cptsalek

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RE: Erneuerbar statt atomar! | 14.03.2011 | 14:31

Nicht auszusteigen, weil niemand sonst aussteigt, ist falsch herum argumentiert. Irgendwer muß anfangen. Aus der Atomenergie auszusteigen verhindert negative Auswirkungen bei Störfällen und hat IMO Signalwirkung. Natürlich müssen wir dafür Sorge tragen, Atomstrom nicht von außen einzukaufen.
Aber bei lediglich 22% am Energiemix mache ich mir dazu kaum Gedanken.
Es ist eher so, dass sich Deutschland durch den Einsatz erneuerbarer Energien ein weiteres Standbein im Export schaffen kann, also positive Auswirkungen auf die Wirtschaft zu erwarten sind.
Und bis dato sind erneuerbare Energien in den Händen mittelständischer Unternehmen, was Arbeitsplätze schafft.
Da erneuerbare Energien aber dezentral einsetzbar sind, bangen die Großen um ihre Marktmacht...

RE: Ganz hart gekocht | 21.10.2009 | 17:03

Die Antwort auf die Frage "Was ist mit den Männern bloß los, dass sie so was brauchen?" ist eigentlich eine Gegenfrage: "Wer sagt, dass wir sowas brauchen?"
Im Verhältnis von Angebot und Nachfrage geht es oftmals auch einfach darum, eine Nachfrage zu erzeugen.

Was ich schade finde, sind die dauernden Verallgemeinerungen: Es mag sein, dass maßgeblich Männer die Krise verursacht haben. das aber dem gesamten männlichen Geschlecht anzulasten geht weit an allen Realitäten vorbei: Es wird negiert, dass es neben den "High Performern" auch andere Männer gibt, die andere Interessen und Werte vertreten, und es wird auch völlig ausser Acht gelassen, dass es aber gerade die "High Performer" mit all ihren Statussymbolen sind, die die Gesellschaft - und dies schliesst die Frauenwelt mit ein - zu Galeonsfiguren und Vorbilder deklariert haben.
"Erfolg macht sexy" heißt es ja auch nicht umsonst.
Manager sehen auf Bildern einfach besser aus als der Biobauer von nebenan, der Sozialarbeiter auf der Straße oder dem Umweltschützer. Ähnlich ist es mit "guten Fängen", wo es auch nicht maßgeblich "um den Mann an sich", sondern dessen Rolle und Stellung in der Gesellschaft sowie sein Bankkonto geht.

Deshalb kann man auch nicht sagen, "die Männer", denn alle Rollenbilder werden von beiden Geschlechtern getragen, d.h. also auch, dass Mütter ihren Kindern weiter geben, wie ein Mann ist, einfach über das, was sie von einem Mann erwarten.
Was Frauen - richtigerweise - gemacht haben ist, aus den alten Rollenbildern auszubrechen, was ja heute landläufig als "Emanzipation" bezeichnet wird. Frauen haben sich eine neue selbst eine neue Definition geschaffen. Davon hat das gesamte Geschlecht etwas, im großen und ganzen läßt sich feststellen, gibt es ein neues Selbstvertrauen und auch Selbstwertgefühl.

Wo wir, um auf Männer zurück zu kommen, bei den nächsten beiden Punkten sind: (Die meisten) Männer sind selbst im 21. Jahrhundert noch weitestgehend den alten Rollenbildern verhaftet. Es steht bis heute nahezu ausser Frage, dass der Mann in einer Familie arbeiten geht. Damit muß der Mann auch glücklich sein, und selbst im Spiegel stand vor einer Weile im Editorial zu lesen, "wir" würden die zwei Monate Elternzeit, die viele nehmen, ja als zusätzlichen Urlaub betrachten.
Ich weiß nicht, wie viele Kinder der Schreiberling da in die Welt gesetzt hat, ich würde mir nur wünschen, er würde von sich sprechen, und nicht für die gesamte Männerwelt.
Die Realität sieht eher so aus, dass wir Männer nach wie vor für das familiäre Einkommen verantwortlich sind, nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern "weil es so ist". Das ist keine Wahl, sondern purer Sachzwang.
Was uns, meiner Überzeugung nach, fehlt, ist eine Emanzipierung der Männer: Wir brauchen Rollenbilder, über die wir uns definieren können. Die müssen aber über die Platitüden hinaus gehen, die derzeit als "Männlichkeit" im Umlauf sind.
Und: In den letzten Jahrzehnten waren viele Männer darum bemüht, sich selbst über andere, vorzugsweise ihre Partnerinnen, zu definieren. Das Ergebnis sieht man vielerorts: Männer (bzw. Jungen), die für eine neue Lebensgefährtin ihren Freundeskreis aufgeben, sich verändern, unterordnen und nicht in der Lage zu sein scheinen, vernünftige Grenzen zu setzen.
Scheinbar gibt es hier nur noch die Gruppe der Machos, die auch in Beziehungen "ihre Nummer durchziehen" - der Raum dazwischen scheint aber ein Vakuum zu sein.
Eine Identität als "Mann" kann man meiner Meinung nach nur in sich selbst finden, und nicht in irgendwelchen Magazinen oder den Ansichten seiner Partnerinnen. Das geht übrigens auch über die Frage hinaus, ob man in der Öffentlichkeit weinen kann, oder nicht... ;-)

Die Studie ist deshalb auch fraglich (ich werde sie mir mal in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen): Zu fragen ob man stolz auf seine Männlichkeit ist, sollte Fragen nach dem Grund dieses Stolzes nach sich ziehen. Auf diese Antworten wäre ich gespannt,
denn ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, wie bewußt sich viele ihrer Situation eigentlich sind. Die steigende Zahl an (mitunter auch unfreiwilligen) Singles und Scheidungen spricht da irgendwo eine klare Sprache.

Wo wir wieder bei Jungen wären: Die geschlechtsspezifische Erziehung hat in den letzten Jahren Mädchen und ihre Fähigkeiten enorm gefördert. Dabei geht es auch nicht darum, die "Schuld" bei Lehrerinnen zu suchen, wurden die Förderprogramme doch andernorts verabschiedet. Wenn man aber behauptet, es würde keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern geben, anstatt in diesen Unterschieden etwas gutes für das jeweilige Geschlecht zu sehen, muß man sich nicht wundern, wenn irgendein Geschlecht untergeht. Und in diesem Falle wurden durch die Mädchenförderung deren Stärken (z.B. Kommunikationsfähigkeit) unterstützt, zum Nachteil der Jungen.
Davon mal abgesehen fehlt es uns im erzieherischen Bereich an einer flächendeckenden paritätischen Besetzung: Eine Frau kann Jungen zwar bestimmte rollentypische Muster vermitteln, jedoch kein Vorbild in geschlechtsspezifischem Verhalten sein. Ein solches braucht aber jeder Mensch in seiner Entwicklung, und zwar quasi bis ans Lebensende (aus dem Jungen wird ein Mann, Vater, Großvater...; aus dem Mädchen wird eine Frau, Mutter, Großmutter...).

Von daher taugt das G+J nicht die Bohne und hat eher was vom letzten Aufbäumen der Anhänger veralteter Weltbilder, die in absehbarer Zeit (hoffentlich) von selbst verschwinden.