Was ist los bei der BBC im Hinblick auf Iran?

Fake News – Weint die BBC wirklich Krokodiltränen um die Mitglieder der iranischen Volksmojahedin oder betreibt sie Desinformationen in Interesse der religiösen Diktatur der Mullahs?
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Die britische Sendung BBC hat eine Desinformationskampagne gegen die iranische Hauptopposition MEK gestartet, um die Diktatur der Mullahs im Iran zu beschwichtigen. Ich fand den folgenden Brief eines Deutsch-Iraners aus Berlin an die genannte Sendung für interessant:

Am 11. November 2018 hat die Sendung BBC einen Beitrag über die Volksmojahedin (MEK) in Albanien verbreitet. Die darin erhobenen Vorwürfe und Unterstellungen sind nicht neu. Die im Iran herrschenden Diktatoren haben ähnliche Desinformationen, Behauptungen und Lügen in den letzten 50 Jahren seit den Zeiten der Savak (Geheimpolizei des Schah) und während der nun schon viele Jahrzehnte dauernden religiösen Diktatur der Mullahs immer und immer wieder gegen die Volksmojahedin und den Widerstand hervorgekramt. Aber Lügen werden nicht dadurch wahr, dass man sie ständig wiederholt – sie bleiben Lügen!

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In letzen 40 Jahren hat die BBC eine große Rolle bei der Verharmlosung der Verbrechen der Mullahs und der Rechtfertigung dieses Regimes gespielt. Man fragt sich, ob BBC als eine Propaganda-Maschine mit Iran und den dortigen Diktatoren in einer unheiligen Allianz verbunden ist. Schon 1953 beim Putsch gegen den rechtmäßigen Ministerpräsidenten Mosadegh und erst recht 1979 bei der Machtübernahme durch Khomeini machten sie Propaganda für die jeweils folgende Diktatur. Das Verhalten der BBC war für das iranische Volk entsetzlich und hat eine große Narbe in unserem kollektiven Gedächtnis hinterlassen.

Nun ja, mit besonderer Rücksichtnahme kann man wohl auch kein Weltreich aufbauen. Jeder geschichtsinteressierte Schüler kennt heute die Gräueltaten aus der britischen Kolonialzeit. In den letzten 400 Jahren kam es dabei immer wieder zu Hinrichtungen, Folterungen und Ausbeutung von Menschen. Und es hat den Anschein, dass auch im 21. Jahrhundert dieser Geist der entsetzlichen und unmenschlichen Kolonialpolitik in der BBC immer noch lebendig ist und dazu führt, die Faschisten im Iran großzügig zu unterstützen.

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Die iranische Bevölkerung bringt seit 40 Jahren im Widerstand gegen die herrschende Diktatur große Opfer. Das Engagement für Menschenrechte und Demokratie wird weiter fortgesetzt. Die Desinformationen der BBC über den iranischen Widerstand kann den Untergang dieses korrupten und unmenschlichen Mullah-Systems nicht verhindern, sondern höchstens verzögern.

Heutzutage protestiert vor allem die Jugend massenhaft im Iran, im Irak und im Libanon gegen die Mullahs und schreit „Tod den Mullahs im Iran“. Infolge von wirtschaftlichen Sanktionen stecken die Mullahs in einer Sackgasse. Und auch der seltsame Umgang mit der Wahrheit bei der BBC kann die Mullahs aus der politischen und wirtschaftlichen Sackgasse nicht retten. Die Redakteure der BBC sollten einfach mal damit beginnen, eine sachliche, neutrale und menschliche Berichterstattung zu machen.

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21:20 14.11.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Javad Dabiran

NWRI-Deutschlandsprecher - Iran- und Nahost-Experte.
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Javad Dabiran

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