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Kommentar I Im Duell Obama - McCain zeigt sich eine Orientierungslosigkeit der US-Wähler, die am Sinn der Demokratie zweifeln lässt: Zulauf für McCain beim ...

Im Duell Obama - McCain zeigt sich eine Orientierungslosigkeit der US-Wähler, die am Sinn der Demokratie zweifeln lässt: Zulauf für McCain beim Georgien-Konflikt, für Obama in der Bankenkrise; Zustimmung für Obama auf dem Höhepunkt dieser Krise, Rückfluss zu McCain beim vorläufigen Erfolg des Rettungspakets. Das erinnert fast schon an die flüchtigen Launen von Börsianern. Was ist das für eine Wahlentscheidung, die davon abzuhängen scheint, an welchem Tag gewählt wird! Und wie leicht kann sie manipuliert werden! Dennoch wäre es falsch, den US-Wählern jede Urteilskraft abzusprechen. Das hat die vorerst letzte Wendung des Wahlkampfs gezeigt. Den Irak-Krieg beurteilt eine Mehrheit längst als rufschädigend für ihr Land. Damit das nicht Obama zugute kommt, musste McCain dessen außenpolitische Unerfahrenheit herausstellen. Das zählte offenbar als Argument. Doch da niemand erfahrener sein kann als der frühere Außenminister Powell, der Bushs Kriegslügen vertreten musste und sich jetzt auf Obamas Seite stellte, ist das Argument verbraucht - weshalb Obama einen Vorsprung erhalten hat, der endgültig sein könnte. Sein Sieg wäre jedenfalls ein Argument für die Demokratie.

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