Auch nur heiße Luft

Klartext Beim Diesel ist es Manipulation. In der PR heißt es: zeitgemäße Co-Produktion. Arno Frank ergänzt die Erklärung von Ministerpräsident Stephan Weil
Auch nur heiße Luft
Es kann losgehen, Herr Weil! Die richtigen Worte sind gefunden
Foto: imago/localpic

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger Mitbürger_innen (Vorschlag kommissarische Kommission für queere Belange), liebe Öffentlichkeit! Es gilt, gewisse Missverständnisse Irrtümer (Vorschlag Pressereferent) bezüglich meiner Regierungserklärung zum Skandal um die Volkswagen AG zu aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft (Vorschlag der Volkswagen AG) auszuräumen. Diese Missverständnisse Irrtümer (viel besser! Pressereferent) betreffen nicht etwa eine mögliche völlig absurde (Pressereferent) Befangenheit der Landesregierung vorläufigen Landesregierung (Gemeinschaftsvorschlag von Elke Twesten/Bernd Althusmann) als Anteilseignerin der Volkswagen AG einer Firma für Maschinenbauprodukte (Vorschlag der VW AG), sondern das zeitgemäße Verfassen von Texten.

Wir leben in modernen Zeiten. Niemand schreibt mehr seine Texte alleine, im stillen Kämmerlein. Der Autor ist tot Dem Autor geht es gerade nicht so gut (Um Gottes willen, nicht sterben! Rosemarie Kerkow-Weil, Ehefrau). Das gilt seit Roland Barthes seit Ewigkeiten (nicht arrogant wirken! Pressereferent) für die Literatur, und es gilt seit Ewigkeiten auch für die Medien die gottverdammten Bluthunde der Medien (Vorschlag Ch. Wulff). Hier wie dort entstehen Texte heute in kollegialer Absprache in enger Abstimmung (der Pressereferent) mit denen, die etwas davon verstehen.

Jede Netflix-Serie familienfreundliche ARD-Vorabendserie (Vorschlag L. Marmor, NDR-Intendant) hat einen „Writer’s Room“, jede wissenschaftliche Arbeit eine „Peer Review“. Wenn ich über dieses Internet schreibe, wende ich mich an meinen Provider Sascha Lobo (Vorschlag von Sascha Lobo). Geht es um religiöse Fragen, konsultiere ich Margot Käßmann Gott (noch besser! Vorschlag von Margot Käßmann). Und wenn es um angebliche Skandale bei Automobilen von VW geht, gibt es schlechterdings keinen besseren Experten als die Volkswagen AG Ferdinand Dudenhöffer oder meinen Chauffeur (Vorschlag der VW AG).

Kurzum: Es wird in Deutschland keine Zeile nicht einmal ein Einkaufszettel für den Supermarkt (Vorschlag Rosemarie Kerkow-Weil) mehr geschrieben, der nicht zuvor von Fachleuten umfangreich lektoriert, korrigiert und evaluiert worden ist (Ausnahme: Internet-Foren, Vorschlag Sascha Lobo). Und das ist gut so! Ohne seinen gnadenlosen Lektor Gordon Lish wäre Raymond Carver nie als Meister der Lakonie in die Literaturgeschichte eingegangen. Mit ein wenig gutem Willen Leidenschaft (Vorschlag von Uschi aus dem „Chez Uschi“, Hannover) hätte „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust in 150 statt 5.000 Seiten erzählt werden können (Bildungsgeprotze, am besten ersatzlos streichen! Pressereferent).

Es ist also richtig richtig und wichtig (Vorschlag Merkel), beim Verfassen von Texten jede Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es wäre falsch uncool (Vorschlag Nils Weil, Sohn), das nicht zu tun. Insbesondere Insonderheit (Vorschlag Arthur Schopenhauer) in der Politik mit ihren Verflechtungen Verpflichtungen (klingt weniger nach Filz, Pressereferent), wo jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird.

Menschen machen Fehler. Zu diesem Zweck habe ich mich entschlossen, bei Bosch bei EDV-Spezialisten (Vorschlag Robert Bosch GmbH) eine Software eine künstliche uns längst überlegene Intelligenz (Vorschlag Elon Musk) in Auftrag zu geben, die den kompletten publizistischen Ausstoß der niedersächsischen Staatskanzlei vor Veröffentlichung noch einmal überprüfen wird.

Ich danke Ihnen! (Heiterkeit, Beifall)

06:00 10.08.2017

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