Barrie Kosky nimmt Abschied von der Komischen Oper Berlin: „Hitler hat nicht gewonnen“

Oper Barrie Kosky verabschiedet sich als Intendant der Komischen Oper Berlin mit einer „All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue“, die einmal mehr zeigt: Narren wie Kosky braucht die Welt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 24/2022
Unüblicher Ensemblegeist, ungewöhnliche Solistinnen: Ruth Brauer-Kvam in Koskys „Traumfabrik“
Unüblicher Ensemblegeist, ungewöhnliche Solistinnen: Ruth Brauer-Kvam in Koskys „Traumfabrik“

Foto: Monika Rittershaus

Barrie Kosky spottet über alles. Doch seine Komik verletzt nie, sie ist aber auch nie nur Klamauk. Wenn ein Haufen orthodoxer Juden mit Schläfenlocken und schwarzen Hüten über die Bühne wirbelt, ist das zum Brüllen komisch. Am Ende steht das in Berlin so heiß geliebte Theatertier Kosky selbst an der Rampe und triumphiert: „Hitler hat nicht gewonnen.“

Das sieht er als seinen Auftrag an. Der scheidende Intendant der Komischen Oper Berlin machte sich auch damit unsterblich, wie furios er Jazzoperetten aus den 1920er und 30er Jahren wiederbelebt: die Theaterkunst jüdischer Komponisten wie Paul Abraham (Ball im Savoy) oder Oscar Straus (Die Perlen der Cleopatra).

Es passt also, dass Kosky zum Abschied sich und sein Publikum mit einer weiteren Au