Warum nur gingst Du fort?

Verlorene Liebe In wirren politischen Zeiten Besinnung und Erinnerung
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Eingebetteter Medieninhalt

Foto: Wikimedia Commons, Kirche in Ponta do Sol, Insel Santo Antão, Kapverdische Inseln

- - -

Verlorene Liebe

Jahrzehnte sind vergangen.

Südlicher Himmel ist heut verhangen

und kündigt vom kommenden Regen.

Schwüle liegt über Land und Meer.

Sehnsüchte, Träume kommen. Was will ich mehr?

Ich will verlorene Liebe suchen am Strand,

sie mit meinen Sinnen erahnen,

sie aufs Neue erfahren,

als sei sie nie von mir gegangen

an jenem Tag der Fragen und der Tränen.

- - -

„War die Suche nach dem Ursprung Dein Plan,

als mich Dein Zauber gefangen nahm?

Was suchtest Du in Afrika,

wo doch das Herz Europas Deine Sehnsucht war?

War ich für Dich in Übergangszeit

Zwischenstation, flüchtige Liebe, Verbundenheit?“

Nie werde ich es wissen.

Nur Eines: Ich werde Dich immer missen.

- - -

„Warum nur gingst Du fort?“

Ich verstand nicht den Grund.

Noch heute seh‘ ich vor mir den Ort:

das Café am Rande der leeren Plaza

im morgendlichen Sommerwind.

Noch heute hör ich Dein Wort:

„Lass uns geschwind

in Freundschaft geh’n

und in getrennte Zukunft seh’n,

bevor der Schmerz verlorener Liebe

uns unfähig macht für neue Liebe.“

- - -

Dein Blick traf mich am helllichten Tag,

aus heiterem Himmel, wie ein Schlag.

Sollt ich mich der Magie erwehren,

die mich ergriff mit aller Macht?

Oder dem Wirbel aus Lust und Liebe hingeben

beim Grillenzirpen in tropischer Nacht?

„Wir lutschen die Mango gemeinsam, so schmeckt sie am besten,“ sagtest Du.

Doch es war Dein Aroma, das mich betörte, dem ich verfiel im Nu.

Auf unseren Fahrten durch die Savanne

schien unser Glück vollkommen.

Ich war zu benommen,

um Deine Zeichen zu deuten,

dass Europa für Dich Heimat sein sollte,

während ich Afrika leben wollte.

- - -

„Warum nur gingst Du fort?“

Ich verstand nicht den Grund.

Noch heute seh‘ ich vor mir den Ort:

das Café am Rande der leeren Plaza

im morgendlichen Sommerwind.

Noch heute hör ich Dein Wort:

„Lass uns geschwind

in Freundschaft geh’n

und in getrennte Zukunft seh’n,

bevor der Schmerz verlorener Liebe

uns unfähig macht für neue Liebe.“

LG, CE

22:56 12.07.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Costa Esmeralda

35 Jahre Entwicklungsberater, Lateinamerika, Afrika, Balkan. Veröff. u.a. "Abschied von Bissau" und "Die kranke deutsche Demokratie".
Costa Esmeralda

Kommentare 155

Der Kommentar wurde versteckt
Der Kommentar wurde versteckt