Geist

Universum Ein Universum ohne Geist ist möglich, aber sinnlos
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Geist
Wikimedia Commons // TriTertButoxy, Stannered

Erst einmal zur Info: Die Welt ist am 13.0.0.0.0 4 Ahau 3 Kankin nicht untergegangen. Wie oft ist sie eigentlich schon nicht untergegangen?

Über meine Beschäftigung mit Wissenschaft, Philosophie und Religion habe ich mir überlegt, was der Sinn des Universums ist. Ein Kernmotto des Universalismus ist die Suche nach Wahrheit und Sinn. Ich sehe mich dergestalt als ein Suchender. Mein bisheriges Ergebnis ist, dass das Universum keinen Sinn an sich hat. Es kann als Gesellschaftstanz der Quarks gesehen werden:

Irgendwann hat es einen großen Knall gegeben — den Urknall — und voilà: es war da. Und jetzt pulsiert die Urenergie E = 0∞ halt allerweil und überall in Ohneheit-Offenheit, oder wie es im Mahayana-Buddhismus heißt: 'Wahre Leere, Wunderbare Existenz', wobei ein jeder Mensch quasi sein eigenes Universum ist und der menschliche Geist kräftig imaginiert — selbstreflexiv oder auch nicht.

Der menschliche Geist gibt dem Universum einen Sinn, oder auch einen Unsinn. Der Buddhismus wie die Gnosis stellen den Geist in den Mittelpunkt. Das Praktische dabei ist, dass jeder Mensch einen Geist hat. Es werden keine komplexen und teuren Geräte wie beispielsweise in der Physik gebraucht, um in den Makrokosmos der Galaxien und in den Mikrokosmos der Quarks zu schauen. Interessant ist dabei, dass sich die hypermoderne Wissenschaft wie die Quantenfeldtheorie und die antike Philosophie wie der Buddhismus in gewisser Weise einander annähern, was beispielsweise im Essay 'Heart Sutra: Buddhism in the Light of Quantum Reality' (Zip-Textdatei) ausgedrückt worden ist.

Aussagen über Quarks, beispielsweise über das Bottom- oder Beauty-Quark wie "Die ihm zugeordnete Flavour-Quantenzahl ist die Bottomness B' (auch Beauty), das Bottom-Quark hat B' = −1" und über das Top- oder Truth-Quark wie "Die dem Top-Quark zugeordnete Flavour-Quantenzahl ist die Topness T (auch Truth), das Top-Quark hat T = +1" hören sich metaphysisch an. Das Universum wird zu dem, was der menschliche Geist darin sieht.

Der Geist überhaupt — der Nookosmos, von griechisch noũs = Geist, Denken — übt von jeher eine Faszination aus, was in Philonoia — die Liebe zum Geist - münden kann. Der Geist, der dem Universum einen Sinn verleiht. In diesem Lichte liest sich das Logion 44 des Thomas-Evangeliums auch anders als man es von bekannten Christentum her verstehen mag: "Jesus sprach: Wer den Vater lästert, dem wird man verzeihen, und wer den Sohn lästert, dem wird man verzeihen; aber dem, der den Heiligen Geist lästert, dem wird man nicht verzeihen, weder auf der Erde noch im Himmel."

Lies: der klare und reine Geist, wie er auch im Buddhismus angestrebt wird. Der Geist, der über das Gewohnte hinausgeht, via Metanoia (Umdenken) und Prajñaparamita zu Gnosis und Bodhi. Der Universalgeist oder die Universalgeistin. Wer ihn oder sie lästert, lästert praktisch auch über sich selber, über seinen eigenen Geist, der ein Teil des Großen Ganzen ist. Ein integrierter Teil des Universums, wo alles miteinander dynamisch verwoben ist, wo Materie über Quarks über Quantenfelder über Energie in Geist übergeht, und Geist über Energie über Quantenfelder über Quarks in Materie.

15:25 24.12.2012
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Geschrieben von

Red Bavarian

Die Vergangenheit analysieren, die Gegenwart gestalten, die Zukunft erdenken.
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