Über die Brücke geh'n

Eurovision Der Eurovision Song Contest findet 2014 in Dänemark statt. Das glücklichste Land Europas ist um eine kulturelle Aufgabe reicher.
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Malmö - Dänemark hat den Eurovision Song Contest 2013 gewonnen. Mit 281 Punkten setzte sich Emmelie de Forest und ihrem Folksong "Only Teardrops" knapp gegen die Konkurrenz durch. Es ist der dritte Sieg der Dänen nach 1963 und 2000. Platz 2 ging an "Hold me" von Farid Mammadov aus Aserbaidschan. Mitfavoritin Zlata Ognevich hatte für die Ukraine mit der Disney-Ballade "Gravity" den 3. Platz erreicht. Deutschland landete mit Cascada trotz guter Performance abgeschlagen auf dem 21.Platz. Die Höchstpunktzahl aus Deutschland ging dieses Jahr überraschend an den ungarischen Sängrer ByeAlex mit seiner fröhlichen Elektronummer "Kedvesem". Mit Agenturbrille, Wollmütze und Vollbart hat der 29-Jährige Journalist mit einem Master in Philosophie die Jury und TV-Zuschauer überzeugt.

Eine fast perfekte Show

Der Eurovisiom Song Contest in Malmö bot eine abwechslungsreiche und moderne Show, mit der Schweden sich als Popnation darstellte und die fast schon britisch wirkte. Höhepunkt des Rahmenprogramms war ein Musical, in dem Moderatorin Petra Mede schwedische Eigenarten gehörig aufs Korn nimmt. Weitere Gastauftritte hatten die ESC-Gewinnerin Loreen mit ihrer neuen Single "We've Got The Power" sowie die Sängerin Sarah Dawn Finer, die den Abba-Evergreen "The Winner Takes It All" interpretierte.

Bei der abschließenden Punktevergabe hakte es jedoch ordentlich. So wurden mehrmals Punkte in falscher Reihenfolge genannt. Auch wurde der Gewinner viel zu früh genannt. Für den Totalausfall sorgte die ESC-Gewinnerin Lena, als sie die Punkte für Deutschland vorlas und Dänemark mit Norwegen verwechselte. Hier rächte es sich, dass gerade dieser wichtige Teil nicht ausgiebig geprobt wurde.

Bei der Pressekonferenz nach dem Finale hätte man sich von der dänischen Delegation etwas mehr Freude gewünscht, denn davon hatte man wenig mitbekommen. Auch die Fragen der anwesenden Journalisten konnten aus der sichtlich berührten Emmelie de Forest nur wenig entlocken. Dafür gibt es schon den Plan, dass man innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach einer geeigneten Halle für den ersten Eurovision Song Contest in Dänemark sucht.

Das glücklichste Land Europas

Wie schon 2000 wandert der europäische Musikwettbewerb über die Öresundbrücke von Schweden nach Dänemark. Die Dänen gelten in mehreren Studien als das Land in Europa, in dem die höchste Zufriedenheit und Lebensqualität herrscht. Für die Dänen ergibt sich hiermit die Chance, diese Lebensfreude beim nächsten Eurovision Song Contest mit allen Europäern zu teilen. Dass die Dänen dazu auch finanziell und logistisch in der Lage sind, gilt als sicher. Bereits der jährliche Vorentscheid, der Melodi Grand Prix, ist mit dem großen Eurovision Song Contest vergleichbar.

Einige traditionelle Eurovision-Länder wie die Türkei und Portugal sind dem diesjährigen ESC ferngeblieben. Um den beiden Ländern den Weg zum Song Contest nach Dänemark nicht zu versperren, hat man die Regel fallengelassen, dass nur Länder teilnehmen dürfen, die den Wettbewerb ein Jahr zuvor auch ausgestrahlt haben.

Diskussion um Startplatzvergabe hält an

Welche Regeln sich noch ändern werden ist abzuwarten. Viel diskutiert wurde darüber, dass das Produktionsteam die Startreihenfolge der Künstler selbst festlegen konnte. Um die Kontrolle nicht vollkommen dem Team zu geben, wurde ausgelost, welches Land in welcher Hälfte starten dürfe. Dies hatte jedoch das Schicksal einiger Beiträge offenbar besiegelt. Die vier bestplatzierten Beiträge starteten alle in der zweiten Hälfte und nur zwei von 13 Beiträgen aus der ersten Hälfte landeten in den Top 10. Hier muss sich das zukünftige Organisationsteam vom Dänischen Rundfunk DR etwas einfallen lassen, damit nicht Losglück und Willkür sondern Qualität und Popularität die endgültige Platzierung beeinflussen.

Foto: Eurovision.tv
12:47 20.05.2013
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Geschrieben von

Daniel Koch

Schreibt über den Eurovision Song Contest, die Teilnehmer, die Länder und die TV-Shows
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Daniel Koch

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