Totaler Krieg dem Islam in den USA? Teil 3

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Die Islamhasser-Szene war in den letzten Jahren rührig. Durch regelmässige, immer pressewirksame Aktionen schafften es viele der Frontfiguren, sich – neben bereits etablierten JournalisInnen - als „ExpertenInnen“ zu profilieren..Eine solche Tätigkeit ernährt ihren Mann/ihre Frau, was mittlerweile zur Herausbildung einer regelrechten „Islamophobie-Industrie“ geführt hat. Grund genug, sich ein Segment zu erobern und zu verteidigen. Sie alle zeichnen fortwährend das Zerrbild eines monströsen Islam, der dann auch mit monströsen Mitteln bekämpft werden muss. Der Kabaretist Nils Heinich hat es auf den Punkt gebracht, aber so lustig ist es meistens doch nicht:






Die Islamophobie-Industrie

So nennt die Journalistin Farha Khaled in einem zuerst in der englischsprachigen saudischen Tageszeitung erschienen Artikel dieses mittlerweile transnational sehr gut verbundene, auch wirtschaftlich erfolgreiche, Netzwerk, das aus mehreren Clustern besteht. In der Nr. 68 der Zeitschrift INAMO , in der auch die deutsche Übersetzung des Khaled-Artikels erschienen ist, habe nicht nur ich versucht, einen Teil der Zusammenhänge zu erläutern. Zumindest für die USA hat die Organisation American Progress Gallionsfiguren, Organisationsstrukturen und Finanzströme penibel aufgelistet. Sieht man sich dieses Video an, so versteht man, wie die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in die Mitte der US-Gesellschaft kam, die es jetzt offensichtlich als völlig normal erscheinen lässt, über Massenmord an Muslimen zu phantasieren.






Es tauchen immer die gleichen Namen auf: David Horowitz, Mark Steyn, Robert Spencer, Pamela Geller, Bat Ye’or. Und noch viele andere, doch das würde den thematischen Rahmen sprengen. Sie tauchen nicht nur dort auf, sondern auch im Pamphlet, mit dem der Massenmörder Anders Behring Breivik sein Massaker verteidigte. Drei von ihnen hat er besonders herausgehoben: den notorischen Hassblogger Fjordman alias Peder Noestvold Jensen (36 mal zitiert), den selbster- nannten „Religionswissenschaftler“ (kein formaler akademischer Abschluss) Robert Spencer (49mal zitiert), und die in der Schweiz lebende britische Autorin Gisèle Littman alias Bat Ye’or (77 mal zitiert, ebenfalls ohne formalen akademischen Abschluss). Laut Breivik sei Frau Littmann: „ …die führende Gelehrte auf dem Gebiet der Ausbreitung des Islam…“. Der Autor Wolfgang Koch hat die drei in einem Kommentar für die taz besonders in den Details durchleuchtet, die für Breivik offenbar so wichtig waren, daß er sie zu einer konservativen Denkschule hochphantasierte.

Der Counterjihad-Cluster

Den Begriff „Cluster“ hatte ich deswegen gewählt, weil die jeweiligen Vernetzungen der einzelnen Mitglieder dieser Cluster schon längst nicht mehr zu überblicken sind. Der für unser Thema wichtigste Cluster ist der „Counterjihad“-Cluster. „Counterjihad“-Community ist die Selbstbezeichnung eines islamophoben und rechtsextremen Netzwerks, das sich – so das Blog „Gates of Vienna“ (GoV), folgende Ziele gegeben hat:

1. Wir leisten Widerstand gegen die fortschreitende Islamisierung westlicher Länder, indem wir weitere muslimischer Einwanderung verhindern, alle Sonderrechte für Muslime in der Öffentlichkeit ablehnen, sowie das Verbot aufdringlicher Zurschaustellung islamischer Praxis fordern.

2. Den Islam mittels Ausweisung aller muslimischen Straftäter sowie all derer, die sich nicht völlig an die Kultur ihrer Aufnahmeländer assimilieren können oder wollen, auf die mehrheitlich muslimischen Länder beschränken.

3. Beenden der Entwicklungshilfe und sonstiger wirtschaftlicher Unterstützung für muslimische Länder.

4. Entwicklung eines Basisgruppen-Netzwerks, um die herrschenden politischen Eliten in unseren Ländern zu ersetzen. Beseitigen der vorherrschenden Multikulti-Ideologie, welche die Islamisierung fördert und den Zerfall unserer Zivilisation zur Folge haben wird, falls diese Ideologie nicht beseitigt wird.

Einer der profiliertesten Mitglieder des „Counterjihad“-Clusters, zu dem ganz prominent auch Spencer und Geller gehören, ist am 20. Mai verstorben: der Historiker David Littman; einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist eher seine Frau Gisèle, aka Bat Ye’or, eine – auch von Breivik geschätzte - Gallionsfigur der StichwortgeberInnen der islamophoben Szene, die , obwohl im Gegensatz zu ihrem Mann ohne formalen akademischen Abschluss, schaffte, die – teilweise orwellianisch umgeworteten, teils selbstgestylten Begriffe „Eurabia“ und „Dhimmitude“.

Zu ersterem hat sie ein Buch verfasst, das zur Bibel der IslamhasserInnen avancierte, „Eurabia – the Euro-Arab Axis“, auf das ich noch zurückkommen werde.

Nur scheinbar im Hintergrund stand ihr Mann David. Im Gegensatz zu den meisten islamophoben „Wissenschaftlern“ hatte er sogar einen formalen akademischen Abschluss. Bis zu seinem Tod war er als „Menschenrechtsaktivist“ bei den Vereinten Nationen in Genf „als Vertreter“ mehrerer NGOs tätig. Der größte Scoop von David Littman war 1961 die „Operation Mural“, die er, mit Gattin Gisèle und Baby als junge Familie getarnt durchführte: Jüdische Kinder aus Marokko wurden zum „Urlaub“ in die Schweiz verbracht und von da aus – ohne Einwilligung der Eltern – weiter nach Israel. Ihre Eltern konnten sie nur wiedersehen, wenn diese ebenfalls nach Israel auswanderten. Im offiziell-israelischen Diskurs wird die „Operation Mural“ als „Rettung“ bezeichnet, während VertreterInnen der Juden aus den arabischen Ländern, der Mizrachim, die „Operation Mural“ als „Entführung“ und „Verschleppung“ bezeichneten.

Fortsetzung folgt.

22:04 24.05.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

DagmarSchatz

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