Putschgerüchte in Brasilien: Jair Bolsonaro will auch ohne Wahlsieg im Amt bleiben

Präsidentenwahl Für das ultrarechte Regierungslager in Brasilien steht bereits fest, dass Lula da Silva im Oktober nur durch Betrug triumphieren kann. In aktuellen Umfragen liegt er aber deutlich vorn
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 23/2022
Hand vom Steuer, Ungeheuer: Teilnehmer einer Motorrad-Ralley mit Jair Bolsonaro Mitte April in São Paulo
Hand vom Steuer, Ungeheuer: Teilnehmer einer Motorrad-Ralley mit Jair Bolsonaro Mitte April in São Paulo

Foto: Fernando Bizerra Jr/EPA/dpa

Das Bolsonaro-Regime hat einen Sprengsatz gelegt. Noch ist der nicht gezündet, doch je mehr der 2. Oktober heranrückt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es geschieht. An diesem Tag sollen Wahlen über das nächste Staatsoberhaupt, das Parlament und die 26 Gouverneure der Regionen entscheiden. Diese Abstimmung droht sabotiert zu werden. Dem um ein drittes Mandat kämpfenden Luis Inácio Lula da Silva werden nach jüngsten Erhebungen bis zu 48 Prozent der Stimmen vorhergesagt. Mit 27 Prozent, also deutlich hinter Lula, liegt der derzeitige Staatschef Jair Bolsonaro, sodass dessen Ambition – das ist Konsens unter den Analysten – für eine zweite Amtszeit als aussichtsloses Unterfangen erscheint.

Aber nichts fürchtet der Amtsi