Absurde Gefolgschaft

Präventivkrieg Scott Ritte war 1991 bis 1998 UN-Waffeninspektor im Irak. Für ihn beginnt mit einem Militärschlag gegen Bagdad unwiderruflich das Zeitalter der präventiven Aggressionen
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Eine beachtliche persönliche Metamorphose hat Scott Ritter durchlaufen: Als Offizier der US-Marines kämpfte er im Zweiten Golfkrieg gegen die Truppen Saddam Husseins, als leitender UN-Waffeninspektor zwischen 1991 und 1998 galt er als "Falke", der dem irakischen Regime vorwarf, gegen die UN-Resolutionen zu verstoßen. Inzwischen tourt Ritter als Vortragsreisender durch die Welt und warnt vor einem US-Angriff auf den Irak.

FREITAG: Sie sind inzwischen einer der profiliertesten Kriegsgegner in den USA und von Podium zu Podium unterwegs, um Ihre Bedenken gegen einen Irak-Krieg zu äußern. Was macht Sie denn so sicher, dass Saddam Hussein über keine Massenvernichtungswaffen verfügt?
SCOTT RITTER: Gar nichts. Ich muss ehrlich sagen: ich weiß nicht, ob er