Zeitgenössische Medienkunst: Es lebt nicht, aber es vibriert

Ausstellung Vor 15 Jahren eröffnete Julia Stoschek in Düsseldorf eine der weltgrößten Privatsammlungen für „zeitbasierte Kunst“. Aber was bedeutet das eigentlich?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 23/2022
Hallo Fremder! „My Best Thing“ (2011) von Frances Stark basiert auf einem Online-Chat mit zwei Italienern
Hallo Fremder! „My Best Thing“ (2011) von Frances Stark basiert auf einem Online-Chat mit zwei Italienern

Courtesy of the Artist and Gladstone Gallery, Brussels/New York

Spricht man von zeitbasierter Kunst, müsste man vielleicht zunächst fragen, ob es überhaupt ein Erleben gibt, das nicht an das Vergehen von Zeit gekoppelt ist. Natürlich nicht. Auch der Begriff „Medienkunst“ ist eher unspezifisch, gibt es doch ohne medialen Träger keine Kunst, zeitbasiert oder nicht, egal, ob es sich um eine bemalte Leinwand handelt, einen Filmstreifen oder eine Festplatte. Und Bewegtbildmedien gibt es spätestens seit der filmischen Avantgarde der 1920er-Jahre. Wie also lassen sich einzelne Werke dieser Sparte überhaupt auf einen Nenner bringen?

In einem kolossalen Gebäude, einer einstigen Bühnenbildwerkstatt im edlen Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel, hat die Julia Stoschek Collection vor 15 Jahren ihre erste Au