Verfügung stellen wollten, die ihren Emanzipationsanstrengungen hilfreich sein könnten. (Also keine selbsternannten Revolutionäre, die stellvertretend die Probleme der "Unterdrückten" zu lösen beanspruchten, siehe Ché). Das aus der temporären "Auswanderung" ein jahrzehntelanges Leben und Arbeiten im Ausland geworden ist, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass ein solches Leben im Ausland von mir als nützlicher angesehen wurde angesichts der Tatsache der immer mehr verschwindenden Armut im Nachkriegsdeutschland.

Schliesslich: Die direkte Arbeit mit den "Armen" dieser Welt aber auch gleichzeitig mit den "Mächtigen" in der Peripherie schwächt keinesfalls die Analysefähigkeit der aktuellen Verhältnisse in meinem Vaterland, die ich mit Bedauern zur Kenntnis nehme, und die ich, soweit ich aus der Ferne vermag, (vielleicht mische ich mich ja auch eines Tages noch einmal direkt ein, was ich angesichts des Fehlens von unabhängigen Direktkandidaten zum BT liebend gern gemacht hätte, allein schon aus dem Grund, Merkel und Steinbrück in ihrer selbsternannten Staatsführerschaft - "l'état c'est moi" -ein wenig zu erschrecken.) gern aufs Korn nehme, aber noch lieber mit Menschen, die sich mit diesen Verhältnissen nicht zufrieden geben, solidarisiere. Und das ist auch der konkrete Anlass für den Vorschlag der Zeitschrift.

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 19:00

Lieber JR, ich weiss, dass Du die Diskussion mit Aufmerksamkeit verfolgst und dass Du Dich, wie ich auch, mit Verve in die Diskussion und auch das aktive Handeln im Kontext von gesellschaftlichen Veränderungen einschaltest. Und Dank an dieser Stelle für Dein bisheriges Engagement, auch das von anderen Bloggern, ohne das ich die bisherige Vorstellung des Projektes sicher nicht soweit betrieben hätte.

Hier dieses über die "unteren Schichten" (la "classe baja" im Spanischen), die im heutigen Deutschland erschreckend wieder an Bedeutung zunehmen und die Trennung von Staat (und den diesen verwaltenden Eliten-Seilschaften) und Gesellschaft überdeutlich machen. Gerade auch diese Menschen, ebenso wie die "Mittelschichten" zu ermutigen, ihre Macht der staatlichen entgegenzusetzen und damit auch ihre Identität als Bürger zu erkämpfen, stand und steht als Grundidee hinter dem "Projekt". CE

janto ban 15.01.2013 | 19:07

|| Als Beitrag nehme ich deinen Impuls so auf, daß du das Projekt und die Debatte für noch nicht recht "stimmig" befindest? ||

Ich habe mich noch nicht wirklich eingelesen, mir noch keine Meinung gebildet. Vom Überfliegen aber ständig Simon & Garfunkel im Ohr. Keine Ahnung, ob das beabsichtigt war. Lieber ein Hammer als ein Nagel sein zu wollen, hat ja doch was Politisches, irgendwie...

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 19:14

Liebe CP, Du hast völlig recht, wir sollten uns als Autorenteam oder besser "Autoren-Kooperative" outen. Genau das ist auch der Ansatz aus dem Kapitalismus heraus. Ein solches Team, oder Kooperative, hat erstmal kein Kapital in der Hand. Hätte ich oder ein anderer von uns einen dicken Lottogewinn in der Tasche, würde er wohl in eine "Autoren- Kooperative" einfliessen. Die Tatsache aber, falls JA dem Projekt zu skeptisch gegenüberstehen sollte, keine finanziellen Mittel zu haben, ist andererseits eine positiv zu sehende Herausforderung. Das Internet gibt uns die Möglichkeit, online zu gehen und auch Eigenwerbung und Aufklärung zu betreiben, ohne Kapital. Da müssen wir unseren Geist anstrengen, ob unsere "Aufklärungs-Leistung" nicht auch eines Tages einen finanziellen Gegenwert schafft, und wir auch printmässig wirken können. Aber der eigentliche Gegenwert ist unsere Verantwortung innerhalb der Gesellschaft und der Beitrag bezüglich Stärkung des Widerstandes der Gesellschaft gegenüber, ich sage jetzt nicht schon wieder Seilschaften-Staat, dem von den BT-Parteien usurpierten Staat.

LG, CE

Tai De 15.01.2013 | 19:22

Hallo Costa,

die "unteren Schichten" haben in Deutschland 2013 eine nicht zu vernachlässigende Kaufkraft, vor allem durch die Sozialtransfers, welche wiederum von einer Regierung, die du der Seilschaftenrepublik zurechnest, gefördert wird - ihre Kaufkraft, nicht die "unteren Schichten" an sich. Noch ganz andere Abhängigkeiten entstehen durch Subventionen an andere Zielgruppen.

Die "Mittelschicht" hingegen ist ein Konstrukt, das mir persönlich ausgedient zu haben scheint. Dort,. wo linke wie bürgerliche Politiker die Mittelschicht vermuten, geht die Angst vor Verelendung um und eine Verachtung der demokratischen Parteien, die aber mit Aktion nicht viel zu tun hat.

Sie alle werden viel Geduld brauchen. Von einem "Buschfeuer" würde ich nicht ausgehen, sondern von ganz vielen dicken Brettern ohne Astlöcher.

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 19:25

Lieber Mark, ich finde Deine Idee goldrichtig. So sah meine Arbeit im Ausland bisher auch aus. In unserem Organ, wenn es denn durch den Willen der Blogger zusande kommt, sollten wir, ausgehend von der übergreifenden Analyse/Betrachtung, die lokalen Verhältnisse und Möglichkeiten der Veränderung aufgreifen, unterstützen und eventuell sogar anschieben, aus der "Autoren-Kooperative" heraus. Das lokale, erfolgreiche, gemeinschaftliche Projekt spricht oft Bände, was gesamtwirtschaftlich erreicht werden kann.

Doch der gesamtgesellschaftliche Kontext ist immer mit in Betracht zu ziehen und ins Gedächtnis zu rufen, da gerade er auch die lokalen "Jämmerlichkeiten" determiniert. CE

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2013 | 20:08

mal ne ganz trockene Bemerkung zur Finanzierung:

wenn bei diesem Projekt inhaltlich was rumkommt, dann sollte dies meinerseits connectionmäßig und finanzierungstechnisch realisierbar sein - aber: es geht vorrangig um Qualität und ich sehe hier nur Ankündigungen, aber keine Produkte.

Wenn ich Zeit und Geld, wovon ich u.U. genug habe, investiere, dann will ich von dem was dabei rumkommt zumindest einen ersten Eindruck haben und der sollte sehr sehr präzise und anschaulich sein.

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 20:20

@Allesanders: Hoppla hopp, wer wird denn da gleich ungeduldig. "Wenn ich etwas einsetze, will ich auch etwas haben. Vor allem präsive Vorgaben". So einfach ist die Chose nun nicht. Erst einmal wollen wir gemeinsam herausfinden, ob und auf welcher Basis (die Stossrichtung ist ja wohl allen klar) wir das Projekt betreiben, von dem ich einen ersten Vorschlag gemacht habe. Ich bin gottseidank nicht der Unternehmer, der sagt, das ist das Projekt. Entweder Du machst mit oder nicht. Dieses ist ein Projektvorschlag, an dem sich schliesslich eine Herausgeber-Gruppe, Autoren-Kooperative oder wie auch immer die "Zähne" ausbeisst und ihn zur Reife bringt. Und daran kannst Du wie alle anderen, wenn Interesse besteht, mitwirken. CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 20:39

Lieber Goedzak, vollkommen richtig! Ich hatte keineswegs vor, im Namen der dFC zu sprechen, ich wollte nur die dFC "ansprechen". Wenn das falsch rübergekommen ist, dann Entschuldigung. Weiss auch, dass die dFC ungeheuer heterogen ist, und der Vorschlag sicher nur durch einige "aus" der dFC aufgenommen wird. Trotzdem nochmals: "Liebe dFC, bzw, wer sich dazu zählt, Ihr seid alle herzlich willkommen, an dem Vorschlag und dem tatsächlichen Projekt, wenn es hoffentlich zustande kommt, in dieser oder jener Form von Beginn an oder durch Seiteneinstieg mitzuwirken, auch Du Goedzak". CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 20:48

Lieber SNAFU, der Vorschlag ist sicherlich "verkopft dahergekommen. Er sollte auch erst einmal nur ein erster Ansatz in einer Sprache sein, die die meisten der Community verstehen. Aber ich weiss auch, dass das Projekt, wenn es denn seinem Anspruch auf Wirkung in der Gesellschaft genügen will, wie ich vorgeschlagen habe, eine Sprache entwickeln muss, die "alle" verstehen. In meiner "internationalen Sozial- und Friedens-Arbeit" war für mich das stets absolutes Muss. Und dass einer Zeitschrift so etwas gelingt in der heutigen deutschen Gesellschaft, ist eine "ungeheure" Herausforderung. LG, CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 21:00

JR, "von bleibendem Wert" ist nicht schlecht. Allerdings "Politsuren" finde ich ausserordentlich problematisch, nicht nur die Assoziation mit dem Koran, sondern auch die Assoziation mit dem "Göttlichen", welches M. behauptet hat. Dieses könnten wir unmöglich für uns "anmassen", wenn wir doch auch auf unsere rein "menschliche" Erkenntnis "stolz" sein können. Aber im Titel oder Untertitel sollte auch der "Aufbruch" auftauchen, wie in historischen Aufbrüchen wie "Sturm und Drang" oder "Jugendstil/-bewegung". Und Aufbruch gibt es nur heraus aus Verhältnissen, die den Menschen "Ketten" angelegt haben. CE

Costa Esmeralda 15.01.2013 | 21:51

Liebe dFC, des langen Tages Reife verlängern wir auf einige Tage mehr, damit sich alle Gedanken und Ideen setzen und neue hinzugefügt werden können.

Noch einmal: Es ist ein Vorschlag an die Community, dessen Realisierung entweder von Einigen angenommen, abgelehnt oder aufgeschoben wird. Es gibt keine Obermacker, jeder, der aktiv mitmacht, ist "Macher".

Liebe Grüsse aus Panamá, CE

Magda 16.01.2013 | 09:34

Soll das ne Kabarettsendung werden? Auja.

Er sollte auch erst einmal nur ein erster Ansatz in einer Sprache sein, die die meisten der Community verstehen.

Genau, alles muss in Suaheli übersetzt werden.

@ Allesanders - "Nun ja, ich glaube nicht daß das Zielpublikum die KandidatInnen für die Jugendberufshilfe mit umfasst, da treten neben der sozialen Benachteiligung auch Lernbeeinträchtigungen, LRS-Schwäche usf. auf"

Ich prodesdiere enerchisch gegen die Disskrimiienierung von Kannntitatinnen der Jugendbelufshilfe. Ich habe keine Lerneinträchtigkeit, auch keine LSR-Schwäche, sondeln nur ein RLS - Restless Legs Syndrom. Meine Beine zucken immer in Richtung fremde Hinterteile. Aber über meine Probleme wird ja nicht monatlich-humanistisch diskuriert. Ich mach nicht mit. Nich ohne meine Rechtschreib-Raumpflege-Hilfe.

Magda (Meduse vom Dienst)

snafu 16.01.2013 | 09:41

@allesanders

den Sprung von meinem "bildungstechnisch, aus stark benachteiligten Kreisen" zu ihrem "ich glaube nicht daß das Zielpublikum die KandidatInnen für die Jugendberufshilfe mit umfasst, da treten neben der sozialen Benachteiligung auch Lernbeeinträchtigungen, LRS-Schwäche usf. auf." empfinde ich .. ja, wie find ich das, unter dem Aspekt, dass der von mir gemeinte Personenkreis abgeschlossene Berufsausbildungen/Lehren hinter sich hat und im Berufsleben steht. Ich glaubem wir haben da gänzlichst unterschiedliche Vorstellungen von dem, was unter einem "breiten Spektrum der Mitte" zu verstehen ist. Für mich gehören Haupt/Realschulabgänger und auch die Kassiererin bei Aldi ohne Abi auch noch dazu.

Sie sollten ihre Vorstellung von "bildungstechnisch stark benachteiligt" vielleicht einfach nochmal überdenken.

und wenn sie schon dabei sind, den der sog. Mitte vielleicht auch

@costa

danke für die Einlassung, ich werde die praktische Umsetzung sicher aufmerksam verfolgen

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2013 | 12:50

Da haben Sie etwas in den falschen Hals bekommen:

Es geht ja um politische Bildung und die kommt in hochkomplexen Gesellschaften nicht ohne solide allgemein – und berufsbildende (bspw bei Technologie & Gesellschaft-Zusammenhängen) Kenntnisse aus.
Diese Grundlagen sind in der BRD weitgehend gegeben, daher stellt sich die Frage der Vermittlung konkreter als eine der Ansprache auf einem entsprechend der Zielgruppen zu wählenden Sprach – auch als Abstraktionsniveaus.
Angesichts der komplexen Zusammenhänge, die zuerst erklärt werden müssen, um dann über Ursachen und Lösungswege „aufzuklären“ bzw. zur Diskussion zu kommen, kann man auf Seiten der ProduzentInnen die solches vorhaben, von einer entwickelteren politischen Bildung auf der Basis gehobener Allgemein – und Berufsbildung ausgehen.
Deren Vermittlungsproblem besteht folglich zunächst darin, in sog. gemeinverständlicher Sprache zu schreiben, dabei aber auch auf die i.d.R. (noch) partikularen Interessen im Zielgruppenspektrum einzugehen und diese argumentativ so zu verschränken, daß am Ende eine höhere Beteiligung am Diskurs und im Weiteren auch Mitwirkungsbereitschaft an politisch relevanten Aktionsformen die Folge ist.

Dieses „Runterbrechen“ komplexer Sachverhalte nährt u.a. den Berufsstand der JournalistInnen, aber zunehmend auch der WissenschaftlerInnen, die sich durch populärwissenschaftliche Arbeiten ein Zubrot erwirtschaften...
Da kann man sich die Grundregeln erfolgreicher Schreibe, die breite Kreise der Bevölkerung erreicht, problemlos abschauen, ansonsten gibt es ja auch Lehrgänge und Trainingslager wie das Blogwesen z.B. der FC...
;-)

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 18:30

Lieber/liebe SNAFU, Du sollst ja nicht nur beobachten, sondern Teil der Übung sein. Oben und Unten wird es bei uns nicht geben. Davon haben wir alle genug. Sprüche von Madame, habt nur Vertrauen in den Staat, er wird Euch das Glück bescheren (all den sozial Ausgeschlossenen und denen, welche leider ein Physikdoktorat nicht aufweisen können) werden hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Aber Madame, im Konzert mit Doktor der Jurisprudenz Schäuble, haben es bis heute nicht fertiggebraucht, eine allgemein verständliche Fibel zur Euro-Krise herauszubringen, was, verdammt noch mal, ihre Pflicht und Schuldigkeit gewesen wäre. Ich vermute stark, bzw. habe die vage Gewissheit, dass sie selbst nicht durchblicken und sich lediglich auf den "guten Willen" der "Plutokraten" verlassen. Wir werden versuchen müssen, Erkenntnis über Zusammenhänge in einfache Form zu giessen um mit allen Menschen eine "Bürger-Diskussion" anstiften zu können.

LG, CE

PS: Misch Dich ein in "eldorado2013". Tschüss!

silvio spottiswoode 16.01.2013 | 18:35

Divide and conquer.

1. Kann mir einer mal in drei Sätzen erklären, warum noch eine linke eine Monatszeitschrift gebraucht wird? Ganz kurz und knapp bitte, wir sind hier nicht alle Rentner.

2. Wie unterscheidet sich "elcondorpasa" beispielsweise von Platypus oder – und vor allem – vom Freitag?

3. Warum reicht es nicht, Artikel in die PRINT- und Community-Formate vom Freitag zu integrieren? Hand auf's Herz, ist es wirklich mehr als nur Eitelkeit?

4. Bei allem Idealismus und Tatendrang, hat jemand mal darüber nachgedacht, was es ganz konkret bedeutet solch einen selbstgefälligen Text https://www.freitag.de/autoren/oberham/das-philanthropenbesteck zu lektorieren? Ganz allgemein, woher sollten die guten Texte da plötzlich kommen?

5. Wieso glaubt man, diese Aktion stärkt den Freitag. Für mich sieht es eher nach z e r f a s e r n aus.

Georg von Grote 16.01.2013 | 18:46

Ich habs schon mal angeregt, aber der Blog wurde mir von der Redaktion zensiert und vom Netz genommen.

Schreibt über die kleinen Geschichten im Alltag. Das was neben Euch passiert und sonst keiner erfährt, wenn Ihr es nicht erzählt. Macht Interviews mit Eurem türkischen, griechischen gemüsehändler um die Ecke, fragt den, was ihn bewegt, was ihn stört. Oder sonst was.

Aber lasst bitte die Finger von der Weltpolitik und vom" wir ändern jetzt die Gesellschaft und trimmen die auf sonst was".

Auf gut deutsch: Flickschuster bleibt bei Euren Leisten :-)

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 19:14

Lieber Silvio,

ad 1. weil diese Monatszeitschrift von Bloggern, d. h. engagierten Menschen der Zivilgesellschaft selbst gemacht wird und nicht Berufsjournalisten, auch nicht von Akademikern.

ad 2. Platypus kenne ich bisher nicht (Dank für den Hinweis Rentnern gegenüber). Wie unterscheidet sich "elcondorpasa" vom dF? Siehe dazu Punkt 1a). Weiter: als Monatszeitschrift werden aktuelle Nachrichten weniger wichtig sein als generelle gesellschaftskritsche Beiträge. Schliesslich: Wir wollen über Kritik hinaus zur Reform, die sich von der Utopie herleitet, d. h. allgemeinverständlich Ideen generieren helfen, die sich möglichst in praktisches Handeln einer Bewegung wandeln, d.h. raus aus elitären Zirkeln und hin zur Tat. Das könnte und sollte eigentlich im Rahmen des dF erfolgen, aber auf unseren praktischen Vorschlag gab es bisher keine Antwort.

Ist Dir diese "Rentner-Antwort" schlüssig oder zu lang?

Kommentar geht gleich weiter. Geduld! CE

miauxx 16.01.2013 | 19:18

Ich finde es fast schon gehässig, wie sich so mancher über die Idee und das Projekt von CE mokiert. Auch wenn es einem nicht gefällt oder man sich nicht dafür interessiert - ein Schaden entsteht wohl kaum, wenn el condor pasa an den Start geht (da "zerfasert" auch nix)!? Und so kann man sich auch einfach des Kommentierens (zumindest so) enthalten, wenn man nicht viel damit anfangen kann.

Was mich angeht, so habe ich die Geschichte etwas verfolgt und festgestellt, dass das inhaltlich nicht so mein Ding wäre. Aber ich finde das Engagement CE und seiner wohl schon gefundenen ersten Mitstreiter gut und wünsche ihnen gutes Gelingen!

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 19:24

Lieber Georg, Dank für den Vorschlag. Die kleinen Dinge im Alltag sind wichtig und werden behandelt werden. Sie gehören aber in den gesamtgesellschaftlichen Kontext und auch globalen Kontext eingebunden. Und dieser muss gerade auch von uns "kleinen Schreibern und Bloggern" anlysiert und erkannt werden. Gerade das den sogenannten Experten zu überlassen, hat bspw. zur Euro-Krise geführt, die selbst unsere Hofprofessoren bisher nicht erklären, da sie wahrscheinlich auch im Korruptionssumpf stecken und Angst vor Verlust ihrer Karriere haben. LG.CE

PS: Wenn wir von Bürger-Staat reden (Du verascheust vielleicht diesen Begriff, weisst aber genau, was ich meine), dann heisst das, dass wir uns nicht nur auf lokaler Ebene sondern auch im grösseren Kontext gestaltend und bestimmend einmischen müssen. Das ist ja gerade der Zweck dieser Zeitschrift.

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 19:37

Danke Miauxx, wir werden das Projekt so oder so starten. Man wird sehen, wie weit es sich entwickelt. Es bringt auf jeden Fall allen Mitstreitern und nicht nur denen, Erkenntnis. Gehässigkeit unter Bloggern ist ein altbekanntes Syndrom, besonders in Deutschland. Wohl vor allem auch deshalb, weil es, wie in diesem Fall, etwas mit Zivilcourage zu tun hat, die im Alltag öffentlich wird. Da ist es doch am warmen Schmollkamin heimeliger.

67/68 an unserer HD-Uni, als ich als Fachschaftsleier der VW-Studenten die zweite drittelparitätische Verfassung/Satzung am Alfred Weber Institut mit durchsetzen konnte, hatten sich auch zwei Drittel der Studenten in der Schmoll- und Lästerecke verschanzt. Kohl und Schäuble hätten sich in HD nicht sehen lassen dürfen. Als wir aber in der Prüfungskommission die Interessen auch der nicht protestierenden und veränderungswilligen Studenten verteidigt haben, waren sie plötzlich alle auf dem Damm. Leider funktioniert unsere Republik dergestalt. (siehe dazu auch meinen Blog über Schäuble) LG, CE

snafu 16.01.2013 | 20:03

@ allesanders

das ich mal was in den falschen Hals bekomme, schließe ich generell nicht aus, belassen wir es dabei,

@ costa

Teil von "Übungen" zu sein will gut überlegt sein, ich schau lieber noch ein bisschen zu was sich hier wohin entwickelt und lasse allenfalls, vielleicht, gelegentlich ein paar kritische (oder auch nicht) Bemerkungen absolut subjektiver Art dazu fallen.
Mir rollen sich ja immer die Fußnägel, wenn Wildfremde mir gegenüber in der Anrede "Lieber ..." benutzen, aber da das scheinbar dein persönlicher Stil ist, nehm ich das mal billigend in Kauf.
Meine Googlesuche ergab unter "eldorado2013" nichts, wo ich jetzt das zwingende Bedürfniss gehabt hätte mich einzumischen, ein direkter Link wäre vielleicht hilfreicher gewesen.

@ silvio

zu 1. Wiviel linke Monatszeitschriften gibts denn, mal ganz davon abgesehen, daß aus meiner Warte heraus betrachtet, links vom Freitag noch verdammt viel Raum frei ist

zu 3. Ein bisschen darf man sich ruhig von den Techniken der Herrschenden inspirieren lassen. Die geben sich auch nicht mit eins, zwei, drei Trägern für ihre Manipulation der Massen zufrieden, die Füllen jede vorhandene Lücke im Kiosk, per Kabel und Satellit.

Also lieber noch ein paar mehr, die dürfen auch gerne links vom Freitag sein.

zu 4. okay, redigieren würde ich den Text auch nicht wollen, aber was Selbstgefälligkeit betrifft ist er doch Kiloparsecs von dem entfernt, was uns täglich von irgendwelche Politiker über unsere Welt und wie sie, alternativlos, zu funktionieren hat, erzählen.

5. geht es um darum den Freitag zu stärken, oder gibt es da vielleicht ein anderes Ziel?
Wenn ich den Freitag stärken wollte, würde ich Werbung für Abos machen.

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 20:14

Lieber Silvio, nun weiter:

ad 3) Integration in dF. Natürlich wollen wir am liebsten in die Print und Community-Formate von dF, da dieses aktuell das Presseorgan ist, das gestärkt werden muss und auch m. E. gestärkt werden kann:

Wie in 1) gesagt, wollen wir ein Blogger-Organ, d. h. von der Zivilgesellschaft selbst gestaltetes Organ sein, das sehr wohl mit einem kommerziellen Organ zusammen, und auch viel attraktiver, an die Öffentlichkeit gehen kann. Warum attraktiver? Weil wir als Laien glaubwürdiger sind und direkter die "Stimmungen, Herzen" vor allem der bisher nicht in gesellschaftliche Diskussion eingebundenen Bevölkerungsschichten zu erreichen versuchen. Bei uns werden gerade diejenigen veröffentlichen, die in den herkömmlichen (auch dF) linken oder progressiven Zeitungen nicht veröffentlichen können. Es ist wie mit den politischen Parteien, die "Stellvertreter"-Funktion für den Bürger wahrnehmen wollen. Im Journalismus sind es die Professionellen ebenso, die "stellvertretend" die Interessen des Bürgers zu verteidigen meinen, und in "gutwilligen" Fällen ja auch tun. Ein Letztes: Es treibt uns vor allem nicht die Eitelkeit. Das kann vielleicht bei Einigen der Fall sein, zumindest nicht bei mir und den meisten Mitmachenden auch nicht. Es treibt uns der Wunsch nach wirklicher Reform der gesellschaftlichen "Status quo"-Situation. Das musst Du uns erst einmal konzedieren, bis Du das Gegenteil in der Praxis feststellst. Gerade das Vermeiden von Macho-Verhalten wie bei "Röhren-Gerhard" oder jetzt "Elder Statesman-Fischer" sollte Dir schon einmal als erster Hinweis dienen.

ad 4) Selbstverständlich werden wir gemeinsam in der Blogger-Kooperative Beiträge so redigieren, dass sie für unsere Klientel bestmögliche Aufklärung bedeutet und die positive Ermutigung verstärkt, sich nicht einschüchtern zu lassen und sich stark zu fühlen, um gesellschaftliche Veränderungen auf lokaler und nationaler Ebene anzupacken..

ad5) Ich glaube, dass die angeführten Punkte 1 - 4 genügend dafür sprechen, ein gemeinsames Projekt mit dF zu unternehmen. Das hat bisher in Deutschland noch niemand auf die Beine gestellt, d.h. dass ein fortschrittliches Presseorgan nicht nur aufklärend als Basis einer Reformbewegung wirkt, sondern in Gemeinschaft mit der Zivilgesellschaft (kleine oder grosse) Reformen auch praktisch mit anschieben hilft.

Ich hoffe Silvio, Dir eine Nicht-Rentner-Antwort geschickt zu haben. Ich werde mich auch bemühen, bis zu meinem Lebensende ein Rentner-Dasein zu vermeiden, und dazu hat mich das Leben bisher auch reichlich beschenkt. (Zu dieser Möglichkeit siehe auch JA's Vater, der eine solche Karriere ebenfalls hingelegt hat). Ausserdem werden genügend Jüngere und ganz Junge mitarbeiten, damit die Zeitschrift von der Enkel- bis zur Opa-Generation Gültigkeit besitzt.

Grüsse aus Panamá, CE

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 20:57

SNAFU, ganz schnell: Mir ist ein Fauxpas unterlaufen, es muss natürlich heissen: "elcondorpasa2013wordpress.com". Da siehst Du, was in der Schnelle passieren kann. Das Eldorado spukt in meinem Kopf, da ich mit einer Anden-Saga beschäftigt bin. Sei also nicht böse. Guck hinein. Schaden kann es nicht. LG.CE

PS: Ich habe mich schon hier einige Male rechtfertigen müssen, warum ich das Du benutze. 35 Jahre lang im internationalen Kontext hinterlassen Spuren. Wenn ich mit Deutschen plötzlich auf das Sie umschlalten muss, fällt mir das im ersten Moment schwer, bzw. ist nicht selbstverständlich. Ruft aber auch immer wieder Assoziationen mit den oft leidigen Auseinandersetzungen mit deutschen eigensüchtigen, eitlen Bürokraten im Ausland hervor. Deshalb bitte ich um Verständnis. Andererseits sehe ich aus der Reaktion der anderen Blogger ziemlich schnell, wes Geistes Kind bzw. wes Persönlichkeits Kind mein Gegenüber ist. CE

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 21:43

Lieber Georg, herzlichen Dank für den Beitrag. Ich habe ihn mit Schmunzeln mit einem Besuch im ecuadorianischen "El Dorado" (Nambija, wo garimperos, "illegale" Goldgräber im feuchten Amazonas-Gebiet unter unmenschlichen Umständen in den Berghängen herumbuddeln; habe auch Photos, weiss nur nicht, wie ich sie technisch in den Blog einstelle) verglichen, den ich vor etwa einem Jahr aus Anlass meiner "Anden-Saga" gemacht habe. Am liebsten würde ich Dir gleich dazu einen kleinen Blog widmen. Der äussere Unterschied könnte nicht grösser sein, aber die dahintersteckende lodende Leidenschaft der verlorenen Menschen (Männer) nach etwas Glück ist überall gleich auf der Welt. LG, CE

eldorado 16.01.2013 | 22:21

Dieses Eldorado von dem Ihr da schreibt, ist nicht das wahre Eldorado.

Das ist ein geheimnisvoller Ort im Hochland der Anden, in einem See. In diesem See soll ein riesiger Goldschatz vergraben sein. Seit Jahrhunderten wird nach diesem Ort gesucht. Mal meinte man ihn gefunden zu haben, dann wurde der Ort wieder verworfen. Heute glaubt man kaum mehr, dass es ihn wirklich gibt. Das wundert mich nicht.

Ich sehe das so: Eldorado ist ein geheimnisvoller Ort. Der See mit dem Goldschatz ist der Ort, wo sich irdische und geistige Welt berühren, also auch ein magischer Ort. Möglich, dass da auch gar kein reales Gold vorhanden war. Das Metall der Sonne ist das Gold. Das Gold ist auch das Metall der Mitte des Menschen, des Herzens. Das ist der Ort, wo dem Menschen Herzenswärme entströmen, Empathie, Zuwendung, Respekt und alles, was dazu da ist, eine lebendige Gemeinschaft möglich zu machen.

Das Kopfdenken des Menschen ist kalt, abstrackt und ist den Technokraten und den Regierenden eigen, die die Menschen aus den Augen verloren haben. Daneben gibt es noch viele andere Menschen, die darin gefangen sind.

Das Herzdenken ist ein warmes Denken. Unser Gewissen können wir damit ausbilden. Die geistige Heimat des Christus ist die Sonne. Wenn wir dieses Denken pflegen, bereiten wir damit den Ort in uns, Jesus Christus einzulassen und ihn durch uns wirken zu lassen.

eldorado 16.01.2013 | 22:32

Ich möchte gerne meinen Namen "eldorado" ergänzen, in "Maya Eldorado". Ist das hier möglich. Oder muss ich "eldorado" löschen und mich neu mit "Maya Eldorado" registrieren.

Wie ich dazu gekommen bin, war auch so eine Eingebung, ausgelöst durch einen Traum, den ich in der Nacht vom 21. Dezember hatte. Das war der Tag des Endes des Maya Kalenders. Für mich war von Beginn weg klar, dass das auf keinen Fall ein Weltuntergang sein kann, sondern eine Wende im Weltgeschehen.

Den Traum möchte ich nicht hier, für jedermann hier sichtbar, aufschreiben. Nur soviel: Ich sah etwas untergehen und etwas Neues, sehr schwach noch, aufsteigen. Das ist's - eine Zeitenwende. Etwas Neues will sich etablieren. Das wird immer sehr bekämpft, weil bequemes Altes nicht platz machen will. Neben anderem, ist das hier, wie eine Antwort auf meinen Traum.

Das ist auch der Grund, meinen Namen zu vervollständigen. Das Kind hat nun seinen vollen Namen bekommen.

Costa Esmeralda 16.01.2013 | 23:14

Liebe Eldorado, es gibt tatsächlich viele Legenden über Eldorado. Und wie Du wissen wirst, haben die Inkas und auch prä-inkaische Völker in Peru/Ecuador Gold nicht als Zalungsmittel verwendet, sondern als Auszeichnung/Kennzeichnung ihrer "Führer". Atahualpa, der von Pizarro in Cajamarca ermordete Inka, sollte, um sein Leben zu retten, riesige Gold- und Silberschätze als Gegenleistung erbringen. Die Inka und ihre Vorfahren hatten das Gold seit jeher aus den dem Amazonas zufliessenden Andenflüssen gewonnen, wo es noch heute in grossen Reserven anzutreffen ist und "illegal" von garimperos oder legal von Multis geschürft wird. Nambija in der Zamora Provinz und auch in der El Oro (Gold) Provinz (Zaruma) gab und gibt es diese Goldvorkommen (handweriklich erschlossen) aber auch in Cajamarca (Multis). Das Eldorado geht auf die Sage zurück, dass Atahualpa noch auf einen riesigen Goldschats aus dem Grenzgebiet von Ecuador/ Peru wartete (Loja-Provinz, in der Nähe von Vilcabamba/Yanguana in den Anden-Bergen. Dort gibt es ein wunderschönes Naturschutzgebiet mit Seen, hochoben in den Anden. Als den dort lebenden Untertanen von Atahualpa die Kunde gebracht wurde, Pizarro hätte den Inka ermordet, wurde die Expedition abgebrochen, den Schatz nach Cajamarca zu schaffen, und er wurde versteckt. Viele Abenteurer, aber auch Naturkundler, Archäologen haben bis heute versucht, diesen Schatz zu finden. Ich war letzten März in Yanguana und Vilcabamba (dort gibt es eine von einem Deutschen betriebene einfache aber schöne Herberge in einem Gebiet, wo durchschnittlich die ältesten Menschen auf der Welt leben) sowie Nambija, weil ich diese Legenden aber auch die heutige Wirklichkeit in meinem Roman aufnehmen will. Die Spanier hatten in ihrer Gier nach Gold schon mehrere Kammern voll mit Silber und Gold bekommen und waren erst einmal zufrieden, legten Atahualpa aber trotzdem um, weil sie Angst vor Rache hatten und sich verflüchtigten, sie waren ja nur nicht einmal zweihundert Conquistadores. Mythologisch gesehen hast Du vollkommen recht mit der Bedeutung des Goldes. Mit dem Zusatz Maya Eldorado ist auch die Assoziation zu den heutigen Plutokraten vom Tisch. Vielleicht hat ja unsere Initiative etwas mit Deinem Traum zu tun. Man soll Träume und auch Utopien von Menschen ernst nehmen, da sie uns die Richtung zum Handeln vorgeben.

LG, CE

silvio spottiswoode 17.01.2013 | 14:21

Lieber CE, besten Dank für die ausführlichen Antworten. Ich denke meine "Rentner"-Erwähnung bezieht sich ganz handfest auf die Bestimmung eigener Positionen, die immer ja auch eine Zeit- und Ressoucenfrage ist.

Jemand Älteres hat schon ganz andere Entscheidungen treffen können. Oder gerade eben auch nicht. Und da werden die Dinge dann richtig spannend. Die Frage, die sich mir einfach prinzipiell stellt, ist die der Verantwortung. Und da sind die Älteren einfach viel mehr dran, als die Jüngeren. Wir könnten Eure Suppe dann nur noch auslöffeln …

Gesellschaftliche Veränderungen sehen jedenfalls von unterschiedlichen Perspektiven radikal anders aus. Dazu zählen auch die verschiedenen Lebensphasen. Für mich ist die Lage viel zu dringlich und existenziell, ich persönlich bin beispielsweise nicht daran interessiert "Stimmungen und Herzen" von irgend jemandem zu öffnen. Auch sehe ich nirgendwo "Bevölkerungsschichten, die bisher nicht in gesellschaftliche Diskussion eingebundenen" worden sind. Das ist für meinen Geschmack erschreckend realitätsfremd und voll an der Sache vorbei. Aber das ist eben auch das Privileg des Alters.

Der Diskurs wird jedenfalls schon seit den 70er Jahren geführt, aber – wie sich jetzt zeigt – nicht einheitlich und konzentriert genug. Inzwischen ist ziviler Ungehorsam zur ersten Bürgerpflicht geworden und alles ist da besser, als noch mehr richtige Analysen und weitere Texte zu produzieren. Die Probleme kennen wir, aber haben wir den Mut uns mit Haut und Haar für eine Alternative auch einzusetzen?

Platypus ist ein marxistisches Reading Group Modell, das seit 1917 weltweit linke Denker zusammenbringt. Den Blog gibt es seit 2006 http://platypus1917.org/about/statement/

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 15:00

Bisher nicht. Ich vermute mal, dass er und die Redaktion sich erstmal eine Meinung verschaffen wollen, bis wir das Projekt gestartet haben und Konturen sichtbar werden.

Werde spätestens bis Morgen einen kurzen Beitrag einstellen, der meiner Ansicht nach die Bedeutung der Allianz zwischen der Bloggerkooperative (bisher vorläufig elcondorpasa) und dF deutlich macht und ein völlig neues Konzept in der deutschen Presselandschaft wäre, mit Vorteilen für die 4. Macht im Staate (Medien) und der 5. Macht (Zivilgesellschaft) und die Überbrückung zwischen dem Wort (4. Macht) und der Tat (5. Macht) realisieren sollte, im besten Falle, als Gegengewicht zu den drei traditionellen Mächten im Staat, d. h. nicht nur soziale Kontrolle des Staates sondern auch weiterführend die direkte Ausgestaltung des Staates durch den Bürger (Zivilgesellschaft).

Bis Morgen, LG, CE

GEBE 17.01.2013 | 15:08

Ich verstehe einiges nicht.

Klar ist mir nur, daß ich das Anliegen, das Grundkonzept verstanden habe. Aber daß das ein Projekt der „dFC“, also der Community des „derFreitag“ ist, verstehe ich nicht. Ob es gewünscht ist, eines werden zu sollen, das ist mir ebenso unklar, nicht dagegen jedoch, daß es Ihre gewünschte Absicht ist, werter ‚Costa Esmeralda’, offensichtlich ein solches Projekt in Umlauf bringen zu wollen. Und ebenso verstehe ich nicht, wer „wir“ ist, wer über „elcondorpasa2013wordpress.com“ - eine Seite, die anscheinend nicht erreichbar ist, die bei entsprechender Eingabe auf dieses Blog allein verweist wie ein Zirkelschluß - dort eine „Werkstatt“ eingerichtet hat. Also kurz um: ist das alles nur ein Planspiel, oder gibt es konkrete Zusammenarbeiten mit der „dFC“ und mit dem „derFreitag“?

JR's China Blog 17.01.2013 | 15:37

Erst einmal der Link, Gebe:

http://elcondorpasa2013.wordpress.com/

Es handelt sich um kein Projekt der Freitags-Community, sonder um eins derjenigen, die sich hier angesprochen fühlen und sich daran beteiligen wollen. Das "wir" bezieht sich ebenfalls auf diese Gruppe.

Eine konkrete Zusammenarbeit mit dem Freitag gibt es - bisher - nicht. Auch keine unkonkrete.

Persönliche Anmerkung: ob es gut wäre, wenn es eine gäbe, versuche ich gar nicht zu beurteilen - ich glaube nicht, dass es dazu kommt.

JR's China Blog 17.01.2013 | 16:04

Es wurde vor dem gewarnt, was ich grob als "Verkopfung" zusammenfassen würde - in einem Kommentar wurde es so benannt; in anderen klingt es an.

Theorie ist wichtig - die sollten wir uns nicht nehmen lassen. Sie ist aber eine Verständnishilfe, kein Selbstzweck. Verständnishilfen wie die aus Köln angebotene Alltagsbeschreibungen lassen mich vermuten, dass zuviel Ernst in der Ausdrucksweise kontraproduktiv wäre. Genauigkeit ist wichtig, aber für die gibt es viele Ausdrucksformen.

Nur mit Ernst bewältigen Leute mit gruseligen Geschichten ihren Alltag nicht. Ernst ist das Leben, heiter sei die Kunst.

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 16:05

JR, Du hast recht. Es ist wahrscheinlich auch meiner Abwesenheit aus der deutschen Öffentlichkeit geschuldet, welchte Begriffe aktuell in der Gesellschaft benutzt werden. Inhaltlich halte ich den Humanismus nach wie vor als eine Weltanschauung, die, wie sie äusserlich bezeichnet werden mag, in ihrem Kern weit über Kapitalismus und Sozialismus hinausführt. Aber es muss nicht im Titel oder Untertitel erscheinen. Es genügt, wenn in einer kurzen Zielbeschreibung der Zeitschrift auf ihre "ideologische" Ausrichtung hingewiesen wird. CE

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 16:13

Lieber Gebe, ich verstehe, dass anfangs vieles verwirrend erscheint, was das Konzept anbelangt, aber auch die Zusammenarbeit oder nicht mit dF und der dFC. Ich werde versuchen, dass in aller gebotenen Kürze noch heute aus meiner Sicht klarzustellen. Und andere Interessierte werden ihre Meinung dazu haben. Daran siehst Du auch, dass innerhalb der Gruppe von Interessierten das Konzeptionelle wie auch Namensgebungen im Fluss sind. Der Zeithorizont sieht so aus, dass wir Ende des laufenden Monats mit der Ausarbeitung der in der Erstausgabe enthaltenen Themen beginnen wollen. Und: Es wird keinen Guru oder auch mehrere geben. Wenn schon, sind alle Gurus.

LG, CE

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 16:20

Lieber Silvio, Du hast mit vielem recht. Wie ich Terry antwortete, ich werde so schnell wie möglich, spätestens bis morgen, noch einen kurzen Blog einstellen über Sinn und Unsinn des Projektes und Zusammenarbeit mit dF und dFC oder nicht. Das alles wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Und unsere Initiative ist genau im Sinne des zivilen Ungehorsams, oder besser, die 5. Macht im Staate, neben den Medien als 4. Macht, stärken zu helfen.

LG, CE

GEBE 17.01.2013 | 16:28

Danke für das funktionierende Link!

"... ich glaube nicht, dass es dazu kommt.!

Das allerdings ist ja die "beste" Voraussetzung für das Gelingen!

Und so will es mir scheinen, geht es auch bzgl. der "Stoßrichtung", die insbesondere als reformierend angegeben ist. Was bedeutet das: Reform? Es bedeutet doch nichts anderes, als auf Altem etwas neues aufsatteln zu wollen, so daß das Alte wieder in Funktion gesetzt wird. Das ist ein äußerst unbehaglicher Ansatz, der aller Erfahrung nach auch stets zum Scheitern verurteilt ist. Es darf nicht mehr reformiert werden!

Hingegen muß Neues gegründet werden!

Und ich schreibe das hier nun ganz deutlich: Wenn Menschen sich nicht als Geistwesen beginnen tatsachenhaft bewußt zu begreifen, werden sie auch weiterhin nur wie umnachtet und träumend die bisherigen Angelegenheiten verschlimmbessern. Nur das tatsächliche Bewußtmachen des Menschentums, als im Kosmos drinnenstehend, schafft überhaupt einen realitätsgemäßen Ausgangspunkt, soziale, kulturell-geistige und wirtschaftliche Zusammenhänge fruchtbar neu gestalten zu können. Eine Reform allerdings ist kein solcher notwendiger Wandel, sondern das weitervererben von Altem unter neuer Deklaration.

Seit hundert Jahren nun gibt es grundlegende tatsächliche neue Ansätze, die diesen Namen auch verdienen. Es handelt sich dabei um die von Rudolf Steiner in Leben gerufene „Dreigliederung des sozialen Organismus“. Aber offensichtlich ist der Umgang damit eben so beschaffen, wie man eben von reformieren spricht, nämlich: es sich möglichst mit dem Alten weiter behaglich einzurichten und nur ein paar neue Zutaten in den alten Brei einrühren, damit man weiter schön bequem bleiben kann – ganz insbesondere was einen selbst anbelangt in seiner kommoden Weltanguckerei. Dahin geht der Weg: ins vollkommen Neue. Es ist eine Illusion zu meinen, es könne in Allmählichkeit Veränderung geschehen. Tatsache ist, ja, es entwickelt sich etwas allmählich – nur dann ist plötzlich der krasse Umschwung da. So ist es in der gesamten Natur auch: Dampf entwickelt sich auch nicht allmählich, sondern in einem vollkommen krassen Moment im Übergang. Alleine Wasser erhitzt sich allmählich, wird heißer und dennoch ist heißes Wasser kein Dampf, weil Dampf eine Wesensveränderung von Wasser ist, die radikal und plötzlich sich einstellt. Und in dieser Weise kann man nur verfahren im sozialen Miteinander: das Denken muß ein anderes werden und darf nicht mehr an altem, angeblich zu Re-formierendem hängen bleiben.

JR's China Blog 17.01.2013 | 16:39

Das allerdings ist ja die "beste" Voraussetzung für das Gelingen!

Das ist ironisch gemeint, Gebe, oder? Ich gebe aber zu bedenken, dass, wenn Neues gegründet werden muss, das mit dem "Freitag" gar nicht gehen kann - bei allem Respekt vor seiner vergleichsweise großen Offenheit.

Für mich gibt es keine Alternative zur Reform. Das, was wirklich Revolution oder Umwälzung war, ging immer zu Lasten der Menschlichkeit. Die Menschlichkeit wurde - mindestens auf Jahrzehnte hinaus - geradezu verlernt. Manches, was "Revolution" genannt wurde, war in Wirklichkeit nur eine Anpassung an eine bereits existierende Alternative - z. B. die "friedliche Revolution" in der DDR, 1989.

Der Weg ins vollkommen Neue ist persönlich, nicht kollektiv. Re-form ist schon darum ein zutreffender Begriff, weil sie mit Menschen erfolgt, die schon da sind, mit ihrer jeweils eigenen Geschichte. Das vollkommen Neue würde "neue Menschen" erfordern, und wer "alt" und wer "neu" ist, geht mich schlichtweg nichts an.Seine Wesensart ist eine Grenze, die ich nicht zu überschreiten habe. In Frage stellen kann ich nur das Protokoll, das ich mit ihnen gemeinsam habe.

GEBE 17.01.2013 | 16:59

Werter Costa Esmeralda,

ich habe zunächst die Bitte, beim Sie zu belieben. Das ist kein Zurückweisen, sondern nur eine höfliche Bitte, die auch dem gerecht wird, daß wir uns nicht kennen und uns auch (noch) kein vertrauliches Verhältnis von Seele zu Seele erworben haben.

Dann möchte ich bekunden, daß ich das engagierte Projekt durchaus für sehr lobenswert erachte! Keine Frage ist es mir auch, daß man solche Angelegenheiten aus dem eigenen Engagement herausholen und betreiben muß als wirklich Gewolltes, aus der Einsicht des Notwendigen. Daß ein gehöriges Effet dazu vonnöten ist, das versteht sich ebenfalls. Daß dem bei Ihnen so ist, lese ich seit Tagen. Mein aufrichtiges Kompliment dazu.

Daß Sie nicht für Andere hier sprechen, schon nicht gleich für die „dFC“, ist klar. Darüber brauchen wir auch keine zwei weiteren Sätze mehr zu schreiben. Daß Sie die „dFC“ als Multiplikationsplattform gewinnen möchten – wenigstens einige – das ist so berechtigt wie legitim. Es möge von Erfolg gekrönt werden.

Das mit dem „Guru“ oder „Nicht-Guru“, mit dem „alle Gurus“ (der Mitstreiter), ist eine eigentliche Plattheit. Eine Plattheit ist es, weil Sie es in einem Kontext-Geschmäcke verorten, welches vollkommen obsolet und abseitig ist. Zudem ist es lebensfremd. Sind Sie denn nicht schon federführend in bezug auf das Projekt engeagiert? Natürlich braucht es Federführung. Bestimmte Dinge, dazu gehört eben auch dasjenige, was einem Engagement entspringt, läßt sich nun mal nicht „demokratisieren“. Das wäre sogar eine Dummheit, seine eigenen guten Motive ‚verabstimmen’ zu lassen! Und es ist lebensfremd, weil es doch wohl Lebenserfahrung zeigt, daß ein junger Mensch nicht die umfangreich erseelte, erfahrene und auch erlittene Lebenserfahrung hat, wie ein älterer, und auch nicht über die Möglichkeiten des Abgleichens von Wesentlichem und Unwesentlichem, und nicht über die innere Erfahrung und Geschicklichkeit im Essenzen bilden verfügen kann. Insofern ist der Begriff „Guru“ wahrlich obsolet. Nicht obsolet aber ist die Unterscheidungen zu treffen, die ich oben charakterisiert habe und auf die unter allen Umständen bei solch einem Projekt zu rechnen sind, wenn man nicht Gefahr laufen will, eine weitere papierene Schwatzbude zu den unzähligen anderen noch ins Leben rufen zu wollen.

GEBE 17.01.2013 | 17:13

Ja, es war ganz deutlich ironisch gemeint.

Von „Revolution“, von „Umwälzung“ ist gar nicht die Rede gewesen! Es liegt mir vollkommen fern, solchen Idiotien auch nur ansatzweise das Wort zu reden.

Und Ja, selbstverständlich ist der Weg ins Neue stets persönlich. Nur bitteschön muß sich dieser Weg auch einbringen ins Kollektive!

Mal ganz praktisch: jeden Tag werden Kinder geboren. Da haben Sie das vollkommen Neue jeden Tag in Gestalt von geborenen geistigen Wesen! Allerdings wird man aus Ihrer Sicht diese wiederum reformiert zu konditionieren haben, weil ja nach Ihrer Sicht das Neue ausschließlich allmählich sich einstellen darf. Das ist der größte Unfug. Das bitte ich einmal zuende zu denken, was das für ein Unfug sondergleichen ist! Das vollkommen Neue wird jeden Tag in enormer Anzahl geboren, und man redet eigentlich nur davon, man müsse erst das Neue unberücksichtigt lassen, um dann allmählich das Alte zu reformieren. (Ausrufezeichen sind bei mir kein Zeichen von persönlicher Antipathie und/oder Boshaftigkeit, sondern von Bekräftigung!) ;-)

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 17:17

Werter Gebe, lassen wir es vorläufig beim Sie, wenn Ihnen das recht ist. Muss gestehen, mich wieder daran zu gewöhnen, da es mir in Jahrzehnten entwöhnt wurde. Bitte verzeihen Sie mir meine "Dreistigkeit" des Sies, es war nur gut gemeint.

Sie haben so viele richtige Gedanken, die auch ich teile, dass ich hier gar nicht auf alle eingehen kann. Aber sicher wird die Gelegenheit dazu da sein.

Zuerst möchte ich doch noch einmal meine Gedanken zu 4. und 5. Macht im Staat ordnen und kurz in einen Blog giessen, vor allem im Zusammenhang von dF, dfC und was wir als Projekt vorhaben. Was Sie über "Revolution", plötzlichen Umschwung, der sich aus langsam anschwellender Bewegung ergibt, und was JR als Reformbewegung verteidigt, ist ganz wichtig in dieser Diskussion und für unser Selbstverständnis. Meinungsführerschaft in einer Gruppe (Guru oder Gurus oder besser Herausgebergruppe und Mitarbeiter) ist ein anderes Problem, was auf den Tisch gehört.

Vielleicht können wir das ja auch in einem Blog, oder mehreren, thematisieren, da es Grundprobleme unseres gesellchaftlichen Engagements sind.

LG, CE

JR's China Blog 17.01.2013 | 17:45

Wenn ich es mit einem Kind zu tun habe, dann bin ich das "Alte". Auch das, was ich in dem Kind sehe, ist das "Alte". Das ist bei Ihnen nicht anders, Gebe - auch die Steiner-Ideologie gehört zum Alten.

Was ich von einem Kind gesagt bekomme, reflektiere ich im Licht des Alten. Was ich einem Kind versuche mitzugeben, ist von mir - vom Alten.

Ich kann versuchen, mich an meine Kindheit zu erinnern, mich an mein damaliges Lebensgefühl erinnern, und an das meiner gleichaltrigen Freunde. Ich kann mehr oder weniger einfühlsam dabei sein, aber ich bleibe der Alte. Ich wachse zwar noch, aber graduell, nicht wie das siedende Wasser.

Ich kann versuchen, einem Kind klarzumachen, dass es auf die Belange anderer Rücksicht nehmen muss, wenn es Freunde finden will. Ich kann ihm erklären, was Solidarität ist. Zur Solidarität zwingen könnte ich nicht einmal ein Kind - und das ist gut so.

Das ist ein ganz praktischer Punkt. Die Versuchung, aus einem Kind knallharte "Managertypen" zu formen, wandelt - soweit ich sehe - zwar manche Eltern an, aber längst nicht alle. Sie finden diesen Menschentypen zum einen gar nicht wünschenswert, und (an)erkennen außerdem im besten Fall mit der Zeit die Grenzen ihrer Einflussmöglichkeiten in der Erziehung.

Aber was für ein Mensch es letztlich werden will, entscheidet das Kind. Es wird vielleicht Teile meiner Weltsicht und meines Verhaltens übernehmen, vielleicht auch nicht. Es wird aber darauf reagieren - umfassend oder Punkt für Punkt. Zustimmend oder ablehnend. Es wird sich mit dem Alten auseinandersetzen, und selbst wenn es "ganz Neues" beginnen wird, ist das eine Reaktion auf das Alte.

Unfug wäre es, die gedanklichen Wege Heranwachsender bestimmen zu wollen. Die beste - und fairste - Form der Kommunikation mit Menschen, denen wir auf Grund ihres Alters keine formale volle Selbstbestimmung zugestehen dürfen, besteht darin, ihr Verhalten zu spiegeln, nicht darin, sie "neu" werden zu lassen.

Ihre Innenwelt sollen sie teilen dürfen, aber nicht teilen müssen.

Ich meine, das soweit bedacht zu haben, wie meine Erkenntnisfähigkeit reicht. Aber auch Kinder "ereignen" sich nicht. Sie wachsen heran.

Wenn ich damit an einem Punkt stehe, der himmelsschreiend retardiert ist - so verstehe ich Ihren Kommentar -, denken Sie doch einfach einmal weiter, um mir zu zeigen, wo mein Fehler liegt.

GEBE 17.01.2013 | 18:26

Ein Letztes noch: benennen Sie doch mal aus dem Stegreif - und zwar ohne sich auf die Schnelle was zusammen zu googlen(!) - wenigstens die zentralen Gesichtspunkte dessen, was die "Dreigliederung des sozialen Organismus" beinhaltet.

Wenn Sie zu sich selbst aufrichtig sind, werden Sie sich gestehen müssen, daß Sie nämlich nichts, absolut nichts darüber wissen. - Und dennoch meinten Sie oben, sich darüber auslassen zu können. Das nenne ich schlicht und einfach erbärmlichen Intellektualismus im Verein mit hohler Phrasendrescherei. Ich kann das alles als eine Art Parlier-Attitüde verstehen, die der Eitelkeit schmeichelt - unredlich aber bleibt es dennoch!

JR's China Blog 17.01.2013 | 18:46

Double binding

Nö. Nur dadurch motiviert, dass ich meine Zeit nicht mit Leuten verschwenden möchte, die mir unterstellen, ich hätte keine Ahnung von ihrem Thema, ohne einen Beleg dafür.

Wenn Sie sich auf einen Dialog einlassen wollen, teilen Sie mir das mit, und dann beantworte ich Ihnen gerne Ihre Frage. Aber wenn Sie ihn ein zweites Mal "beenden", dann war's das zum Thema "alt" und "neu" / Steiner.

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 18:57

JR und

@Gebe

ich schlage vor, das Thema der Erziehung und Aufklärung zur Erkenntnis als Hilfe zur Anleitung und Ermutigung zum Handeln in unserer geplanten Zeitschrift/Magazin zu erörtern, besonders in einer erweiterten Ausgabe. Es haben sich die besten Köpfe darüber den "Kopf" zerbrochen, weil es zur Identitätsstiftung des Individuums und der sozialen Groppe unabdingbar dazu gehört. Wir alle wären nicht das, was wir sind ohne die Erziehung und den Einfluss der Umwelt. Und wenn wir unsere Umwelt menschlicher gestalten wollen, vor allem in Eigenverantwortung, dann ist dieses Thema auch in Bezug auf die Zeitschrift wichtig. Sie soll ja zur Erkenntnis und auch zu Handeln anstiften. CE

JR's China Blog 17.01.2013 | 20:13

Ist sicherlich auch eine Frage des "Wann", Costa. Interviews mit Bildungs-Experten finde ich bis zum Abwinken in der "Zeit", und spätestens da stellt sich mir dann auch die Frage des "Wie". Das Problem mit den vielen intensiv besprochenen Themen in der Öffentlichkeit besteht darin, dass sie genau dann abbrechen, wenn sie konkret werden müssten.

Und konkret können wir nur auf den Gebieten werden, auf denen sich Interessierte mit Erfahrung und/oder Fachwissen engagieren wollen. Aber immerhin sind unsere "Bildungs"-Systeme und -methoden thematisch wirklich relevant.

Vielleicht ergibt sich etwas - ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Gebe sich beteiligt.

Costa Esmeralda 17.01.2013 | 22:45

JR, ich ebenfalls (Gebe). Die erweiterte Ausgabe soll ja Gelegenheit dafür geben. Ich werde jetzt noch einmal eine kurze Replik bezüglich elcondorpasa und mögliche Allianz mit dF einsetzen. Spätestens ab Montag sollten wir dann vermehrt auf unserer website für die Vorschläge der Themen arbeiten. Vielleicht können wir die Website auch bald so unterteilen, dass thematisch die Diskussion mehr strukturiert wird.

Hattest Du auf der Werkstatt-Site meinen Hinweis bzgl. 'imagenes del condor de nazcar' gesehen, wo ein schöner Condor von der Nazcar-Kultur in linienform, zusammen mit anderen Tierbildern, vor mehr als tausend Jahren in die peruanische Wüste gezeichnet wurde. Dieser würde sich bspw. bei einem Namen wie "Der Flug des Kondors" oder wie auch immer, als Logo bestens eignen, was Leute wie Janto modern verfremden kónnten. Dann könnte man auch auf "El Condor" oder "Der Kondor" verkürzen, da damit die Faschismus-Assoziation von der Welt wäre. Für die Zeit-Uhr würde sich sicherlich auch ein passendes Logo finden.

Als Untertitel: Wie Du und Andere richtig anmerken, ist wohl der Begriff Humanismus im Titel heute kaum drin, um nicht verstaubt zu wirken. Was hieltes Du von "Magzin zum gesellschaftlichen Fortschritt", "Aufbruch in die Zukunft" oder dergleichen?

LG, CE

eldorado 18.01.2013 | 00:35

Dann sollte unbedingt, das was Gebe weiter oben angetönt hat, noch aufgenommen werden, weil es hilft den Klüngel, der heute herrscht und die Macht zementiert, zu entwirren.

Das ist die "Dreigliederung des sozialen Organismus". Richtig, Rudolf Steiner hat das wieder thematisiert und vertieft. Er war allerdings nicht der Erste, der das gemacht hat.

Gehen wir zurück zur französischen Revolution: Da wurde folgendes gefordert: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Das bedeutet:

Freiheit im Geistesleben - mit Geistesleben ist gemeint: Bildung, Kunst, Kultur Religion, Glaube

Gleichheit vor dem Gesetz

Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben - halten wir uns mal klar vor Augen, was heute unter Wirtschaft verstanden wird und wie sie gehandhabt wird.

Meiner Ansicht nach kommen wir nicht weiter, wenn wir am bestehenden System herumschräubeln, bedienen wir uns doch dann nur der gleichen Machenschaften, wie sie das heutige System betreibt.

Viel wichtiger scheint mir, dass wir mal damit beginnen, das heutige System mit Mitteln, die Hierarchien auschliessen, zu durchschauen. Das kann sehr gut gelingen mit dem Slogan der französischen Revolution oder wer es lieber hat, mit der Dreigliederung des sozialen Organismus, das von Rudolf Steiner initiiert wurde. Im Grunde genommen ist es dasselbe. Es ist das einzige Mittel, um wirklich die Machtstrukturen zu durchschauen. Das haben natürlich die Mächtigen dieser Welt gar nicht gerne. Das wird auch der Grund gewesen sein, dass die französische Revolution niedergeschlagen wurde. Ich will mich mal kurz fassen, ansonsten der Beitrag allzu lang wird.

Freiheit im Geistesleben:

Da haben wir mal die Schule. Es kann ja wohl niemand mehr, der die Augen wirklich offen hält, sehen, dass die Schule durchsetzt ist mit den Forderungen der Wirtschaft. Der grösste Teil der Eltern unterstützt das, aus Angst, ihre Kinder werden sonst später nicht gut im Erwerbsleben fuss fassen können. Die Kinder werden nicht mehr auf das Leben vorbereitet, sondern in dem Sinne, dass sie zu gut funktionnierenden Jasagern werden. Das gleiche gilt für die Universitäten. Ich wohne in der Regio Basel. Da haben wir zwei kapitale Pharmafirmen. Die versuchen mit allen Mitteln auf die Basler Uni einfluss zu nehmen. Das ist fatal. Wirklich Neues kann nur in die Welt kommen, wenn die Uni von Sonderinteressen frei bleibt. Das gleiche gilt für Glaube und Religion. Jeder Glaube und jede Religion soll frei sein. Das bedeutet aber auch, dass jeder der dies ausübt weiss, dass das Gegenüber auch frei gelassen und respektiert werden soll. Der Andere ist ja auf der Suche genau so wie ich.

Gleichheit vor dem Gesetz:

Vorbedingung dazu ist, dass die Gesetze so ausgearbeitet werden, dass wirklich auch alle Gleich vor dem Gesetz sind, Reiche wie Arme, Ausländer wie Einheimische, usw.

Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben:

Da haben wir die grösste Baustelle. Das Geld hat das Wirtschaftsleben besetzt und die beiden durchdringen und erwürgen alles. Der Staat, der eigentlich dazu da ist, für Ausgleich zu sorgen, ist diesem Moloch, zuunngunsten der Bürger, auch erlegen. Diese Marktwirtschaft mit den Wettbewerben, wo es gar nicht um die Menschen geht, sondern um immer mehr Macht, wirkt dem was unter den Menschen sein soll, Brüderlichkeit, diametral entgegen.

So, für heute genügt das mal. Ich bin müde geworden.

eldorado 18.01.2013 | 00:59

Kennen sie Khalil Gibran. Er ist ein libanesischer Schriftsteller.

In seinem Buch "Der Prophet" hat er etwas über die Kinder geschrieben.

Hier der Text:

Von den Kindern

Und eine Frau, die einen Säugling an der Brust hielt, sagte: Sprich uns von den Kindern.

Und er sagte:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,

Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,

Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit seiner Macht, damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;

Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Costa Esmeralda 18.01.2013 | 04:08

Liebe Eldorado, ich selbst bin auch sehr von diesen Idealen der Aufklärung seit meiner Jugend beeinflusst worden. Sie haben ja auch im Wirtschaftlichen und Politischen stark Einfluss im Paradigma des "Sustainable Human Development" (UN) gewonnen, nach deren Prinzipien ich schon seit meinem Studium, obwohl das 20 Jahre vor dem offiziellen Inkrafttreten dieses Paradigmas (1990), wie auch die Nobelpreisvergabe an A. Sen, gearbeitet habe. Viele Gedanken sind auch durch den libertären Anarchismus da hinein geflossen (Bakunin, Kropotkin u. v. a. m.), und auch von Marx, obwohl der in seiner Praxis leider wieder in die traditionalle autoritäre Linie des Staatsdenkens mit seiner Diktatur des Proletariats zurückfiel, was irgendwie auch mit seiner Persönlichkeitsstruktur zusammenhing, denn persönlich war er ein ausgesprochen autoritärer "Knüppel".

Was an den Gedankten der Aufklärung zusätzlich wichtig ist, ist die Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden und der Humanismus, oder wie du sagst, die Menschlichkeit. Was damals weniger angedacht war, war das harmonische Verhältnis zwischen Mensch und Natur (bei den indigenen Völkern mit ihrer Religiosität war das Grundlage des Lebens), da der Kapitalismus und auch der Sozialismus die Akkumulation von Gütern und die Beherrschbarkeit der Natur als oberstes Prinzip erhoben. Zusätzlich kommt die Kategorie der politischen Freiheit, d. h. das Menschenrecht, über die verfassungsmässige Ordnung des Staates mitzubefinden (Volkssouveränität), wo Ihr in der Schweiz ein gehöriges Stück weiter seid als wir in Deutschland.

Schliesslich die Frage der Erziehung: Ich will mich an dieser Stelle nicht in die Auseinandersetzung von JR und Gebe einmischen, sondern nur anmerken, auch aus eigener Erfahrung, dass jeder Mensch und jede Zeit sich mit Recht zu einem neuen Aufbruch entscheidet (wir politisch auch raus müssen aus dem gesellschaftlichen Status-quo), dieser Aufbruch aber auch mit dem Gepäck der Tradition, bzw. historisch angehäuften Erkenntnis, stattfindet. Und um diesen Aufbruch, mit dem Wissen um das Erkenntnis-Erbe anzutreten, bedarf es ausserordentlicher Zivilcourage. Wenn wir in unserem Magazin Menschen aller Generationen und auch sozialen Schichten erreichen könnten, dann gäbe es einen Dialog zum Handeln, zum Aufbruch, der reicher nicht sein könnte.

Ich danke Dir für die Gedanken des Propheten. Mir selbst waren sie nicht mehr so frisch im Kopf. Ich hatte das Buch von einer guten Freundin und Mitarbeiterin in Bosnien geschenkt bekommen, wo der Wiederaufbau unter sehr schwierigen Umständen stattfand und noch stattfindet.

Grüsse in die Schweiz, CE

PS: Wenn Du einmal in meinen Roman "Abschied aus Bissau" hineinguckst, wirst Du auch sehen, dass der Protagonist, Hans, genau diesen Aspekt der Menschlickeit in seinem Leben verfolgt, um die Rassenideologie des Faschismus zu überwinden.

eldorado 18.01.2013 | 05:35

Hoi Costa

Du hast ebenfalls die Toleranz angesprochen. Tolenranz bedeutet einfach, dass man andersdenkente und andershandelnde Menschen toleriert, dass man sie nicht in die Ecke drängt.

Dass aber wirklich etwas entstehen kann, das befruchtend ist braucht es mehr. Da hilft der Begriff Respekt weiter. Damit anerkenne ich das abdere un Gegenüber.

Geht man noch weiter, kann man das, was vom Gegenüber kommt hinnehmen. Damit setze ich dem Gegenüber gar nichts mehr entgegen, sondern nehme es so hin wie es ist, dass es in mir wirken kann. Aber aufpassen, das heisst nicht, dass ich es übernehmen soll.

Danke für die Grüsse. Ich wohne ja nur ein paar wenige Kilomenter vom Dreyländeregg, dort wo Frankreich, Deutschland und die Schweiz aufeinandertreffen. Zwischen dem Elsass, Südbaden und der Nordwestschweiz ist auch politisch ein reger Austausch.

Ich wollte mein Leben lang, schon als Kind zu den Indianern. Ich fühlte schon jeher eine grosse Verbundenheit mit ihnen. Ich hab's bisher im grossen ganzen nicht weiter geschafft, als ein wenig über die Grenze zu hüpfen. Das ist ja so nah, dass das sogar mit dem Velo zu schaffen ist. Einen Sommer lang hatte ich sogar einen Pflanzblätz im Elsass. Die Schweizer Grenze war nur ein paar Meter weit.

JR's China Blog 18.01.2013 | 06:53

Ich kenne Gibrans Gedicht vom Tod, und dieses Gedicht, Eldorado. Beide sind mir wichtig. Eben darum ist mir auch wichtig, mir immer wieder deutlich zu machen, dass ich nicht das Kind bin, und dass das Kind nicht ich ist. So sehr ich auch von dem überzeugt bin, was ich glaube: ich bin nur einer der Menschen, die das Kind sich anschaut, und von denen es lernt, wie es selbst "werden" will, oder wie es auf keinen Fall selbst "werden" will. Und das eine wie das andere habe ich zu akzeptieren.

Aber diese Grenze gilt auch darin, dass ich Kinder ernst nehme und mir selbst die Freiheit nehme, nicht wie "die Kinder" werden zu wollen. Denn "die Kinder" gibt es nicht. Jedes Kind unterscheidet sich vom anderen.

Erich Kästner, in vielen Dingen ein vorbildlicher Mensch, hatte schon sehr genaue Vorstellungen von seinem Sohn (eine Tochter konnte er sich anscheinend nicht vorstellen), bevor er überhaupt Vater wurde:

Brief an meinen Sohn

Wenn du trotzdem ein Mensch wirst wie die meisten,
All dem, was ich dich schauen ließ, zum Hohn,
Ein Kerl wie alle, über einen Leisten,
Dann wirst du nie, was du sein sollst: mein Sohn!

Es wurde tatsächlich ein Sohn. Alles andere, was Kästner von ihm wollte, "wurde" er nicht. Überraschung?

Es gibt Grenzen zwischen allen Menschen, egal welchen Alters, die man nicht überschreiten soll.

Costa Esmeralda 18.01.2013 | 09:33

Eldorado, ich habe mit Indianergesellschaften schon fast zwanzig Jahre verbracht und mit ihnen zusammen Entwicklungs-Ideen diskutiert und in Pläne übersetzt und teilweise implantiert. Der Grundunterschied zu uns ist, das der Indianer Ehrfucht und Respekt vor der Natur hat, die sein Leben determiniert, während unsere moderne Welt die Natur beherrschen und sie für seine egoistischen Ziele ausnutzen will.

Ich habe viel von den Indianern gelernt, sie wohl auch einiges von mir, vor allem die Ermutigung und Methoden zum Widerstand. LG, CE

JR's China Blog 18.01.2013 | 09:37

Was hieltes Du von "Magzin zum gesellschaftlichen Fortschritt", "Aufbruch in die Zukunft" oder dergleichen?

Mehr Pfeffer, Costa, mehr Pfeffer! Was ich davon halte, ist gar nicht die Frage. Es ist wie mit dem Humanismus - wir müssen erklären, was wir damit meinen, und was wir beschreiben und anregen muss unseren Ernst dabei zeigen. Aber in der Form empfehle ich

jede Menge Pfeffer. Für Gourmets gibt es schon Literaturen. Oder wie Tucholsky sagte: "Schleuder oder Harfe".

Für Überschriften und Unter-Überschriften gilt für mich durchweg "Schleuder". Unseren Kopf gebrauchen, aber ihn nicht vor uns hertragen.

Sciuridae 18.01.2013 | 16:19

Lieber Costa Esmeralda

Ich muss zugeben, mir ist klar, was Sie bezwecken wollen. Die Frage, die mich wirklich beschäftigt ist: Wissen Sie überhaupt, was und wie Sie es tun wollen?

Ich will gar nicht auf das Organisatorische eingehen, auch wenn dort bestimmt auch die eine oder andere Baustelle lauert, sondern viel früher ansetzen. Ich unterstelle Ihnen einfach mal, dass Sie mit diesem Magazin/Blog/what ever eine Debatte antreiben und beeinflussen wollen, die sich gegen das herrschende System und für eine gerechtere Welt einsetzt. Oder so ähnlich.

Aber wen können Sie denn mit diesem Magazin erreichen? Wen müssen Sie erreichen?

Zweiteres scheint auch Ihnen klar zu sein: So ziemlich jeden. Gerade die, die nicht schwer am profitieren sind und schrecklich wenig interesse haben SOLLTEN, dass die Rädchen sich brav weiterdrehen.

Aber was wäre denn schon zweitens ohne erstens: Können Sie diese Leute erreichen? Jetzt mal ehrlich, eben gerade jene, die aufhorchen sollten, verschließen sich solchen Vorstellungen doch gerade. Ich sehe in meiner Generation sehr sehr sehr sehr sehr wenige, die wirklich an DIE Zukunft denken und nicht dabei an IHRE Zukunft im speziellen denken. Und diese Zukunft besteht aus "Durchkommen" und "Aufsteigen". Der Antrieb kommt nicht aus jenen, sondern von außen. Dieser (un-)vorstellbare Reichtum ist es, der den gesunden Egoisten erst formt. Die Ideen, die viele "entwickeln" sind von vornerein schon vorgegeben. Erfolg durch Leistung, Ansehen durch Anpassung. Die Welt ist nicht ungerecht, man muss sich nur anstrengen, Selfmade und so! Dann auf einmal in die andere Richtung denken und Ressourcen für eine bessere Welt verschwenden, obwohl man dann hinterherhängen könnte, nicht mehr on top sein, nicht mehr auf dem Laufenden?

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich glaube noch ans Gute! (Auch wenn es eher an träumen, als an glauben erinnert.) ABER wie kann ihr Projekt diesen Bann durchbrechen und nicht das Gegenteil bewirken, indem es das vorhandene Meinungsangebot nicht nur noch breiter schlägt? Es gibt diese Einsichten, die ich mir anmaße bei Ihnen wiederzuerkennen, sie wurden gedacht, gesagt, in die Welt hinaus geschrie(be)n! An Zustimmung fehlt es ihnen auch nicht, viele Leute würden sich davon überzeugen lassen, kopfnickend und zufrieden dann wieder dem alten Trott nachgehen. Es bleibt also die Frage, wie Leute erreichen, die es gar nicht wollen und von etwas überzeugen, das sie gar nicht wahr haben wollen?

Abgesehen davon muss ich gestehen, dass ihr Projekt dadurch an sehr viel Charme einbüßt, dass es so wirkt, als würde dort ein Ausgewanderter ( Ich kann mir einfach gut vorstellen, dass Sie den Umständen hierzulande entflohen) gemütlich am Strand Panamas sitzend über eine bessere Welt sinnieren. Was sehr schön ist, aber Sie erschreckend viel Integrität einbüßen lässt. Sind Sie denn noch nah genug dran? Können Sie noch darüber urteilen, wie es HIER funktioniert?

Ich persönlich denke nicht, dass es sich hier um mehr als eine nette Idee handelt. Man kann versuchen eine Veränderung anzustoßen, das aber nicht mit einem Blatt namens "elcondorpasa" und der daran anknüpfenden Aufmachung - ich bezweifle dessen Zeitgemäßheit. Dabei können Sie es gerne umbenennen, inhaltlich ändert es gar nichts.

Ihr Aktionismus in allen Ehren

Sciuridae 18.01.2013 | 16:37

Lohnt sich denn überhaupt noch eine Debatte innerhalb unserer (ver-/)ge-schlossenen Gesellschaft, wäre es nicht weiser, auf den Knall zu warten?

Selbst wenn WIR es irgendwie besser machen sollten als Gemeinschaft, wird es dann nicht doch vielleicht ein kleiner Aufschub sein, damit andere Generationen statt der unseren auslöffeln dürfen, was ausgelöffelt werden muss? Ist unser Widerwille statt angebrachter Akzeptanz dann nicht der springende Punkt, der alles nur noch schlimmer macht?

Irgendwie habe ich ällmahlich das Gefühl einer gescheiterten Gesellschaft anzugehören. Gescheitert. Punkt. Aus.

JR's China Blog 18.01.2013 | 18:46

Sciuridae,

ich will nichts vorwegnehmen - Ihre Frage geht ja an Costa, und nicht an mich. Ich vermute, dass Costa einiges anders sieht als ich - auch bei Ihren Fragen.

Aber für mich gilt: nein, ich weiß noch nicht, wie wir es tun. Davon, wen wir erreichen müssen, hatte ich zu Beginn schon eine etwas genauere Vorstellung, und insbesondere dieser Kommentar lässt mich hoffen, dass wir das auch können. Und dann wird das Zuhören wichtig, das Nachdenken, und das Überlegen des "Wie". Eine Policy, nach der sich dabei alle richten, wird es nicht geben, aber - hoffentlich - Vorschläge, wie jeder einzelne mit bestimmten Situationen umgehen kann. In seiner Nachbarschaft, oder darüber hinaus.

Es wird keine "Mehrheit" sein, die sich ausgerechnet an unserem Projekt orientiert. Wir werden im besten Fall ein kleiner Teil einer kritischeren Öffentlichkeit neben dem Mainstream sein, und wir werden mit den anderen Strömungen reagieren. "Geschichte" werden wir damit nicht schreiben. Aber wir werden vielleicht ein kaum spürbares Stück dazu beitragen. Jeder, der durch einen Austausch mit anderen an Orientierung gewinnt, kann das tun.

Was den Ausgewanderten-Status betrifft: ich bin nach längerem Auslandsaufenthalt seit ca. zehn Jahren wieder im Lande. Es hilft aber m. E., auch mal längere Zeit von außen auf sein Zuhause geschaut zu haben. Die ganze neuere chinesische Geschichte ist eine von Wechselwirkungen zwischen Chinesen im Ausland und Chinesen zu Hause.

Und solche Wechselwirkungen können auch Deutschland nicht schaden. Dass dadurch "die draußen" an Integrität einbüßen könnten, glaube ich nicht. Nur dadurch, dass sie es sich da, wo sie gerade sind, nicht unnötig schlecht gehen lassen?

Ich glaube, da sind wir bei einem religiös definierten Problem. Es kann ja sein, dass Heilsbringer sich erst einmal ans Kreuz schlagen lassen (oder zumindest in der Wüste fasten) müssen.

Aber hier gibt es keine Heilsbringer. Nur Menschen, die gucken, wie sie einigermaßen klarkommen. Und die einen suchen die Lösungen dazu im Mainstream, die anderen woanders.

Und was wirklich funktioniert, weiß man nur, wenn man es ausprobiert.

Sciuridae 18.01.2013 | 21:01

Wenn ich ganz ehrlich bin, klingt es für mich auch nach einem Versuch der Mobilisierung, ein "Dagegen" zu finden, was zu einem "Dafür" werden kann. Nicht umsonst findet Costa Esmeralda für einen jeden Kritiker (positiver wie negativer Natur) ermunternde Worte teilzuhaben. An etwas Neuem, das einen Unterschied machen soll. Ein Anstoß für eine bessere Welt usw. usf. . Das lese ich auch seinen Zielen heraus. Nicht eine weitere sinnlose Alternative, die das große schreckliche Ganze beschreibt, sondern eine richtige Alternative die es in die Mitte der Gesellschaft schafft. Natürlich nicht als neue Mitte oder gleich neue Gesellschaft, sondern als Prototyp , dem vieles Folgen möge.

SO verstehe ich die Größen, in denen er sich das Projekt erträumt - in denen man sich vielleicht trauen muss zu träumen(?).

Der "Ausgewanderten-Status" würde meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang besonders, selbst in kleine Kategorien denkend einen rießen Unterschied machen: Hobby oder Herzblut? Selbst wenn (wie es bei Ihnen der Fall war) die Rckkehr anknüpft an das Fernbleiben, so bleibt trotzdem etwas an der Verbundenheit angekratzt. Man löst sich von dem einem, dem "Heimant"-land; was sehr löblich ist, aber leider auf widersprüchliche Weise seiner Zeit vorraus (hoffentlich - wäre ja doof, wenn wir immer nur die Bierdeutschen bleiben, wollte schon immer Mensch sein!). Natürlich schöpft man Kräfte, erlebt wie es sein könnte und kommt so optimistisch ins Geschehen zurück, das hilft aber nichts, wenn man vor Fremdem steht. Vor Fremden als Fremder, ohne Ahnung, wie man eben jene, "die da", die nicht mehr "wir hier" sind, erreicht. Oder säusel ich nur daher und es war für Sie wie nur mal kurz Zigaretten holen und wieder dahoam!?

Costa Esmeralda 18.01.2013 | 21:02

Lieber Mark, gute Frage. Beispiele gibt es unzählige. In Deutschland nur einmal an die Entstehung von Volksbanken erinnert. Auch die ersten Anti-Atom-Aktivitäten, usw. usf. Was Frankreich anbelangt, ist man beim Stop von Atom-Strom-Produktion allerdings nocht nicht viel weiter gekommen. Ein gutes Beispiel in Deutschland, sollte es sich denn langfristig wirklich durchsetzen, würde auch die französiche Zivilgesellschaft diesbezüglich auf Trapp bringen. In Deutschland auch das Beispiel der ökologischen Landwirtschaft. Und ich glaube, dass Stuttgart 21 auch ein Beispiel in der Zukunft wird, dass Volksentscheide selbstverständlich Teil einer direkten Demokratie werden. Wenn ich Beispiele im Ausland zitieren würde, die Erfolg oder auch Scheitern von lokalen Beispielen für gesamtgesellschaftlichen Fortschritt bedeutet haben, käme ich aus dem Schreiben nicht heraus. Nur ein negatives Beispiel: In Bosnien nach dem Krieg bekam ich die Verwaltungen von drei Bezirken (kroatisch, bosniakisch und serbisch mit insgesamt 300.000 Einwohnern von einer damaligen nationalen Bevölkerung, die zehnmal grösser war) in der Nachbarschaft von Sarajevo dazu (in denen "ethnisch gesäubert war" (fürchterlicher faschistischer Begriff), die Minderheitenrückkehr möglich zu machen und ethnisch gemischte Gesellschaften wieder zu errichten, wie sie von Tito mit Erfolg etabliert wurden. In diesem Fall haben Bürokraten/Diplomaten aus den westlichen Ländern ein positives Beispiel verhindert, das m. E. für das Land sehr viel gebracht hätte. Und Du kannst sehen, dass heute selbst mehr als 15 Jahre nach Kriegsende die Misere weiter geht. LG, CE

Costa Esmeralda 18.01.2013 | 21:39

Hallo, hier bin ich, um Dir wenigstens vorläufig zu antworten. Du (wenn ich das sagen darf) sprichst so viele wichtige Dinge an, dass ich gar nicht weiss, auf was erst einmal zu antworten ist.

Vielleicht zuerst der augenblickliche "Ausgewanderten-Status", der aber meine Heimatverbundenheit keineswegs infrage stellt, ganz im Gegenteil. Deutschland ist dort, wo sich Deutsche, wo auch immer in der Welt, mit ihrem Heimatland identifizieren aber auch ein Stück Europäer und Weltbürger geworden sind. Wenn man, wie ich der Umstände halber "gezwungen" ist, im Ausland zu leben, ist es tatsächlich oft eine Zumutung aus der Ferne zu sehen, wohin das Heimatland geht, ohne dort direkt Sand ins Getriebe schmeissen zu können. Wenn ich wie meine Tochter heute in Heidelberg lebte, hätte ich mich trotz fortgeschrittener Jahre als Unabhängiger für ein BT-Mandat aufstellen lassen (bei entsprechender Mindest-Unterstützung von 200 Mitbürgern). Ich habe in meiner Arbeit in anderen Ländern und Kontinenten auch immer als "Deutscher im Ausland" gearbeitet, was auch von den Menschen in diesen Ländern, mit denen ich zusammen war, so gesehen und respektiert wurde. Nun gut, den Optimismus zur Veränderung und zum Widerstand gegen unterdrückerische Staatsgewalt habe ich nicht verloren und bin nicht zum Zyniker oder überzeugtem Pessimist abgedriftet, trotz "materieller Strafe" vonseiten bundesdeutscher staatlicher Behörden. Letztendlich sind wir, wo auch immer wir leben, dank Internet, mitten in der deutschen Gesellschaft.

Wen wollen wir ansprechen? Natürlich die 98% der Bevölkerung, die von der Staatsgewalt in den Händen der BT-Parteien zu Untertanen degradiert worden sind. Und unter dieser Zivilgesellschaft ganz besonders diejenigen zuerst, die ihre materielle Freiheit infrage gestellt sehen, von der politischen ganz zu schweigen. Es klingt anmassend, aber genau um diese Menschen geht es. Wir können im besten Fall, wie JR sagt, nur einen kleinen Prozentsatz innerhalb der Zivilgesellschaft erreichen, die ja die 5. Gewalt im Staate ist, diese potentielle Gewalt jedoch nicht im eigenen Kopf und Händen spürt und dementsprechen für sich zur Volkssouveränität umgestaltet. Nun tritt der Optimist und Nicht-Zyniker und Humanist zutage und sagt sich, dass etwas getan werden muss, auch ohne die Gewissheit, ob etwas Positives dabei herausspringt. Es ist einfach die Verantwortung vor sich selbst, vor den Kindern und Enkelkindern sowie der Gesellschaft als ganzer, die zum Handeln zwingt, auch, wie gesagt, als "Auslands-Deutscher". Dieses Handeln kann nicht "stellvertretend" sein, aber kann Ermutigung für die Betroffenen bedeuten. Meine Kinder müssen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich wehren, und sie tun es ja auch auf ihre Weise, und ich bin stolz darauf, vor allem, dass sie dieses als "freie" Menschen tun und nicht als "Seilschaften-Angehörige".

Schönes Wochenende. Ab Montag wollen wir die Inhaltsgliederung der Erst-Ausgabe diskutieren.

LG, CE

eldorado 19.01.2013 | 03:19

Lieber Costa

Also Montag wird's ernst. Was mich betrifft, versuche ich, das was da in Deutschland, der EU und weltweit abläuft und gegen die Menschen gerichtet ist, aus Sicht der Dreigliederung, oder eben Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit zu sehen.

Da komme ich immer mehr zur Ueberzeugung, dass es wirklich nicht möglich ist, das heutige System zu ändern, anzupassten, sondern es muss von unten, von den Bürgern Neues erwachsen.

Das System ist dermassen von negativen Kräften durchsetzt, dass dem höchstens mit den gleichen Kräften die Macht genommen würde. Dann haben wir schlussendlich wieder mehr oder weniger das Gleiche.

Die weltweite Marktwirtschaft frisst alles auf was ihr in den Weg kommt. Beispiel: Die eigentlichen Pharmafirmen vergreifen sich in Gebiete, die gar nicht zum Wirtschaftszweig gehört.

In das Kulturleben gehört neben Kunst, Kultur und Bildung auch die Forschung. Forschung muss frei sein und gehört deshalb ins Kulturleben und nicht ins Wirtschatsleben. Eigentlich gehört in den Bereich der Pharmafirmen einfach die Herstellung, Tests und Qualitätsprüfungen und die Vermarktung. Das tönt sicher komisch, weil wir uns das nicht gewohnt sind. Nur wenn die Forschung von der Wirtschaft getrennt ist, kann Eigeninteresse und - gewinn ausgeschlossen werden. Ich bin sicher, dass auf diese Weise es viel mehr gegeben ist, dass wirklich innovative Neuerungen im Gesundheitswesen entstehen können. In Basel versuchen die Pharmafirmen sogar einfluss auf die Uni zu nehmen. Und da diese auch immer um Geldmittel besorgt sein muss, ist die Versuchung gross.

Also, der Staat solle aus jedem einzelnen Bürger bestehen, und das auf Augenhöhe. Was ist nun die Aufgabe des Staates? Ganz klar kann ich das noch nicht sagen. Sowas muss ja wachsen. Mal die Aufgabe der Politik ist es (ich hoffe, ich täusche mich da nicht) für die Gleichheit im Rechtsleben zu sorgen. Somit wären die Volksvertreter dazu da, dass die Bürger gleiche Rechte haben - Gleichheit vor dem Recht.

Heute ist es so, dass eine immer grössere Liberalisierung stattfindet, nur am falschen Ort, in der Wirtschaft. Die Freiheit gehört in den Kulturbereich und nirgends anderswo. In der Wirtschaft soll Brüderlichkeit herrschen, geht es doch darum die Mitmenschen mit Waren zu versorgen und Dienstleistungen zu erbringen. Freiheit verbunden mit Eigennutz ist hier sehr kontraproduktiv.

In diesem Zusammenhang sollte man auch über die Entlöhnung sprechen. Wir sind uns so stark gewöhnt, dass die Arbeit entlöhnt wird, je nach Wert die diese Arbeit hat, mehr oder weniger. Es ist doch eigentlich so, wollen wir gar nichts beschönigen, dass die Menschen eigentlich dem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft verkaufen. Der Gegenwert ist der Lohn. Folglich gehört die Arbeitskraft, ein Teil des Menschen während des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitgeber. - Tönt krass nicht - eine moderne Form der Sklaverei?

In der Schweiz ist eine Initiative zustandegekomen. Die nennt sich Abzockerinitiative. Ich muss wohl nicht genauer erläutern, was die ungefähr will. Diesen Frühling wird abgestimmt. Die Wogen bei den Wirtschaftsverbänden gehen hoch. Aber es wird noch schlimmer die Juso, eine linke Jugendpartei, hat eine Initiative lanciert, die heisst 1:12. Das bedeutet, dass der höchste Lohn in einer Firma höchstens 12 mal so hoch sein darf, wie der niederste. Auf das bekommen die Wirtschaftsverbände fast einen Herzinfarkt. Ich bin gespannt. Der Unwille im Volk ist gross.

Nun kommt noch ein Gedanke zur Bezahlung der Arbeit. Es ist ja von der Vernunft her wirklich schwer ersichtlich, wie man zu so exzessiven Unterschieden kommen kann in der Entlöhnung. Kein Bürotäter kann arbeiten, wenn nicht der Arbeiter und der Handwerker die Infrastruktur herstellt. Warum werden die denn so viel schlechter bezahlt? Kann ich nicht verstehen.

Nun ein ganz neuer Aspekt, wie man das mit dem Geld lösen könnte, das jeder Mensch braucht, einerseits für seine Grundbedürfnisse, andererseits dass er die Arbeit, die er macht, auch ordentlich machen kann. Ebenfalls gehört auch noch Geld dazu, um der Kultur zu fröhnen, sei es als Macher oder als Konsument. Gerade das könnte doch eine sehr lebendige Diskussion geben und würde viele ansprechen, gerade auch junge, die noch viele Träume haben - hoffentlich!

Durch die immer bessere Automatiesierung mit Maschinen und Robotern in der Arbeitswelt, wird sich die Arbeitslosigkeit sicher nicht mehr verringern, eher noch vergrössern. Andererseits wird immer gejammert im sozialen Bereich, für das und das haben wir nicht genug Geld oder die Arbeit muss optimiert werden. Denken wir nur zum Beispiel an die Spitaler und Altersheime. Der private Bereich und die Gratisarbeit ist da auch miteinzubeziehne. Das finde ich irgendwie widersinnig. Verhungern tut bisher kein Mensch. Alle haben (mehr oder weniger, viele bis an die Schmerzgrenze) Geld zum Leben zur Verfügung. Auch ein interessantes Thema für Menschen, die aus dem Arbeitsprozess herauskatapultiert wurden.

Nun kommen wir zu den Steuern. Jede Gemeinschaft braucht auch ein Gemeinschaftsgeld, neben dem persönlichen. Das fängt an bei der Familie, der WG, ein Dorf, der Staat. Auch Institutionen brauchen das.

Müssen Firmen Steuern zahlen, bezahlen diese Steuern im Grunde genommen auch die Bürger, indem sie Dienstleistungen und Ware kaufen, aus dem Grunde, weil die Firma ja ihre Angestellten und den Unterhalt bezahlen muss. Wenn wir von der Wirklichkeit wirklich nicht die Augen verschliessen, können wir zu keinem anderen Schluss kommen. Das ist das Eine. Auf der anderen Seite haben wir die Einkommenssteuer. Die dritte Variante ist die WUST (Warenumsatzsteuer). Ich weiss nicht, wie ihr dem in Deutschland sagt. Da werden Produkte und Dienstleistungen besteuert. Hat ein Land eine Basisdemokratie und kann mindestens zum Teil mitbestimmen, sieht er auch eher den Sinn der Steuern ein.

Heute brauchen die Staaten viel Steuergeld, um die gierige Wirtschaft zu füttern und die Löcher in den Banken zu stopfen. (In der Schweiz haben wir mal die UBS gerettet.) All das muss zu einem Tabu werden. Das gehört nicht in den Bereich des Staates. Der Staat ist dafür verantwortlich die Infrastruktur zu stellen und auch für Ausgleich unter den Menschen zu sorgen, auf jeden Fall, solange die Wirtschaft (noch) nicht zur Brüderlichkeit (Solitarität) gefunden hat.

Bleibt zum Schluss noch das Kultur- und Geistesleben. Das soll und muss ja frei sein im Einrichten und Betreiben. Da muss der Staat sicher auch die Infrastruktur bereitstellen. Wie es mit dem Geld ist, das nötig ist für den Betrieb? Vom Staat oder durch andere Quellen? Auf keinen Fall darf es aus der Wirtschaft, wie sie heute ist, fliessen.

Meines Erachtens ist es sehr unwahrscheinlich und fast unmöglich von oben her zu beginnen. Das sind sehr negative Kräfte. Brauchen wir auch Machtmittel, um das zu verdrängen, (anders ist es kaum möglich), blasen wir ins gleiche Horn und verraten unsere guten Absichten.

Der einzige Weg schein mir aus einer Bürgerbewegung zu kommen auch mithilfe von zivilem Ungehorsam, mit der friedlichen Anarchie. Geeignet, etwas zu bewegen, sind zum Beispiel Genossenschaften und Stiftungen. Da gibt es sicherlich noch ganz andere Möglichkeiten.

Ich weiss nicht genau, wieviel ich geschrieben habe. Es muss sehr viel sein. Mehr als die Hälfte der Nacht ist schon vorbei. Leide leider wieder unter Schlaflosigkeit. Das hat aber auch sein Gutes. So habe ich die Musse in Ruhe was zu machen.

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 04:03

Liebe Eldorado, hier ist es noch nicht mitten in der Nacht.

Du hast da alles Probleme angeschnitten, die ich ebenso sehe. Wir werden die Erstausgabe mit der Kritik und Veränderung dessen beginnen, was Staat heisst, wer ihn bestimmt und wie er zum Bürger steht. Der Bürger sollte eigentlich, wie Du auch sagst, selbst Teil des Staates sein, sozusagen die 5. Gewalt im Staat. Siehe auch meinen heutigen Blog über die Allianz mit der Freitag. Wichtig, was Du sagst, ist die Mobilisierung der Basis, was wir ja anzetteln möchten. Du könntest z. B. dazu beitragen, wie Schweizer ihren Staat sehen und meinen, sie könnten ihn mitbestimmen oder nicht.

Dann wird in der zweiten Ausgabe auf das Verhältnis der Wirtschaft zum Bürger eingegangen werden müssen. Alles was Du diesbezüglich erwähnt hast ist wichtig. Problem Forschung, gemeinwirtschaftliche Wirtschaft versus privatkapitalistische, gerechte Bezahlung usw. Interessant ist, was Du von der 1 : 12 Initiative erzählst. Wusste ich nicht. Persönlich hatte ich immer für ein 1 : 5 Verhältnis oder maximal 1 : 10 plädiert. Siehst Du, in Deutschland haben wir bisher nicht die gesetzlichen Grundlagen für Volksbefragungen, jedenfalls nicht wie in der Schweiz. Unsere Zeitschrift soll möglichst dazu anregen.

Die bisher eingerichtete Werkstatt: elcondorpasa2013 wird ab Montag sukzessive verbessert werden müssen. Sie wurde auf die Schnelle eingerichtet, um erste interne Aussprachen zu ermöglichen. Alles ist natürlich noch im Fluss. Vor allem die Diskussion um die Gliederung der ersten Ausgabe wird einige Tage in der Werkstatt beanspruchen, bevor wir die Themen dann per Blog in dF vorstellen und die Leute zu Beiträgen auffordern. Aber parallel müssen wir so viele wie mögliche Menschen privat oder auf anderen Kanälen ansprechen, die für verschiedene Altersgruppen, soziale Schichten und verschiedene Länder Einsichten beitragen, die eine kleine elitäre Schicht im dF nicht hat.

Dir noch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüsse, CE

eldorado 19.01.2013 | 04:37

Lieber Costa

Wolle gerade den PC herunterfahren, da habe ich Deine Antwort gesehen. Das Wort "Volksbefragung" tut mir so weh, dass ich das einfach noch schnell berichtigen muss.

Da ist eine Gruppe Menschen oder auch eine Partei mit etwas nicht einverstanden. Da lancieren die dann eine Initiative oder ein Referendum. Da wird also nicht von oben befragt, sondern das kommt von der Basis, wie Du und ich. Basisdemokratie bekommt man eben nicht geschenkt. Da muss der Bürger auch in die Hände spuken. Also, wir sind in einer gewissen weise gewohnt, von unten zu mobilisieren. Mit dieser Zeitschrift gibt es nun viellleicht in Deutschland auch eine erste Chance für eine solche Basis.

Mal schauen, ob ich das kann, etwas so offiziell beitragen. Ich bin mir das nicht gewohnt. Ausserdem bin ich im grunde genommen apolitisch. Ich höre einfach auf mein Herz, mein Gewissen und meinen gesunden Menschenverstand. Und wenn etwas mir entgegenkommt, was gar nicht damit vereinbar ist, kann ich schon mal auf die Barrikaden.

Auch habe ich einen Vers aus dem NT sehr verinnerlicht. Und damit komme ich sehr weit: "Füge keinem Menschen etwas zu, was Du selbst nicht willst, dass man Dir tut." Damit wären doch schon ein grosser Teil der Probleme gelöst unter denen wir heute so leiden.

Ich verzieh mich jetzt endgültig in die Horizontale

Gute Nacht

Terrich 19.01.2013 | 10:35

Der Zeithorizont sieht so aus, dass wir Ende des laufenden Monats mit der Ausarbeitung der in der Erstausgabe enthaltenen Themen beginnen wollen.

Und ich erlaube mir noch einmal zu fragen:

Wer finanziert das,

wer organisiert die Drucklegung,

wer gestaltet das Design,

ist J. Augstein damit einverstanden,

ist die Redaktion damit einverstanden?

Ist nur eine dieser Fragen ungeklärt oder eine der beiden letzten wird verneint, kann man das Projektin die Tonne klopfen, zumindest wird die Monatszeitschrift nicht mit dem FREITAG ausgeliefert.

Wurde die Redaktion schon angesprochen?

Wenn ja, hat sie geantwortet?

Wenn ja, was hat sie geantwortet?

bis jetzt 141 Kommentare, ohne dass hier etwas über die definitiv grundsätzlichen Aspekte erörtert wurde.

Terry Rich

JR's China Blog 19.01.2013 | 10:47

Hobby oder Herzblut? Selbst wenn (wie es bei Ihnen der Fall war) die Rckkehr anknüpft an das Fernbleiben, so bleibt trotzdem etwas an der Verbundenheit angekratzt

Glaube ich nicht. Man sieht sich zwar vieles noch einmal neu an, aber mir scheint, dieses "angekratzte Verhältnis" kennt man vor allem aus den Geschichten von Menschen, die nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland zurückkehrten. Die fanden wirklich ein "anderes" Land und einen "anderen" Kontinent vor. Und ihre Verbindungen nach Hause waren ja wirklich überwiegend "abgerissen" und mussten ganz neu geknüpft werden. Das ist heute nicht so - zumindest nicht meiner Erfahrung nach.

Außerdem schärft das "Draußensein" aber auch die Wahrnehmung für das eigene Zuhause. Ein Europäer, der in Taiwan lebt, mit einer Taiwanerin verheiratet ist und dort demnächst Vater wird, sieht seine Zugehgörigkeit z. B. in der Frage, was er persönlich erreichen will, und wo er das am besten erreichen kann:

"Mein Problem ist, dass ich nicht weiß, wohin ich gehöre. In Taiwan werde ich immer der Ausländer sein und damit auffallen, aber Slowenien ist mir im Moment auch sehr fremd. Wenn ich zu früh zurückkehre, werde ich das Gefühl haben, nicht erreicht zu haben, was ich anstrebe. Europa hat in den letzten Jahren seinen Antrieb und seine Seele verloren. Die meisten Taiwaner, mit denen ich zusammenarbeite, betrachten es als einen Ort, wo die Wirtschaft sich in einem fort verschlechtert, und der Euro an Wert verliert. Das schadet den Exportgeschäften vieler Taiwaner, und das wiederum beeinflusst die Sichtweisen der Menschen hier. Wenn ich sehe, wie der Euro gefallen ist, bin ich traurig und auch etwas unsicher hinsichtlich der EU-Idee im allgemeinen, obwohl ich die Ideale der Union unterstütze und stolz darauf bin, ein EU-Bürger zu sein."

Es ist ein langes Interview, aber es scheint mir eine verbreitete Ausländer-Erfahrung zu reflektieren. Das Ausland wird entweder neue Heimat - aber dann hat man wirklich keinen Grund mehr mitzumischen, oder man sieht seine Lebensaufgabe vorläufig oder permanent im Ausland, aber man sieht dort nicht sein Zuhause.

Wer sich vom Ausland aus zu Hause einmischen will, und das dauerhaft tut, zeigt damit seine Verbundenheit.

Fremdheit? Vielleicht. Aber wie fremd fühlen sich viele Deutsche im eigenen Land, ohne je weg gewesen zu sein?

Terrich 19.01.2013 | 13:34

Ich habe die 3 Blogs dazu gelesen, na ja, überflogen.

Die Idee als solche ist ja bemerkenswert. Aber wenn ich ein Projekt auflege, und etws anderes ist es schließlich nicht, dann fertige ich einen Plot (Blog 1, 2, 3) und mache mich dann schlau, wie dieser realisiert werden kann. Eines der wesentlichen Merkmale einer erfolgreichen Geschichteist darin zu sehen, dass die Finanzierung gesichert und (in diesem Fall) zusätzlich) die Verteilung gewährleistet ist.

Der Projektträger ist auf jeden Fall - zu einem erheblichen Teil wenigstens - der Finanzier. Von der Community oder dem Teil, der sich hier einbringt, wurde bislang keine Bereitschaft signalisiert, sich finanziell einzubrigen, zumindest einen erheblichen Teil der Kosten zu tragen, schließlich soll es ja eine Communityprojekt werden.

Da es sich um eine monatliche Beilage handeln soll, ist desweiteren zu klären, wie es mit den presserechtlichen Verantwortlichkeiten aussieht, davon war noch gar keine Rede. Ich denke, dass die Redaktion für eine Beilage, auf die sie keinen Einfluss nehmen soll/kann, diesen Part nicht übernimmt; also muss eine eigene Redaktion dafür den Kopf hinhalten. Wer soll das sein? Sie? GvG? tlacuache? Costa Esmeralda ... aus Panama? Das wird nicht funktionieren, und das sollte jeder wissen.

Da die Kosten entstehen, muss der Preis für die Monatsbeilage vom FREITAG als Kommissionär eingenommen und verwaltet werden. Wer führt die Umsatzsteuer ab? Was geschieht mit dem Ertrag? Der FREITAG wird den Verwaltungsaufwand vergütet haben wollen (es sind doch erst gerade 10 Leute entlassen worden ... oder nicht?); wer handelt das aus? Soll das öffentlich, hier im Forum geschehen?

Also, ich denke, diese Fragen sollten als nächste geklärt werden, ansonsten ist das hier operative Hektik in geistiger Windstille, wenn ich das mal so sagen darf. Und bislang konnte ich keine Beobachtung tätigen, die auch nur eine einzige der bislang von mir vorgebrachten Fragen angeschnitten hat.

Wie wäre es, hier einmal aktiv zu werden und ein Schreiben an

info@freitag.de oder

community@freitag.de

abzusetzen? Ansonsten ist dieser ganze Komplex ein beschäftigungstherapeutisches Programm zur Überdeckung uferloser Langeweile ... denn substanziell gähnt hier die Leere, zumindest was die elementaren Fragen angeht.

Terry Rich

h.yuren 19.01.2013 | 13:40

ich habe zunächst die Bitte, beim Sie zu belieben. Das ist kein Zurückweisen, sondern nur eine höfliche Bitte, die auch dem gerecht wird, daß wir uns nicht kennen und uns auch (noch) kein vertrauliches Verhältnis von Seele zu Seele erworben haben.

lieber gebe, darf ich behutsam darauf hinweisen, dass die anrede du im netz die norm ist. wer davon abweicht, kann seine/ihre gründe haben. beschwerdeformulare sind bei der jeweiligen redaktion zu beziehen.

JR's China Blog 19.01.2013 | 13:57

Terrich,

mehrere Posts mit z. T. um die hundert Kommentaren sind sicherlich nicht sehr übersichtlich, und in den ersten Posts konnte auch in meiner Wahrnehmung der Eindruck entstehen, es handle sich um ein Community-Projekt. Ich meine aber, dieser Post hilft, das zu klären.

Es ist kein Community-Projekt, aber es soll Teilnehmer in der Community ansprechen. Aber unabhängig davon, ob die Freitags-Redaktion "anbeißt", wird publiziert - ggfs. gebloggt, z. B. auf Wordpress.

In dem Fall wird jeder für die Beiträge verantwortlich sein, die er verfasst. Costa plädiert für Klarnamen; ich selber werde nicht jeden Beitrag mit Klarnamen unterschreiben (ich mag es nicht, im Internet "durchsichtig" zu sein und bin bei keinem social network), aber das Team soll über mich Bescheid wissen - schon aus rechtlichen Gründen.

Dazu, die Zusammenarbeit mit dem Freitag offensiver zu bewerben, dränge ich nicht, weil ich der Idee skeptischer gegenüberstehe als manch anderer. Wenn sich eine Gruppe von Mitstreitern findet, die für eine vertiefte Arbeit an den Themen zur Verfügung steht, die hier bisher nur angerissen werden, werde ich dazugehören. Wie ich mir das vorstelle, habe ich hier schon einmal beschrieben.

Die FC wird uns keinen Plan basteln. Es geht m. E. darum herauszufinden, wer sich für unseren Ansatz, der außer der Menschlichkeit keinem Prinzip verpflichtet ist, überhaupt interessiert. Parteien und fest gefügte Ideologien gibt es schon genug.

Und dann muss sich herausstellen, ob sich ein Team aufeinander einstellen kann. Einfaches Beispiel: bis Montagabend werde ich ganz aus dieser Diskussion "raus" sein. Ich bin kein hauptberuflicher Internetter. Ich gucke einfach nur, was geht. Al Gore soll das Internet nicht umsonst erfunden haben.

Und um Missverständnisse zu vermeiden: ebenso wie jede/r in dieser Diskussion spreche ich für niemanden außer für mich selbst. Wenn sich Leute finden, die fürs Organisatorische mehr tun wollen, ist das gut. Wenn nicht, halte ich es für möglich, dass es trotzdem Fahrt aufnimmt.

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2013 | 15:10

@ sciuriadae

auch ich glaube/fühle vor allem ein scheitern der gesellschaft … ich sag mal ganz einfach im sinne von humanität – gerechtigkeit … was fällt mir spontan ein?

>>> alexis sorbas „hast du schon mal so was schönes zusammenstürzen gesehen?“

oder brechts „baal“ … in einer asozialen gesellschaft sind asoziale die wirklich sozialen menschen

>>> doch was sagt mir das konkret … für mich und heute?

der überlebenstrieb als stärkste kraft, um mich zu retten (frage: egoismus? entsolidarisierung?)

don quichotte bei den schildbürgern??

sterntaler … ich geb mein letztes hemd?

des kaiser´s neue kleider – der könig ist nackt ???

also, ich hab mehr fragen als antworten … hab schon viel probiert und versucht aus der geschichte zu lernen … denke + lese + diskutiere

wenn ich aktuelle themen (mollat/manning/nsu-untersuchungsausschuß …. ach die liste würde keinen anfang und kein ende finden) verfolge – die resonaz (oder fehlende) der medien sehe und ihnen dann noch den überlebenskampfeinsatz mit populären themen „ankreide“ … es wird in meinem kopf + bauch nicht besser

>>> dann diese idee und ihre diskussion dazu … ja!

doch wer ist die zielgruppe? wie erreiche ich sie? finanzierung/herstellung? ist die zeit reif dafür? ist die kraft und die zeit und die energie sinnvoll eingesetzt? wie werden die gegener/verhinderer reagieren? wie finde ich „prominente“ unterstützer aus kunst/kultur/wissenschaft und erreiche doch die breite öffentlichkeit?

ich wollte, meine fragen sind konstruktiv!!!

ich bin optimist mit langem atem … z.zt. habe ich jedoch probleme … ich sehe die ergebnisse der „gehirnwäsche“ seit dem ende des „kalten krieges“ bei der breiten bevölkerung – aber auch eine neue kraft (stuttgart21 und viele kritische kommentare bei der faz), die wie mir scheint anwächst und gleichzeitig neue „gegenmassnahmen“ (einschränkung des juristischen beistandes/der prozesskostenhilfe/unangemessene polizeieinsätze bei demos u.v.a) auf die bühne bringen um sie zu verhindern … die mehrheit ist stigmatisiert und weiß jedoch, dass sie belogen wird und erlebt immer wieder den „erfolg“ von ungerechtigkeit (hartz4) in vielen bereichen … was lernen wir aus occupy?

es ist wahlkampfjahr – die „könige“ sind nackt – wir sprechen das aus – mal sehen was passiert!

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 16:09

Lieber Terry, JA oder auch die Redaktion haben noch nicht geantwortet. Deshalb sind wir auch nicht in ein Gespräch über die Kosten eingetreten. Wir selbst sind Blogger ohne Knete. Wollen aber trotzdem etwas auf die Beine stellen. Wenn es erst einmal nur bei einem Magazin in Online-Ausgabe bleibt, liegt es an unserem Marketing, daraus eine Verbreitung herzustellen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es alternative Print-Möglichkeiten gibt, wenn sich das Magazin herumspricht. Das Beste wäre natürlich, das Unizeitungen, Schülerzeitungen, usw. Texte aufnehmen und verbreiten. Deshalb bitte keine Ungeduld wegen Unkostenkalkulation. Findet dF unser Projekt interessant und könnte sich dadurch auch eine Auflagenerhöhung vorstellen, ich könnte das durchaus, dann wird das dF bezahlen müssen. Unser Kosten-Beitrag ist die kostenlose Online-Ausgabe, die, wenn man sie in Euro überschlagen würde, einen schönen Batzen an Knete bedeuten würde. CE

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 16:22

JR, diese Thematik ist äusserst wichtig und komplex, für mich als Identitätsfrage ganz besonders. Jetzt will ich hier nicht ausführlich darauf eingehen. Viele Deiner Gedanken teile ich. Hier nur das aus meiner Sicht: Deutschland ist da, wo sich Menschen als Deutsche definieren, sich mit ihrer Kultur und ihrer Nation identifizieren. Auch im Ausland. Darüber habe ich persönlich immer mehr eine europäische Identifikation und auch weltbürgerliche entwickelt. Diese drei Identitäten bereichern ungeheuer und lassen uns Menschen immer dort Heimat empfinden, wo eine geteilte Menschlichkeit mit der Umgebung und dem "Anderen" gefunden wird.

Sicher werden wir mehr darüber austauschen. Das Gute daran ist die Relativierung vieler Dinge, Anschauungen, die Menschen haben, die nicht in andere Kulturkreise "eingetaucht" sind.

LG, CE

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 16:33

CP, bei einem universellen Du, wie es im internationalen Umfeld usus ist, werden trotzdem rasch persönliche Gemeinsamkeiten, Sympathien usw. schnell unter den Teilnehmern festgestellt. Der Vorteil ist auch, dass sich vor allem "Schüchterne" viel eher auf eine Auseinandersetzung einlassen und nicht sofort durch das "Sie" abgeschreckt werden. Es wird viel eher ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten sozialen Gruppe entwickelt. LG, CE

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 16:39

Zusatz: Wenn ich mich in meiner "internationalen" Arbeit auf das "Sie" versteift hätte, hätten mich die Ausländer, Gemeinschaften, mit denen ich gearbeitet habe, wahrscheinlich hochkantig wieder vertrieben und ich hätte mich in deutsche Botschaften verflüchtigen müssen. Da hätte man mich allerdings mit Freuden und mit einem "Sie" aufgenommen. "Ja, Herr Botschafter! Jawohl auch, einen schönen Morgengruss an Sie!" Aber da bleibt man eher schon mal bei der Sekretärin hängen.

h.yuren 19.01.2013 | 16:48

... was ist diesen Deutschen nur in die Knochen gefahren mit ihrem "verdammten Sie"

ja, das kann mensch wohl sagen, lieber ce, es sitzt den teutonen in den knochen. während dänen und schweden z.b. ganz selbstverständlich abgerückt sind von der fürnehmen anrede im majestätsplural, ist es hierzulande ein scheckiges bild. nur in gewissen kreisen und zirkeln gehört das urdörfliche du zum umgang. studierende etwa, vereinsmitglieder untereinander etc.

es steckt den teutonen in den knochen wie der muff von 1000 jahren. die altehrwürdigen trophäen- und würdenträger schüchtern die individuen beizeiten ein und bestehen auf traditionen. bis ins spiel der narretei hinein im karneval und schützenfest ist von königen und prinzen die rede. die schweden hatten weder einen kaiser noch einen papst. darum haben die heute etwas anderes in den knochen.

gruß, hy

h.yuren 19.01.2013 | 17:07

Wenn ich mich in meiner "internationalen" Arbeit auf das "Sie" versteift hätte,

das world wide web ist nicht nazional beschränkt, es ist weltoffen. und darum ist im netz die normale anrede der natürliche singular. daran gibt es nichts zu deuteln.

das netz ist keine erfindung des heiligen römischen reiches.

zugabe: die briten und anglophonen allgemein haben eine einfache anrede, das you. von deutschen gern missgedeutet als entsprechung zum du. das liegt daran, dass sie im englischunterricht nicht gelernt haben, wie es zu dem you kam.

das noch zu shakespeare's zeit gebräuchliche "du" (= thou) wurde von den vertretern von cross and crown während der turbulenten revolution des folgenden jahrhunderts ausgemerzt/gemieden, weil die verhassten puritaner sich so ansprachen.

darum müsste in der tabelle der personalpronomen an der stelle der 2. person singular ein strich zu sehen sein statt des üblichen you.

gruß, hy

Oberham 19.01.2013 | 17:14

Ziel eins - wir reiben uns, doch wir versuchen nur die Mächtigen zu beleidigen - selbst die wir machtlos sind, sollten wir uns gefälligst schonen, in unseren Hirnen sollte der Euphemismus im Keller herrschen - auf dem Dach muss es brennen, solange dort täglich das Schlechte und die Schlächter tanzen, die vollgefressenen ruacherten seelenlosen Schranzen.

Wir sind generell viel zu hart untereinander unterwegs, dafür zu zart im kritisieren der Verbrecher, dieser schlierigen Sozialmörder.

Übrigens - die Niedersachsen - so sehr ich auch die LINKE als einen populistischen Haufen von Lügnern betrachte - ihr solltet sie morgen unbedingt wählen - wer weiß, vielleicht täusche ich mich - wenn uns noch wer überraschen könnte - dann nur noch die LINKE.

Mehr als enttäuschen können sie uns nicht - schlimmer geht es nicht, da die Dämme heute schon gebrochen sind.

Wir müssen zusammenhalten, so blöd wir uns untereinander auch unterhalten, so dumm wir auch sein mögen, so deppert, so belämmert, behämmert, jeder der hier seine Zeit einbringt hat seinen Wert, den gleichen unter gleichen, die Tasten sollten fliegen lernen, die Finger vibrieren, die Orthographie jublieren, die geschliffenen Texte sich in Anmut zelebrierend in die Sinne schmiegen, die goben Brocken die Hirne mehr als schocken.

Machen wir doch einfach weiter - schön wenn neues entsteht, dass keine Zeit von unschuldigen Menschen verschlingt.

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2013 | 17:17

@ costa esmeralda

na, vielleicht geht es mir einfach nur zu langsam ... und zu zögerlich/ängstlich/ratlos ... und ehrlich gesagt hab ich auch bedenken, was manche nach dem "aufwachen" tun werden

realistisch sehe ich eine große koalition nach der wahl und mir ist nicht klar, was das (viel) ändert ... eine mehrheit aus rot-rot-grün+piraten(?) ... da wäre schon was los ... aber was???

ich setze jedenfalls auf die emanzipation der bürger ... auf erweckung von zivilcourage ... jedoch eher viel langfristiger und durch weitere verschlechterungen, die jedoch bisher immer leichtdosiert eine erstaunlich hohe verträglichkeit und raffinierte strategien flankierten

Terrich 19.01.2013 | 17:23

Deshalb bitte keine Ungeduld wegen Unkostenkalkulation

Ich grinse etwas ... Unkosten gibt es nicht. Soweit, so gut.

Es ist durchaus interessant, was Du da umreißt. Aber der Anfang wird schwierig sein, die Verteilung, wenn Du verstehst, was ich meine. Die Menschen wollen erreicht werden, erreicht sein, das wird nicht einfach.

Hinsichtlich der Qualität wird - wenn es der FREITAG sein soll(te) - ein weiteres Problem geben. Wenn ich mir so in den letzten Wochen (bin auch nicht immer hier in D) manchen Blog und manchen Artikel der Profis angeschaut habe, kam mir schon manchmal der Gedanke: Was macht der (Profi) eigentlich hier? Und mancher Blogger liefert das doch qualitativ recht Hochwertiges ab. Entsteht an der Stelle ein Wettbewerb, der, weil am kürzeren Hebel, schon vorentschieden ist?

Gleichwohl, diesen Blog

https://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/sprachliche-reinigung

halte ich z.B. zum Besten, was hier seit Anfang des Jahrs erschienen ist, und zwar sowohl im Print als auch der Community. Nur gern gesehen sind solchen Wahrheiten nicht. Dieser Kommentar dazu:

https://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/sprachliche-reinigung#1358548481266191

gehört sowohl sprachlich als auch inhaltlich zu den Glanzstücken im freitag ... ob er zum Freitag gehört??? sei einmal dahingestellt.

In diesem Sinne ... wenn ich Zeit habe und hier bin, werde ich versuchen mich einzubringen; nicht immer bequem, aber ich denke menschlich korrekt, weil der Wahrheit verpflichtet.

Terry Rich

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 17:51

Das stimmt. Alles geht langsam. Aber da auch wirtschaftlich Deutschland bisher am meisten von Europa profitiert und noch einiges Geld vorhanden ist, um Stückwerk-Sozialpolitik zu betreiben, damit nicht Millionen in Mülleimern herumstochern müssen, geht der Michel bisher nicht auf die Strasse und sagt energisch, dass es jetzt reicht.

Unsere Initiative, so klein sie auch anfangs sein mag, sie kann, wenn wir uns anstrengen, wachsen und sich in eine hoffentlich zu entstehende Bewegung zur Erneuerung unserer Republik mit Ideen und auch ganz handfest mit der Tat einreihen. LG, CE

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2013 | 18:03

@ costa esmeralda

dann ran an die bewegung

(die ich auch sehe, aber zu wenig vernetzt, zu sehr mit der nabelschau für das eigene-berechtigte anliegen beschäftigt, eitelkeiten dominieren die solidarität)

>>> und das finden des (kleinsten/größten) gemeinsamen nenners, der die bewegung sinnvoll in die "richtige" richtung in bewegung bringt

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 18:07

Lieber Oberham, ich ziehe da eindeutig die Piraten vor. Sie müssen sich noch beweisen, d. h. auch dem Wähler zeigen, dass sie etwas völlig anderes machen wollen. Die Linke, so leid wie mir das tut feststellen zu müssen: Sie ist ein verbaler Schaumschläger. Sie hatten in der Geschichte mehrmals die Möglichkeit, etwas wirklich Menschliches auf die Beine zu stellen, hatten aber immer primär ihre eigene sozialistische Bürokratie/ Nomenklatura im Blickfeld. Für sie war der Bürger ebenso Untertan wie für die Kapitalisten, nur wurde das immer schön verbrämt. Warum machen bspw. die Grosskopfeten der Linken keine Hungerstreiks wegen der Soziale Kälte Politik oder der Euro-Krise. Sie haben schnell die materiellen Vorteile des Kapitalismus entdeckt und wissen mit progressivem Geschrei, wie sich ihre Funktionsträger ein schönes Leben auf Kosten der Steuerzahler genehmigen können, ohne wirklich zur Tat zu schreiten. Frag diese alle mal persönlich, wie sie abstauben in der Republik, nicht anders als Steinmeier, Merkel, Steinbrück, Gabriel, fliegender Teppichhändler, WW und andere. Vielleicht im Jahr statt 200.000 Tausend Euro "nur" 100.000. (Ausgenommen Oskar, Gysi, Ernst u. a., die über 100.000 nur müde lächeln können). All diese Grosskopfeten der Altparteien könnten locker mit der Hálfte ihrer Knete zurechtkommen und mit dem Rest gemeinwirtschaftliche Projekte für Arbeitslose und HartzIVler anschmeissen.

Na ja, wir werden sehen, wie der Michel morgen reagiert. Hoffentlich beginnt es bei ihm zu dämmern! LG, CE

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 18:17

HY, so genau war mit das nicht klar. Dank für die Aufklärung! Das Du hatte ich schnell intus, sozusagen als Voraussetzung zur Kommunikation im multikulturellen Kontext, zumindest Afrika, Lateinamerika aber auch Balkan. CE

PS: Asien ist da anders. Der mittlere Orient sicher auch. In beiden kenne ich mich nicht gut aus. Aber die Internetgemeinde in diesen Weltregionen wird sicherlich auch das "Du" bevorzugen.

eldorado 19.01.2013 | 18:21

Ich stelle fest, dass die Form der Anrede hier eine grosse Diskussion ausgelöst hat. Es fällt ja auf, dass in verschiedenen Sprachen, das auch unterchiedlich in der Sprache zu Ausdruck kommt.

Im Englischen ist die Du- und Sie-Form indentisch: "you". Daraus könnte sich erklären, warum englischsprechende Völker schneller zum Du wechseln. Sie müssen nur vom Nachnamen zum Vornamen welchseln. Der Schritt nötige Schritt dazu ist viel kleiner als anderswo.

Im Französichen ist die Sie-Form 2. Person Mehrzahl: "Vous". Also, wenn man das so anschaut, wird im Französischen in der Sie Form der Mensch als grösser angesprochen. In der Du Form wird ja, wenn mehrere Menschen angesprochen werden, auch "vous" gebraucht. So lange ist das noch nicht her, dass in vielen Familien, die Kinder die Eltern mit "vous" ansprachen, vorwiegend in höheren Schichten. Ich stelle heute noch manchmal fest, dass Franzosen oft zuerst mal zum Vornamen wechseln. Das "tu" folgt dann in einem zweiten Schritt. Interessant ist, dass die Berner in der Schweiz die einzige Bevölkerungsgruppe im deutschsprachigen Raum, in der Höflichkeitsform das "Ihr" verwenden, also auch die zweite Person Mehrzahl. Interessant ist, dass auch dort in den vornehmen Kreisen, die Kinder ihe Eltern auch mit "Ihr" ansprachen.

Im Deutschsprachigen Raum haben wir in der Höflichkeitsform, die "Sie-Form", also die dritte Person Mehrzahl. Das drückt nun von diesen drei Sprachen am meisten Distanz aus. Sonst wird ja "Sie" nur für Menschen gebraucht, die nicht im Gesichtsfeld sind. Sie werden nicht direkt angesprochen. Vielleicht tun wir uns gerade aus diesem Grund in deutschsprachigen Raum schwerer, als in anderen Sprachgebieten. Es ist eine Tatsache: Die Menschen werden von der Sprache geprägt und die Sprache prägt im umgekehrten Sinn die Menschen.

Auch im deutschsprachigen Raum gibt es Unterschiede. Das sieht man zum Beispiel ganz deutlich beim Gebrauch der Titel. Am meisten werden die Titel beim Ansprechen einer Person in Oesterreich verwendet. Da gibt es unglaublich viel verschiedene Titel. Auch in Deutschland werden die Titel bei der Anrede noch mehr gebraucht als in der Schweiz. Da sind sie mehr oder weniger verschwunden, bei den Jungen praktisch ganz. Bei den Aelteren gibt es noch solche die ihren Arzt mit Herrn Doktor ansprechen. Bei den Jungen ist das beinahe ganz verschwunden. Ist es vielleicht deshalb so, dass in Deutschland immer wieder akribisch bei öffentlichen Personen geforscht wird, ob der Titel vielleicht doch erschlichen wurde, wenn der nervt. In der Schweiz ist das (noch) kein Thema.

In der Schweiz ist es so, wenn sich eine Gruppe von Menschen zu einem bestimmten Zweck trifft. Beim ersten Treffen, kommt mit grösster Wahrscheinlichkeit die Frage, ob man nicht zur Du-Form wechseln will, was dann meist auch stattfindet. Es kommt auch vor, dass das keine Frage ist, sondern zu beginn weg das Du als Selbstsverständlichkeit gebraucht wird. Vielleicht haben wir da auch ein wenig einen anderen Umgang, weil direkte Demokratie eben schon verbindet und Nähe bringt.

Das nur ein paar Gedanken und Anregungen, die vielleicht helfen können, das auch noch aus einem etwas anderen Blickwinkel anzuschauen.

h.yuren 19.01.2013 | 19:43

eldorado, du bist ein schatz. besonders deine nachrichten aus der schweiz finde ich hochinteressant. zuletzt die beobachtung, dass dort eher zum du übergegangen wird als in d und a, wo die titel noch eine größere rolle spielen.

aber ich meine auch deine ausführungen zur gesellschaft allgemein.

nur muss ich in einem punkt den oberlehrer spielen. das englische you ist die zweite person plural und wird so selbstverständlich für einzelne und gruppen gebraucht, dass der analogieschluss zum deutschen du naheliegt, aber historisch-grammatisch ist das falsch . das you ist wie das ihr in bern oder das vous im französischen der rest der in ganz europa ursprünglich üblichen majestätsanrede im plural.

der olle göthe sprach seine mutter als frau mutter mit ihr an.

gruß, hy

h.yuren 19.01.2013 | 19:51

Das mit den Schweden ist mir auch bekannt, ...

ist dir denn auch zu ohren gekommen, lieber ce, dass die schwedische firma h & m ihre schwedische sprechweise in deutschen filialen mit nachdruck durchsetzt, sodass es zu konflikten mit deutschen beschäftigten kam?

sprechweisen sind ja wie gebräuche, sprachgebräuche eben. es hängt viel gewohnheit dran, aber auch noch etwas mehr. lebensart.

gruß, hy

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 20:06

HY, das mit der schwedischen Firma wusste ich nicht. Bei meinem nächsten Deutschlandaufenthalt werde ich das einmal austesten. Auch in Heidelberg (meine zweite und Studienheimat) gibt es so einen Shop, der von ihnen aufgekauft wurde. Ich werde dort nicht mit dem Personal auf Schwedisch kommunizieren, es sei denn, ein "alter" Schwede befände sich zufällig im Verkaufsraum. Du hast recht, Eldorado muss mit Gedanken aus der Schweiz einige Deutsche auf Trapp bringen helfen. LG, CE

eldorado 19.01.2013 | 20:40

Danke für die Blumen. Eigentlich ist das auch von meinem Namen "Eldorado" her schon naheliegend, weil dort ein Goldschatz begraben sein soll.

Danke für die Information für das "you". Sowie ich den Beitrag geschrieben habe, habe ich es gleich darauf gelesen und dachte mir, dass ich da der Sache nicht ganz gerecht geworden bin. So kann ich das nun aus meiner Sicht noch versuchen zu ergänzen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es ursprünglich auch eine Du Form: "thou". Die wurde aber abgeschafft, um sich von einer Gruppe von Menschen aabzugrenzen. Das ist interessant. Nur weiss das heute kaum noch jemand. Darum frage ich mich, ob diese Erkenntnis nicht auch weggelassen werden kann, um zu verstehen.

Dass das "Ihr" früher im deutschen Sprachraum allgemein gebräuclich war, wusste ich auch nicht. Erst jetzt kommt mir ein zweiter Ort in den Sinn, wo das "Ihr" auch noch gebraucht wird. Das ist das Oberbaselbiet.

Ich bin durch die Basler Tageswoche - www.tageswoche.ch - auf euch aufmerksam geworden. Das ist auch eine Zeitung im Internet, mit Printausgabe am Freitag. Bei uns ist in den letzten Jahren eine markante Zunahme deutscher Zuwanderer festzustellen. Trotz gleichem Kultur- und Sprachraum stellte ich doch markante Unterschiede fest, die immer wieder zu gegenseitigem Unverständnis führen. Das hat mich veranlasst nach einem Austausch zu suchen. So bin ich hier gelandet. Und ich muss sagen: Ich lerne viel für das Verständnis.

Interessant ist doch auch, dass im deutschen Sprachraum das Ihr zugunsten des Sie gewichen ist. Die Menschen in romanischen Sprachen sind doch stark im Herzen, den Emotionen, beheimatet, wobei die deutschsprechenden Länder und der Norden, mehr im Kopf beheimatet sind.

h.yuren 19.01.2013 | 20:47

lieber costa, über die anredeformen haben wir ziemlich viel zusammengetragen. ist auch soziolinguistisch verflochten mit dem gesellschaftlichen zustand, wenn ich an die hierarchen aller länder und einiger besonders denke. z.b. mr fitschen von der deutschen bank, der auf der giftwerbewoche jetzt in berlin versprach, weiterhin mit lebensmitteln zu wetten.

themawechsel: du hast an einer stelle in deinem blog hier die ethik angesprochen, tenor, sowas muss mensch suchen, vorbildliches gibt es nicht (mehr). im thread wurde auch an anderer stelle kants kategorischer imperativ zitiert und dessen gängige grundlage: was du nicht willst, dass man dir tu, ...

den überkommenen regeln stelle ich konkretes gegenüber, das wiederum abgeleitet ist vom altindischen ahimsa wie auch vom schopenhauerschen obersten prinzip aller moral: meide und minimiere wahn und gewalt!

dabei denke ich unter anderem an die strukturelle gewalt (j. galtung) und die ökologische gewalt.

dem altrömisch-cäsarischen divide et impera stelle ich gegenüber: teile das imperium (im sinne der konsequenten gewaltenteilung und im sinne der ökonomischen "Small is beautiful" these von schumacher.

grüße, hy

eldorado 19.01.2013 | 20:52

Lieber Costa

Eigentlich ist es ja auch einfach eine Formsach ob Du oder Sie. Wichtig ist der Austausch. Da in einer solchen Arbeit Respekt gegenüber dem anderen sehr wichtig ist, gehört das auch hier dazu. Und es kann ja auch gut beides nebeneinander laufen.

Veränderungen brauchen oft auch einfach Zeit, um wirklich anzukommen. Das Sie kann doch auch helfen und unterstüzten, den Respekt vor dem anderen zu garantieren. Vielleicht ist das hier noch nötig.

h.yuren 19.01.2013 | 21:04

Interessant ist doch auch, dass im deutschen Sprachraum das Ihr zugunsten des Sie gewichen ist.

liebes eldorado, auch dazu kann ich kurz was sagen. es war nach jahrhunderten des ihrzens selbiges von den obersten adelssprechern abgesunken bis zu den bürgerlichen schichten der städte. kurz, den herrschaften war die höf-liche anrede nicht mehr distinguiert genug. italien versprach besserung, weil dort schon die dritte person den verzug genoss vor der zweiten plural. kurze zeit wurde auch die dritte person singular (er) versucht. in büchners stück woyzek kann man das finden. allerdings schon in der wiederum abgesunkenen form der knechtsanrede, etwa der arzt zum w.: hat er hunger? ist ihm kalt?

die bürgerlichen ließen das ihr fallen und siezen sich seitdem - bis heute. es ist zeit für einen wandel nach 200 jahren oder?

freundliche grüße, hy

eldorado 19.01.2013 | 21:05

Ich hab noch was vergessen:

Wir sollten uns nicht einseitig auf Etabliertes stützen bei der Verbreitung dieses Monatsmagazins. Das ist der Freitag, trotz seiner relativen Freiheit, auch.

Weitere Verbreitungsmöglichkeiten und Ansprechgruppen wären z.B. politsche Splittergruppen, wie z.B. Occupy und die Piraten oder die Anarchisten. Ich hab gelesen, dass die ein europäisches Treffen im Schweizer Jura hatten. Das was ich da über sie gelesen habe, passt nicht schlecht zu den Anliegen hier.

Den Menschen, der sich am stärksten einsetzt für Occupy Basel, habe ich auf das hier angesprochen und ihm den link zu dem hier angegeben. Im Augenblick hat er kaum Zeit wegen Prüfungen an der Uni.

Ich nehm das mal mit in den Schlaf. Dort werden einem ja oft die besten Ideen eingegeben, die dann beim Erwachen oft wie Geistesblitze erscheinen.

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 21:12

Alle diese Dinge gingen und gehen mir im Kopf herum und haben mir in der Praxis geholfen. Sonst hätte ich nie in unterschiedlichen kulturellen Kontexten arbeiten können.

Helft mit, ab Montag erste Ideen über die Erstausgabe zu erstellen, es geht bisher um die inhaltliche Gliederung derselben. Ich werde dazu einen ersten Vorschlag in der "elcondorpasa2013" einstellen. Dann sollten wir auch technisch in der Website das so arrangieren, das die Diskussion so fruchtbar wie möglich verläuft. Da ich absoluter Analphabet in solchen Fragen bin, bin ich auf Euch angewiesen. JR scheint ja ein Fuchs in solchen Sachen zu sein. CE

Oberham 19.01.2013 | 21:19

Costa, ich hoffe Du täuscht Dich in den Piraten nicht. In der Linken täuscht Du dich wahrscheinlich nicht - mir währe nur wohl, würden sie es auch noch durch missbrauchte Regierungsverantwortung beweisen können.

Das Wandern durch tiefen Schnee ermüdet doch sehr, ach wenn das Politikervolk nur nicht gar so widerwärtig wär.

In Europa verhungern Hoffnungen, in Afrika gleich der Mensch mit dazu, nur wozu?

Morgen wählen Millionen in Niedersachsen geschniegelte Maden, wehe ihnen, wenn der Speck ist weg,

dann ist wohl der Massentod der Zweck.

Der Überlebende unterschreibt vorab den Scheck,

oder er putzt als Sklave weg

den verwesenden Dreck.

Die letzten Töne der Musik verklingen,

sie schwingen so dringlich,

so laut,

so als hätten sie in die Zukunf geschaut,

es war das Requiem auf unsere Enkel,

doch noch klopfen wir uns,

wohlstandstrunken auf die Schenkel,

wir hören kein Adagio, kein Moll,

nein das C-Dur wird moduliert,

dazu wird marschiert,

unsere Gedanken

unser Hirn

es ist der Zwirn

den einst die Weber webten

nur - nun sacht, uns bliebe die Flucht

so wir nur auf unseren Träumen schwebten

doch nein, nein, nein

der dreifache Fluch bleibt an uns haften

bis zu jenem Augenbick

da wir die letzten Granaten in die Verschlüsse schafften!

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 21:20

Also liebe Eldorado und auch hy, ich rede Euch weiterhin mit Du an und hoffe, das wird so recht sein. In unserem Blog werden wir das auch so handhaben. Wenn ausserhalb das Publikum tobt, soll es uns egal sein. Vor allem diejenigen, die sich vornehm aus Einmischungen heraushalten, werden auf dem "Sie" bestehen.

Ich glaube, wir können unter uns nun die weitere Erörterung über das Thema abbrechen. Eldorado, Dir noch ein schönes Wochenende und natürlich auch hy. CE

h.yuren 19.01.2013 | 21:23

Auch der Wandel des Sinnes der Wörter allgemein, ist oft sehr aufschlussreich. In der Schweiz gibt's jede eine Woche eine kurze Sendung im Radio. Das ist oft sehr aufschlussreich.

das finde ich auch, liebes eldorado, wenn mir die schweizer radiosendung auch nicht bekannt ist. interessant sind die wörter und ihre geschichten unter anderem, weil - wie es der autor des "Wörterbuch des Unmenschen", dolf sternberger, sagte: mit den worten stehen immer auch die verhältnisse zur verhandlung.

schlaf einfallsreich, hy

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 22:17

Lieber Oberham, Dank für die Lyrik. Aber da Du Dich nun so fruchtbar ausgelassen hast, kann ich nicht umhin, Dir ebenfalls ein kleines, neues Volksliedlein zu schicken, etwas holperich aber mit guten Absichten verfasst. Sollte die lyrische Anstrengung meiner Enkelin wiederspiegeln.

Du kennst ja das schöne Volkslied: "Fuchs Du hast die Gans gestohlen. Gib sie wieder her!" Ich habe dieses Liedchen tausend Mal meinen zwei Kindern und vier Enkeln vorgesungen, aber auch anderen Kindern, auf die ich einmal aufzupassen hatte.

Nun, im Waljahr war ein kleine Verfremdung angesagt, die in Panamá Heimatgefühle hervorruft.

Die gleiche Melodie, der gleiche Rhythmus: In G-Dur und beginnt auch mit dem Ton G. Leider habe ich keine Ahnung, wie man Noten über das Netz schickt. Aber da viele eine "Klampfe" zur Hand haben oder auch das Klavier in der Ecke, genügt es, Dir den Text zu schicken. Auf geht's:

Das Liedchen heisst: Hymne an "Mutti" und ist ein Dankeschön für ihre Neujahrsbotschaft.

Ich schreibe die erste Strophe von "Fuchs" jeweils oben über das neue Volksliedchen, damit der Rhythmus stimmig ist:

1. Strophe

Fuchs Du hast die Gans ge stoh len

Ach, wie ist das Le ben schö en!

Gib sie wie der her

je je je je je

Gib sie wie der her

je je je je je

sonst wird Dich der Jä ger ho len

Mut ti hat mein Seel ge sto len

mit dem Schiess ge we he her (letzte Silbe nach oben)

ach wie ist das schö hö hön!

Sonst wird Dich der Jä ger ho len

Mut ti hat mein Seel ge sto len

mit dem Schiess ge wehr.(letzte Silbe nach unten)

Ach wie ist das schön!

2. Strophe ( Nur neues Lied)

Ich war ohne Brot und Lohn.

Ach wie war das bös!

Ach wie war das bós!

Mutti hat mich raus-ge-zo-gen

In das Glück des Ha-ha-hartz

Mutti hat mich raus-ge-zo- gen

in das Glück des Hartz.

3. Strophe

Stein-brück hat ge-schäumt vor Wut.Ach Du mei-ne Güt!

Ach Du mei-ne Güt!

Doch jetzt kann er Ka-viar fres-sen

mit dem Ka-pi-ta-ha-hal,

doch jetzt kann er Ka-viar fres-sen

mit dem Ka-pi- tal.

4. Strophe

Ach wie ist das Leb-en schlimm

Ist man klein und arm

Ist man klein und arm.

Dann hat Mut-ti Staat mit Dir

ü-ber-haupt kein Gna-ha had.

Dann hat Mutti Staat mit Dir

ü-ber-haupt kein Gnad.

5. Strophe

Des-halb lass die Mut-ti sein,

die Dich nur ver-sklavt,

die Dich nur ver-sklavt.

Und zeig ihr die rote Kar-te

bei der näch-sten Wa-ha-hal!

Und zeig ihr die rote Kar-te

bei der näch-sten Wahl!

Noch einen schönen Samstagabend und Sonntag! CE

Costa Esmeralda 19.01.2013 | 22:44

Die dritte Person singular habe ich im postkolonialen Afrika (portugiesisch-sprachig) gleich nach der Unabhängigkeit angetroffen und war ein hervorragendes Mittel, die Superiorität und Inferiorität herzustellen. Auch die Pfaffen waren diesbezüglich übereifrig. Gottseidank, vergangene Zeiten, obwohl das bei vielen Älteren, Köchen, Wächtern, usw. bis heute unausrottbar in den Köpfen spukt: die Selbsterniedrigung des Untertanen. Das wird ein Ende haben. CE

Costa Esmeralda 20.01.2013 | 02:58

Lieber Mark, hatte Dir gerade geantwortet, aber Firefox kam nicht durch nach Deutschland. Schnell eine Nachricht. Montag morgen werden wir in "elcondorpasa2013" (nach wie vor vorläufiger Titel) mit der Diskussion über Themeninhalte der Erst-Ausgabe diskutieren, etwa für drei Tage. Dann gehts ans Eingemachte mit der Vorstellung der Themen in dF und der Sammlung von Beiträgen, das 20 Tage lang. Dann 10 Tage Redaktion für zwei Ausgaben. Kurze, 4 Seiten, zur möglichst weitreichenden Verbreitung und eine etwa 16 bis 20 Seiten ausfühliche Ausgabe mit vielen Texten aus Deutschland, Europa und der Welt und allen sozialen Schichten. Du bist herzlich eingeladen, mitzumachen.

Bis Montag und Gruss auch an Kinder. Wenn sie schon Gymnasialkinder sind, sollen sie auch mitmachen.

LG, CE

Costa Esmeralda 20.01.2013 | 15:38

Lieber hy, die Sprache, die Sprache! Ja, sie ist ja neben der Empathie so wichtig für Kommunikation. Ich überlege auch immer noch, wie wir uns nennen sollen. Gut, ab Montag werden wir sicher auch sehen, ob einer von uns mal alle Ideen von wegen Titel, Untertitel, usw. usf. zusammenstellt. In einem kleinen Blog könnten wir diese noch einmal der dFC vorstellen und fragen, was am besten ankommt.

Schönen Sonntag, CE

Oberham 20.01.2013 | 19:59

Ich denke in Niedersachsen schmollen jetzt einige CDU Hinterbänkler, weil sie die Plätze am Tog mit FDP Hinterbänklern tauschen müssen - die FDP kann ihr Glück kaum fassen.

Man stelle sich vor die Hirndübel von CDU Wählern hätten noch in weitaus größerer Zahl (sagen wir etwa achtmal soviele) die Leihmessage aufgeschnappt - tja die CDU hätte die 5 % Hürde nicht gepackt und die FDP wäre mit vielleicht 38 % alleine als stärkste Fraktion dagestanden.

Ich könnte mich kugeln vor Lachen, nur - es bleibt einem eben im Hals stecken - leider waren es dann doch nur ein paar Hunderttausend.

Au Backe Millionen von Idioten, wie könnt ich da kein Idiot sein?

weinsztein 21.01.2013 | 01:10

Einer, der sich Costa Esmeralda nennt, diskutiert hier vorwiegend mit seinen Zweit-, Dritt- oder Viertnicks, scheint mir.

Die machen - zusammen mit Herrn Esmeralda - ca. 90 % aus. Das finde ich amüsant.

Wochenlang hatte er sich mit mainstreamigen Kommentaren um Zustimmungen bemüht. Bis er es endlich an der Zeit sah, eine neue Plattform zu erschaffen.

Ein paar Prozent werden dieser Idee folgen, sofern ihm neue Nicknames einfallen.

Immerhin: er und seine following Nicks haben es mal wieder versucht.

Costa Esmeralda 21.01.2013 | 15:41

Lieber TLACUACHE, ich habe, dank Deiner technischen Anweisung, einen Vorschlag für die Gliederung der ersten Ausgabe in "elcondorpasa2013" eingestellt. Hilf bitte auch, wie wir die Werkstatt so effizient wie möglich einrichten. Du bist da ja der grosse Durchblicker!!! Es sollte auch ein Extra-Teil für Jugendliche (noch in Ausbildung Befindliche) in der Ausgabe enthalten sein. Es gibt interessierte Teilnehmer. Ebenfalls Hartz-Stimmen, Alleinerziehende, usw.). LG, CE

PS: Können wir auch etwas im Auslands-Teil über Mexiko reinbringen?

Costa Esmeralda 21.01.2013 | 15:47

Danke Snow für Deine Meinung. Du siehst an dieser verdammten Niedersachsenwahl, dass auch mit den Piraten etwas geschehen muss. Die eigentlichen Verlierer sind ja SPD und Linke, da bei ihnen Wort und Tat am meisten auseinanderklafft. Das bekommt der Bürger mit, dass durch linkes Gewäsch Knete abgezockt wird. Bei den Kapital-Parteien weiss jeder, woran er ist, wählt sie, weil er der gleichen Meinung ist. Bei den sogenannten Linken wird jedem die Schaumschlägerei bewusst. Die Grünen werde die neue Mitte, langsam aber stetig. Aber die Piraten? Mal sehen, was im Herbst geschieht. LG, CE

Costa Esmeralda 21.01.2013 | 15:56

Lieber Herwig, ich weiss auch, dass ein frostiger Wintermorgen verdammt schön sein kann. Nun, da ich aus beruflichen Gründen in der "Sonne" lebe, geniesse ich die auch und teile sie gerne mit Freunden.

Gottseidank, ist die Welt dank Internet so überschaubar geworden, dass gemeinsame Arbeit an einem Projekt von Menschen gemacht werden kann, die in völlig gegensätzlichen Weltregionen leben.

Gruss nach Österreich, dass die deutschen Urlauber hoffentlich nicht skipistenmässig "zertrampeln" bzw. zerfahren, wenn sie denn die Pisten heil überstehen. Ich habe dort einmal meine ersten Versuche diesbezüglich gestartet und habe mich mehr in der Horizontalen als in der Vertikalen aufgehalten. LG, CE

snow_in_june 21.01.2013 | 16:00

Hi Costa,

gerne! Ich verfolge die Piraten immer noch mit Zuversicht und ziemlich entspannt. Sorgen machen musste m.E. eher der erdrutschartige Erfolg der letzten Zeit. Sie sind ja ganz offensichtlich noch nicht so weit, wie sie bei ihrem Erfolg eigentlich sein müssten. Auch ein Scheitern an der Fünf-%-Hürde im Herbst würde ich keinesfalls als Unfall einordnen. Grundsätzliche Änderungen brauchen eben ihre Zeit.

Bezüglich deines Zieles "mehr Bürgerbeteiligung" halte ich die Piraten nach wie vor für exakt die richtige Antwort.

Gruß, Snow

JR's China Blog 21.01.2013 | 16:21

Unterschätzen Sie nicht das Beharrungsvermögen der "Mitte", Costa. Ich hatte eigentlich auf eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition in Niedersachsen "gewettet" und war am frühen Abend überrascht, als ich in den Radionachrichten von einem äußerst knappen Ausgang hörte, und heute früh vom rot-grünen Wahlsieg.

Im Grunde ist das deutsche Image in mindestens einem Punkt in Südeuropa wirklich zu Recht so lädiert, wie es sich dort in der Presse ausdrückt: man tendiert dazu, das deutsche "Wirtschaftswunder" für ein Produkt wirtschaftlicher Tugend zu halten, und für das Ergebnis eigener Arbeit. Merkel argumentiert so, aber es ist ein Mantra, das auch tatsächlich viel Glauben in der Öffentlichkeit findet.

Um deutlich zu machen, dass dies eine unrealistische Rechnung ist, werden wir - auch - ökonomisch argumentieren müssen.

Zur Niedersachsenwahl: Wählerinnen und Wähler der SPD und der Grünen stellten den sozialen Ausgleich dem Wirtschaftswachstum voran; diejenigen, die CDU oder FDP wählten, sahen es genau umgekehrt. Müsste sich online etwas dazu finden lassen; ich schaue heute abend nochmal nach.

Damit ist nicht gesagt, dass eine Stimme für SPD oder Grüne diesem erklärten Wählerinteresse tatsächlich dient - aber ich vermute, dass auf diesem Gebiet das jeweilige Lebensgefühl ("ich gehöre zur Mittelschicht") stärker ausschlaggebend ist als das Denken.

Entsprechend würde ein gefühlter wirtschaftlicher Absturz vermutlich auch das Wahlverhalten in Deutschland ändern. Wäre allerdings bedauerlich (und der Menschlichkeit nicht dienlicher), wenn das Haus erst derart brennen müsste wie teilweise im Süden Europas. Ich hoffe, es geht auch anders.

Costa Esmeralda 21.01.2013 | 16:35

Antares, wenn Du Dich selbst noch nicht zum alten Eisen zählst, dann gibt es nur Eines: Mitmachen. Das Projekt ist nicht mein Projekt, es ist das Projekt derjenigen, die meinen, es müsste etwas geschehen, etwas Kleines oder Grosses, das liegt ganz am Schneeball, der zur Lawine wird oder aber gleich nach ein paar Metern stecken bleibt. Und das Projekt muss gepfeffert sein. In ein paar Tagen werden wir die genauen Themen hier im Freitag veröffentlichen. Aber Du kannst Dich auch in "elconderpasa2013" einklicken und Vorschläge für die Gliederung machen. Es werden jedenfalls auch Jugendliche mitmachen, HartzIVler u.a. mehr, ebenfalls werden Berichte aus dem Ausland aufgenommen werden.

Gruss, CE

PS: Die "elcondorpasa"-Werkstatt ist noch ein wenig chaotisch, was sich aber mit der Zeit regeln wird.

Costa Esmeralda 21.01.2013 | 17:09

JR, ich hatte auch auf Schwarz-Gelb gewettet. Aber der vermeintliche SPD-Sieg ist ein Pyrrhussieg und in Wirklichkeit ein Sieg von Merkel. Warum? Weil Steinbrück weiterhin Kanzlerkandidat bleibt und nicht freiwillig zurücktritt und auch die SPD nicht die Courage aufbringt, ihn abzulösen. Steinbrück wird der Partei ungeheuer schaden, hat er jetzt schon in Niedersachsen. Ohne ihn hätte die Partei locker die CDU überflügelt. Merkel wird sich heimlich ins Fäustchen lachen, denn ein Gegner Steinbrück der Sozialdemokraten ist als Kanzlerkandidat für die "Armen" im Land völlig unglaubwürdig. Das sieht man auch an der Linken. Vielleicht werden sie diesmal auch an der 5%-Hürde scheitern, da bei Linken und SPD tatsächlich die soziale "Kompetenz" nur als Vehikel zur Machtergreifung und Absicherung der öffentlichen "Pfründe" für die Partei-Oberen gesehen wird. Könntest Du Dir Gysi oder die "preussische Gräfin" als Teilnehmer eines Hungerstreiks vorstellen? Die leben doch heute mit linken Parolen selbst besser als "Erich" in seinen besten Zeiten. Merkel wird haushoch gewinnen, gerade weil sie "nichts" sagt oder nur Plattitüden loslässt, wie einst "Uns-Kohl". Wenn Steinbrück etwas sagt, wird das als Lüge aufgefasst. Das ist der Unterschied in der Wahrnehmung. Und die Grünen aus dem Bildungsbürgertum brauchen nur wenig zu machen, da der Bürger sie wenigstens als kleines Korrektiv der Konservativen sieht. Hätte die CDU heute Merkel nicht mehr, würde sie sich auch ganz schnell der 20%-Marke annähern und der Bürger würde stattdessen Grüne wählen. Die FDP hat sowieso langfristig ausgedient und wird als reine Kapitalistenpartei die 5% nicht mehr lange überspringen. Es wird die Zeit der Unabhängigen kommen, die mit der Zivilgesellschaft in Bewegung das Parlament aufmischen wird. Der Marsch durch die Institutionen, wie wir uns das damals vorgestellt haben, wird immer scheitern durch den zähen Kitt/Filz der am Eigeninteresse Orientierten. Eine Partei von unabhängigen, ehrenhaften Geistern wird es nie geben, höchstens eine Bewegung. (persönliche Meinung, die nicht stimmen muss).

LG, CE

JR's China Blog 21.01.2013 | 18:43

Einfach loskommentieren, Eldorado. Entweder "reply" drücken, wenn Sie auf einen bestimmten Kommentar antworten wollen, oder ganz unten auf der jeweiligen Seite unter "Leave a reply" / "enter your comment here" kommentieren und dann "post comment" drücken.

Nicht so nutzerfreundlich wie hier beim "Freitag", aber man gewöhnt sich schnell dran. Und wenn etwas nicht klappt, einfach nochmal versuchen. Noch sind wir sowieso alle in der Übungsphase, und wenn mal der ganze Blog zusammenbricht, flicken wir ihn halt wieder zusammen. ;-)

JR's China Blog 21.01.2013 | 19:26

Registrieren müssen Sie sich da nicht, Eldorado. Nur

1. Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht, erscheint also nicht mit Ihrem Kommentar)

2. Name (das muss aber Ihr Klarname sein; jeder Nick geht genauso gut - Eldorado, z. B.)

3. Website (ist kein Pflichtfeld, kann man auch frei lassen).

Und dann nur noch "post comment".

Und egal, wo Sie hinkommen, oder in welchen "Schaltkasten" Sie greifen: es kann nicht viel kaputtgehen. Es ist ja keine offizielle Website, sondern ein Provisorium. Und verschwindet der ganze Blog, machen wir binnen einer Stunde einen neuen auf.

Das ist nicht flapsig gemeint - bis es richtig ernst wird, brauchen wir sowieso ein ganz anderes Prozedere. Bis dahin ist für alle Beteiligten Experimentieren angesagt.

Aber setzen Sie sich nicht unter Druck - so oder so nicht. Kommunikation geht ja auch per Freitags-Thread.

eldorado 21.01.2013 | 20:07

Wenn ich die seite anklicke, sieht das aber ganz anders aus, als bei dieser pdf-datei.

Ist ja auch nicht schlimm. Bin sowieso ein frömder Fötzel hier. Aber es ist schon mal interessant, wie Menschen aus einem Nachbarland mit den aktuellen Problemen umgehen. Das kann nur helfen für ein gegenseitiges Verständnis, statt immer nur sich über Regierungen und Geld, gegenseitig das Leben schwer zu machen.

JR's China Blog 21.01.2013 | 20:54

Hab allerdings grad auch viel um die Ohren.

Hi Mark,

das trifft sich im Grunde gut, dass Sie viel um die Ohren haben. Das geht, glaube ich, vielen von uns so. Eine Schwäche - oder auch Stärke - dieses Projektes wird es vermutlich sein, dass niemand sich Vollzeit damit beschäftigen kann. Das ist insofern schlecht, als damit viele eigentlich Interessierte die Geduld mit der Konzeptentwicklung verlieren könnten, aber insofern auch gut, als es ohne Geduld gar nicht gehen wird. Ein Gemeinschaftsprojekt wird nicht immer im 24-Stunden-Takt reagieren können, aber gut geölte Parteimaschinen gibt es sowieso schon genug. Hier gibt es gar keine "Maschine", geschweige eine "Partei". Ich glaube, man kann sagen, wer in den nächsten zehn Tagen nicht die Geduld mit dem Projekt verliert, behält sie vermutlich auch in Zukunft.

Costas erster offener Brief ist noch keine drei Wochen alt - über eine Gliederung wurde zwar auch schon hier in den Freitags-Threads diskutiert, aber ich schlage vor, auf seinen entsprechenden Beitrag zu warten. Dann haben wir eine Gesprächsgrundlage.

Ein wichtiger Punkt sollten wirklich Aspekte vor Ort sein, wie Sie vor ein paar Tagen schon geschrieben hatten. Sollte dieser Aspekt in der Gliederung, sobald sie veröffentlicht wird, zu kurz kommen, sollten Sie ihn definitiv nochmal in Erinnerung bringen.

Einen schönen Abend - ich melde mich dann jetzt auch bis morgen ab.

GEBE 21.01.2013 | 22:26

1. Die zweite Person plural im Englischen entspricht keiner Anrede im Sinne des deutschen SIE.

2. Das englische YOU ist grundsätzlich die Höflichkeitsform.

3. Das vertrauliche DU wird im Englischen gebildet, indem zum YOU der Vorname hinzugefügt/angebunden wird.

(Habe ich zwar im letzten Jahrhundert so gelernt, gilt heute aber immer noch so.)