Kinderbilder

Gefühlsecht Kinder und ihr Schutz sind in aller Munde, mit unterschiedlichen Motiven. Zeit, unsere Kinderbilder und ihren Realitätsgehalt im Wandel von Zeit und Ort zu beleuchten.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0a/Worth_Fighting_For_-_NARA_-_534277.jpg/634px-Worth_Fighting_For_-_NARA_-_534277.jpg?uselang=de

Den Film Vater, Mutter, Plastikkind bitte vor dem Lesen-> Nachdenken-> Kommentieren ansehen.

Hier entlang, bitte(der Film ist eine Vice-Produktion, über Vorgeschichte und making-of eine der Produzentinnen, Pia Hellenthal)

Nachtrag 29.5. der link zu Vimeo ist tot, hier entlang zu °Vater, Mutter, Plastikkind° bei Vice.

Die Erfindung der Kindheit als Idealraum von Schutz, Bildung und fehlendem °Ernst des Lebens° ist in unseren Breiten nicht sehr alt, gedanklich gerade mal gut 200 Jahre.

Kinder wurden als unfertige Erwachsene betrachtet, von den Reichen bis zu ihrer Menschwerdung irgendwohin aufs Land gegeben, die Kinder der Armen arbeiteten vor allem ab der industriellen Revolution als praktische kleine Sklaven im Bergbau und der Industrie.

Kinder dienen derzeit als Öl für die Befeuerung der inneren Volksgerichtshöfe und als Munition, um Rechtsstaat und Bürgerrechte zu Klump zu schießen.

Alle 5 Sekunden verreckt irgendwo auf der Welt ein Kind unter 10 Jahren an Armut. In Deutschland, den USA und anderen reichen Ländern macht jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr, in der großen Mehrheit nicht durch pädophile, sondern durch 'normale' Pädokriminelle, am Haupttatort Familie.

Der Schutz des ungeborenen Lebens findet mehr laut- und überzeugungsstarke Unterstützer als der Schutz geborener Kinder. Kinder in reichen Ländern werden zunehmend selten geboren, in armen Ländern heißen sie Überbevölkerung. Kinder sterben vor allem dort im 5-Sekundentakt, wo sehr viele Kinder geboren werden müssen, damit welche übrig bleiben: um ihre Eltern im Alter zu versorgen, in Ermangelung von Sozialversicherungen, Zugang zu Bildung, sauberem Wasser, ausreichend Nahrung, Gesundheitsversorgung.

Weibliche Föten werden in großer Zahl in vor allem China und Indien abgetrieben, weibliche Kinder getötet, weil sich Familien andernfalls durch die Mitgift ruinieren würden oder weil nur Mädchen Dank der herrschenden Patrilinearität die Familie aussterben ließen.

In Florenz starben zwischen 1755 und 1773 im Ospedale degli Innocenti (ein Äquivalent zur Babyklappe) 10.000 von 15.000 nicht gewollter und dort vor die Tür gelegter Kinder. Im Moskauer Findelhaus überlebten 1967 nur 11 von 1089 abgegebenen Kindern, eine Sterberate von 99%.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war ein Drittel der Fabrikarbeiter in den USA zwischen 7 und 14 Jahren alt, in Preußen wurde 1839 (wegen der schlechten gesundheitlichen Ausstattung der Rekruten) Kinderarbeit unter 9 Jahren verboten und die Arbeitszeit der 10-16jährigen auf 10 Stunden am Tag begrenzt. Bis in die 1950er Jahre wurden Kinder armer Eltern aus Tirol, Südtirol, Vorarlberg, der Schweiz auf Kindermärkten als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft nach Schwaben verkauft, wohin sie zu Fuß wanderten und dort bis 1920 von der Schulpflicht befreit waren.

Über 190 Millionen Kinder in vor allem Asien und Afrika tragen heute mit Erwerbsarbeit zum Familieneinkommen bei. Unter ihnen schätzt UNICEF 1 Million Kinder, die gegen geringes Entgelt sexuell ausgebeutet werden, genaue Zahlen sind nicht bekannt, die Bumsbomber stets gut gefüllt.

Millionen Bewohner reicher Länder liegen auf der Couch, um ihre Kindheiten zu be- und verarbeiten. Kinder werden zum Babyschwimmen und -yoga gekarrt, in Kinderwagen spazierengefahren, für deren Gegenwart man einen gebrauchten Kleinwagen kaufen kann, sie erhalten mit 4 Jahren den ersten Englisch-, mit 6 Jahren den ersten Mandarinunterricht, haben volle Terminkalender, eigene Modelabels nebst Make-up und Parfüm, werden in Miniplaybackshows verheizt, sind modische Accessoires, kommende Leistungsträger.

Wann dämmert eigentlich, daß unsere Kinder- und Selbstbilder im angewandten Scheitern zwischen Ideal und Realität auch und mehr Kinderleid verursachen als z.B. ein Nivea-Werbebild mit Baby und blauem Ball, das Pädophile zur Belassung ihrer sexuellen Präferenz auf der Ebene von Phantasie und Monosexualität benutzen?

FRINGES: Vater, Mutter, Plastikkind

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind

Der mörderische Makel Frau

Von Müttern

Kinderarbeit

Schwabenkinder

Der Schatten von 1968

Recht, Moral, Kinder

Wir müssen Pädophile akzeptieren

Bilderraub

Bild mit Dank entnommen bei Wikimedia Commons, es stammt von 1942 oder '43, der Urheber ist nicht bekannt, es diente als Teil der Propaganda an der Heimatfront und fand Eingang ins Nationalarchiv der USA.

13:34 03.03.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare 35

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community