DanielW

-
Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Es wird nicht lange dauern | 20.01.2014 | 10:47

Ich fand den Tatort ziemlich gut, die Auflösung originell, die kleinen Witzschen am Rande - wie etwa das Geschenkevertauschen durch Beckchen - liebevoll inszeniert und mit viel Spielfreude durchgeführt, und insgesamt schlüssig und ohne Fragen oder Verwirrung des Zuschauers - wie?, warum denn diese Wendung? Das hat er/sie doch wissen müssen! - am Ende, sehr gut war der Part des ehemaligen Castingshowzweiten Daniel, da war nichts zum Fremdschämen dabei wie sonst so oft in solchen Fällen, und ich verstehe Ihr Lob durchaus nicht als ironischen Verriss, wie einige ander hier, denn sie loben schließlich die tatsächlich guten und gelungenen Szenen und Einfälle, ich kann kein Ironie in ihrer Rezension entdecken (oder bin ich tatsächlich zu blöd, sie zu finden?), nur war ich mir nicht ganz sicher, lieber Herr Dell: Sind Sie frisch verliebt oder waren Sie bekifft beim Schreiben? Beides sei Ihnen durchaus gegönnt, aber so überschwänglich wie in diesem Text habe ich Sie doch noch nie hier erlebt...

RE: Zapft eure Quellen an | 10.06.2013 | 21:30

Ich fand ihn eigentlich ganz gut, das Polizeirevier als Hauptort hatte schon was, aber die Logik, wie ja hier auch schon mehrfach angesprochen, wurde für meinen Geschmack doch ziemlich strapaziert: "Stich ins Herz, er war sofort tot." Dafür ist olle Uljanow aber noch mächtig lang durchs Klo geturnt... Oder wollte der Chef nur die Inga ein bisschen schonen? Doch die Spuren hätte sie ja selbst schließlich auch recht schnell lesen können, das kann's also kaum gewesen sein.

RE: Von Mond | 10.03.2013 | 22:15

Da ist mir im Eifer des Gefeschts wohl etwas die Satzstruktur verloren gegangen, sehen Sie' s mir bitte nach...

RE: Von Mond | 10.03.2013 | 22:13

Wir scheinen, lieber Herr Dell, zwei verschiedene Filme gesehen zu haben...

Selten wurden, wenn ich mich recht erinnere, in einem Tatort derart konsequent viele Figuren diffamiert worden sein wie in diesem, um die Hauptfigur nur recht im besten Licht erscheinen zu lassen. Da geht die Geschicht, die doch vielleicht interessant hätte sein können, völlig daneben unter. Der "weiße Ritter", dem menschliche Schwächen allein aus dem Grunde gestattet werden, um sie nicht ganz in den Himmel - der Schweigerschen Weltsicht - entrücken zu lassen, steht neben den Finsterlingen und der Staatsanwältin, die, was für eine aus feuchten Altmännerträumen gewobene Figur!, pro Forma auf schnepfige Rechtsstaatlichkeit macht, aber doch nur auf Schweigers Arsch glotzen will, neben dem Chef, der, sich für ihn "intern weit aus dem Fenster lehnend" von Tschiller auch nur angelogen wird. Der ganze Tatort ist nichts als Mario Barth im TV-Format, alles gruppiert sich um den Helden, schwarz und weiß ist die Weltsicht, und ab heute werde ich das Leipziger Tatort-Team in den höchsten Tönen loben, denn schlechter geht's einfach nicht...

RE: Außerdem war sie mal Miss Bodensee | 05.02.2013 | 19:50

Hallo Herr Dell, ich würde Ihnen gerne eine Nachricht schreiben, nicht als Kommentar, sondern nur an Sie gerichtet, finde aber hier auf der Freitagseite leider keine Mail-Adresse oder eine andere Kontaktmöglichkeit und gehe dahier diesen, zugegebenermaßen, etwas merkwürdigen Weg. Kölnnten Sie mich kurz kontaktieren? danielweissbrodt@web.de

RE: Fieber, Kotzen | 07.02.2012 | 19:19

Der allgemeinen Freude über Film und Kritik kann ich mich nur anschließen.
Der Wiener Tatort war auch fein säuberlich recherchiert: Die Namen wurden nur ein ganz klein wenig verändert, aber Ražnatovićs "Tiger" wurden tatsächlich unter den Hooligans von "Partizan Beograd" rekrutiert, diese Einheit hat scheußliche Verbrechen begangen, und die martialische, gewaltbereite und mafiöse Subkultur der Ehemaligen existiert in Serbien ebenso wie in Wien.
Und doch ist es vielleicht ganz gut, zu erwähnen, dass diese hier sehr realistisch abgebildete Subkultur eben nicht typisch für Serbien oder die Serben ist. Man vergisst es so leicht, selbst dann noch, wenn man es weiß.
Denn wer von denen, die mir jetzt vielleicht beipflichten, könnten sich vorstellen, beispielsweise Urlaub in Serbien zu machen?
Traurigerweise prägen solche Geschichten die Vorstellung über ein Land, von dem wir hier kaum etwas wissen, in dem es aber ähnlich sicher ist und ebenso wenig Morde geschehen wie in Deutschland (www.unodc.org/documents/data-and-analysis/statistics/Homicide/Globa_study_on_homicide_2011_web.pdf, Seite 9)
Dies nur als eine kleine Ergänzung.

RE: Heute abend bei mir, kochen? | 30.10.2011 | 22:59

"Halle tut ja immer so, als habe es 1989 nie gegeben, und importiert Milieus aus dem Katalog für westdeutsche Fernsehfilmstandards, krass reich versus wohnwagenprekär." Lieber Herr Dell, haben Sie vielen Dank für diesen Satz, mit dem das Dilemma auf den Punkt gebracht ist. Eigene Geschichten werden leider nicht erzählt, eigene Lebenswelten kommen leider nicht vor. Obwohl das doch den Reiz der Polizeirufe und Tatortsendungen von Halle oder Leipzig ausmachen könnte. Aber immerhin: Henry Hübchen ist herrlich schluffig und die beiden alten Männer im Krankenhaus haben ein schönes Paar abgegeben. Für eine Polizeiruf aus Halle, so mein Fazit, war das Ganze doch besser als erwartet.

RE: Der trinkt wieder | 29.08.2011 | 14:23

@ Jörg Augsburg: Ja, dieses "Sächsisch" treibt einem die Schamesröte ins Gesicht. Es ist sehr schade, dass man in der ARD noch immer glaubt, dass beinahe jede/r diesen Dialekt imitieren könnte. Umgekehrt wäre wohl kaum denkbar, dass ein Sachse im Öffentlich-Rechtlichen einen bayerischen Dialekt radebrechen dürfte.
Und was die Makedonier angeht: Das Land ist multiethnisch und multireligiös, und die Gruppe der slawischsprachigen Muslime existiert, ist aber nicht gerade die größte im Land. Doch es ist möglich, anders als neulich im Münsteraner Tatort, wir erinnern uns, wo Moldawien an Bulgarien grenzte...

RE: "Frauenrechtsbewegung" als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit | 10.07.2011 | 12:51

@Sidney Davenport:
Also, ich finde die Idee witzig, das hübsch gemacht, sehr schön!
Ich bin allerdings ein wenig anderer Meinung. Denn ich habe mich auf die Aussagen einer website/Organisation (maskulist.de) bezogen, in diesem Text sind die Zitate eklektizistisch zusammengesammelt, das ist methodisch ein wenig fragwürdig.
Insgesamt allerdings bin ich der Meinung, dass es der Debatte gut tut, wenn wenn wir sie unaufgeregt und auch ein wenig ironisch und nicht ganz so verbissen und mit verhärteten Fronten führen, und deshalb freue ich mich über diesen Beitrag.
Mit den besten Grüßen!

RE: „Männerrechtsbewegung“ als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit | 09.07.2011 | 20:58

@nimzowisch:
1. Ich beziehe mich auf eine website, in vordergündig der "Männerrechte" gefordert werden, aber gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stattfindet, die dem Rassismus wesensgleich sind. Schauen Sie ruhig oben nochmal in den Zitaten nach.
2. Der Feminismus heizt keinen Geschlechterkampf an - wobei einzelne Äußerungen auch generell männerfeindlich sein können. Auch eine feministische Grundhaltung schützt vor Dummheit nicht - sondern versucht auf grundlage empirischer Untersuchungen strukturelle Benachteiligungen aufzuzeigen und zu beseitigen. Es wäre ein Fehler - wie ihn die "Männerrechtler" begehen - zu glauben, dass eine Kritik partiarchaler Stukturen eine Kritik an jedem Mann darstellen. Ich werde nicht mit frauenfeindlichen Männern sympathisieren, nur weil das einzig Verbindende zwischen uns ist, dass wir männlich sind. Mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin an einer Uni verbindet mich mehr und habe ich mehr gemeinsam als mit einem Bankangestellten oder einem Bauarbeiter. Geschlechterkampf ist ein Konstrukt, mit dem ich nichts anfangen kann.
3. Eine nicht wutschnaubende und sachliche Beschäftigung mit all den Themen, die die "Männerrechtler" benennen, kann ich mir durchaus vorstellen, aber eben nicht mit dem Feindbild Feminismus. Eine Männeremanzipationsbewegung müsste nach meiner Meinung zuerst einmal die eigenen Rollenbilder kritisch hinterfragen.