Apfelbäume schütteln

NARZISS UND FRIEDENSENGEL Jesse Jackson löste mit seiner Reise nach Belgrad zwiespältige Gefühle aus
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Manchmal geht Jesse Jackson den Mächtigen unter die Haut. Beten mit Milosevic, drei amerikanische Kriegsgefangene befreit, dann in Washington bei Clinton, der gute Miene machen muß, obwohl Jacksons harte Kritik an den Luftangriffen den brüchigen politischen Kriegskonsens sabotiert. Klammheimlich dürfte der Präsident sauer sein: Falls Clinton die Bomben stoppt, würde er das nach eigenem Zeitplan tun wollen, um sagen zu können, die NATO habe ihre Ziele erreicht, und nicht weil ein schwarzer Bürgerrechtler - oder ein russischer Präsident oder die republikanische Mehrheit im Kongreß - Druck ausüben. Die Regierung hatte Jacksons Reise ja verhindern wollen.

Vor allem die republikanischen Politiker marschieren nicht mit im NATO-Kreuzzug. Trent