Brauchen wir einen grünen Klassenkampf?

Meinung Nicht nur die „Letzte Generation“ glaubt, dass im Kampf gegen den Klimawandel mehr Radikalität nötig ist. Aber wie viel brauchen wir wirklich?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 47/2022
Der Kapitalismus verursacht überall Krisen: Müssen wir radikaler werden?
Der Kapitalismus verursacht überall Krisen: Müssen wir radikaler werden?

Foto: Mikhaylovskiy/Adobe Stock, Collage: der Freitag

Pro

Brauchen wir den ökologischen Klassenkampf: Die Frage wird von einem Büchlein aufgeworfen, in dem man das politische Testament des jüngst verstorbenen Soziologen und Philosophen Bruno Latour sehen kann (Mitautor ist Nikolaj Schultz, ebenfalls Soziologe): Zur Entstehung einer ökologischen Klasse (Suhrkamp 2022). Die Autoren bedienen sich marxistischer Gedanken und Begriffe, um sie auf ökologische statt ökonomisch-soziale Auseinandersetzungen anzuwenden. So müsse die „ökologische Klasse“ im „Klassenkampf“ die gesellschaftliche „Hegemonie“ erlangen, um die Staatsmacht erobern zu können. Eine Klasse entstehe nicht naturwüchsig, sondern indem sie sich ein neues Begriffssystem, ja eine neue Kultur erschaffe

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