Daniel Lücking

Journalist - verfolgt den 1. Untersuchungsauschuss des Bundestags zum Attentat am Breitscheidplatz vom 19.12.2016
Daniel Lücking
RE: Über Schwarzfahrer und ein U-Boot | 13.10.2018 | 08:51

MIt meiner Kollegin Stella hab ich den Tag im Podcast besprochen. Das Problem im Ausschuss ist die chronologische Aufarbeitung des Geschehens, die als erher als Verzögerungstaktik wirkt, denn als Aufklärung. Im Podcast nehmen auch die Parlamentarier der Fraktionen Stellung zur Personalie Haarmann.https://uapod.berlin/uapod-berlin-folge-003-vom-11-10-2018/

RE: Über Schwarzfahrer und ein U-Boot | 12.10.2018 | 09:23

Danke für die wichtige Anmerkung! Das hab ich zu sehr vom Endergebnis gedacht. Habe den Passus geändert: "Mit der Personalie H., die von einer Position der Exekutive aus in die Arbeit der Legislative wirkte und dort theoretisch auch die Möglichkeit hatte, eventuelle Versäumnisse zu kaschieren, stellte das Bundesinnenministerium nicht nur die Gewaltenteilung auf eine harte Probe. "Faktisch ist der Untersuchungsausschuss ein Organ der Legislative. Wenn die Regierung aber bei Beratungssitzungen zugegen ist, Zeugen aktiv einbremst, sowie Beweisbeschlüsse über die Zulieferung von Unterlagen nicht zeitgerecht bearbeitet, dann sind das wesentliche Einflussfaktoren. Einmal ganz zu schweigen vom Vorsitzenden des Ausschusses Armin Schuster, der sich immer wieder schützend vor die Dienste stellen will (zuletzt in Bericht aus Berlin, ARD, 07.10.2018) und seinen Untersuchungsauftrag offenbar nicht richtig verstanden hat.

RE: Clash of Bubbles: Fronten, Trauma, Eskalation | 11.05.2018 | 10:43

Noch differenzierter, als in den Beiträgen kann ich es nicht darstellen. Es bleibt dabei, dass hier Unvereinbarkeit in den Ansichten herrscht. Ich habe mich bei dem dir unterstellten Unverständnis auf deinen deutschlandweit verbreiteten Kommentar bezogen und auf die Tatsache, dass du die Kampagne unterstützt und die auch in anderen Kommentaren der "Pro Uniform" Fraktion verschrieben hast. Überleg dir mal, warum du so unbedingt in der zivilen Öffentlichkeit mit Uniform in Erscheinung treten willst oder der Meinung bist, andere müssten das tun dürfen, wo dir die zivile Öffentlichkeit doch weit offen steht und du davon reichlich Gebrauch in TV und Medien machst. Was gibt dir das Recht, dich mit einem staatlichen Machtsymbol und der Arbeitskleidung eines Soldaten in eine Diskussion begeben zu wollen (respektive die Forderung zu erheben, Soldaten sollten das aus Prinzip dürfen), die die Menschen in Zivil und auf Augenhöhe führen möchten und von der niemand ausgeschlossen ist?

RE: Parlamentsarmee im Guerillakrieg | 09.05.2018 | 00:08

FunFact: In den Kommentaren im Blog augengeradeaus von Thomas Wiegold schilderte ein User, dass Bundeswehr-Soldat_innen des BMVg angehalten seien, bei Terminen im Auswärtigen Amt in Zivil zu erscheinen.Zivil ist also durchaus auch im Repertoire dessen, was Soldat_innen im Dienst tragen können. Dazu noch ein offizielles Namensschild mit Funktion und niemand hat Probleme.Besonders PsyOps sollte da sehr "sensibel" agieren. In den 70ern hat eine der Vorgängerorganisationen linke / kommunistische Veranstaltunge in Zivil und mit versteckten Aufnahmegeräten unterwandert. Das ist in einer aufgeschlossenen, demokratischen Gesellschaft nicht mehr gewünscht.

RE: Parlamentsarmee im Guerillakrieg | 08.05.2018 | 11:33

Das wurde versucht, aber von der Bundeswehr abgelehnt. Im Statement der re:publica-Macher ist das nun alles noch einmal aufgearbeitet. Chronolgisch und auch sicherlich erstellt, nachdem nocheinmal sämtlicher Schriftverkehr gesichtet wurde. Die Bundeswehr war eingeladen zur "Diskussion", wollte aber "Präsentation- und Recruiting". Mehr dazu im Statement:https://18.re-publica.com/de/page/bundeswehr-bei-rp18-chronologie-paar-fragen

RE: Parlamentsarmee im Guerillakrieg | 05.05.2018 | 04:47

Alles klar geregelt bis auf den Fall, dass Soldat_innen nicht als Soldat_innen erkennbar sein müssen. Da ist Nachbesserungsbedarf in der Vorschrift, weil der Fall "PsyOp-Soldaten" mit auferlegtem Verbot des Wirkens auf Zielgruppen im Inland durch die Vorschrift in dieserlei Hinsicht nicht erfasst wird.

RE: Parlamentsarmee im Guerillakrieg | 04.05.2018 | 18:51

Einer der Soldaten vor dem re:publica-Gelände war Major Marcel Bohnert, " Federal Bureau of HR Management General Staff College" sagt sein LinkedIn-Profil. Die "Mikrofonständerin" war wohl eine Redakteurin/Reporterin von Radio Andernach. Das waren echte Soldat_innen, die auch von verifizierten Bundeswehrkanälen, FDP-Politiker_innen und Akteuren aus dem BMVg begleitet wurden. Eine recht orchestrierte Aktion.

RE: Anekdotische Evidenz ist hier nicht gefragt | 27.04.2018 | 13:51

Die Experten machten durch die Bank weg deutlich, dass Prävention eben nie zu 100% erfolgreich sein kann. Und klar: der Ex-Verfassungsschützer plädierte für mehr Ausbildung, mehr Personal. Das weden wir in dem Ausschuss sicher noch öfter hören. Persönlich bin ich gegen mehr Personal, da ich der Auffassung bin, dass primär die Methoden zu hinterfragen sind. Für Hinterbliebene und Überlebende sind all das sicherlich Betrachtungen, die nicht zufriedenstellen oder gar in irgendeiner Art den Schmerz kompensieren können. Letzlich bleibt - bei jeder noch so ambitionierten Überwachung oder Prävention - leider nur die Feststellung, dass sich solche Attentate nie in Gänze vermeiden lassen werden. Schön wäre aber, wenn nicht durch staatliche Strukturen, wie den Verfassungschutz, vermeintliche V-Leute in ihren Attentats- und Verbrechensvorbereitungen noch unterstützt werden.

RE: Wohin marschiert die Truppe? | 08.05.2017 | 08:45

@Apatit
Es kann in einer Hierarchie sehr sehr viel an der nächsthöheren Ebene vorbei begangen werden. Nicht nur in der Bundeswehr. Jeder der dort bereitwillig wegschaut ist aber ebenso Teil des Problems, wie jemand, der kriminelle Energie aufwendet, um Munition zu entwenden.
Munition zu entwenden ist mit zwei bis drei Unterstützern, die Urkundenfälschung betreiben möglich. 1.000 Schuss zu entwenden kann nur über eine längere Zeit oder ein größeres Netzwerk funktionieren.
Ich würde mir wünschen, dass aus der latenten Gefahr, die von Waffen in Privatbesitz und von Waffen in der legalen Verwendung von Staatsbediensteten ausgehen endlich die Konsequenz gezogen wird: Waffenträger müssen ihre Fingerabdrücke registrieren lassen. Bei Polizei, Geheimdiensten und Bundeswehr ebenso, wie beim kleinen Waffenschein.

RE: Wohin marschiert die Truppe? | 06.05.2017 | 11:45

Mal kurz nachdenken: da ist ein Herr Augstein mit einem erkennbaren Medienbezug eine Weile Teil der Bundeswehr und - wie magisch - passieren rund um ihn herum keine Skandale und kein Nazi outet sich.
Bei Herrn Blome sind es von zwei Jahren glatte 15 Monate auf Mannschaftsebene im NATO-Hauptquartier.... und all das vor mehr als 30 Jahren.
In den ersten Wochen der Grundausbildung wurde - auch damals schon - politische Bildung unterrichtet und die Traditionslinien der Bundeswehr erläutert. Mit eindeutigem Statement, dass die Wehrmacht keine Traditionslinie ist.
Wer länger dabei ist weiß, wo die erzkonservativen bis eindeutig rechtslastigen Nester sind. Das merkt ich spätestens in der Ausbildung zum Offizier, als ich mit anderen Truppengattungen zusammengetroffen bin. Meist fällt es am Kämpferethos auf. Panzertruppe, Fallschirmjägertruppe, Grenadiere... die Fraktion "wir sind die harten" ist besonders anfällig für den rechten Müll.
Auch Initiationsriten fanden in den Einheiten statt, in denen ich eingesetzt war und sich diesen zu entziehen heißt dann in der Konsequenz "Du gehörst nicht so richtig dazu". Nicht jeder dieser Veranstaltungen eskalierte auf einem Niveau, das die Menschenwürde verletzt hätte. Aber Ekelrituale, Saufexzesse oder Puffbesuche waren bekannte Teile der Unteroffizierskultur, die die Chefs so lange geduldet haben, wie nichts strafbewährtes passierte ... odere öffentlich wurde.
Deutlich schockierter war ich von der Fremdenfeindlichkeit, die mir bei manchen Soldaten in den Afghanistaneinsätzen begegnet ist. Auch, wenn diese Soldaten sich im Dienst professionell verhielten: wenn nach Dienst das rassistische Menschenbild offenkundig wurde hätte ich am liebsten gekotzt. Interkulturelle Kompetenz kann bis zu einem gewissen Grad befohlen werden ... gegen eine rassistische Grundhaltung kommt aber niemand an.