RE: Niemand fühlt sich zuständig | 09.12.2016 | 11:51

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Problem besteht nicht darin, dass es nicht genügend Wohnraum gibt, sondern darin, dass es nicht genügend bezahlbaren Wohnraum gibt. Jetzt mögen Sie einwenden, dass das in Guben oder Forst durchaus der Fall ist. Nur sollte es meiner Meinung nach nicht Anspruch einer Wohnungspolitik sein, nach arm und reich zu segregieren. Menschen mittels einer solchen Wohnungspolitik aus ihrem sozialen Umfeld zu drängen, kann in der Folge natürlich zu "sozialen" und "psycho-sozialen" Problemen führen, wie die Bundesregierung schreibt. Die Frage ist, ob man bei dieser Antwort stehen bleibt oder das Problem nicht doch (auch aufgrund der steigenden Zahlen) strukturell betrachten sollte.

Mit ihrer Weigerung, die Zahlen der Wohnungslosen zu erheben, gibt die Bundesregierung eine klare Antwort auf diese Frage. (Interessant ist ja, dass sich die Regierung bei den Angaben über die Wohnungslosen auf die BAG Wohnungslosenhilfe bezieht, um dann bei den Ursachen exakt das Gegenteil zu behaupten, von dem, was die Wohnungshilfe erklärt.)

Und ja, es gibt Menschen, die selbst für die Angebote von sozialen Einrichtungen nur noch schwer erreichbar sind. Aber auch hier ist die Frage, ob man sich mit solchen Schicksalen abfindet oder auf eine Gesellschaft(spolitik) zielt, die persönliche Schicksalsschläge abfedert. Sicher ist hier die Wohnungspolitik nicht das einzige Feld, an dem es anzusätzen gilt (im Text wird auf die Arbeitsmarktpolitik verwiesen). Aber doch ein zentrales.