Ans Kreuz genagelt

KRAGUJEVAC IM MÄRZ 2000 Die einstige Industriestadt beherbergt 20.000 serbische Flüchtlinge aus dem Kosovo und ist selbst ausgeblutet
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Mit dem Bus bin ich am frühen Morgen zwei Stunden von Belgrad aus in Richtung Süden, nach Kragujevac, unterwegs. Wer die Zweimillionenstadt an der Save hinter sich lässt, sieht bei der Fahrt über die Autobahn links und rechts nur einige wenige kleine Ansiedlungen, eine stille, in sich ruhende Landschaft. Erst an der Peripherie von Kragujevac ändert sich das Bild. Mit ihren 190.000 Einwohnern gehört die Stadt heute zu den drei Metropolen Serbiens. Ihren Aufstieg nach 1945 verdankte sie vor allem einem Unternehmen - die Zastava-Autowerke wurden zum wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

Mein erster Gesprächspartner in Kragujevac soll der serbisch-orthodoxe Bischof Sava sein. Doch am Busbahnhof will zunächst einmal niemand Auskunft geben, wo der Sitz des