Politisierter Song Contest mit Happy End

Eurovision Portugal gewinnt das erste Mal den Song Contest mit einer berührenden Bossanova-Ballade.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Eingebetteter MedieninhaltSalvador Sobral gewinnt für Portugal den 62. Eurovision Song Contest in Kiew mit der zeitlosen Bossanova-Ballade Amar Pelos Dois. Er erhielt 758 Punkte. Den zweiten Platz erreichte Kristian Kostow aus Bulgarien mit Beautiful Mess. Auf Platz 3 landete dank eines starken Publikumergebnisses Sun Stroke Project aus Moldawien mit Hey Mamma. Der Wettfavorit und YouTube-Hit Occidentali`s Karma von Francesco Gabbani aus Italien kam nur auf dem 6. Platz. Deutschland landetete mit Levina und Perfect Life nur auf dem vorletzten Platz.

Salvador Sobral hatte mit seiner einprägsamen Jazzstimme und einem sehr effektiven Bühnenbild gepunktet. Bei der Reprise nach der Siegerehrung sang er den Song gemeinsam mit seiner Schwester Luísa Sobral, die den Beitrag für ihn geschrieben hat.

Portugal nahm erstmals 1964 beim Eurovision Song Contest teil und erreichte in seiner Geschichte eher schlechte Platzierungen.

Im Vorfeld der Live-Sendungen bestimmte die Diskussion um Einreiseverbote die Medienberichterstattung. Einreiseverbote betrafen nicht nur die russische Sängerin Julia Samoilowa, sondern laut verschiedenen Medienberichten auch politische Gäste aus europäischen Landern. Der Bulgare Kristian Kostow kam laut dem Dänischen Rundfunk zufolge in den Fokus der ukrainischen Sicherheitsbehörden. Kristian Kostov wird unterstellt vor drei Jahren über russische Grenzposten auf die Krim eingereist zu sein. Beweise wurden dafür jedoch bislang nicht gefunden. Auch ist unklar, ob er als Minderjähriger von dem Gesetz betroffen ist.

Trotz aller Pannen und Probleme, die bei den Vorbereitungen des Eurovision Song Contest im Vorfeld aufgetreten sind, ist eine gelungene Fernsehshow entstanden. Allerdings merkte man auch der Sendung, dass die Organisatoren mit weniger Budget auskommen mussten, als sie hatten. So wurde die Bühne laut einem Medienbericht der Deutschen Welle deutlich abgespeckter umgesetzt, als sie ursprünglich vom deutschen Bühnenbildner Florian Wieder geplant wurde. Auch bei Intervallacts setzte man anders als im Vorjahr eher auf Einspielfilme und ukrainische Künstler statt auf internationale Stars.

Voraussichtlich wird der Song Contest 2018 im Gewinnerland Portugal stattfinden. Der Termin ist noch offen.

02:49 14.05.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Daniel Koch

Schreibt über den Eurovision Song Contest, die Teilnehmer, die Länder und die TV-Shows
Schreiber 0 Leser 3
Daniel Koch

Kommentare 2