Mehr Angst vor Menschen als vor Wölfen

Rothirsche Von Jägern und Gejagten: Wie der Mensch das Verhalten des Rotwilds verändert.
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Der Mensch stört das Verhalten von Rothirschen mehr als ihre natürlichen Feinde. Er wird von ihnen als Raubtier gesehen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer neuen Studie. Veröffentlicht wurde sie in dem wissenschaftlichen Fachjournal PLoS ONE. Demnach bewirken jene Störungen in menschendominierten Landschaften eine erhöhte Wachsamkeit bei den Tieren. Folglich würden sie sich seltener auf Nahrungssuche begeben. Zusammen mit dem Faktor Rudelgröße sei der Mensch zu mehr als 80 Prozent für die Verhaltensänderungen verantwortlich. Die höchste Wachsamkeit zeigten sie auf öffentlichem Land, wo die Jagd neben motorisierten Freizeitaktivitäten ausgeübt wurde. Am geringsten sei sie in Nationalparks während der Sommermonate.

Durchgeführt wurde die Studie im kanadischen Alberta. Dazu beobachteten die Forscher ein Jahr lang insgesamt 424 Rothirschrudel, bestehend aus etwa 15000 Individuen, und 870 Einzeltiere. Ihre Lebensräume waren öffentlich zugängliche sowie private Ländereien und Schutzgebiete.

Beeinflusst werde das Verhalten der Tiere durch die Anzahl der Menschen, die Art der menschlichen Aktivitäten sowie den Verkehr und die Entfernung zu Straßen. Schon ein Verkehrsaufkommen von einem Fahrzeug pro zwei Stunden reiche aus, um das Verhalten der Rothirsche zu verändern. Dies könne dazu führen, dass die Muttertiere aufgrund der geringeren Nahrungsaufnahme geschwächt und somit die Fortpflanzungserfolge geringer würden. Umweltfaktoren wie natürliche Raubtiere, darunter Wölfe und Bären, hätten kaum eine Bedeutung.

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15:13 25.01.2013
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Geschrieben von

cyberling

Wissenschaft kompakt. Themen: Energie, Ernährung, Klima,Medizin, Psychologie, Tiere,Umwelt & Wirtschaft.Zuvor veröffentlicht auf Wissenschaft&Schreie.
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