Bäume im Trockenstress

Interview Die Klimaforscherin Kirsten Thonicke über Erderwärmung als Brandbeschleuniger und einen geeigneten Katastrophenschutz
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 31/2018
„Wälder haben sich nach 50 bis 100 Jahren regeneriert“
„Wälder haben sich nach 50 bis 100 Jahren regeneriert“

Foto: Savvas Karmaniolas/AFP/Getty Images

der Freitag: Tödlichster Faktor der Brandkatastrophe im griechischen Seebad Mati soll der Wind gewesen sein. Stimmen Sie diesem Eindruck zu?

Kirsten Thonicke: Die Feuer dort breiteten sich mit Windgeschwindigkeiten von bis 130 Stundenkilometern aus. Das ist für Waldbrände ungewöhnlich schnell und könnte erklären, warum eine rechtzeitige Evakuierung des Ortes fast nicht mehr möglich war.

Welche Vorgänge beeinflussen konkret eine derartige Konsequenz des Klimawandels?

Die globale Erwärmung von etwa einem Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum bewirkt eine Vielzahl von Klimafolgen, die regional ganz verschieden ausfallen können. Bei zunehmender Wärme trocknen etwa die Böden stärker aus, wodurch die Verdunstungskühlu