A–Z Richard Wagner

Faszinosum Am 22. Mai jährt sich Wagners Geburtstag zum 200. Mal: In Düsseldorf wurde der „Tannhäuser“ wegen Hinrichtungsszenen abgesetzt. Und wie kann ein Linker Wagner hören?
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A–Z Richard Wagner

Foto: Sean Gallup / Getty

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Antisemitismus Von Richard Wagner stammt, man muss das noch mal in Erinnerung rufen, der Begriff „Verjudung“. Er zog in seinem 1850 erstmals erschienenen Pamphlet Das Judentum in der Musik auch für die damalige Zeit auf konkurrenzlos abscheuliche Weise über Juden her – radikal rassistisch, völkisch völlig vernebelt. „Der Jude“, heißt es bei Wagner unter anderem, „herrscht und wird so lange herrschen, als das Geld die Macht bleibt, vor welcher all unser Tun und Treiben seine Kraft verliert.“ Für den Politologen Matthias Küntzel ist Wagner daher „einer der Gründungsväter der antisemitischen Parteien, die 1879 im Deutschen Reich an Boden gewannen“. Wagners Antisemitismus sei mehr als eine schle