Gott ist tot? Nein danke

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wer kennt es nicht, das Logo der Anti-Atom-Bewegung: Die lachende rote Sonne und drumherum die Worte "Atomkraft? Nein danke". Bei den Piraten habe ich ein analoges Logo erspäht, siehe meinen dergestalt benannten Blog-Artikel 'Terror? Nein danke'.

Da ich heuer auf religiöser (Wieder-)Entdeckungsreise bin, ist mir ein analoges Logo eingefallen. Die Beschriftung: "Gott ist tot? Nein danke". Es hat sich mir die Frage gestellt, wie man Gott darstellen soll. In der Bibel - Johannes 1, 1 - heißt es (Wortlaut 'Gute Nachricht Bibel'): »Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und in allem war es Gott gleich.« - Im Islam wird Gott - Allah - als Wort dargestellt. Es ist auch in Unicode zu finden, als Codepoint 'U+FDF2 arabic ligature Allah isolated form': ﷲ - Das kommt ins Innere des Logos. Im altgriechischen Originaltext des zitierten Bibelverses steht der Begriff 'Lógos', der mit 'Wort' nur unzureichend übersetzt ist, denn es bedeutet unter anderem auch 'Sprache, Rede, Beweis, Lehrsatz, Lehre, Sinn und Vernunft'. Auch der Begriff 'Logo' kommt von diesem altgriechischen Wort. Den Hintergrund des Wortes im Logo soll eine Flamme bilden. Der Unitarische Universalismus hat den Flammenkelch als Symbol. Siehe auch den Lichtvers im Koran.

Nun zum Inhalt, warum Gott nicht tot sein kann. Ich sehe Gott im universalistischen Sinn als 'das transzendente und universelle Lebensprinzip'. Ohne das gäbe es kein Leben im Universum. Da es jedoch Leben gibt - einschließlich uns, die wir hier schreiben und lesen -, gibt es auch Gott logischerweise (da steckt auch wieder 'lógos' drin). Die Begriffe 'Wort - Leben - Licht' sind bei Johannes 1, 1-5 zu lesen. Dort wird auch auf Jesus Christus Bezug genommen.

Bald ist Weihnachten, wo die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Zu Weihnachten werden Tannenbäume mit Lichtern aufgestellt. Man denke an den Baum des Lebens im Alten Testament - Genesis 2, 8-9 - oder an den Ölbaum im vorgenannten Lichtvers. Am Karfreitag geht es um den Kreuzestod Jesu Christi, zu Ostern um die Auferstehung Jesu Christi. Das ist der Kreislauf 'Geburt - Tod - neues Leben' gemäß dem Lebensprinzip, also Gott. Mir gefällt übrigens das Symbol des Christentums - das Kreuz - nicht wirklich, denn der Kern der christlichen Lehre ist ja nicht, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, sondern, dass er auferstanden ist.

Wenn man Gott für tot erklärt, dann gibt man sich dem Nihilismus hin. Heutzutage wird ja alles Mögliche für tot erklärt. Ich sage: Je öfter etwas für tot erklärt wird, umso lebendiger ist es logischerweise. Gott als das transzendente und universelle Lebensprinzip führt zur Erkenntnis, dass die Lebensgrundlagen und die Leben aller Lebewesen zu achten sind.

Deshalb: 'Gott ist tot? Nein danke'

14:48 05.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Red Bavarian

Die Vergangenheit analysieren, die Gegenwart gestalten, die Zukunft erdenken.
Schreiber 0 Leser 3
Red Bavarian

Kommentare 17

Avatar
Avatar
Avatar
hibou | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community