Die Linke als Meta-Partei

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Die Linke ist eine plurale und integrative Partei mit einer großen Bandbreite von Einstellungen. Sie ist in der heutigen Form - vor allem als Fusion zwischen PDS und WASG - eine neue Partei, die sich wie Die Grünen in den 80ern noch im Konsolidierungsprozess befindet.

So wie Die Grünen die seinerzeitige bundesweite 3-Parteien-Landschaft der über 5%-Parteien zur 4-Parteien-Landschaft erweitert haben, hat Die Linke diese zur 5-Parteien-Landschaft erweitert.

Wenn ich Die Linke als Meta-Partei betrachte, so sehe ich 5 Hauptlinien: PDS, WASG, DKP, SPD, Bündis90/Grüne. Die WASG kann sowohl als Zwischenstation aus den anderen 4 vorgenannten Parteien, wie auch als extra Partei gesehen werden.

Bei Der Linken ist die historische Chance seit der Wende und der deutschen Wiedervereinigung ergriffen und erfolgreich umgesetzt worden, eine neue linksdemokratische Kraft zu schaffen. Das ist mir ein Lichtblick in der Groß-BRD, wo die parteipolitisch linke Seite ohne Die Linke so gut wie verwaist wäre. Dergestalt scheint mir der entsprechende Name auch angemessen.

Die heutige SPD und das heutige Bündnis90/Grüne sehe ich nicht mehr als Parteien auf der linken Seite, denn seit der rot-grünen Bundesregierung haben sich beide Parteien neu platziert im neokonservativen und neoliberalen Mainstream, somit im Schnitt kaum mehr zu unterscheiden von der traditionell konservativen CDU/CSU und der traditionell liberalen FDP. Wie ich beim Bundespräsidenten-Wahlkampf wieder gesehen habe, geht es im Grunde darum, wer die bessere konservativ-liberale Koalition ist: schwarz-gelb oder rot-grün.

In Der Linken finden sich vor allem im Westen auch viele Umsteiger aus SPD und Bündnis90/Grüne, die seit dem Bruch der rot-grünen Bundesregierung mit sozialdemokratischen und grünen Politiklinien und der Fortsetzung dieser Politik bis heute enttäuscht sind. Die Linke ist auch das sozialdemokratisch-grüne Gewissen von SPD und Bündnis90/Grüne.

16:17 02.07.2010
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Geschrieben von

Red Bavarian

Die Vergangenheit analysieren, die Gegenwart gestalten, die Zukunft erdenken.
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