Katrin Lechler

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RE: Für ein unabhängiges Kino | 29.11.2015 | 18:51

Es ist natürlich wünschenswert, wenn Filme nicht nur einen künstlerischen Achtungserfolg haben oder gleich im Archiv verschwinden, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg haben. Aber der sollte nicht das Hauptziel einer intelligenteren Filmförderung sein!
Schon gar nicht so lange TTIP vor der Tür steht. Sonst könnte in den Verhandlungen am Ende herauskommen, dass Filme kein Kulturgut, sondern ein Wirtschaftsgut sind. "Die Kultur" die aus den Verhandlungen ausgeklammert werden soll, wird hier und in den USA eh völlig verschieden definiert, machen wir es denen also nicht zu leicht!

RE: Pistole am Kopf | 19.07.2015 | 14:15

Die USA haben linke Regierungen vorzugsweise mit Bomben bekämpft. Deutschland geht subtiler vor. Es nimmt der Griechischen Regierung und der Bevölkerung einfach durch eine vergiftete Umarmung die Luft zum Atmen.
Und sichert sich nebenbei - 100 Jahre nach einem missglückten Kolonial-Experiment - endlich seinen ihm gebührenden Platz an der Sonne.
Wann führen die Griechen endich das lateinische Alphabet ein, damit wir unsere neuen Villen am Meer auch finden?

RE: Ein Zucken im Gesicht | 12.07.2015 | 10:57

Über das ja wohl zentrale Motiv des Romans - der Teilnahme an der Exekution des besten Freundes - reichten Hans Christian Andersen 175 Jahre früher 16 Zeilen für ein bewegendes Gedicht, übersetzt von Adelbert von Chamisso (und nebenbei bemerkt, auch kongenial vertont von Robert Schumann):

Der Soldat

Es geht bei gedämpfter Trommeln Klang;
Wie weit noch die Stätte ! der Weg wie lang!
O wär’ er zur Ruh’ und alles vorbei!
Ich glaub’, es bricht mir das Herz entzwei!

Ich hab’ in der Welt nur ihn geliebt,
Nur ihn, dem jetzt man den Tod doch gibt!
Bei klingendem Spiele wird paradiert,
Dazu, dazu bin auch ich kommandiert.

Nun schaut er auf zum letzten Mal
In Gottes Sonne freudigen Strahl;
Nun binden sie ihm die Augen zu –
Dir schenke Gott die ewige Ruh’!

Es haben dann neun wohl angelegt ;
Acht Kugeln haben vorbeigefegt.
Sie zitterten alle vor Jammer und Schmerz –
Ich aber, ich traf ihn mitten in das Herz.

RE: Die Mauer steht noch | 23.11.2014 | 22:34

Was genau an der Aktion war jetzt eigentlich "Kunst"? Sie sieht doch eher nach politischem Aktivismus aus - und zwar nach ziemlich dilettantischem.
Jetzt wird wohl unweigerlich der Hinweis kommen, dass alles Kunst ist, sobald der Ausübende es dazu erklärt. Außerdem sei bekanntlich alle Kunst politisch.
Dann denken wir das bitte mal weiter - was, wenn die nächste HoGeSa-"Demo" von den Anmeldern zum Kunstprojekt erklärt wird? Dann ist es Kunst, wenn 3000 betrunkene Nazis auf irgendeinem deutschen Bahnhofsvorplatz in Hakenkreuzformation stehen und den Hitlergruß zeigen?!
Schön wenn linksrum gequirlter Käse gefällt und verteidigt wird. Aber welche Antwort haben diese Befürworter von solcher "politischen Kunst", wenn der Käse irgendwann rechtsrum gerührt wird?

RE: Der Elfmeterpunkt als Abseitsfalle | 28.04.2014 | 23:10

Moin Knattertom,

ich zitiere von der Homepage des DGB (www.dgb.de) was letzte Woche auch brav in den Nachrichten übermittelt wurde:

"Damit alle ArbeitnehmerInnen die Chance haben, die Spiele live im Fernsehen zu schauen, plädiert der DGB-Vorsitzende Michael Sommer für flexible Arbeitszeiten. „Dort, wo es möglich ist, sollten die Arbeitszeiten flexibel gestaltet werden, damit die Kolleginnen und Kollegen im Schichtbetrieb die WM-Spiele gucken können. Ich denke, dass die meisten Arbeitgeber für diesen Wunsch der Beschäftigten Verständnis haben. Sie sollten sich mit den Betriebsräten zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen.“"

Da stehen wir nun also.

Die Charlie Chaplin Szene stammt aus "Goldrausch". War aber kein Fußballschuh! ,-)