Russische "nicht traditionelle Sexualität"

Kirche & Rechtsaußen Gestern verabschiedete die Duma ein Gesetz, das die 'Propaganda' 'nicht-traditioneller Sexualität' und die 'Beleidigung' der orthodoxen Kirche unter Strafe stellt
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Russische "nicht traditionelle Sexualität"
Normalität

Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP/Getty Images

Faschistische Zustände

Dem beinernsten Paragraphentext nach soll als „Propaganda nicht traditioneller sexueller Verhältnisse unter Minderjährigen“ fortan die Verbreitung von Informationen gelten, die „auf die Formierung von nicht traditionellen sexuellen Einstellungen bei Minderjährigen abzielen“, Lebensentwürfe abseits der heterosexuellen „Tradition“ attraktiv erscheinen lassen bzw. die „verzerrte Darstellung der sozialen Gleichwertigkeit von traditionellen und nicht traditionellen Beziehungen“ propagieren. Verboten werden soll auch das „Aufdrängen“ von Informationen über LGBT-Belange, die „Interesse an derartigen Verhältnissen wecken“, heißt es in der von Kostjuchenko zitierten Passage. Zitiert aus einem Artikel über sie bei Ria Nowosti, Jelena Kostjutschenko ist Journalistin für die Nowaja Gaseta.

Gleichzeitig wurde die 'Beleidigung' der russisch-orthodoxen Kirche verboten, die sich in den letzten Jahren Seit' an Seit' mit russischen Rechtsextremisten mit der Schürung von Gewalt gegen Homosexuelle profiliert hat.

Das gestern ohne Gegenstimmen, mit 14 Enthaltungen (436 von 450 Abgeordneten stimmten dafür) verabschiedete Gesetz bedeutet:

  • die strafbewehrte Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit
  • Inkaufnahme zunehmender HIV-Infektionen
  • Begünstigung des in Rußland ohnehin verbreiteten Haß auf Homosexuelle
  • Beförderung der besonders unter homosexuellen Jugendlichen hohen Selbstmordrate

Wäre es nicht so zum Heulen, könnte man beinahe fasziniert beobachten, wie mit demokratischen Mitteln Demokratie + Menschenrechte abgeschafft werden und wie magisches Denken wasserdicht und zum Gesetz gemacht wird.

Die Emailadresse des russischen Botschafters lautet info(at)russische-botschaft.de, der Name des Botschafters ist S.E. Wladimir M. Grinin.

Ich bin nun gespannt, ob + wie der russische Rückschritt in die Barbarei bei den anstehenden CSDs Beachtung findet, in Rußland wird absehbar keiner mehr stattfinden.

Medien:

dradio

taz

SPON

Tagesschau

Zeit Online

Salzburger Nachrichten

RIA Novosti über HIV/Aids + Faschistische Zustände

Wikipedia Homosexualität in Rußland

Yogyakarta Plus

Der Vorlauf des us-amerikanisch-evangelikal-russisch-orthodox-politischen Klüngels gegen Homosexuelle ist bis 2012 und dem St-Petersburger Gesetz nachzulesen im Advocate Russia’s Closet: The Politics Behind a Ban on Gay “Propaganda”

13:05 12.06.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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