Die Grünen sind nicht grün

LNG und die Grünen wie die Grünen sich für Fracking-Gas einsetzen
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Wenn man einen Übergang zu weniger CO2 Emissionen mit regenerativen Energien schaffen will, aus Kohle- und auch Atomenergie aussteigen, kommt man an Gaskraftwerken mittelfristig nicht vorbei. Die Sonne scheint halt nachts wenig und der Wind weht auch nicht beständig. Kohlekraftwerke brauchen zu lange zum Hochfahren, deshalb sind Gaskraftwerke unerläßlich. z. B. für ein stabiles Stromnetz. Diese Aussagen sind soweit unstrittig. Hinzu kommt, daß Gas bei der Verbrennung weniger CO2 emitiert, etwa die Hälfte von Kohle. Aber dabei hat man nur den reinen Verbrennungsprozeß in Rechnung gestellt. Wenn Gas-Undichtigkeiten bestehen, führt eine solche Leckage schnell zu sehr viel schlechteren Ergebnissen. Man kann davon ausgehen, daß Methan einen etwa 100-fach stärkeren „Klimakillerwert“ hat als CO2. Da aber Methan in der Athmossphäre schneller zersetzt wird, kann man etwa mit dem 25-fachen Wert rechnen. Das bedeutet, daß bei etwa 4% austretendem Gas, die Umweltbilanz etwa genauso ausfällt, wie bei der Kohleverbrennung. Nun ist es aber so, daß beim „Fracking“ etwa 15% frei werden. Selbst wenn man all die anderen umweltzerstörenden Aspekte des Fracking-Verfahrens außer acht lässt, wäre es also noch wesentlich besser Kohle zu verheizen, als Fracking-Gas. ..soweit zu den Werten…

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern möchte die Nord Stream 2 -Leitung, mit der russisches Erdgas nach Deutschland gelangen würde, endlich fertig bauen. Das Gas wird ohne Fracking gefördert, also eine recht saubere Sache. Milliarden sind bereits investiert, es fehlt nur noch wenig, 95% der Leitung sind verlegt, die USA wollen das verhindern. Sie bedrohen beteiligte Firmen, sanktionieren alle Beteiligten. (u.a. wird der Hafen Sassnitz, wo die Röhren lagern, mit wirtschaftlicher Vernichtung bedroht.) Dafür wollen sie Deutschland ihr Flüssiggas verkaufen, hergestellt im Fracking-Verfahren. Davon abgesehen, daß es eine Frechheit ist, Deutschland und Europa im Handel vorzuschreiben, was die Europäer machen dürfen, unter „Bündnispartnern“ völlig indiskutabel.

Nun sollte man denken, die Grünen werden sich geschlossen hinter Schwesig stellen und den Bau unterstützen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock: „...einfach ungeheuerlich.... Nicht nur klimapolitisch, sondern vor allem geostrategisch.“ und da wird es interessant, 1. möchten die Grünen dann wohl 30% teueres, extrem umweltschädliches Fracking-gas aus den USA importieren und geostrategisch! Schön, daß mal jemand die Fakten benennt, die man sonst selten hört. Es geht also vor allem darum, die Weltmacht USA zu protekten und nur ja den Russen kein Gas abzukaufen. Da es eigentlich auch keine Firmen gibt, die das teure US-Gas kaufen möchten, haben die Grünen schon mal etwas nachgeholfen: Terminals zur Anlandung der Gastanker und deutsches Leitungsnetz bezahlt vom Steuerzahler, damit das Ganze etwas rentabler wird für die Firmen. (Bundesrats Verordnung zur Verbesserung der LNG-Infrastruktur von allen „grünen“ Ländern unterstützt) (Bundesrat Drucksache 138/19 z.B. Seite des bmwi.de)

00:10 04.03.2021
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Geschrieben von

Daniel Jens

Daniel Jens studierte ursprünglich Kunst. Reisen und Tourneen bis nach Südamerika, Iran und Indonesien schärften den Blick auf die Welt.
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