Christoph Butterwegge
Ausgabe 5215 | 05.01.2016 | 11:30 38

Auf dem Weg ins Mittelalter

Armut Je höher die Zahl der Asylsuchenden, desto dringlicher wird die Umverteilung des Reichtums in Deutschland

Armut ist ein heftig umkämpfter, aber kein politischer Kampfbegriff, wie Konservative und Neoliberale gern behaupten. Das Armutsverständnis hängt nicht bloß von den sozioökonomischen Rahmenbedingungen und den herrschenden Wertvorstellungen ab – sondern auch von dem Erfahrungshorizont, der gesellschaftlichen Stellung und dem weltanschaulichen, religiösen und politischen Standort des Betrachters. Es gibt keine allgemeingültige Definition und es dürfte sie niemals geben. Die Erscheinungsformen der Armut sind zu vielfältig.

Deutschland ist ein Vierteljahrhundert nach der Vereinigung von BRD und DDR eine wohlhabende, aber gleichwohl tief zerklüftete Gesellschaft. Die soziale Ungleichheit hat sich im vergangenen Jahrzehnt besonders drastisch verschärft, wie selbst die OECD, ein Zusammenschluss der hoch entwickelten Industrieländer, bemängelt. Bei der Konzentration von Vermögen belegt die Bundesrepublik in Europa einen Spitzenplatz, und die Armut erreicht auch einen Teil der Mittelschicht, verfestigt sich dort zunehmend und löst bei einem anderen Teil soziale Abstiegsängste aus, was irrationale Reaktionen hervorruft und rechtspopulistische Tendenzen fördert.

Mehr als hundert Milliardäre und eine Million Millionäre stehen inzwischen fast dreieinhalb Millionen überschuldeten Haushalten gegenüber. 40 Prozent der alleinerziehenden Mütter beziehen Hartz IV, viele bringen am 20. des Monats kaum noch etwas Warmes für ihre Kinder auf den Tisch. Es gibt Senioren, die unbeschwert Kreuzfahrten machen – aber auch Millionen Seniorinnen, die davon nur träumen können, weil sie frühmorgens Zeitungen austragen, öffentliche Toiletten putzen oder Regale auffüllen, wenn sie nicht Pfandflaschen aus Mülleimern klauben, um mit ihrer kärglichen Altersrente über die Runden zu kommen.

Laut neueren Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) konzentrierten sich beim reichsten Prozent der Bevölkerung mehr als ein Drittel des Gesamtvermögens und beim reichsten Promille immer noch fast ein Viertel. Auf der anderen Seite haben 20 Prozent der Menschen keinerlei finanzielle Rücklagen und sieben Prozent sogar mehr Schulden als Vermögen. Folglich sind mehr als 22 Millionen Menschen, die in der Bundesrepublik leben, bloß eine Kündigung oder eine schwere Krankheit von der Armut entfernt.

Absolut und relativ

Da es keine allgemein verbindliche Armutsdefinition gibt, unterscheidet man zwischen absoluter, extremer oder existenzieller Armut einerseits sowie relativer Armut andererseits. Von absoluter Armut ist betroffen, wer seine Grundbedürfnisse nicht zu befriedigen vermag, wem es also fehlt an für das Überleben notwendigen Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, einer den klimatischen Bedingungen angemessenen Kleidung, einem Dach über dem Kopf oder einer medizinischen Basisversorgung. Von relativer Armut ist betroffen, wer zwar seine Grundbedürfnisse befriedigen, sich aber nicht oder nicht in ausreichendem Maße am gesellschaftlichen Leben beteiligen kann, sondern den allgemein üblichen Lebensstandard für längere Zeit deutlich unterschreitet.

Schon vor der jüngsten Fluchtmigration waren hierzulande bis zu eine Million Menschen von absoluter Armut betroffen, deren Existenz jedoch unter Hinweis auf das Recht auf Bezug staatlicher Grundsicherungsleistungen fast durchgängig negiert wurde. Obwohl die Bundesrepublik von Elendserscheinungen keineswegs frei ist, dominiert relative Armut. Aufgrund einer EU-Konvention wird ihr Ausmaß bestimmt, indem man die Quote derjenigen Personen ermittelt, die (bedarfsgewichtet) über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland verfügen.

Aufgrund der Fluchtmigration wird es hierzulande vermehrt absolute Armut geben, wie auch die Zahl der Bezieher staatlicher Transferleistungen zunehmen dürfte. Die soziale Kluft wird sich vertiefen, falls der Wohlfahrtsstaat diese Entwicklung nicht stoppt. Angesichts dessen muss Tendenzen begegnet werden, die hinauslaufen auf eine Beschönigung der sozialen Misere, eine Leugnung der absoluten Armut und eine Verharmlosung der relativen Armut.

Längerfristig bleibt die Einwanderung überwiegend mittelloser Flüchtlinge nicht ohne gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung von Armut und sozialer Ungleichheit in Deutschland. Bei unveränderten Macht- und Mehrheitsverhältnissen besteht sogar die Gefahr einer nachhaltigen ethnischen Unterschichtung unserer Gesellschaft, wenn Geflüchtete nicht auf einen sie einschließenden Sozialstaat treffen, sondern die Dominanz rassistischer Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft dazu führt, dass sie arm bleiben und sozialer Ausgrenzung unterliegen.

Neue Maßstäbe

Um die Gefahr der ethnischen Unterschichtung unserer Gesellschaft wie der Ghettoisierung von Flüchtlingen zu bannen, ist eine inklusive Sozial-, Bildungs-, Gesundheits-, Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaupolitik ebenso notwendig wie eine progressivere Steuerpolitik, mit der Kapitaleigentümer, Vermögende und Spitzenverdiener stärker zur Finanzierung des Kampfs gegen das Flüchtlingselend herangezogen werden müssen.

Die steigende Anzahl der Asylsuchenden macht die Umverteilung des Reichtums von oben nach unten noch dringlicher. Die öffentliche Armut könnte durch eine höhere Steuerbelastung der Reichen gemildert werden. Derzeit leidet darunter auch die Handlungsfähigkeit des Staates im Bereich der Migration, wenn etwa den Bundesländern nicht genug Erstaufnahmekapazitäten zur Verfügung stehen und hoch verschuldete Kommunen unter den Kosten der Flüchtlingsunterbringung stöhnen.

Für manche Deutsche existiert Armut nur dort, wo Menschen total verelenden oder gar wie Vieh auf den Straßen verenden. Je krasser die Verteilungsschieflage bei Einkommen und Vermögen wird, umso mehr wächst offenbar das Bedürfnis, Armut in einem reichen Land auf Not und Elend zu reduzieren. Zu befürchten ist deshalb, dass die vermehrte Fluchtmigration benutzt wird, um einen mittelalterlichen Armutsbegriff zu rehabilitieren, wonach nur als Betroffener zählt, wer nicht mehr hat, als was er am Leibe trägt.

Großaktionäre und Topmanager würden sich köstlich amüsieren, wollte man sie nach dem Besitz einer Kutsche oder eines Reitstalls fragen, um herauszufinden, ob sie zu den Reichen gehören. Arme müssen hingegen noch immer Lumpen tragen, Wasser trinken und Brot essen, um als solche gelten zu können. Wie diese Beispiele zeigen, haben sich die Erscheinungsformen der Armut und des Reichtums tiefgreifend gewandelt, weshalb man heute andere Maßstäbe anlegen muss.

Sozialministerin Andrea Nahles hat angekündigt, dass der nächste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung auf einem restriktiveren Begriffsverständnis basieren wird. Ihres Erachtens führt das EU-Konzept, die Armutsgrenze bei 60 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens zu ziehen, in die Irre. „Angenommen, der Wohlstand in unserem Land würde explodieren, dann bleibt nach dieser Definition das Ausmaß an Armut gleich.“ Das wäre allerdings nur so, wenn sich der Zuwachs des Wohlstandes genauso ungerecht verteilen würde wie der Wohlstand bisher verteilt ist. Nahles erläuterte, es handle sich um eine relative Größe, welche die Einkommensspreizung anzeige, jedoch nicht die absolute Armut. „Dabei laufen wir aber Gefahr, den Blick für die wirklich Bedürftigen zu verlieren.“ Nahles erwähnte Einwanderer ohne legalen Aufenthaltsstatus und jüngere Erwerbsgeminderte, bei denen es „wirkliche Armut“ gebe.

Besonders angesichts des Flüchtlingselends ist es allerdings gefährlich, die von extremer Armut betroffenen Gruppen gegen die (nur) von relativer Armut betroffenen Gruppen auszuspielen. Soziale Ächtung kann schlimmer sein als körperliches Unbehagen: Wenn ein Kind, das im tiefsten Winter mit Sommerkleidung und Sandalen zur Schule kommt, von seinen Klassenkameraden ausgelacht wird, leidet es darunter wahrscheinlich mehr als unter der Kälte. Je reicher eine Gesellschaft ist, umso weiter sollte ihr Armutsverständnis sein.

Christoph Butterwegge ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln

Illustrationen zu dieser Ausgabe

Die Bilder der Ausgabe sind illustrierte Zukunftsvisionen von Klaus Bürgle aus dem letzten Jahrhundert: „90 Prozent waren Forscherwissen, das andere Fantasie und Konstruktion.“ Mehr über den extraterrestrischen Grafiker erfahren Sie im Beitrag von Christine Käppeler

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 52/15.

Kommentare (38)

schna´sel 05.01.2016 | 11:58

"Bei unveränderten Macht- und Mehrheitsverhältnissen besteht sogar die Gefahr einer nachhaltigen ethnischen Unterschichtung unserer Gesellschaft, wenn Geflüchtete nicht auf einen sie einschließenden Sozialstaat treffen, sondern die Dominanz rassistischer Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft dazu führt, dass sie arm bleiben und sozialer Ausgrenzung unterliegen."

So ist es. Und die ersten Spitzen dieser Eisberge kann man m.E. schon an den aktuellen Ereignissen in der Kölner Silversternacht erkennen. So weit ich weiß wurde ja auch gesagt: dass die sexuellen Übergriffe häufig "nur ein Ablenkungsmanöver" gewesen seien, um an die Wertsachen der Opfer zu kommen. Ich weiß nicht, was diese menschen dazu bringt, sich so zu verhalten. Aber das Armut die Basis ist, die diese ganze Probleme erzeugt, dessen bin ich mir sicher. Die absolute Armut, die diese Menschen aus ihrer Heimat vertrieben hat und die realtive Armut, die sie hier erwartet. Gepaart mit Entfremdung und auch mit einem anderen Bewusstsein von Ethik, das ja zu den den Bedingungen gehört unter denen sie vertrieben wurden oder fliehen mussten. Wir werden uns diesen Problemen nicht mehr länger entziehen können. Die Armut wird unserer Gesellschaft für immer verändern.

schna´sel 05.01.2016 | 12:09

Die haben das ganze Problem einfach an einen ihrer Top Manager, Frank-Jürgen Weise, outgesourced. Das nennt man auch das "Hartz IV Prinzip" und in der engen Verzahnung unserer ökonomischen Bedürfnisse mit denen der systemtragenden Großbanken und der Sicherheitspolitik hat es sich auch bewährt. Nomen est omen. Der Weise wird die paar Arbeitslosen und die paar Asylssuchenden schon schmeißen. Soviel Geiz mus sein...

denkzone8 05.01.2016 | 12:13

selbst-bestätigung aus arbeit,die gesellschaftlich(markt-) geschätzt ist, mit einem auskömmlichen einkommen ist der integrations-schlüssel für die leit-gesellschaft. alles andere,das kein leistungs-bewußtsein generiert, ist destruktiv,verunsichernd,auf anerkennung in parallel-gesellschaften verwiesen und damit als zweifel-haft in der haupt-gesellschaft angesehen. oder?

Joachim Petrick 05.01.2016 | 12:55

Allein der Begriff Armut muss als Gradmesser eine Erfindung der Reichen sein, wieweit ihre asymmetrische Demobilsierung der Mehrheit einer Gesellschaft in fundamental politischen Fragen zu Gunsten der Mobilisierung der Politik der Reichen gelungen oder zu erweitern ist.

Auch wenn allerorten seit dem Club of Rome 1972 in Sonntagsreden gerne vom Ende des Wachstums geredet wird, dessen ungeachtet gilt den Reichen die Armut anderer als Wachstumsmarkt, der hohe Renditen verspricht

Dinkeladvokat 05.01.2016 | 14:34

Ich bin genervt weshalb man Armut unterteilt, relative ist sch... Und absolute auch

...warum dreht man nicht ganze das mal um,warum führt man nicht die begriffe

absoluter Reichtum und relativer Reichtum

ein.

von absolutem reichtum ist betroffen, wer nur daran interessiert ist ,diesen reichtum noch absoluter zu machen

vom relativen reichtum ist betroffen, wer sich seiner Verantwortung bewusst ist und diesen Reichtum nicht nur zur reinen Gewinnmaximierung einsetzt,sondern sich eben mit diesem Reichtum gesellschaftlich engagiert.

schönes separieren unter den reichen,find ich gut...

rioja 05.01.2016 | 14:44

Wenn Geld der einzige Besitz ist, dann herrscht große Armut! Zwei Megatrends sind zu erkennen. Erstens Industrie 4.0, Totale Digitalisierung & Roboteisierung. Dadurch wird es Massen an Jobverlierern geben, auch in der Mittelschicht. Um nicht in bürgerkriegsähnliche Zustände zu verfallen, wird es ein Grundeinkommen geben, auch damit die Masssen weiter das konsumieren können, was die Roboter produzieren. Soweit aktuell in der Neuen Zürcher Zeitung zu lesen. Zweites sagt es uns das NATO-Papier "Urban Operations in the year 2020". Es wird smart cities for smart peoples geben und Massen-verslumung an den Rändern der Städte. Dazu und dazwischen ein paar "grüne Inseln" biologisch-landwirtschaftlich genutzter Flächen zur Nahrungsmittelproduktion. Via Google & Co. Big DATA und predictive analytics, Algorithmus, ist alles im Griff. Bevor der die loser ausflippen, sind die Soldaten schon da. Und wem das nicht passt, der kann ab 2020 via "misson mars one" einfach auf den Mars verschwinden, mit dem nötigen Kleingeld, versteht sich!

Reinhold Schramm 05.01.2016 | 16:38

[Ein bereits vorausgegangener weiterer Faktor zur allgemeinen Klassen- und Armutspolitik:]

Zum nahezu allgemeinen Absturz der (westlichen) Arbeitslöhne seit der "Deutschen Einheit" bzw. der erneuerten Einheit der deutschen Volksgemeinschaft von Kapital und Arbeit seit 1990.

Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Der vormalige Auszubildende im Zimmerer-Handwerk am OSZ-Spandau für Bau- und Holztechnik, damals noch in der Zitadelle-Spandau, arbeitete am Elefantentor (am Berliner Zoo) im Jahr 1988/89 mit. Als Junghandwerker bekam er einen Bruttostundenlohn von 21,-- DM.

Fünfzehn Jahre später, im Jahr 2004:

Erwerbslose Holz-Handwerker [vor allem Tischler-JunghandwerkerInnen] hatten im Jahr 2004 allenfalls ein Arbeitsplatzsangebot für einen Brutto-Stundenlohn (in und um Berlin) von 7,-- bis 9,-- Euro. Der Brutto-Tariflohn, der häufig nicht mehr gezahlt wurde, lag nur bei 10,50 Euro. [Im Bereich der Berufe der Holzverarbeitung lag 2004 im Großraum von Berlin die statistische Erwerbslosigkeit um 40 %; kap. Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und Massenarbeitslosigkeit etc.]

Meine (mündliche) Lohnvereinbarung als Tischlermeister und Techn. Mitarbeiter am Martin-Gropius-Bau Berlin, mit dem damaligen und heutigen Direktor des MGB, lag im Jahr 2004 bei "mtl. 2000 bis 2500 Euro NETTO". Tatsächlich wurden davon nur 62 %, entsprechend des zeitlich "befristeten Arbeitsvertrags", gezahlt. [Brutto ca. 14,-- Euro-Std., anstatt der mündlich vereinbarten 23,-- Euro; nach Umrechnung der mündlichen Lohn-Vereinbarung.] Entgegen der Vereinbarung lag der mtl. Brutto-Einkommensverlust bei ca. 1300,-- Euro. Mein diesbezügliches Schreiben an die zuständige Personalstelle des KBB, zuständig für die Berliner Festspiele, Haus der Kulturen der Welt und MGB Berlin, wurde niemals beantwortet.

[Dieser um 38% verminderte Arbeitslohn diente in Folge auch für die Berechnung meines ALG I., Sozial- und Rentenansprüche, aber auch in Folge der Berechnung der verminderten Unterhaltszahlungen für meine Kinder etc.]

Fortsetzung:

Im März 2006 lag mein Netto-ALG I., entspr. der vorausgegangenen zu niedrigen MGB-Lohngrundlage, bei mtl. 982,-- Euro.

Von der damaligen Arbeitsagentur, Wolframstr., im Berliner Teilbezirk-Tempelhof, bekam ich im März 2006 ein Angebot "bis zur Rente", als Tischlermeister und Projektleiter, in Vollzeit-Erwerbsarbeit für (nur) mtl. Brutto: 1200,-- Euro, bzw. mtl. 850 Euro NETTO. [Brutto: 7,35 Euro-Std.; siehe hier auch die Differenz zu 23 Euro-Std. brutto, entsprechend meiner mündlichen und unterschlagenen MGB-Lohnvereinbarung.]

Auch als unterhaltspflichtiger Vater meiner Kinder erfolgte meine Nachfrage bei der Arbeitsagentur (BA-Tempelhof), wegen der zu geringen Bezahlung, 7,35 €-Std, als Handwerksmeister und Projektleiter [und meine vorsichtliche Zuständigkeit für zehn/elf Mitarbeiter].

Von der Staats-Beamtin und Sachbearbeiterin bekam ich u. a. zur Antwort: "Sie können noch Aufstockung beantragen" -- und: "Sie können damit ihren Arbeitsplatz bis zur Rente behalten" [Sinngemäß].

[Anm.: Mein beruflich unterstellter und festangestellter Mitarbeiter hatte bereits einen zu geringen Arbeitslohn (!), der lag allerdings bereits um mtl 500 Euro höher als der angebotene BA-Armutslohn für mich als vorgesetzter Meister und Projektleiter.]

Der von der BA angebotene Arbeitslohn für meine Vollzeitarbeit, weit unterhalb des ALG I., hätte auch nicht für die mtl. Miete, Fahrkosten und persönlichen Lebensunterhalt gereicht. Zudem konnte man damit auch keinen Rentenanspruch gegen die drohende Altersarmut erwerben.

Solche Lebens- und Lohnfragen der werktätigen Frauen und Männer werden von der gut-geschmierten Lobbypolitik der hündischen 'Sozialpartner nur ungenügend beantwortet. Oder aber auch demagogisch mit deren Hinweis auf 'private Vorsorge verschleiert.

Auch die sozialdemokratischen DGB-'Sozialpartner haben sich an der Beantwortung von sozialen Lohn- und Existenzfragen bis heute nur mangelhaft und ungenügend beteiligt. Farbig bedrucktes Papier ist auch hier keine gewerkschaftliche Antwort.

[R.S.: Gewerkschafter seit März 1969.]

[-- stets unvollständig.]

blog1 05.01.2016 | 19:29

Dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht, hat mehrere Ursachen, die sich teilweise sogar gegenseitig verstärken. Ich nenne hier nur einige Gründe ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:

1. Zu Beginn der 90-iger Jahre wurde die Globalisierung bzw. Deregulierung in Gang gesetzt. In dem Zuge brach das Gegenmodell, die Sowjetunion in sich zusammen. Der Kapitalismus konnte sich ungehindert entfalten und hat sich mittlerweile zu Raubtierkapitalismus entwickelt.

2. Kapital wird heute dort angelegt, wo es die höchsten Renditen erwirtschaftet kann. Durch die Kapitalverkehrsfreiheit, die in meisten Staaten verwirklich wurde, kann das Kapital frei zirkulieren und entzieht sich damit fast jeglicher Kontrolle.

3. Arbeit hingegen ist lokal gebunden. Der Arbeit rückt in eine defensive Position. Die Entmachtung der Gewerkschaften tut ein Übriges. In Deutschland konnte sich durch die Agenda 2010 ein Arbeitsmarkt entwickeln, die die Arbeitnehmerrechte auf das Gröbste beschnitten hat. Hinzu kommt, dass die Arbeitnehmerschaft gegeneinander ausgespielt wird. Bei BMW beispielsweise besteht die Stammbelegschaft aus ca. 40% der Gesamtbelegschaft, bei Audi, Daimler läuft es nicht anders. Der Rest der Belegschaft besteht aus befristeten Arbeitsverhältnissen, Zeitarbeit der 1. und 2. Kategorie bzw. aus Werkverträgen. Die jeweilige Stammbelegschaft sorgt dann dafür, dass der andere Teil der Belegschaft nicht nach oben kommt. Aber auch auf die Stammbelegschaft hat diese Vorgehensweise eine disziplinierende Wirkung. Wer nicht mitspielt, der fliegt.

4. Die Steuerpolitik wurde spätestens seit der Regierung Schröder systematisch zu Gunsten der Reichen verändert. Ich nenne hier nur einige Punkte.

- Steuersatz für Kapitalerträge i.H. v. pauschal 25% Abgeltungsteuer. Arbeitseinkommen hingegen wird linear progressiv besteuert.

- Körperschaftsteuersatz von 15%

- Abschaffung der Vermögensteuer (ab 1996)

- nahezu keine Erbschaft- und Schenkungsteuer für Betriebsvermögen durch diverse Befreiungsvorschriften

- 8b-Privileg

- zahlreiche Möglichkeiten zu Gewinnverlagerung in ausländische Steueroasen. Dazu zählen auch die Niederlande, Irland und Luxemburg, allesamt EU-Staaten.

Deutschland ist ein Eldorado für Reiche und Superreiche. Nach den USA befindet sich in Deutschland die zweitgrößte Zahl an Milliardären. Warum wohl?

5. Der Konzentrationsprozess von Vermögen und Einkommen wurde durch die Politik maßgeblich begünstigt. Ca. 1.000 Großfamilien nehmen massiv Einfluss auf die Politik. Sie beherrschen die Medienlandschaft, die Maschinenbauindustrie, die Automobilindustrie und das Bauwesen uns zentrale Bereiche der Dienstleistungen.

6. Steigbügelhalter der Superreichen sind bezahlte Manger, Anwaltskanzleien, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Ärzte und nicht zu vergessen die gehobene Beamtenschaft. Sie sorgen dafür, dass alles so bleibt wie es ist. Diese Gruppe nimmt ca. 10% der Bevölkerung ein. Mitglieder dieser Gruppe werden für ihre Dienste fürstlich entlohnt (Gehalt oder Pension) und Bedarf ausgetauscht, wenn sie versagen.

Michaela 06.01.2016 | 09:25

Ich kann das leicht fabulieren, da es mir an Nichts fehlt, ausser an Optimismus.

Relative Armut ist massenhaft anzustreben, in allen HDC´s, da es ökologisch wohl fatal wäre, würden die Verbrauchs- und Verwüstungsansprüche des durchschnittlichen Europäers, Nordamerikaners oder jener "reichen" Staaten in Asien und im Pazifisch-Ozeanischen Raum dort noch mehr Menschen erfüllt bekommen.

Wer heute noch so engstirnig ist, Wohlstand mit materiellem Irrwitz gleichzusetzen, der sollte besser aufhören, seine Meinung öffentlich zu artikulieren und in eine Klause verschwinden!

Sauberes Wasser, gesunde Ernährung, eine den klimatischen bedingungen angepasste Unterkunft und die Möglichkeit sich gesund an Geist und Körper zu halten in freier, selbstbestimmter Lebenszeit, das ist für jeden Menschen anzustreben, das wäre auch seit langer Zeit mit wohl der Hälfte an Ressourcenverschwendung und Umweltvernichtung für 10 Milliarden Menschen möglich!

Es ist schlicht lächerlich - doch die erste Regel müsste für jede Gesetzgebung lauten, kein Mensch hat das Recht für sich mehr zu fordern, als eine Erde ihm in Relation zur Bevölkerung bieten kann!

Wer mehr fordert ist ein Idiot, wer mehr fordert ist ein bequemer Dummkopf, wer mehr fordert ist ein Verbrecher an den kommenden Generationen.

Sich auf technische Lösungen der Zukunft zu berufen ist genauso schwachsinnig, wie eine Wüstendurchquerung ohne Wasser zu starte - irgendwo findet man schon welches.

Wie gesagt, ich tue mich leicht, ich bin auch eine Verbrecherin!

Ich freute mich jedoch sehr, würde es Menschen geben, die endlich den Mut aufbrächten und die Kraft, bei den Massen ein Umdenken auszulösen, vor allem, die die Kraft aufbringen, selbst mit gutem Beispiel voran zu schreiten!

Leider sind alle Menschen, die tatsächlich bewußte Bescheidenheit - bzw. vernünftige Beschränkung des Verbrauchs, des materiellen "Treibens" (obschon sie die Möglichkeit hätten, im Mainstream mitzukonsumieren, da sie genug Kaufkraft generieren, so sie (noch)eine ihrer Meinung nach vernünftige, bezahlte Tätigkeit ausüben alles andere als wirkkräftige Multiplikatoren.

Die lauten Stimmen, wie z.b. ein Butterwege sind leider populistische, öde, wenig inspirierte Holphrasendreschflegel, welche nur eines predigen, das ewig gleiche Lied der Umverteilung - selbst bestens versorgt, scheinbar betroffen und mitfühlend mit jenen, die es schlecht getroffen hat.

Eines möchte ich anmerken, ich denke meine Lebensweise ist relativ verträglich - ich besitze längst kein Automobil mehr, ich liebe es zu lesen, zu wandern, an schönen Stellen zu verweilen und die Wolken zu beobachten, ich liebe es Kräuter zu pflanzen und auch noch zu finden, Gemüse anzubauen, die selbst gezogenen Früchte zuzubereiten, ich war seit 30 Jahren bei keinem Schulmediziner, ich liebe es mich zu pflegen, meinen Körper zu bewegen ihn gesund zu erhalten, ich liebe es, die Menschen zu beobachten, auch wenn es meist ein zynisches Gefühl auslöst, doch ihre Hektik und ihre sklavische Demut scheinen mir die gerechte Strafe für ihre Ignoranz zu sein!

Das Leben ist wundervoll und ich würde sicher keine bezahlte Tätigkeit ausüben, würde mir die meine nicht Lust und Spaß bereiten!

Es mag arrogant klingen, doch wer das Leben nur zu meistern glaubt, wenn er willig einem vollkommen debilem, destrukitvem System dient, der hat schlicht die absolute Armut verdient.

Es wird weiter jene geben die gewinnen und materiell als Konsumgroßaffen die Verkäufer erfreuen, dieses werden nich wesentlich weiniger werden - doch die sogenannte Mittelschicht wird überflüssig - sie wird durch Automaten ersetzt werden und diese Masse wird dann viel Zeit haben, die sie dann wohl ihn öden Hallen ableben muss, damit sie ihr Überlebensgeld von den Gewinnern erhält, wie heute schon Millionen Menschen in Deutschland und Milliarden auf der Welt.

Es tut mir leid, ich kann niemandem helfen, doch ich kann nur jedem raten, sich dieser Systematik zu entziehen!

Relative Armut ist Reichtum, sofern man frei ist!

Michaela 06.01.2016 | 09:36

.... so absurd das klingt, so realistisch ist es, in einer irrsinnigen Gesellschaft von degenerierten Primaten.

(Der Szenarien haben unsere Artgenossen ja in den 70ern schon sehr viele erdacht....... - sie haben alle eines gemein - sie sind düster, hoffnungslos und sehen die Massen als eine Art von Zombiewesen - die von einer kleinen Minderheit kontrolliert werden.

Ups. sind wir da nicht schon längst angekommen?

Reinhold Schramm 06.01.2016 | 10:34

Es geht um eine qualitative, eine sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft, eine emanzipatorische Gesellschaftsformation. Diese sozial-ökonomisch-ökologische Gesellschaftsformation ist auf der Grundlage des Privateigentums an gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln nicht zu haben. Dafür bedarf es Gemeineigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln (einschließlich an Grund und Boden, Rohstoffen und Bodenschätzen, an Luft und Wasser, Tier und Pflanzenwelt etc.); zugleich das Ende aller bisherigen (historischen) Formationen der Ausbeutung des Menschen und der Umwelt und Natur durch den Menschen. Ein Ende der Entfremdung von Mensch, Umwelt und Natur.

Allerdings, im Selbstlauf wie bisher, über idealistisches 'Gutmenschentum und Phianthropie der Millionäre und mit der bürgerlich-harmonischen Rosinenforderung nach "bedingungsloses Grundeinkommen" im Kapitalismus und Imperialismus, damit ist es nicht zu haben.

Es bedarf schon der (bewussten) Umwälzung und Aufhebung der kapitalistischen Gesellschaftsformation, weltweit.

txxx666 06.01.2016 | 12:04

Ganz meine Meinung.

Ein Mindest-Wohlstand auf dem Niveau eines hiesigen Sozialhilfeempfängers (mit Nahrung, Kleidung, Wohnung, Heizung, Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung, Strom und Internetzugang) wäre sicherlich heute schon für alle Menschen erreichbar; aber dafür müssten wir die Reicheren und v.a. die Superreichen konsequenter besteuern bzw. teilweise enteignen und das gesamte Land und die Ressourcen weltweit gerecht neu aufteilen.
http://misanthrope.blogger.de/stories/2541406/

Michaela 06.01.2016 | 12:41

Das Problem, die hiesigen Empfänger von materieller Grundversorgung (die ich absolut als ausreichend empfinde, solange die Betreffenden nicht von Seilschaften im Miet- und Verwendungsgewerbe hemmungslos ausgebeutet und missbraucht werden.... - da sie dann in schimmeligen Löchern zu hausen haben, bzw. viel Zeit in gesundheitsschädlichen Verwahrzentren Tageszeit abgeben müssen) sind meist emotional nicht in der Lage ihre Situation positiv zu verarbeiten, die meisten sehnen sich danach, endlich wieder als verwertbare Subjekte eingestuft zu werden, im Sinne von, ich erwirtschafte für meinen "Brötchengeber" einen "Gewinn", ergo, bin ich!

Nur wenige gehen bewußt in die Notversorgungsschleife und lachen über den x-ten Trainingspflichtraum (sehen diesen als hinzunehmenden Witz an, damit die Seilschaften gut zu fressen haben......)

Ich wünschte mir viele "professionelle" "Hartzer" - Menschen die ganz bewußt auf diese Schiene steigen und sich dabei die Arbeit machen, ihre Rechte konsequent einzufordern, vielleicht noch einige Systemschmarotzer klug und erfolgreich bloßzustellen (es wäre schön würden die Betrogenen, die Betrüger - zumindest die Miethaie, die korrupten Amtsmaden und Subventionskarussellbetreiber entlarven....).

Was wäre das für ein Spaß, würden 3 Millionen (oder sind es mehr?) nicht in Depression verfallen, sondern sich ihres Glücks erfreuen, endlich frei den Verstand einzusetzen , nicht um ein paar Euro mehr zu ergattern, sondern um grundsätzlich gegen das System zu opponieren. (... ich bin sicher einige gibt es, die es genau so sehen..... - schön - nur es sind zu wenige)

Michaela 06.01.2016 | 12:50

Ich denke es gäbe viele Varianten, wie man ein angstfreies und erfülltes Sein der Menschen darstellen könnte - meine liebste Vorstellung ist die freie Interaktion aller Intellekte dieser Erde mit dem Ziel bestmöglicher Symbiose - Staat, Privateigentum, Geld, - das sind in der Tat fatale Merkmale einer parasitären Systematik, die letztlich wohl den Wirt soweit schädigt, dass der Parasit verschwindet, sich alles wandelt und ein unbekannte - nicht gedachte - Zukunft wartet.

Man kann das sogar optimistisch sehen, da eines sicherlich der Fall sein wird, kein Mensch ist mehr ursächlich für Elend und Leid verantwortlich!

denkzone8 07.01.2016 | 05:19

kultur-, geschichts-,armut-vergessen, wie es system-konform gegeben ist, ist jede erinnerung, auf-listung, die dem untergang in der news-flut entgegen-arbeitet, eine insel zum nach-denken.thx.

bei (5) und (6) ist viel zu ergänzen,vor allem: meistens gehts recht-mäßig zu. recht, geschöpft im bundestag und bundesrat,demokratisch ermächtigt durchs wahl-volk(wähler und nicht-wähler). dieses, in der mehrheit, selbst-vergessene pack gilts auch 2016 zu rütteln.

Michaela 07.01.2016 | 13:02

Dafür gibt es viele Gründe!

Erstens, er schafft etliche Arbeitsplätze für diejenigen, die noch nicht so weit sind!

(Etwa die Hälfte der Aufwendungen für Hilfeempfänger entfallen auf die Verwaltung und Regulierung derselbigen, ein Viertel der Aufwendungen entfällt auf die teils korrupten Vermieter und ihre Partner in den Ämtern, sowie auf die Versorger, das restliche Viertel verkonsumiert der relativ arme Mensch - handel es sich um einen "Profi" ist er bewußt relativ arm und schädigt damit bewußt die Umwelt wesentlich geringer, als beispielsweise ein Arbeitsmensch in einem Automobilwerk)

Die Behauptung der Hartz-Profi könnte nur existieren, da die braven, fleissigen Arbeitsdrohnen ihr destruktives Machwerk vollbringen und Steuern bezahlen ist lächerlich!

Zuerst würden diese braven Massen ja selber mittellos, dienten sie nicht brav ihren Herren.

Natürlich würden auch die Politiker, die ganzen gebildeten Geistesarbeiter, all jene die das "intellektuelle" Rückgrat der Ökonomie unserer Gesellschaft bilden ohne Einkommen dastehen, ergo jeder arbeitet zuerst für sich ganz alleine, damit er sein Auskommen hat.

Nun die sinnvolle Arbeit des Hartz-Profis besteht darin, eben nicht, oder nur in sehr geringem Maße, an der Verseuchung unserer Umwelt mitzuwirken.

Wie oben erwähnt, würden wir allen, die diese Arbeit leisten ganz ohne großartige Betreuung und ohne den enormen Verwaltungsapparat ein Überlebensgeld von - sagen wir 1000 Euro zukommen lassen (kein BG - es bekommen nur jene das Geld die sich nicht am destruktiven Systemprozess beteiligen, die keine bezahlte Tätigkeit aufnehmen, die nicht gegen Subventionen an Betriebe, diesen willig zur Verfügung stehen, die sich ostentativ dem Prozess verweigern!) wäre die armseelige Masse von Systemgläubigen günstiger bedient (allerdings kämen viele Profiteure dieser Arbeitslosenverwurstung nicht zum Zug!).

Man könnte sie auch gänzlich ohne Hilfe sich selbst überlassen.

Der Preis wäre eine wohl etwas höhere Kriminalitätsrate - was erhebliche Kosten im "Sicherheitsapparat" nach sich zöge und jene die es ganz ernst meinen, würden wohl das pittoreske Bild einer "bürgerlich-wohlhabenden-sauberen" Gesellschaftskomposition etwas eintrüben, da sie wohl irgendwie an Essen zu kommen versuchen und auch ihre Körper nicht in Luft auflösten, sprich sie würden das Staßenbild - oder die Wälder - "verunstalten".

Das System ist clever - es macht die Arbeitsüberflüssigen zu Rohmaterial für einen eigenen Industriezweig und die Masse der selbst kaum mehr Besitzenden ist angepisst, nicht auf die Profiteure, sondern auf das Rohmaterial - bis der ein oder andere selber in diesen Pott geworfen wird.

Ja, die Hartzer sind ja untereinander sehr zerstritten, jene die nicht bewußt im Notversorgungssystem auf Passivität stellen, werden von jenen die verzweifelt versuchen wieder "eingegliedert" zu werden, wohl mit der größten Abscheu betrachtet.

Ihre Anmerkung scheint mir die Lösung zu unterstellen, Menschen die bewußt das System negieren, sollten schlicht sterben gehen - den sie mögen doch keine Obdachlosen vor ihrem schönen Wohnfleck herumlungern haben - nicht wahr?

Würde ich nicht mit laufenden Einkünften von Idioten versorgt, würde ich auch zur professionellen Hartzlösung greifen, doch ich habe eben das Glück, weder in einem Büro, noch in einem Produktionsbetrieb, noch in einer regulierten und pervertierten Dienstleistungsstruktur meine Lebenszeit verkaufen zu müssen.

Meine Hochachtung allen Hartz-Profis!

Mein Mitleid für alle die verzweifelt wieder von der entwürdigenden Verwurstung im Hartz-Modus in den vermeintlich würdigeren des "ertragsbringenden" Arbeitsfaktors switchen möchten.

Übrigens - Politokraten sind das Gegenteil von Arbeitslosen - sozusagen der Gipfel des "unproduktiven" Seins - einzig - sie lassen sich so üppig versorgen, das sie wohl den größten ökologischen Schaden unter allen Individuen einer Gesellschaft verursachen - gemeinsam mit den wirklich Reichen.

fini09 07.01.2016 | 18:52

https://oberham.wordpress.com/2012/09/06/nischenleben/#comments

Hallo Michaela,

Ihre Kommentare, die sehr aufschlussreich sind, treffen voll auf den/die 'wunden Punkt(e) unserer Zivilisation. Obiger Schreiber ist hier in der Kommunity bekannt. Warum ich diesen link setze,

vielleicht lesen Sie einmal in diesem Blog. Glas-klar geschrieben, zeigt der Schreiber die Seiten an, welche Sie in Ihren Kommentaren beschreiben. Meine besten Wuensche fuer 2016, vielen Dank!

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Ehemaliger Nutzer 11.01.2016 | 15:26

Es könnte auch anders sein ...

Statt einen Text mit dem Namen "Auf dem Weg ins Mittelalter" zu verfassen, sollte Herr Butterwege, der ja ironischerweise auch, wie Herr Boes, "nur" ein Transferleistungsempfänger ist, langsam mal damit beginnen Texte, wie "Auf dem Weg in das automatisierte Zeitalter" zu schreiben, sonst kann er nämlich demnächst, wie Herr Boes, auch 132 Tage sanktionshungern, bis das Jobcenter eventuell irgendwann mal einknickt.

Man muss sich nur mal die Vita von dem Professor anschauen, 65 Jahre und noch keinen einzigen Tag realwirtschaftlich gearbeitet, sondern nur von Transferleistungen dem Steuerzahler auf der Tasche gelegen und Politikwissenschaften-Theorien über die Nichtmachbarkeit des Bedingungslosen Grundeinkommens zum Besten gegeben.

Und von was will Professor Butterwege dann leben, wenn alle Unternehmer es geschafft haben die menschliche Arbeitskraft durch Roboter aus ihren Unternehmen zu drängen, woher bekommen die Menschen dann das Geld, um sich diese Produkte kaufen zu können?

Dann muß der verwirrte Professor vom Bedingungslosen Grundeinkommen leben, daß er jahrelang als nicht finanzierbar predrigte im Auftrage aller wirklichen Sozialschmarotzer – nämlich den Partei-Lobbyisten und ihren Spender-Banken.

Christoph geh mal richtig arbeiten und beschäftige Dich endlich mal mit der seit dem Jahr 1978 längst überfälligen Ausgleichsabgabe, der Automatisierungs/Roboter-Steuer mit welcher das Bedingungslose Grundeinkommen durchaus finanzierbar wäre und verschone uns mit deinem “Bedingungslosen-Grundeinkommen-Nichtmachbarkeits-Geschwätz.“

Frage an die Unternehmer

Kapitalismus gescheitert / Grundversorgung kommt

2.087 Euro im Monat für jeden Europäer

Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, aber Mähdrescher mit einer Ernteleistung von 78 Tonnen Getreide pro Stunde fahren lassen

EU ruiniert Sozialstaat / Ei, wo isser denn der Sozialstaat?

Brennabor2013 12.01.2016 | 10:41

Lesen Sie Ihre eigenen Zeilen, bevor Sie auf "Senden" drücken?
Wen Sie verachten? Beispiel gefällig?:
"... ich liebe es, die Menschen zu beobachten, auch wenn es meist ein zynisches Gefühl auslöst, doch ihre Hektik und ihre sklavische Demut scheinen mir die gerechte Strafe für ihre Ignoranz zu sein! ...

... Es mag arrogant klingen, doch wer das Leben nur zu meistern glaubt, wenn er willig einem vollkommen debilem, destrukitvem System dient, der hat schlicht die absolute Armut verdient. ..."

blog1 22.01.2016 | 12:47

Meine Hochachtung allen Hartz-Profis!

Mein Mitleid für alle die verzweifelt wieder von der entwürdigenden Verwurstung im Hartz-Modus in den vermeintlich würdigeren des "ertragsbringenden" Arbeitsfaktors switchen möchten.

So kann man das sehen. Nur ihr Statement hat auch etwas Zynisches. Wo ist die Lösung? Wo ist die Hoffnung für all diese Menschen, die verzweifelt versuchen ein würdiges Leben zu führen.

Gibt es die von ihnen zitierten "Hartz IV-Profis überhaupt? Oder sind es nicht zuletzt diejenigen, die, entweder resigniert haben oder die, wenn von sie von der Leine gelassen werden, richtig rabiat werden. Menschen, die verzweifelt sind, neigen zu extremen Handlungen. Sie suchen sich eine "Heimat", die allzuoft im rechten Lager verortet ist. Dort bekommen sie die Anerkennung, die ihnen ansonsten versagt wird. Sie sind das willfährige Fussvolk für die eigentlichen Brandstifter.

Würde ich nicht mit laufenden Einkünften von Idioten versorgt, würde ich auch zur professionellen Hartzlösung greifen, doch ich habe eben das Glück, weder in einem Büro, noch in einem Produktionsbetrieb, noch in einer regulierten und pervertierten Dienstleistungsstruktur meine Lebenszeit verkaufen zu müssen.

Interessante Aussage. Mit vollen Hosen lässt es sich eben gut stinken, sagt ein altes Sprichwort. Ach ja, wenn die Politokraten wie Sie so üppig versorgt werden, dann sind die Versorger - in dem Fall der Steuerzahler - wohl auch lauter Idioten. Tja, dem Glücklichen schlägt nun mal keine Stunde.

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Michaela 22.01.2016 | 14:07

.... in dem Fall der Steuerzahler - wohl auch lauter Idioten.

Das haben jetzt Sie getippt...... - und ich stinke aus vollen Röcken.

Im Übrigen, ich bin zu bequem ein Umsatzsteuerkarussell aufzubauen, insofern bezahle ich manchmal Umsatzsteuern, bin also eventuell auch eine Idiotin - zumindest für jene, die ihre Aussage (kein Fragezeichen?), mit ja beantworten.

Natürlich kann man mich auch aus anderen Gründen als eine Idiotin titulieren - ficht ich nicht an, der es so sieht, mag es so sehen.

Es geht um ein destruktives menschliches Wirken - ändern müssen wir es, jeder für sich!