Christian P. Krohne
09.05.2015 | 11:42 1

Von Glaskugeln und Verschwörungstheorien

"THE FORECASTER" Steht in diesem Jahr die nächste WIrtschafts- und Finanzkrise an? Das sagt Martin Armstrong, die letzten drei Wirtschaftskrisen vorhergesagt haben will. Eine Rezension.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Christian P. Krohne

https://scontent.cdninstagram.com/hphotos-xfa1/t51.2885-15/e15/11195764_1629334637284542_1240996716_n.jpg17. Oktober 2015. Glaubt man den Analysen und Vorhersagen des berüchtigten Börsenanalysten Martin Armstrong, über den am 7. Mai eine Dokumentation in die Kinos kam, sollten wir uns dieses Datum fett im Kalender markieren, denn an diesem Tag sollen die Eurowährung und der europäische Staatsanleihenmarkt zusammenbrechen.

Soll man ihm Glauben schenken? Armstrong schildert im Film, er habe bereits mehrere Finanz- und Wirtschaftskrisen vorhergesagt, darunter den "Black Monday", den Wall-Street-Crash von 1987. Auch den Kollaps von Nikkei (1989) und Rubel 1998 will er mithilfe seines Systems frühzeitig prognostiziert haben.

Sein Zaubermittel heißt: ECM - Economic Confidence Model, einem auf der Zahl "Pi" basierenden Vorhersagemodell.

Kein Wunder also, dass das FBI ihn irgendwann auf dem Zettel hatte mit dem Vorwurf, japanische Kunden um mehrere Hundert Millionen Dollar betrogen zu haben. Armstrong saß 11 Jahre im Gefängnis. Zu recht?

Armstrong sagt, dahinter stecke eine Verschwörung, um ihn außer Gefecht zu setzen, da die US-Regierung und die Banken eine zu große Gefahr in ihm gesehen hatten. Auch die russische Mafia sei involviert gewesen, ebenso wie der brasilianische Banker Edmond Safra, der 1999 in Monaco Opfer eines mysteriösen Mordanschlages wurde.

Besonders das Ende der Dokumentation ist geprägt von Vorwürfen der Verschwörung gegen ihn. Ob etwas dran ist an diesen Vorwürfen eines Mannes, der zeitweise Maggy Thatcher beriet, oder ob er einfach ein (ehemaliger) Abzocker mit Marketing-Talent ist, bleibt ungeklärt. Ein durchaus spannender Film, der zumindest erahnen lässt, dass die Politik- und Finanzwelt eine dunkle ist, ist es trotzdem. Ob sich Armstrongs Prognosen bewahrheiten, sehen wir, wenn wir beim Kalenderblatt 17 im Oktober angekommen sind.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (1)

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Ehemaliger Nutzer 09.05.2015 | 17:26

Interessante Filmbesprechung.

Im Internet habe ich diesen Beitrag

über Martin Armstrong gefunden.

Demzufolge wird also im Oktober 2015 ein

weiterer Finanz-Crash stattfinden.

Ich habe zu wenig Hintergrundwissen, um

den Realitätsgehalt auf fachmännischer Ebene

einzuschätzen. Nach Kristallkugel klingt es aber nicht...