Iran: Rohani ist in Paris nicht willkommen

Nein zu Rohani – Tausende Iraner und Vertreter aus Politik und Menschenrechtsgruppen in Europa demonstrieren gegen Besuch von Rohani in Paris
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Tausende Iraner protestierten am Donnerstag in Paris in einer farbenfrohen Demonstration gegen den Besuch von Hassan Rohani in Paris. Der Präsident der Mullahs ist vom 25.-29 Januar in verschiedenen europäischen Staaten zu Besuch und wird sich dort mit Vertretern der Regierungen und diversen Wirtschaftsdelegationen treffen.

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Foto: Exiliranische Gesellschaft Berlin (EIGB)

In einem Meer aus gelben Plakaten mit der Aufschrift „Nein zu Rohani“ zogen Tausende Iraner durch die Pariser Innenstadt. Die Demonstration, die vom Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) auf seiner Webseite live übertragen wurde, rief lautstark „Nein zu Rohani“ und „Nieder mit dem iranischen Regime“.

Gemeinsam mit den exiliranischen Verbänden und den Vertretern des Nationalen Widerstandsrates Iran, der seinen Hauptsitz in Paris hat, zogen Hunderte Vertreter aus Politik, Delegationen aus Europa und dem Mittleren Osten sowie Menschenrechtsaktivisten mit den Exiliranern zum Platz der Kundgebung.

Zu den ersten Politikern, die sich zu der Demonstration äußerten, gehörte der Bürgermeister des 2. Pariser Bezirkes, Jaques Butault. Er sagte: „Ich schäme mich für dieses Land. Ich schäme mich für den Empfang eines Massenmörders, nur damit Geschäfte mit ihnen abgeschlossen werden. Dies ist der einzige Grund, warum man diesen Präsidenten empfängt, der keinerlei Respekt von den Menschen in seinem Land genießt“. An der Seite des Pariser Bezirksbürgermeisters marschierte eine große Delegation weiterer Bürgermeister aus Paris und Frankreich. Sie alle waren sich in einer veröffentlichten Erklärung einig, dass nur der organisierte Widerstand und seine gewählte Präsidentin Maryam Rajavi das Land zur Freiheit und Frieden in der Region und der Welt führen wird.

Ein weiterer prominenter Teilnehmer auf der Veranstaltung war Dr. Alejo Vidal-Quadras, der frühere Vizepräsident des EU Parlamentes und ein langjähriger Unterstützer des iranischen Widerstandes. Er betonte, dass Hassan Rohani ein Präsident ist, der 2000 Hinrichtungen aus seiner Amtszeit mit im Gepäck auf diese Reise nimmt und dass er deshalb von den Bürgern in Paris nicht willkommen ist.

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Foto: Exiliranische Gesellschaft Berlin (EIGB)

Doch nicht nur Vertreter aus Europa waren bei der Demonstration anwesend. Große Delegationen aus Syrien und Jemen waren ebenfalls auf der Demonstration vertreten. In beiden Ländern wüten vom Iran unterstützte Terrormilizen und begehen zahllose Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der sunnitischen Zivilbevölkerung.

Im Jemen unterstützen die Mullahs seit über 15 Jahren die Huti Rebellen mit dem Ziel, das Land zu destabilisieren und dort eine vom Iran unterwanderte Regierung einzusetzen. Diese Taktik hat das iranische Regime seit seiner Gründung 1979 verfolgt. In der gesamten Region werden seitdem terroristische Zellen der Mullahs mit Hilfe der jeweiligen Botschaften des Iran in den Ländern gebildet, werden über Religionsschulen der Mullahs Extremisten geschult und ausgebildet und Söldner angeworben. So kämpfen unter anderem in Syrien die libanesische Hisbollah und Tausende rekrutierte Söldner aus Afghanistan und Pakistan für die Mullahs und für den Machterhalt von Diktator Bashar Assad. Das Festhalten der Mullahs an Assad destabilisiert das Land, radikalisiert die sunnitischen Stämme und verhindert einen Friedensprozeß in Syrien und im Mittleren Osten, waren sich die Teilnehmer einig.

Auf der Kundgebung am Denfert-Rocherau Platz waren auf den zahlreichen gelben Plakaten Bilder von Hinrichtungen Homosexueller Iraner und Kindern zu sehen. Im Iran werden neben politischen Gefangenen, ethnischen und religiösen Minderheiten und Menschen mit Drogendelikten auch Iraner hingerichtet, die homosexuell sind oder die Ehebruch begangen haben. Auch eine Iranerin, die sich in Notwehr gegen eine Vergewaltigung gewehrt hatte, wurde unter Rohani hingerichtet. Kinder gelten im Iran ab 9 Jahren als straffähig und sitzen oft bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres in Haft, bis sie hingerichtet werden.

Struan Stevenson, der frühere Leiter der Delegation für die Beziehungen mit dem Irak im EU Parlament, stellte in seiner Rede fest: „Die Welt wurde mit der Aussage des angeblich moderaten Mullahs Rohani getäuscht. Doch er ist nur ein Vertreter dieses Regimes, wie alle anderen auch. Und dieses Regime respektiert die iranischen Frauen nicht, es ist weltweit führend im Export von Terrorismus und Fundamentalismus. Wir wollen mit unserer Demonstration und unseren Reden dem iranischen Volk zeigen: Denkt nicht, dass jeder hier in Europa Rohani willkommen heißt. Die Tausenden Demonstranten hier an diesem Ort sind der Beleg dafür.“

01:37 29.01.2016
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Geschrieben von

Javad Dabiran

NWRI-Deutschlandsprecher - Iran- und Nahost-Experte.
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