DavidFrankfurter

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RE: Sunderlands Eigentor | 19.04.2013 | 15:12

@Jayrb:

Interessant ist, dass Di Canio zuvor bei Swindon Town als Trainer erfolgreich war (wo niemand aufgeschrien hat) und als Gegenbeispiel zum entlassenen Trainer Martion O'Neil gilt. Wie auch beim Sieg am Wochenende in Newcastle zu sehen, ist dieser Faschist sehr emotional beim Fußball - sein Vorgänger (äußerlich) überhaupt nicht.

Ich denke eher das damit die Verpflichtung zu erklären ist, nicht mit einer braunen Clique im Vorstand von Sunderland. Denn Di Canio war nur etwa drei Wochen vorher bei Reading, dem Tabellenletzten, als neuer Trainer im Gespräch.

Nur stellt sich die Frage, ob es nicht viel härter ist, dass die faschistische Einstellung schlichtweg scheißegal ist - und nicht, dass sie von einigen, wenigen Vereinsbossen befürwortet wird.

Die Premier League ergeht sich fast wöchentlich in irgendwelchen Ehrungen, Aufrufen, etc. Deutlich wird an der Di Canio Sache, dass all dies nettes und nicht weiter störendes Drumherum vor Anpfiff ist. Wenn es drauf ankommt, ist es mit der Veurteilung von rassistischen Einstellungen dann doch nicht so ernst.

Interessant auch:

- der schwarze Spieler Sessegnon, der das Herzstück der Sunderland-Mannschaft ist, spielt seit dem Trainerwechsel überragend und scheint (soweit man es als Außenstehnder beurteilen kann) kein Problem mit Di Canio zu haben.

- eine Reihe von Sunderland-Fans (z.B. eine große Gewerkschaft) durchaus heftig protestiert haben und ihren Banner aus dem Stadion haben entfernen lassen. http://www.dailyrecord.co.uk/news/uk-world-news/union-demand-banner-removed-sunderland-1797490

- Das die Stimmung der Fans nach dem Sieg beim Lokalrivalen Newcastle umschlug und viele Di Canio mit Sprechchören feierten. Um an das Beispiel von Andreas Kuntz anzuknüpfen. Der abstürzende Mittelstand hat seinen Führer gefunden und bejubelt ihn frenetisch aufgrund von Kurzzeiterfolgen gegen Arbeitslosigkeit (= Klassenverbleib).

Er bedankte sich für die Sprechchöre mit dem "Kühne-Gruß". Kommentare dazu in den englischen Medien sind mir nicht bekannt. Wahrscheinlich hätte er dies aber auch als Geste für die gewonnen drei Punkte verkauft...

RE: Schlag ins Gesicht | 22.10.2012 | 22:48

Ohne auch nur ein Wort des Artikels schmälern zu wollen, muss ich darauf hinweisen, dass sich einige Bundesländer selbst daran gemacht haben die Leistungen nach dem BVG-Urteil zu erhöhen. Hier (Schleswig-Holstein), die seit kurzer Zeit allerdings auch eine, wenn man es so nennen möchte "Vorreiterrolle" übernehmen, werden seit diesem Monat die erhöhten Sätze gezahlt und es gab auch eine Nachzahlung für die beiden Monate zuvor.

Dass die Unterbringung trotzdem schlecht ist (Bezug eines Zimmers für zwei Menschen: ein Bett vorhanden, Rest des Raumes leer) steht außer Frage. Dass die Nobelpreisvergabe an die EU eine Farce ist ebenfalls.

Wirklicher Handlungsbedarf besteht bei dem Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge. Die NPD-Parole "Arbeit zuerst für Deutsche" ist bei den Kommunen täglich in Anwednung. Damit Asylsuchende in Deutschland eine Arbeit finden und Möglichkeiten haben über die Dauer ihres Asylverfahrens zu bleiben, bedarf es dem sagenumwobenen und leider selten zu treffenden "Unternehmer mit Herz", der aus welchen Gründen auch immer dazu bereit ist sich explizit für eine Person stark zu machen und diese einzustellen. Wie oft das der Fall ist, kann sich wohl jeder ausmalen.

Ein Thema das leider zu selten mediale Aufmerksamkeit erhält.

RE: Ja, jaa, ja, hmmm | 05.03.2012 | 21:10

"Endlich mal Kommissare, die keine Brathähnchen auf dem Schreibtisch mampfen, nicht, die Beine auf dem Tisch, im Dienst eine Mütze schlaf nehmen, nicht andauernd Scheiße sagen und sich auch so wie der letzte Penner benehmen."

Zurück zu preußischen Tugenden:
Ordnung, Sauberkeit, Disziplin! - Deutsche eben

RE: Hansen und Lewandowski | 20.02.2012 | 12:59

Bisher war ich immer nur stiller Leser der Tatort/Polizeiruf-Rezensionen.
Die unterschiedlichen Meinungen der "Community" sind dabei oftmals, für mich jedenfalls, das Salz in der Suppe.

Doch dieses mal frage ich mich, ob die hier Schreibenden ernsthaft beurteilen können, ob "dieses Milieu" nun gut oder schlecht getroffen, ob es realistisch oder unrealistisch dargestellt wurde.
Und gerade eine Milieubeschreibung als gelungen anzusehen, weil die Außenstehenden sich das Milieu eben so vorstellen, ohne es zu kennen, finde ich bedenklich.
Natürlich sind mir "grundgütiger" und "weinsztein" nicht persönlich bekannt und vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch falsch.
Aber für mich klang das doch etwas anmaßend.