D. Mokrat

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Der sittliche Staat | 20.08.2010 | 12:40

"... der qualitative Umschlag in den Institutionen zugunsten des Gemeinwohls." ist von den meisten doch gar nicht gewollt. Manche nennen das "Gleichmacherei" und haben Angst vor dem Verlust ihrer Privilegien.

Das sich ein rot-rot-grünes Crossover das als Ziel setzt ist eine schöne Utopie. Wie alle anderen Politiker werden die versuchen in bzw. mit den bestehenden Machtstrukturen klarzukommen. Es gilt nun mal: „Die Macht neigt dazu, zu korrumpieren, und die absolute Macht korrumpiert absolut.“(John Emerich Edward Dalberg-Acton)

RE: Der sittliche Staat | 20.08.2010 | 12:27

"Gibt es eine Partei, die eine andere Richtung vertritt?"

Da fallen mir einige ein. Vor allem die etablierten.

RE: Der Job der Zukunft | 03.07.2010 | 13:57

"...also bei allem Respekt - das irrationaler Unfug und widerspricht sogar Ihrer Aussage von oben mit der Produktivitätssteigerung. Wenn Sie das nicht erkennen, sollten Sie sich möglicherweise zu Ihrer eigenen Sicherheit in Behandlung begeben."

Schönen Dank auch für Ihren Respekt. Aber auf diese Art von Respekt kann ich verzichten.

Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler und kein Marxist. Daher diskutieren Sie besser mit jemandem der auf diesen Gebieten bewandert ist.

"Warum mehr arbeiten als nötig? Weil "Arbeit frei macht"?"

Wie bitte?

"Ich denke das Gegenteil ist der Fall..."

Und ich denke, dass die sog. Arbeitslosigkeit die Unmöglichkeit ein notwendiges Einkommen zu erzielen ist.

Im Normalfall ist es so, dass mittels Arbeit ein Einkommen erzielt wird. Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik der zurückliegenden Jahrzehnte hat nicht dazugeführt, dass ausreichend viele Arbeitsplätze entstanden sind. Gleichzeitig gibt es sehr viel Arbeit die liegen bleibt, da sie nicht im hergebrachten Sinn profitabel ist. Wie Sie da ein "mehr arbeiten als nötig" und die von Ihnen genannte Begründung hinein interpretieren erschliesst sich mir nicht.

Ich bin ein progressiver, sozial eingestellter Demokrat und kann mit dem Marxismus nichts anfangen.

RE: Der Job der Zukunft | 03.07.2010 | 13:25

"Was bleibt, ist eben die immerwährende Last."

Ja - ich bezeichne es allerdings etwas anders: die Notwendigkeit.

Man arbeitet, um das zum Leben Notwendige zu haben.

Theoretisch und bis vor Kurzem.

Aber genau das wird inzwischen in Abrede gestellt. U. a. von Prof. Sinn.

Daher bin ich der Ansicht, dass die Frage wie es zur Normsetzung (in) der Arbeitsgesellschaft kommt, diskutiert werden sollte.

RE: Der Job der Zukunft | 02.07.2010 | 16:59

@Tiefendenker

Ich bin nicht der Ansicht, dass Leiharbeit die Reaktion der Unternehmensverwalter auf die Entwertung der Arbeit ist. Die Entwertung der Arbeit ist - so meine Vermutung - vor allem auf die Schwäche der Gewerkschaften zurückzuführen.

Leiharbeit muss teurer sein als reguläre Arbeit, da der Aufwand bei der Leiharbeit höher ist. Bei hoher sog. Arbeitslosigkeit und schwachen Gewerkschaften kann es dann dazu kommen, dass Lohndumping betrieben wird.

"Das heißt aber, der insgesamt geschaffene, gesellschaftliche Mehrwert sinkt."

Das stimmt so nicht, da die Produktivität zugenommen hat. Es kann mit weniger (menschlicher) Arbeit mehr produziert werden. Ob das dann auch absetzbar ist ist eine andere Frage.

Weiterhin sehe ich keine Lösung darin, die vorhandene Arbeit auf alle zu verteilen und so weniger zu arbeiten. Der geschaffenen Wert wird dadurch ja nicht mehr. Stattdessen sollte viel mehr Arbeit - davon gibt es mehr als genug(!) - budgetiert werden. Es sieht doch so aus: es gibt viel zu tun - nur: wer bezahlt dafür? Und zwar einen angemessenen Preis, also einen Lohn von dem die Person die die Arbeit macht anständig leben kann.

"Wie gesagt, die Zusammenhänge sind seit Jahren in der „modernen Wertetheorie“ bestens untersucht und dargestellt worden."

Dem mag schon so sein. Nur: welche Auswirkungen hat sie ganz konkret?

RE: Der Job der Zukunft | 02.07.2010 | 13:24

"Das zentrale Problem besteht nach wie vor darin, dass es für viele keine Arbeit gibt."

Dem ist nur oberflächlich betrachtet so.

Die Frage sollte doch sein: was bedeutet das, arbeiten gehen zu müssen und woher kommt dieser Zwang?

Oder anders gefragt: wie konnte es dazu kommen, dass wir in einer Arbeistsgesellschaft leben?

Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die bereits seit einigen Jahrzehnten betrieben wird, ist offensichtlich gescheitert. Besserung ist nicht in Sicht.

"Die Leiharbeit muss eingeschränkt und der Niedriglohnsektor zurückgedrängt werden."

Das ist einfach zu erreichen: Leiharbeit muss teurer sein als reguläre Arbeit und es muss einen existenzsichernden Mindestlohn geben.

"Ist das Ziel eine Gesellschaft, in der es genug gute Arbeit für alle gibt; oder wird kleinlaut akzeptiert, dass ein Teil der Arbeitslosigkeit wohl niemals abgebaut werden kann?"

Wie auch immer diese Frage beantwortet wird - in der Diskussion sollten (u.a.) die Artikel 2 und 12 des GG berücksichtigt werden.

"Einigkeit dürfte darin bestehen, dass die soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit verbessert werden muss."

Was ist damit eigentlich gemeint: "soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit"?

Wenn man die von sog. Arbeitslosigkeit - die faktischerweise die Unmöglichkeit ein Einkommen zu erwerben ist - Betroffenen sozial absichert ist doch im Grunde nur deren Überleben gesichert. Das ist zu wenig. Wenn man davon ausgeht, dass sie (wertvolle) Fähigkeiten haben, sollte man sie unterstützen, so dass sie diese in die Wirtschaft einbringen können. Stattdessen gilt derzeit: hilf dir selber. Das Ergebnis erleben wir gerade.

RE: Zwischen Selbstblockaden und neuer Beweglichkeit | 16.06.2010 | 19:49

Das ein(e) PopulistIn ein Amt übernimmt ist durchaus möglich. Aber es ist eben der Wille des Souveräns. Im bestehenden System passiert dies ja auch immer wieder.

Wenn die WählerInnen wirklich etwas bestimmen könnten - lies: souverän wären - würde die Politikverdrossenheit abnehmen und die Bevölkerung würde sich stärker beteiligen anstatt es den Politikern zu überlassen.

Von mir aus können die Nationen abgeschafft werden. Ich bin Europäer bzw. ein europäischer Demokrat. Für mich sind Sprachgrenzen und kulturelle Eigenheiten wichtiger als territoriale Grenzen.

RE: Zwischen Selbstblockaden und neuer Beweglichkeit | 16.06.2010 | 17:03

Ich habe da mal einen anderen Vorschlag: die WählerInnen sollten mehr Souveränität bekommen.

Die WählerInnen sollten bestimmen, welche(r) PolitikerIn welches Ministeramt übernimmt. Weiterhin sollte ein Misstrauensvotum möglich sein, um die Person entlassen zu können, falls das Ergebnis nicht der Intention des Souveräns entspricht.

Die PolitikerInnen müssen sich dann natürlich an ihre Wahlversprechen halten. Wer damit ein Problem hat ist meiner Meinung nach ein Teil des Problems.

RE: Berliner Luft in Dosen | 30.05.2010 | 17:07

Neue Hegemonien? Ich denke, dass das was derzeit passiert im Grunde nicht wirklich etwas Neues ist.

Früher wurden Gebiete in Besitz genommen. Heute werden Lizenzen zur Ausbeutung der Rohstoffe erworben. Die Ausbeutung der Menschen wird von den jeweiligen Machthabern mittels der Staatsgewalt ermöglicht.

Gustav Heinemann hat das übrigens sehr gut beschrieben, als er die Politik der CDU beschrieben hat. Sinngemäss sagte er: sie umfasst 3 Punkte; erstens Geld zu verdienen ermöglichen, zweitens Soldaten bereitstellen die das Geld schützen und drittens Kirchen die den Geldsack und die Soldaten segnen.

"Deutschland hat sich durch die Politik von Merkel dabei viel vorgenommen."

Ich habe den Eindruck, dass das genannte Deutschland als penetranter Besserwisser auftritt. Am deutschen Wesen soll Europa genesen? Hartz IV für alle oder wie? Na schönen Dank auch.

RE: Berliner Luft in Dosen | 30.05.2010 | 17:07

Neue Hegemonien? Ich denke, dass das was derzeit passiert im Grunde nicht wirklich etwas Neues ist.

Früher wurden Gebiete in Besitz genommen. Heute werden Lizenzen zur Ausbeutung der Rohstoffe erworben. Die Ausbeutung der Menschen wird von den jeweiligen Machthabern mittels der Staatsgewalt ermöglicht.

Gustav Heinemann hat das übrigens sehr gut beschrieben, als er die Politik der CDU beschrieben hat. Sinngemäss sagte er: sie umfasst 3 Punkte; erstens Geld zu verdienen ermöglichen, zweitens Soldaten bereitstellen die das Geld schützen und drittens Kirchen die den Geldsack und die Soldaten segnen.

"Deutschland hat sich durch die Politik von Merkel dabei viel vorgenommen."

Ich habe den Eindruck, dass das genannte Deutschland als penetranter Besserwisser auftritt. Am deutschen Wesen soll Europa genesen? Hartz IV für alle oder wie? Na schönen Dank auch.