Peter Ullrich
26.04.2014 | 06:00 69

Das allgemeine Unbehagen

Montagsdemos Ein ambivalentes Protestphänomen fordert die Friedensbewegung, die politische Linke und unser Verständnis politischer Konfliktlinien heraus. Ein Kommentar

Das allgemeine Unbehagen

Quo vadis?

Foto: [ I ♥ film] / Flickr (CC)

Seit wenigen Wochen bildet sich ein neues Protestphänomen unter einem bekannten Namen. Mit Demonstrationen und Mahnwachen auch unter dem Label „Montagsdemos“, mit welchem sich schon die Wendedemos in der DDR 1989 und die Proteste gegen die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung bezeichneten, findet sich eine neue, bisher schwer auf einen Begriff zu bringende Melange unterschiedlichster Anliegen zusammen.

Sie reichen von abstrakten Friedensforderungen über eine Kritik einseitig-antirussischer Berichterstattung in den westlichen/deutschen Medien in der Ukrainekrise, Forderungen nach demokratischer Mitbestimmung bis hin zu Kritik an den USA und insbesondere deren Federal Reserve Bank. Damit verbinden sich Themen und Ziele verschiedenster Art und höchst unterschiedlicher Rationalitätsniveaus, die bisher kaum übergreifend identitätsstiftend waren. Die Bereitschaft, großen und kleinen Themen aller Art bis hin zu Verschwörungstheorien Raum zu geben, scheint sehr ausgeprägt.

Wie viele gegenwärtige Protestphänomene ist die neue Bewegung vor allem im Internet präsent. Bisher konnte sie noch keine großen Menschenmengen auf der Straße mobilisieren, wenngleich die montägliche Straßenproteste wachsen. Doch im politisch interessierten Web2.0 ist die Bewegung im Werden hoch aktiv. Vor allem Facebook, Twitter und insbesondere Youtube sind ihr Spielfeld. Und dort wird die Bewegung auch heftig diskutiert. Die Vorwürfe reichen von Anschlussfähigkeit an rechtes Gedankengut bis hin zur Charakterisierung als durch und durch antisemitische oder völkische Mobilisierung.

Diese Bewegung ist damit in sehr unterschiedliche und widersprüchliche Traditionslinien eingebunden und hat stellenweise den Charakter eines „Querfrontprojektes“, also einer Verbindung rechtsradikaler, nationalistischer und linker/ sozialistischer Inhalte wie beispielsweise im Nationalbolschewismus. Auf der einen Seite finden sich klassisch linke Kritiken: dass Russlands Interessen seit dem 2+4-Vertrag durch stete Ausweitung von NATO und EU sowie durch Übergehen der russischen Vorstellungen in der Libyen- und Syrienfrage mit Füßen getreten wurden, dass „pro-westliche“ Proteste massiv unterstützt wurden, bis hin zur freundlichen Zusammenarbeit von EU und Bundesregierung mit einer auch von faschistischen Kräften geprägten neuen ukrainischen Führung, die aber vor allem EU-Interessen in die Hände spiele.

Auch aus Sicht der Protestforschung war es auffällig, wie extrem undifferenziert die ukrainische Protestbewegung auf dem Maidan kommentiert und teilweise geradezu gefeiert wurde – etwas, das bei Protesten im eigenen Land äußert selten der Fall ist. Dabei beinhaltete auch sie eine Mischung unterschiedlichster Anliegen: Demokratiesierung, soziale Verbesserungen und zugleich extrem nationalistische, rechtsradikale Bestrebungen. Während letzteres also kaum mediale Beachtung und Problematisierung erfuhr, wurden die pro-russischen Bewegungen und Milizen negativ dargestellt. Die Zuweisung von Legitimität war also sehr asymmetrisch, was aber nicht allein mit dem Charakter der Objekte der Berichterstattung erklärt werden kann.

Nicht zufällig wurde deshalb zum einhundertsten Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges von verschiedenen Seiten auf manche Parallele hingewiesen. Die Großmächte ringen um Einflusszonen in ihren Vorder- und Hinterhöfen und instrumentalisieren dabei auch verschiedene lokale bzw. nationale Bewegungen, um ihre Ansprüche als ethischen Imperativen folgend darzustellen. Die Gefahr eines größeren Krieges, den dann keiner gewollt haben will, erscheint derzeit alles andere als abwegig. Aus all diesen Gründen schließen sich auch Personen aus linken und Antikriegsgruppen den neuen Protesten an.

Diesen eher linken und friedensbewegten Inhalten stehen jedoch andere gegenüber. Sowohl neonazistische Kameradschaften als auch Teile der NPD und der AfD haben zu den Montagsdemonstrationen mobilisiert – was allerdings als Beeinflussungs- und Übernahmeversuch auch bei anderen Protesten, z.B. während der Montagsdemonstrationen im Jahr 2004, schon der Fall war. Bekannte und weniger bekannte rechte Kader waren – teilweise sogar als Redner – präsent. Dort machten sie klar, wer aus ihrer Sicht das eigentliche Opfer der problematisierten Verhältnisse ist: die Deutschen. Und die Täter: die USA, das „Zinssystem“, die Banken, die Medien, „die da oben“ oder die „Rothschilds“. Das alles wird in einem populistischen Stil formuliert, der nicht sonderlich auf Analyse setzt, sondern zunächst vor allem ein diffuses Unbehagen artikuliert.

Die durchaus nachvollziehbare Medienschelte ist dann jedoch für viele nur noch als Verschwörung verstehbar, die – das legen einige der Reden auf den Montagsdemos nahe – sich auch in der zunächst fehlenden medialen Aufmerksamkeit für die Proteste zeigen würde. Und Verschwörungstheorien aller Art – von der Reichsbürgerbewegung (die von der Weiterexistenz des Deutschen Reichs ausgehen) bis zur Chemtrailsverschwörung (die glaubt, dass Flugzeuge über Kondensstreifen systematisch Gifte ausbreiten) – sind deshalb – auch darauf ist von den vielen Kritiker/innen der neuen Friedensdemonstrationen hingewiesen worden – im neuen Protest weit verbreitet. Viele kritische Beiträge im Netz berichten über Beispiele zu den jeweiligen lokalen Vorkommen und Verstrickungen. Ein Blick auf die Organisator/innen und Redner/innen spricht ebenfalls Bände.

Mit dabei sind hoch umstrittene Akteure wie Ken Jebsen, dessen charismatische Auftritte an Erweckungspredigten evangelikaler Christ/innen erinnern. Dabei ist auch Jürgen Elsässer, der vom radikalen pro-israelischen Vordenker der sogenannten „Antideutschen Linken“ zum erbitterten Antizionisten geworden ist (Zitat Elssäser: „Wer vom Zionismus nicht reden darf, muss auch vom Faschismus schweigen“), der gegen „Multikulti“ und Homosexualität auf die traditionelle Familie setzt und am Ende seiner politischen Laufbahn seinen Stolz auf seine nationale Identität gefunden hat. Dabei zeigt Elsässers Beispiel deutlich, wie eine berechtigte Kritik in ihr Gegenteil umschlagen kann. Schon beim Jugoslawienkrieg 1999 resultierte seine Kritik an der NATO-Intervention wegen der konstruierten Kriegsbegründungen (Stichwort Hufeisenplan) in einer radikalen Affirmation der von ihm Unterstützten, insbesondere der serbischen nationalistischen Bewegung.

Diese Ambivalenz zeigt jedoch, warum es nicht ausreicht, die Bewegung einfach als rechts zu klassifizieren und dabei stehen zu bleiben. Dies gilt insbesondere, weil einige frühe Deutungen notwendigerweise holzschnittartig daherkommen, aber leicht deutungsprägend werden können. So erscheint es zum derzeitigen Zeitpunkt unangemessen – wie Jutta Ditfurth dies tat – alles, was in diesem noch sehr diffusen Positionsgemisch vorkommt, als letztlich antisemitisch zu deklarieren – wenngleich Antisemitismus offensichtlich eine Rolle spielt. Für ein klein wenig mehr analytische Vorsicht sprechen beispielsweise die verschiedenen Widersprüche aus der Bewegung selbst.

Die Zusammensetzung der Redenden, die aufgestellten Forderungen – all das stellt sich lokal zudem (noch) unterschiedlich dar. In Leipzig wurde – wahrscheinlich in Reaktion auf die formulierten Kritiken – das Demomotto „Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“ gewählt (In Berlin stattdessen: „Aufruf zum friedlichen Widerstand! Für Frieden! In Europa! Auf der Welt! Für eine ehrliche Presse! & gegen die tödliche Politik der Federal Reserve (einer privaten Bank)!“). Dort stand anders als beim Berliner Protest nicht die verschwörerische Deutung der FED als Privatbank, die für alle Kriege der letzten 100 Jahre verantwortlich sei, im Mittelpunkt – und somit eine der Hauptthesen des Berliner Protagonisten der neuen Bewegung Lars Mährholz. 

Dieses Moment des weiterhin Unklaren und Unbestimmten kommt insbesondere dadurch zustande, dass die Bewegung einen großen Zulauf von bisher politisch kaum eingebunden Personen zu bekommen scheint, die sich auf verschiedenste Arten und Weisen angesprochen fühlen. Viele Menschen – ob links, grün oder unpolitisch – fühlen sich von der Friedensforderung angezogen. Auch die Kritik an der USA kann sicher spektrenübergreifend mobilisieren.

Hier wird eine wichtige Funktion politisch-ideologischer Strömungen und ihrer organisatorischen Ausdrucksformen (Bewegungen, Parteien, NGOs, Bürger/inneninitiativen usw.) deutlich. Diese bieten eine gewisse Kontinuität in der Einordnung und Deutung jeweils konkreter politischer Ereignisse und Probleme. Sie stabilisieren Sichtweisen in politisch-moralischen Milieus, tradieren Erfahrungen und schaffen Sphären grundlegender Weltverständnisse. Damit verhindern sie unter Umständen auch, dass jede neu auftretende Problemlage durch beliebige Alltagsdeutungen bis hin zu bizarren Verschwörungstheorien gedeutet werden kann (es sei denn, eine Strömung verfestigt sich genau um letztere).

Die Rigidität, mit der sich die aktuellen Proteste selbst als unpolitisch und als „weder links noch rechts“ darstellen – obwohl sie durch und durch politische Fragen verhandeln, sich vehement der Kritik an den rechtslastigen Elementen entziehen und sie nicht zuletzt auch von rechtsradikaler politischer Ideologie durchsetzt sind –, findet darin auch ihren Ausdruck (allerdings reflektiert dies auch die generell geringe politische Legitimität offenen Rechtsradikalismus, zu dem sich nur am äußersten Rand klar bekannt wird, während rechtsradikale und gerade auch antisemitische Einstellungen oft mit einem nicht-rechten Selbstbild verknüpft sind).

Das Internet ist das perfekt dazu passende Medium, in dem jede Meinung – und mute sie noch so abseitig an – die Chance auf Rezeption und das Finden von Gleichgesinnten hat. Und zum ersten Mal scheint sich hier im Netz und auf der Straße auch ein größeres Forum für die in der Bundesrepublik bisher ziemlich randständige Szene der Truther/innen (die von Verursachung oder Inkaufnahme der Anschläge des 11. September 2001 durch die US-Regierung ausgehen) und sonstigen Verschwörungstheoretiker/innen zu bilden.

Abgesehen von der Frage, welche Momente sich hier durchsetzen – ob also die Bewegung, wenn sie überhaupt Kontinuität gewinnt, ein immer klareres rechtes Profil ausbildet oder (weniger wahrscheinlich angesichts der Vielzahl von Distanzierungen von links) in der existierenden linken bzw. linksliberalen Friedensbewegung aufgeht oder etwas Neuartiges entsteht, das nicht in die bekannten politischen Konfliktlinien (links vs. rechts; materialistisch vs. postmaterialistisch; konservativ-autoritär vs. liberal-antiautoritär usw.) passt –, verweist das Phänomen auf einige Entwicklungen und Fragen, die über diese Mobilisierungwelle hinaus von Bedeutung sind.

Auffällig ist, dass die klassische Friedensbewegung, insbesondere die Ostermarschbewegung, angesichts des an den Kalten Krieg in seinen heißen Phasen erinnernden Säbelrasselns in Osteuropa kaum größeren Zulauf gewinnen konnte. Auch die letzten westlichen, direkten und indirekten Kriegsbeteiligungen nach dem Afghanistankrieg führten nur zu kleineren Protestmobilisierungen. Offensichtlich kann die Friedensbewegung derzeit kein sonderlich attraktives Angebot an die ideologisch wenig in Traditionen eingebundenen machen.

Zu fragen ist weiterhin, ob sich nicht in diesen Protesten eine generelle Unzufriedenheit mit dem Zustand der (Post-)Demokratie zeigt, die sich auch in ganz anderen Themenfeldern und mit deutlich anderem ideologischen Zuschnitt artikulieren kann – bei den Protesten gegen Stuttgart 21, gegen die autoritäre Austeritätspolitik sowie in sozialen Bewegungen und Bürger/inneninitiativen anderer Art, aber (mit anderen Vorzeichen) auch in der Begeisterung für Führungsfiguren des konformistischen Aufbegehrens wie Thilo Sarrazin oder Karl Theodor zu Guttenberg. Es geht also um mal mehr explizite, mal mehr diffuse Wahrnehmungen: nicht gefragt zu werden, nicht repräsentiert zu sein, falsch oder fremd bestimmt zu werden.

Daran schließt also die strategische Frage für progressive Kräfte an, wie es gelingen kann, den noch Unentschlossenen, den Zufälligen, den wirklich vor allem Friedensbewegten, die sich im Protestspektrum der rechtsoffenen „Friedensbewegung 2014“ finden, eine Alternative zu bieten, die über die Kritik der problematischen aktuellen Äußerungsformen hinaus geht. Dass es Strömungen der intellektuellen/studentischen Linken gibt, die in den vergangenen Jahren eher ein Verständnis von Politik als Kommentar an das eigene Milieu habitualisiert haben, ist sicherlich nicht hilfreich.

Andererseits sind durchaus auch positive Effekte der derzeitigen, vorrangig noch virtuellen Aufregung im Netz 2.0 möglich, die an die innerlinken Nahost- und Antisemitismusdebatten der neunziger und zweitausender Jahre erinnern. Vielleicht wird nun tatsächlich ein Diskussionsprozess angestoßen, der zur Klärung beiträgt, wo linke Diskurse über ihre Einbettung in Alternativmilieus und dort existente esoterische Strömungen auch anfällig für rechte Weltbilder sind.

Peter Ullrich, Dr. phil. Dr. rer. med., ist Leiter des Forschungsbereichs „Soziale Bewegungen, Technik, Konflikte“ am Zentrum Technik und Gesellschaft und Mitarbeiter am Institut für Protest- und Bewegungsforschung sowie am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin

 

Der Artikel erschien zuerst hier

Kommentare (69)

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 06:59

"Die Bereitschaft, großen und kleinen Themen aller Art bis hin zu Verschwörungstheorien Raum zu geben, scheint sehr ausgeprägt."

Hab dann aufgehört weiter zu lesen, hat das diffamierend Mitschwingende "nach Snowden" den Schrecken verloren, kommt wahrscheinlich und weiter im text nur noch das unfreiwillige embedding der eigentlich Dummen, Naiven, der Mitläufer der doch Gutwilligen in stramm rechte Strukturen,

deren Mr. H. next door.

Wenn es denn hilft...

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 08:11

das schöne an diesem kommentar ist doch, die gleiche offenheit, die auch die montagsdemos bewegt ... die traditionelle warner vor "entgleisungen" von IHRER bevorzugten tradition mit tabu-brechern und traditions-ignoraten im aufbruch zu etwas NEUEM (von unflexiblen schon in schubladen, die entrümpelt werden sollen klemmig reingestopft werden, weil sie etiketten zur orientierung für ihr "richtiges" weltbild zu brauchen glauben) ... alte grenzen überwindendes hinterfragt ... statt sie als für immer gegeben zu ziehen und tücke aus distanz unterstellt ... ein mutiger versuch ist es wert, über eigene schatten zu springen, in die schuhe des anderen zu schlüpfen und DANN miteinander zu reden ... die bewegung aus eigener erfahrung zu begleiten, korrigieren, bereichern >>> sich selbst einbringen und dem friedenswillen trauen und diesen nicht durch virtuelle schlachten bekriegen ... weil, ja weil es so viele kriegshetzer im namen des friedens gegeben hat ... ist dies kein naturgesetz, sondern eine propagandaschlacht von lügnern, die es zu beenden gilt ... überall ... auch WENN die auf montagsdemos ihre stimme erheben ... es sollten ehrliche stimmen sein, die zweifel + verwirrungen artikulieren dürfen ... und von allen raffinierten lügen und falschinterpretationen durch offenheit und respektvolle auseinandersetzung und nicht durch besserwisserische verteufelung auf den menschen ausgeweitet werden, der sich zu ihrer "unvollkommenen" ehrlichkeit bekennen und als massstab anbieten ... mit frieden von unbeflaggten hütten als voraussetzung

hinter flaggen verstecken sollte gegen "in die augen schauen" zu NEUEN (nicht rechten-linken) menschlichen miteinander führen, dass einen dann auf nähe oder distanz gehen lässt ... ehe es zu spät dafür ist und nicht, wenn dies passiert, ist es zu spät!

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 08:36

Das noch schönere an diesem Kommentar/Artikel ist, dass sich all die Gutwilligen, die Naiven, die perfide Benutzten überhaupt keine Sorgen machen müssen, als Neurechte qualifiziert oder gar vereinnahmt zu werden; "wo linke Diskurse über ihre Einbettung in Alternativmilieus und dort existente esoterische Strömungen auch anfällig für rechte Weltbilder sind."

Ein faszinierender Text, geht weit über das Treiben der großmedialen, staatsräsonalen Ghostbusters hinaus, versteht (uns). Konnte nicht vermeiden, doch noch mal hinzuschauen, wenigstens nach hinten heraus, dem Ende nahe...

Magda 26.04.2014 | 09:12

Alles nochmal zusammengefasst, was in der Community recht laut und kontrovers eine Rolle gespielt hat. Schon interessant und im Grunde aber den Entwicklungen ein bisschen hinterherhechelnd.

Offensichtlich kann die Friedensbewegung derzeit kein sonderlich attraktives Angebot an die ideologisch wenig in Traditionen eingebundenen machen.

Sprache hat immer Enthülllendes. Von der Sprache des Marktes ein bisschen infiziert.
"Angebotsorientierte" Protestaktionen fehlen, während diese Montagsdemos wohl eher "nachfrageorientiert" sind. Nachfrage besteht nach Antworten, die möglichst leicht konsumierbar und verständlich sind und die eigene diffuse Empörung formulieren.

Daran schließt also die strategische Frage für progressive Kräfte an, wie es gelingen kann, den noch Unentschlossenen, den Zufälligen, den wirklich vor allem Friedensbewegten, die sich im Protestspektrum der rechtsoffenen „Friedensbewegung 2014“ finden, eine Alternative zu bieten, die über die Kritik der problematischen aktuellen Äußerungsformen hinaus geht.

Tja, deshalb kloppen sie sich ja alle. Es ist eben sehr die Frage, ob "progressive Kräfte" in der Lage sind, eine Strategie zu entwickeln.

denn...

Dass es Strömungen der intellektuellen/studentischen Linken gibt, die in den vergangenen Jahren eher ein Verständnis von Politik als Kommentar an das eigene Milieu habitualisiert haben, ist sicherlich nicht hilfreich.

Wenn man diese Passage nicht als "Kommentar an das eigene Milieu" habitualisieren will, dann hätte man auch schreiben können, dass die intellektuelle Linke - die Linke generell - momentan ein bisschen im eigenen Saft schmort.

Immerhin gut, dass "der Freitag" sich zu einer redaktionellen Stellungnahme entschlossen hat. Die "blaue" Beigabe gewissermaßen, die die "rote" ergänzen soll, um eine andere Debatte in der Community aufzugreifen.

flöz 26.04.2014 | 09:29

Gestern die von Dame von Welt bemerkte KenFM Sendung gehört.

Nicht nur was da gemacht wurde, sondern wie es gemacht wurde: war schon etwas erstaunt und werde mir das erstmal weiter ansehen, wie sich das medial weiterverhalten wird, "die Bewegung", alles Versatzstücke. (jedenfalls könnte man sich stellenweise an den Aufbau des Manifesto von Breivig erinnert sehen).

Vielleicht wäre das ohne Internet auch vom inneren Aufbau her so alles kaum möglich gewesen.

Kritische Distanz bleibt angebracht imao.

SusaBerlin 26.04.2014 | 09:34

Vielen Dank für diesen nachdenklichen Artikel. Angenehm anders als der Rest, der mir so unterkam und mich nicht gerade zum Lesen / Anschauen animierte. Tatsächlich frage ich mich, warum diese offene Ablehnung von so vielen Seiten? Anstatt zu versuchen, die Bewegung zu nutzen, wenn da sich endlich etwas rührt, froh zu sein und mit zu mischen - es als Chance begreifen. Ich gehe einfach davon aus, dass es nicht so viele Rechte gibt in diesem Land - wenn sie also dort sein sollten, kann man doch hingehen und ihnen einfach zahlenmäßig den Garaus machen? Auch mich beschleicht da ein merkwürdiges Gefühl. Die Warnungen - geht nicht hin! - entsprechen in etwa dem, was bei roten Knöpfen aller Art immer funktioniert: Nicht drauf drücken! :-)

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 09:36

dass sich all die Gutwilligen, die Naiven, die perfide Benutzten überhaupt keine Sorgen machen müssen

... weil sie sich für NIX missbrauchen und benutzen lassen !!!! so sehr dies auch versucht wird ... als minimalkonsens in ihrem angebot der handreichung !!!! diese grösse als schwäche zu deuten weissen sie selbstbewusst von sich und spielen nicht mit den ihnen zugewiesenen perversionen ... sie haben halt andere "sorgen";))))

txxx666 26.04.2014 | 10:19

Kurze Ansprache an alle Montagsdemonstranten:
Liebe Leute: das System, welches korrumpiert, ausbeutet und tötet, weil es Menschen nur unter dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit betrachtet, heißt Kapitalismus - und die FED sowie die Regierungen von USA und Israel sind nur (wenn auch m.o.w. bedeutende) Teilsysteme dieses globalen Missstands, in dem eine kleine Mehrheit allzu viel, die große Mehrheit dagegen wenig bis nichts besitzt und mitzuentscheiden hat.
Zu seiner Überwindung bräuchte es eine weltweite, gerechte Um- und Neuverteilung von Macht und Geld, z.B. im Sinne einer direkten Demokratie - und der Weg dorthin sollte möglichst friedlich, sprich: evolutionär statt revolutionär sein.
http://misanthrope.blogger.de/stories/2397089/

Richard Zietz 26.04.2014 | 10:48

Löblich – auch der »offizielle« Freitag hat nunmehr die neue Friedensbewegung als Thema entdeckt. Ebenfalls löblich, dass der Beitrag sich nicht in die von Frau Ditfurth vorgegebene Linie der Pauschalisierung und Verdammung mit einreiht. Aufstand der Normalos bzw. Das allgemeine Unbehagen – diese Skizzierung trifft die augenblicklichen Proteste schon recht gut. Auch die Frage, was nunmehr aus dem Ganzen wird, ist sicher interessant – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die westlichen Kriegstöne nicht abebben, sondern vielmehr von Tag zu Tag schriller werden. Man braucht sich nur die Homepages der öffentlich-rechtlichen Leitmedien (tagesschau;heute; Zufallstag: heute; es könnte aber jeder beliebige seit November sein) mit ihrer sich mit jeder Meldung mehr selbst widersprechenden Berichterstattung anzuschauen, um zu sehen, dass hier auf eine sehr schlimme, fatale Art etwas sehr grundlegend falsch läuft.

Eine wichtige Malaise, schon richtig erkannt: »Die« Linke hat »protesttechnisch« (von dem Allerweltssammelsurium Ostermärsche vielleicht einmal abgesehen) bisher kein Angebot gemacht. Nullovert, nichts; nothing. Stattdessen ergeht »sie« sich – Frau Ditfurth mit ihrer Kampagne vorneweg – darin, die derzeitige Antikriegsbewegung (nach wie vor die einzige vorhandene) mit Dreck, mit Verleumdungen und mit nicht zutreffenden Pauschalisierungen zu überkippen. Ansonsten ist »die« Linke abstinent, übt sich von bequemen Computersessel des Zuschauers und der Zuschauerin darin, die neue Antikriegsbewegung von »links« unter Beschuss zu nehmen. Dass diese Übung auch bei den Adressaten letztlich so ankommt, wie sie auch gemeint ist (nämlich als Stützung der offiziellen Politik von »links«), sollte nicht verwundern. Die Argumente entlarven sich – leider, und: Tag für Tag – mehr.

Fazit: Drohung mit Drittem Weltkrieg, Sanktionen, eine rechtsnationalistische Putsch-Junta, die vom Westen gestützt wird, und so weiter und so fort: Für manche Linke anscheinend kein Grund, nicht weiter in »Business als usual« zu machen und möglichst viel Faschisten, Rechtsradikale, Antisemiten, rechtswasweißichnoch auszumachen.

Hoffen wir, dass Frau Ditfurth wenigstens ein Plätzchen im Medienpromi-Bunker kriegt, wenn es zum Schlimmsten kommen sollte. Verdient hat sie ihn sich sicherlich.

Marcus Hennemann 26.04.2014 | 11:21

Auf so einen Artikel habe ich lange gehofft. Und ich finde, dass Peter Ullrich es auf den Punkt gebracht hat, wenn er schreibt:

"Dass es Strömungen der intellektuellen/studentischen Linken gibt, die in den vergangenen Jahren eher ein Verständnis von Politik als Kommentar an das eigene Milieu habitualisiert haben, ist sicherlich nicht hilfreich."

Das dies nicht von der Hand zu weisen ist, konnte jeder mitbekommen, der die Kommentare zu diesem Thema in der Community hier mitbekommen hat.

Philipp Schaab 26.04.2014 | 11:28

Die Deutschen sind nun mal ein bisschen behäbig, was das Demonstrieren angeht. Sollte es in der Ukraine noch heftiger zur Sache gehen, dann werden auch in hierzulande die Demonstrationen anschwellen, das war ja auch während des Irak-Krieges zu beobachten.

Die rechts - links-Dichotomie wurde seit jeher von den Rechten aufzubrechen versucht, um an deren Themen anzuknüpfen, zu infiltrieren, ein breiteres Publikum zu finden. Keine neue Methode, alter Wein in aktuellen Schläuchen...

iDog 26.04.2014 | 13:04

"Daran schließt also die strategische Frage für progressive Kräfte an, wie es gelingen kann, [...], eine Alternative zu bieten, die über die Kritik der problematischen aktuellen Äußerungsformen hinaus geht."

... zitiere hier den von Magda auch schon hervorgehobnen Satz noch einmal, denn nur darum geht es mMn. Und dabei geht es nicht ausschließlich darum "den noch Unentschlossenen, den Zufälligen, den wirklich vor allem Friedensbewegten, die sich im Protestspektrum der rechtsoffenen „Friedensbewegung 2014“ finden, eine Alternative zu bieten", sondern vor allem darum , dass sich die sogenannte Linke über ihre aktuell aussichtslose Lage klar wird und entsprechende Konsequenzen zieht, indem Sie einen Weg, Wege, Strategie erst entwickeln muss, weil sich der rechte Flügle der Linken zum Verwalter desssen macht, was die Linke traditionell kritisiert.

Das pure Rechtenbashing bringt indes nichts. Die extreme Rechte wird seid 50 Jahren erfolglos diekreditiert. Es wundert auch nicht , dass ein an sich rechtskonservatives und autoritäres kapitalistsisches Herrschaftssystem Rechtsextremismus hervorbringt. Die faschistoide Tendenz ist dem Kapitalismus in schlechten Zeiten eigen - die historischen Referenzen dazu liegen aus.

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 13:09

Montagsdemos: Ein Aufruf an alle Linken, Attacies und Antifa’ler:23. April 2014

Wir von globalinformation(s) schätzen Eure Arbeit und Euren Einsatz und unterstützen seit Jahren den Kampf gegen Rassismus, Faschismus, Nazis und insbesondere gegen das alles zerstörende Wirtschaftssystem. Welches die eigentliche Ursache ist, aus dem alle anderen vorgenannten Symptome entspringen (wärst Du nicht arm, wär ich nicht reich/Brot für die Welt, Kuchen für mich).

Gebt diesen sogenannten Friedensdemos eine Chance! Geht selbst dort hin, hört Euch die Sprecher und Reden an, gebt Euch zu erkennen, zeigt Flagge und bekennt Euch weiterhin: Keinen Meter für Nazis!

Aber lasst Euch nicht schon wieder auseinander dividieren, wie das bereits bei Anonymous oder der Occupy-Bewegung passiert ist. Immer wieder kommen die gleichen Schlagworte: Antisemitismus oder Neurechte ins Spiel. Die US-Occupy-Bewegung wollte man geheimdienstlich mit Blacklists auseinandersnipern lassen, in Heiligendamm gab es nachweislich agents provocateurs

http://globalinformations.wordpress.com/2014/04/23/montagsdemos-ein-aufruf-an-alle-linken-attacies-und-antifaler/

Verwendungszweck 26.04.2014 | 13:28

Ich denke, viele Leute sind so desorientiert, weil sie von den Medien desinformiert werden. Die Parteilichkeit der Meldungen in fast egal welchem Medium ist unübersehbar. Natürlich merken das viele und sind dann darüber auch wieder empört und desorientiert. Lebten wir bisher nicht in einem freien Land?
Trotzdem versuchen viele durch Sieben und Auslesen der Brocken Informationen, die sie im nie endenden digitalen Strom erhaschen können, das für sie gültige Mosaikabbild der Wahrheit zu zusammenzupuzzeln. Ich sehe auch die Gefahr, dass viele ernsthaft am Frieden Interessierte den (koordinierten?) Falschbenennungen aufsitzen. Beispielsweise ist immer von „der Annexion“ die Rede oder auch von „den Separatisten“. Die Annexion war aber eine Sezession und die Separatisten sind eigentlich Föderalisten.
Dass ebenfalls versucht wird, die Protestierenden mit Falschbenennungskeilen aufzusplitten, indem sie über die parasitären Afd- und NPD-Teilnehmer hinaus unter den Rechts- und Nazi-Verdacht gestellt werden, ist nur naheliegend. Wer „die Verschwörungstheorien“ reduzieren möchte, sollte dafür sorgen können, dass die Menschen vernünftig informiert werden.
Wenn ich heute bei SPON in der ersten Nachricht lese, dass die OSZE sich für Verhandlungen mit den Föderalisten wegen der Gefangenen nicht verantwortlich fühle, weil es keine OSZE-Beobachter sind sonder eine NATO-Aufklärungstruppe unter Bundeswehrleitung, die von der Kiewer-Regierung eingeladen wurde, und in der nächsten Meldung dann wieder hartnäckig von einer gefangen genommenen OSZE-Truppe die Rede ist, dann komme ich zum Schluss, das Verwirrung, Falschbenennung und Desinformation zum Ukraine-Nachrichten-Plan gehört.
Wer keine belastbaren Informationen hat, kann auch nicht standfest demonstrieren.

B.V. 26.04.2014 | 13:33

Immerhin ein einigermaßen redlicher Versuch von "irgendwie Links" zu begreifen, was sich bei der Neuen Friedensbewegung der Mahnwachen zu tun pflegt; aber so richtig verstanden denn doch nicht. Das für diese Neue Friedensbewegung das Links-Rechts-Schema keine Rolle mehr spielt, mag für diejenigen im alten Politmechanistischen-Denken verhafteten nur schwer zu ertragen sein, was psychologisch durchaus nachvollziehbar ist, aber meinerseits trotzdem kein Verständnis hervor bringt, allenfalls Mitleid. Die Selbstkritik, wenn man die letzten Abätze so verstehen darf, ist mehr als berechtigt und trifft den Nagel auf den Kopf und findet etwas ausführlicher bereits vor vielen Jahren bei Theodore Kaczynski "Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft " mit seiner dort u. a. beinhalteten psychologischen Kritik am Leftismus (Leftism). (übrigens: nicht Breivik sollte man sich hier von Links wohlig-gruselnd diesbezüglich reinziehen sondern Kaczynski, der gerne dem Anarchismus und Neo-Luddismus zurechnet wird.) Es fällt schwer einzugestehen, das das was sich selbst bisher identitär als Links verstand an sein politisch-historisches Ende gekommen ist. Eigentlich schon tot, aber doch noch irgendwie dahinsichend (eben: irgendwielinks). Von daher können auch keine "Angebote" mehr an neue Bewegungen kommen, weil da im grunde eben nichts mehr ist. Letzte Schlachten der Verzweiflung als Jutta Dittfurth passen da tragikkomisch ins Bild. Sicherlich wird auch die Neue friedensbewegung der Mahnwachen bald ihren Höhepunkt überschritten habe, sollte sich nicht die Kriegsgefahr noch deutlich zuspitzen; aber sie hat die Kraft zur Transformation. Da keine Einlasskontrolle besteht könnten ja auch tradionelle Linke dort hingehen, sie wurden ja sogar zur "Unterwanderung" eingeladen. Eine Bewegung die soviel Selbstbewußtsein besitzt kann so schnell nicht scheitern. Aber die tradionelle und zum Teil reaktionäre Linke wird nicht kommen, schon weil sie nicht ihre Identitätsschmusedecken und Fetzen (Regenbogen-Fahnen, IG-Metall-Fahnen, Linke-Fahnen, DKP-Fahnen, PiratenPartei-Fahnen und sonstige Partei-und Vereinsspruchbänder) nicht mitbringen dürfen, um kein falsches Bild zu erzeugen, womit sie ansonsten Demonstrationen gerne zu hegemonisieren und funktionalisieren versuchen. Da jeder teilnehmende Mensch für sich steht in diesem neuen Netzwerk (durchaus eine neue Qualität der Bewegung) und auch mit seinem selbstgemalten Pappschild, braucht es keine alten Organisationen mehr (hinter denen man sich verstecken kann oder muß). Interessant zu beobachten, wie sowohl traditionell linken wie rechten Alt-Organisationen das nicht schmeckt.

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 15:07

Ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Debatte.

Die Frage bleibt aber schmerzlich offen, warum es der Linken in Deutschland nicht gelingt, die Menschen auf die Straße zu bringen. Wenn nicht jetzt - wo wir uns wirklich ziemlich nahe an einen (großen) Krieg in Europa befinden - wann dann, so frage ich mich.

Ich habe den Verdacht, dass die Linke deshalb so selbsgefällig und träge geworden, weil sie sich heute vorwiegend aus den wohlhabenden Latte Macciato-Trinkern und Bio-Feinkostlern am oberen Rand der Gesellschaft speist.

Den Leuten also, die nur aus der Vogelpersktive auf die Gesellschaft blickt (vgl. die Zusammensetzung der Wähler der Grünen).

Diese Klientel geht allenfalls dann auf die Barrikaden, wenn es - wie in Hamburg - um Fragen wie den Erhalt des Gymnasiums geht, d.h. um ihre ur-eigenen vornehmen Belange.

Ich wollte, es wäre nicht so.

Doch, wie auch immer, die Untätigkeit der Linken angesichts der Eriegnisse in der Ukraine empfinde ich fast als gespensterhaft.

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Ehemaliger Nutzer 26.04.2014 | 15:32

"Ich habe den Verdacht, dass die Linke deshalb so selbsgefällig und träge geworden, weil sie sich heute vorwiegend aus den wohlhabenden Latte Macciato-Trinkern und Bio-Feinkostlern am oberen Rand der Gesellschaft speist."

Bezogen auf den überwiegenden Teil der Grünen gehe ich sofort mit. Die Linke dagegen besteht doch nach landläufiger, großmedialer Verlautbarung aus alten PDSlern/ gar SEDlern. Die kennen Latte Macciato bestenfalls aus der Westwerbung.

Mehr noch, zur Causa Ukraine ist die Linke nach meinem Eindruck (was die JW so schreibt) schon klar positioniert. Die haben eher wegen der neuen (weil alten) Montagsdemos mit einem gewissen Spagat zu kämpfen, wollen da im Zweifelsfall auch schon mal ganz staatsräsonal die Ghostbusters spielen.

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karamasoff 26.04.2014 | 18:29

"All the presidents men"

Da ich den Film vor kurzem mal wieder angesehen habe, fällt mir zu diesem Artikel ein Zitat ein "ein solides Stück Journalismus" (so oder so ähnlich jedenfalls).WIe im Film dieses Statement, ist deiser Artkiel auch eingebettet in den Stand der journalistischen Aufarbeitugn der Geschehnisse, nämlich auf dem halben Weg zurvollständigen Aufdeckung.

Das ist jetzt nichts Negatives, sondern neutral.

Analog dazu sind die versprengten Haltungen der Montagsdemos auch nur auf dem halben Weg. Diffus und untergeordnet durch die Haltung "da stimmt was nicht" zu der sich die Haltung gesellt "mit Deutschland und Amerika und Israel", geklammert wird das ganze mit dem diffusen pseudokapitalismuskritischen Vorwurf die "FED" wäre das Problem . Man macht sichs gemütlich am Buffet der Meinungsfetische und bedient sich hier völkischfromm, da esoterisch-links. Daß man weiterhin am Buffet eines kapitalistisch orientierten Gesamtsystems sitzt und sich nur drüber echauffiert, daß dort auf dem Tisch aufgehummert und aufgetrüffelt wird und hier nur Brotzeitteller kredenzt, darf gar nicht mehr diskutiert werden. Schon gar nicht, daß man sich gegenseitig die urgemütlichen Schnitten fröhlich mit Antisemiten, Rassisten, durchgeknallten Reichsdeutschen, Faschisten oder sonstwem reicht. Sind ja auch alles nur Warenangebote, die es zu schützen gilt gegen den Raubbau der FED, nicht wahr.

Darum mit Carl Einstein: Jedem sein eigener Fußball (bzw. Fetisch). Pleite glotzt euch an restlos.

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Antasy 27.04.2014 | 00:49

Also zum Thema Rechtsoffen! Ich bin Russland-Deutscher und kenne eine türkische Frau die hier wohnt. Wir gehören auch zu dieser angeblich Rechtsoffenen Friedensbewegung! Was an sich schon Paradox ist und diese Linken Weltverbesserer gehen allen aufn Sack! Kommunismus ist tot und Nazis sind zu dumm um solche Komplexen Inhalte zu verstehen!

Marcus Hennemann 27.04.2014 | 02:55

Also irgendwie wundere ich mich, dass es bisher so wenige Reaktionen aus der Community auf diesen Artikel gegeben hat, nachdem zu diesem ja von vielen Seiten aufgefordert worden ist.

Mir fehlt ein wenig die Diskussion. Ja, ich habe jetzt eine lange Linkliste und ich weiß jetzt, dass sich Stefan Reuter und Flöz nicht mögen, aber insgeheim hatte ich nach einem Redaktionsartikel doch auf mehr Reaktionen gehofft.

Ist einigen der Artikel vielleicht nicht konkret genug?

Verwendungszweck 27.04.2014 | 09:35

"Vielleicht ist es aber auch einfach schlechter Journalismus - so ganz ohne bösen Masterplan."

Googlen Sie mal nach einer Besprechung von Uwe Krügers als Buch erschienene Doktorarbeit über Alpha-Journalismus.
https://www.google.de/search?q=Uwe+Krüger+Doktorarbeit+Alpha-Journalismus

Natürlich ist es schlechter Journalismus. Zum Masterplan wird es durch die nahezu durchgängig einfarbige Besetzung der Chefredakteursposten unserer Leitmedien.

Richard Zietz 27.04.2014 | 12:28

Ich würde 63 Kommentare erst mal als nicht schlecht bezeichnen. Aber es stimmt: »Diskussionskultur« ist dieser, weitgehend von (nunmehr versteckten, langatmigen) Missionsabsichten geprägte Thread nicht unbedingt. Andererseits wurde in zahlreichen anderen Threads bereits gesagt, was zu sagen war. Den Rest wird die Zukunft zeigen. Rücken wir den Focus von der »Faschofrage« mal weg auf den eigentlichen Anlass, gibt es sowieso nur drei mögliche Szenarien:

1. Die politische Lage eskaliert weiter in Richtung kalter (oder evtl. sogar heißer) Krieg, die Friedensbewegung kriegt es jedoch nicht gebacken. Ein Weiter-Herumreiten auf Nebenwidersprüchen und ein Sich-gegenseitig-weiter-in-den-eigenen-Reihen-Bekämpfen wäre m. E. der Worst Case. Szenario: Während von der Ukraine aus Raketen in Richtung Russland fliegen, sprengen stramme Antifas der Ditfurth-Richtung Kundgebungen der Friedensbewegung Marke neu. Ausgang: Open End. Für die allerwahrscheinlichste Möglichkeit halte ich das jedoch nicht; wahrscheinlicher erscheinen mir 2 oder 3.

1. Die politische Lage eskaliert weiter in Richtung kalter (oder evtl. sogar heißer) Krieg, die Friedensbewegung kriegt es allerdings gebacken und wächst zu einer ernstzunehmenden, zunehmend systemkritischen Antikriegs-Opposition. Szenario: Angesichts des Ernsts der Lage finden linke und neue Friedensbewegung irgendeinen modus vivendi – sei es, dass Elsässer, Jebsen & Co. marginalisiert werden, sei es auch durch eine heterogene Bewegung mit unterschiedlichen Flügeln und vielfältigem Gesicht. Da ich nicht glaube, dass größere Teile der Linke bei weiterer Eskalation ihre Selbstreferenzialität aufrecht erhalten werden, halte ich dieses Szenario für wahrscheinlicher als 1.

3. Die politische Lage deeskaliert langsam wieder. Die Herrschenden kriegen die Krise unter Kontrolle. Sanktionen fallen mittelprächtig aus und zerlaufen sich mit der Zeit. Friedensbewegung, sowohl in Variante eins als auch Variante zwei, wird obsolet und zerläuft sich ebenfalls. Ebenfalls gut möglich. Positiver Nebeneffekt: Linke Friedensbewegung kann neue Friedensbewegung weiter in die Fascho-Ecke rücken. Es hat ja gottlob auch keine weiteren Konsequenzen mehr. Wahrscheinlichkeit: irgendwo zwischen 1 und 2. Weitere Folge: Die Weltbilder bleiben wie sie sind. Jeder kann weiter vor sich hinwerkeln wie gehabt. Praktischer Nebeneffekt: Die Linke bleibt weiter ohne gesellschaftliche Bedeutung.

wwalkie 27.04.2014 | 13:07

Die so genannten Montagsdemonstrationen werden relativ schnell verschwinden. Die Fussball-WM ermöglicht demnächst neue Rudelbildungen.

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack.

Als wär's ein Stück von Brecht: Ein schillernder mittelständischer Medienunternehmer mit sehrrrr linker Vergangenheit bringt mit den Produktionsmitteln auf der Höhe der Zeit unbedarfte, aber besorgte Menschen in "Bewegung". Zu seiner Gang gehören: die "Maschinenpistole des Friedens", ein sehr schnell sprechender Agitator, der "Banker", ein sehr "seriöser wirkender" Managercoach und ein etwas täppisch wirkender junger Mann "aus dem Volke". Die "Zielgruppe Mensch" wird in ihren Unterzielgruppen angesprochen. Die Autowerbung hat's vorgemacht.

Die politischen Werbebotschaften der "Gang" gehen an den Menschen, der sich einsam vor Youtube vielsam fühlen darf. Die Botschaft en sind immer die gleichen und stammen aus dem Arsenal der historischen linken Rechten: gegen Amerika, gegen das raffende Kapital, für Arbeit, für Selbstbestimmung, gegen Knechtschaft, für Russland, für die Palästinenser, gegen die Politiker, die Propaganda der Medien, für den Frieden - und für den Profit des Medienunternehmers. Zumindest hat er die Konkurrenzmedien vorgeführt. Und für einige Zeit ein Alleinstellungsmerkmal.

Nach den so genannten Montagsdemonstrationen wird sich für die Demonstranten nichts geändert haben. Die Krise und die Verarmung gehen weiter. Aber viele andere werden die Lektion gerlernt haben. Die traditionellen Medien werden verzweifelt erkennen müssen, dass ihre Zeit wirklich vorbei zu sein scheint. Die Gesellschaft des Spektakels ist so virtuell wie nie zuvor. Anything goes, wirklich anything. Kommunizieren heißt demnächst verlinken.

Das politische Spektrum wird ohne hegemoniales Links-Rechts-Schema noch weiter nach.... rechts geschoben. Die Faschisten und verkappten Antisemiten sind hoffähiger geworden ("Zielgruppe Mensch"). Der die Linke (und andere Demokraten) einigende Antifaschismus wird zur Unkenntlichkeit aufgeweicht. Eigentlich könnten wir Linken einpacken. Wenn die alten Koffer nicht alte Zeiten erinnern würden.

Julien Benda sagte in einer Rede in den dreißiger Jahren: Die Nacht kann stolz auf sich sein, sie hat es geschafft, dass das Licht sich schämt, Licht zu sein.

So sieht es momentan aus. Ein Grund, doch nicht einzupacken.

berlino1010 27.04.2014 | 13:48

Ich habe an anderer Stelle und auch schon mit einem eigenem Beitrag meine Position zu den Montags-Demos beschrieben. Der Artikel beginnt für mich ziemlich treffend - Unbehagen - ambivalente Bewegung ... verzichtet auf eindeutige Urteile zu Rechtsextremismus, macht aber auch ziemlich eindeutig die Problematiken dieses Protestes klar. Da kann man jetzt im Einzelnen mehr oder weniger zustimmen ...

Für mich ist das Entscheidende, dass Friedensbewegung auf die Gefährdungs-Potentiale von System und einzelnen Handlungen, Prozessen abstellt, aber weder in die eine (anti-russischer Mainstream) noch in die andere Richtung (anti-amerikanische oder gar anti-semitische Einzelverschwörungen) abgleitet.

Es sollte mMn Konsens sein, dass Systeme und eine aggressive Verfolgung ihrer Interessen kriegs- und wahrheitsgefährdend sind, und dass einzelne Völker, Personen, Personengruppen oder Institutionen nur Instrumente bzw. Erfüllungsgehilfen sind, gleich ob das jetzt FED, Soros, CIA, Maidan oder Separatisten, FSB sind.

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2014 | 13:57

Die Linke bleibt weiter ohne gesellschaftliche Bedeutung.

Ich musss hier MARCUS HENNEMANN recht geben.

Es herrscht schon erstaunlich viel Gelassenheit beim Freitag angesichts der aktuellen Situation in der Ukraine.

Vergleiche ich einmal die Beitragmenge zur Urkraine-Debatte mit dem Brüderle-Bashing oder ähnlich "relevanten" Themen, so kann man momentan fast von einem gepflegen Desinteresse sprechen.

Dieses Desinteresse bricht nur auf und der alte Kampfgeist erwacht wieder, wenn es gegen irgendjemand gehen darf!

Heuer eben gegen jene, denen man (bei Jepsen und Elsässer durchaus nicht zu Unrecht!!!) rechte Gesinnungen (mit-) unterstellen kann.

Ich widerspreche hier nicht!

Es ist selbstverständlich wichtig, sich deutlich gegen Rechte abzugrenzen - man darf darüber aber doch wohl nicht die eigentliche Krise in der Ukraine vergessen!

Dieser eigenartige Provinzialismus und diese (extrem) deplatzierte Nabelschau der (europäischen) Linken - wann hört das auf?

Die Linke bleibt weiter ohne gesellschaftliche Bedeutung.

Wenn sie so weiter macht, wird das (leider) nicht ausbleiben.

berlino1010 27.04.2014 | 14:19

Wieso Nabelschau der Linken? Ich stimme eben mit Lapuente überein, wenn er schreibt:

Wenn dieses »Protest-Marketing« kein Antisemitismus ist, dann doch wenigstens der inhaltlich nationalistische Versuch, die Auswüchse der Finanzwirtschaft den Vereinigten Staaten und der Federal Reserve alleine in die Schuhe zu schieben. Deutschland also wieder mal fremdbesetzt und schuldlos? Jedenfalls vernimmt man den altbekannten Ruf »Deutschland erwache!« häufiger aus den Reihen der Demonstranten.

Es ist doch ein linker Ansatz, die Verantwortung der Systeme zu betrachten, die auch wir in DEU genauso stützen und verantworten, und nicht einer rechten Sicht von einzelnen Sündenböcken zu folgen, die dann am besten auch noch aus den USA oder aus dem Judentum kommen.

Es ist nicht die FED, die unsere Medien auf Gleichklang bringt. Es gibt keine zentrale Stelle der Verschwörung, die den Regime-Change und die Konfrontation in der Ukraine per Knopfdruck betreibt.

ChristianBerlin 27.04.2014 | 14:49

Nach allem, was man so erfahren konnte, sind doch beide Bewegungen, ob nun Ostermärsche oder Montagsdemos, gleich marginal geblieben.

Ist die Frage auf die Gegenwart oder die Vergangenheit bezogen? In den 80ern waren beide jedenfalls nicht "marginal", sondern brachten - zeitlich versetzt, aber jeweils jeweils in West und Ost - 100000e auf die Straße und führten (gemeinsam) zu realer Veränderung durch (teilweise) Überwindung der Ost-West-Spaltung.

Das mit dem "teilweise" ist ärgerlich. Da sind Mauern in den Köpfen zurückgeblieben, die den gewandelten Verhältnissen zu neuen unguten Erfahrungen geführt haben, den gegenwärtigen Konflikt i.S. Ukraine eingeschlossen.

Man kann deshalb von einem "unfinished job" der Ostermärsche und Montagsdemos sprechen, nicht aber davon, dass sie (historisch) marginal geblieben wären.

Magda 27.04.2014 | 14:49

Das politische Spektrum wird ohne hegemoniales Links-Rechts-Schema noch weiter nach.... rechts geschoben. Die Faschisten und verkappten Antisemiten sind hoffähiger geworden ("Zielgruppe Mensch"). Der die Linke (und andere Demokraten) einigende Antifaschismus wird zur Unkenntlichkeit aufgeweicht. Eigentlich könnten wir Linken einpacken. Wenn die alten Koffer nicht alte Zeiten erinnern würden.

Ich denke auch immer, dass dieses "anything goes" am Ende ins Ungefähre oder Nirgendwo führt. Genau so fürchte ich, dass sich diese Demos totlaufen, wenn nicht - das wäre schlimm - Leute, die den "Wert" erkennen, sich drauf setzen und jedem seine Protestpille verabreichen und alles wird noch lauter und noch folgenloser.

So sieht es momentan aus. Ein Grund, doch nicht einzupacken.

Genau, nicht vertreiben lassen.

karamasoff 27.04.2014 | 15:56

Das ist ein Standpunkt, den auch die für mich schärfsten Kritiker (linker Gemütlichkeitshaltungen) aus dem EXIT Bereich schon vor Jahren so beschrieben haben. Und diese, und ihre Kritik hier, wird nicht gerade entschärft. Wenn man mal absieht vom Kampf gegen Faschisten, Ultrarechte und Rassisten.

Ich habe stellenweise den Eindruck, man wolle nicht als Landesverräter stigmatisiert werden, und gehe auf den grossen Bühnen deswegen einer harten (intellektuell noch nie so einfach gewesenen!) Auseinandersetzung aus dem Weg.

Kann Ihnen nur zustimmen. Es ist zu wenig.

Oder man hat sichs einfach gemütlich gemacht (und wartet auf den Showdown).

seriousguy47 27.04.2014 | 16:36

Eine Klarstellung:

219. Montagsdemo am 28.4.

Publiziert am24. April 2014vonRoswitha Götz

Die 219. Montagsdemo am 28. April 2014 findet ab 18 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz statt. Gegen 18:40 Uhr Demozug über den Schlossplatz zum Hauptbahnhof weiter zur Willy-Brandt-Straße und zur Feinstaub-Messstelle, dort findet der Schwabenstreich statt.

Veranstaltungen direkt VOR der Montagdemo:

Wer stellt sich uns zur Wahl: Kandidatenbefragung zu S21
17:15 Uhr bis 17:45 Uhr auf der RathaustreppeFahrrad-Demo vom Feuersee zur Montagsdemo
17:45 Uhr ab Feuersee (S-Bahn-Fahrstuhl oben)

Redner:

Jürgen Horan, Kernen21: Der arme Konrad und S21

Dr. Wolfgang Sternstein, Friedens- und Konfliktforscher: Ziviler Ungehorsam, warum es legitim ist, weiterzumachen

Motto: Rettet unsere Stadtbahn vor S21
Musik: Thomas Felder, Liedermacher
Moderation: Jürgen Horan, Kernen21

"219. Montagsdemo" bedeutet: seit mehr als vier Jahren breiter, antikapitalistischer Bürgerprotest, der mit dem o.g. Internet-Phantom nichts zu tun hat. Und genau deshalb erwähnt werden sollte. Es ist schon seltsam, worüber da seit - wie lange schon? - endlos geschwafelt und polemisiert wird. Mit welcher Energie hier dieses hohle und leere Phantom hochgepäppelt wird, während sich in all den Jahren, in denen der konkrete Bürgerprotest in Stuttgart hier regelmäßig thematisiert wurde, sich kaum ein Schwein dafür interessierte. Und jetzt mag der FREITAG sich auch nicht mehr daran erinnern.

Die linke Misere könnte derzeit darin bestehen, dass man sich mit Verve in jede sinnlose Erregung stürzt - und damit der realen Arbeit an der Gesellschaft, wie sie z.B. hier in Stuttgart seit Jahren zäh und unermüdlich versucht wird laut lamentierend und polemisierend ausweicht.

Sie kotzt mich an - und zwar bereits seit den 68er Tagen - diese quasi-links-emanzipatorische bürgerliche geistige Onanie.

Kai Lücke 27.04.2014 | 17:27

Mein Kommentar bezog sich (ebenso wie das Artikel-Zitat, auf das ich antwortete) natürlich auf die derzeitige Situation.

Dass die Montagsdemonstrationen in der DDR Hunderttausende und die Ostermärsche Anfang der 80er sogar Millionen von Teilnehmern anzog, wollte ich damit nicht in Abrede stellen.

Auf der sprachlichen Ebene habe ich jedenfalls den Eindruck erhalten, dass die jetzige Bewegung darauf Wert legt, von Montagsdemos (gerne auch als Hashtag) zu sprechen und nicht das Wort Montagsdemonstrationen zu gebrauchen.

knattertom 27.04.2014 | 17:36

"Ich habe den Verdacht, dass die Linke deshalb so selbsgefällig und träge geworden, weil sie sich heute vorwiegend aus den wohlhabenden Latte Macciato-Trinkern und Bio-Feinkostlern am oberen Rand der Gesellschaft speist.

Den Leuten also, die nur aus der Vogelpersktive auf die Gesellschaft blickt (vgl. die Zusammensetzung der Wähler der Grünen).

Diese Klientel geht allenfalls dann auf die Barrikaden, wenn es - wie in Hamburg - um Fragen wie den Erhalt des Gymnasiums geht, d.h. um ihre ur-eigenen vornehmen Belange."

Vielleicht ist es aber auch so, dass Menschen, die in Hamburg für den Erhalt von Gymnasien kämpfen, irgendwann mal auf 'ner Demo neben 'nem Linken gestanden haben, aber das die Menschen, egal welcher Nationalität, bei denen sich derzeit "linke" Sichtweisen auf das uns umgebene System ergeben, meist in Hartz4 sind, weil unbequeme Arbeitnehmer, und ihnen somit die wirtschaftliche Basis zur kulturellen Teilnahme, im einfachsten Fall das Geld für die BVG-Fahrkarte zur Demo, fehlt.

ChristianBerlin 27.04.2014 | 17:51

Den Vorwurf muss ich mir gefallen lassen. Ich will schon seit über einen Jahr eine Rezension zu einem Buch meines früheren Weggefährten Eberhard Dietrich schreiben und schaffe es nicht, obwohl ich das Thema S21 für nach wie vor relevant halte.

Aber dann wollte ich ja auch noch eine Serie oder wenigstens einen über das soziale Engagement von Deutschlands größter Bank schreiben.

Ich schaffe es einfach nicht, weil das für einen Außenstehenden alles zu umfangreich und eine Nummer zu groß ist.

Aber ist das ein Grund, ansonsten zu schweigen, nur, weil man nicht alles schafft, was wichtig wäre?

Richtig ist, der Hinweis auf S21 hätte in diversen Aufzählungen kommen müssen, u.a. im Tagesspiegel, der sogar die Friedrichshagener Montagsdemonstrationen gegen die BER-Flugrouten erwähnt. Stuttgart schein in Berlin weit weg zu sein - und durch die verlorene Volksabstimmung als Thema vielleicht auch irgendwie verbrannt zu sein. Der Skandal des Rechts- und Vertrauensbruchs wird dadurch aber nicht geringer, was ich im Detail aber erst aus Eberhards Buch erfahren habe.

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Ehemaliger Nutzer 27.04.2014 | 21:12

Lieber Brerlino1010,

ich gebe dir recht, es ist nicht nur falsch, die FED für den gesamten Jammer in der Welt verantwortliche zu machen - es ist sogar ein ausgemachter UNSINN.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Leute, die da aus dem Gefühl heraus, jetzt müsse etwas getan werden, auf die Straße gehen, sich diese intellektuelle Magerkost lange antun.

Richtig, es ist ein "linker Ansatz, die Verantwortung der Systeme zu betrachten" und eine notwendige Diskussion darüber darf keinesfalls damit enden, dass Deutschland sich reinwäscht und alle Verantwortlichkeit auf die USA abschiebt.

Das entbindet uns aber nicht der Dringlichkeit, das imperiale Gehabe Russlands ebenso wie das der USA sowie die dumpfe Untätigkeit der eigenen Regierung entschieden zu kritisieren.

Weder ein CIA Chef noch ein ameriakanischer Vizepräsident hat im Moment irgendetwas in der Ukraine im Moment verloren. Ebensowenig irgendwelche deutsche "Militärbeobachter".

Die Schockstarre der Linken hilft nur den rechten Rattenfängern.

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ChristianBerlin 28.04.2014 | 08:25

Mein worst case Szenario sähe schlimmer aus. Im Kontext der faschistoiden Durchsetzungs-Methoden einiger Demo-Befürworter wurden bereits tunlichst einzuhaltende Grenzen überschritten und Fakten geschaffen, die [wenn die Nachricht im Infokasten bei DvW zutrifft] den Staatsschutz auf den Plan gerufen hat. Faschotypische Ausraster geben der Justiz eine nicht zu unterschätzende Handhabe, nach eigenem Gutdünken auch jeden gut- oder bösgläubigen Linken existenzvernichtend Kaltzustellen, der sich in die sog. rechts-links Querfront miteinreiht. Ob und wann die Ermittler zuschlagen, weiß man nie. Aber dass sie schon ermitteln (müssen), das hat die gewaltbereite Dynamik inzwischen erreicht, in der es natürlich nicht bei bloß virtuellen Cyber-Attacken bleibt, wo der Geist der Gewalt einmal aus der Flasche gelassen wurde.

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Ehemaliger Nutzer 28.04.2014 | 16:45

Herrlich! Ich habe mich bei diesem Artikel prächtig amüsiert!!

Ist das nun die Geburtsstunde der neuen ZEIT?

Daran schließt also die strategischeFrage für progressive Kräfte an, wie es gelingen kann, den noch Unentschlossenen, den Zufälligen, den wirklich vor allem Friedensbewegten, die sich im Protestspektrum der rechtsoffenen „Friedensbewegung 2014“ finden, eine Alternative zu bieten, die über die Kritik der problematischen aktuellen Äußerungsformen hinaus geht.

Hier überlegt sich also der "Dr. phil. Dr. rer. med." ganz offen, wie sich die inhaltslose Linke irgendwie so anreichern lässt, dass sie den Rechten die Interessenten abspenstig machen kann. Ist ne Weile her und ich bin wohl auch etwas aus der Zeit gefallen, wenn ich meine, dass zuerst die Idee und dann die Überzeugung kommt - und dass die aus mehr als einem "das tut man aber nicht" bestehen sollte? Warm nur erinnert mich das an die wohlklingend bei Unternehmensberatungen beauftragten Unternehmensvisionen, die der Mitarbeiterbindung dienen sollen?

Und nochmal:

Hier wird eine wichtige Funktion politisch-ideologischer Strömungen und ihrer organisatorischen Ausdrucksformen (Bewegungen, Parteien, NGOs, Bürger/inneninitiativen usw.) deutlich. Diese bieten eine gewisse Kontinuität in der Einordnung und Deutung jeweils konkreter politischer Ereignisse und Probleme. Sie stabilisieren Sichtweisen in politisch-moralischen Milieus, tradieren Erfahrungen und schaffen Sphären grundlegender Weltverständnisse. Damit verhindernsie unter Umständen auch, dass jede neu auftretende Problemlage durch beliebige Alltagsdeutungen bis hin zu bizarren Verschwörungstheorien gedeutet werden kann (es sei denn, eine Strömung verfestigt sich genau um letztere).

Ich bin sehr für beliebige Alltagsdeutungen.

Und gegen vereinsmäßig stabilisierte Deutungsherrschaft.

Dafür nehme ich - ich sage das schlimme Wort - gerne auch ein paar Rechte in Kauf. Mit denen man reden kann, wenn man denn Argumente hat, die über tradierte Erfahrungen hinausgehen.

Man kann den Rest ratlos linken Bewusstseins wohl kaum ungeschminkter für die Erziehung und Zivilisierung von Verschwörungstheoretikern einplanen als hier. Damit wir nicht nur die Guten, sondern auch die Braven sind.

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Ehemaliger Nutzer 28.04.2014 | 17:37

Lieber Herr Ullrich,

ich würde mich keinem "Dr. med." anvertrauen, der das Symptom bekämpft, ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Ursache dieses Symptoms zu verschwenden.

Ich wird auf eine, wie ich finde, ziemlich perfide Art unterstellt, dass die "Linken", da sie auf Demos neben den Rechten auftreten, dies auch "irgendwie" zu verantworten hätten, also "schuld" daran seien und es "abstellen" müssten.

Das ist nicht so. Die Rechten - wobei hier alles von konservativ bis militant mal gemeint sein soll - erleben ihre Blüte europaweit seit der Finanz- und Schuldenkrise. Die Menschen erleben, dass Gesetze von Großkanzleien für Politiker ausgearbeitet werden, in denen die Lücken bereits eingeplant sind, die den Konzernen und Banken ein weitgehend unbehelligtes Agieren erlauben, während andernorts Kassiererinnen, die einen liegengelassenen Pfandbon nutzen, schwerst sanktioniert werden. Sie erleben, dass sie permanent den Gürtel enger schnallen sollen, während ungeschminkt in den Medien die Betrüger für ihre Cleverness gefeiert werden. Das ist die Diagnose, in der sich übr. Die Linke (Partei) und die Rechte (hier AfD) wenig unterscheiden.

Der Unterschied müsste in den Lösungsmöglichkeiten liegen, und da empfehle ich doch, mal mit Ihren Sponsoren zu sprechen. Evtl. verstehen die ja, dass ein wenig (geheuchelte) Fairness gegenüber den Wählern und echtere Verantwortung für diese ein wahres Wundermittel gegen rückwärtsgewandte Sehnsüchte wären. Oder auch nicht. Sagt ihnen aber auch keiner - warum bloß? Statt dessen funktionalisieren Sie die harmlosen Friedensbewegten zur Ursache und zur Umerziehung der Rechten? Das ist die falsche Medizin, und sie wird nichts bewirken ausser der verzweifelten Suche der irgendwie Linken, die sich bestürzt dran machen, die Rechte einzudämmen, statt sich um die echten Probleme zu kümmern.

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Ehemaliger Nutzer 28.04.2014 | 17:44

Ich hatte keinesfalls vor, dich zu beleidigen - wie sollte ich auch, ich kenne dich ja gar nicht.

Geh hin, höre dir das an, sieh dir die Leute genau an, schalte deinen Verstand nicht aus und überprüfe das, was man dir dort erzählt.

Mehr braucht es dafür nicht.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die befürchten, die Rechten (die sich zweifellos auch unter denen befinden, die dort demonstrieren) könnten groß Einfluss in Deutschland gewinnen - dazu sind ihre Erklärungen zu einfach gestrickt.

Nicht einmal bei Fußballfans gelingt es ihnen auf Dauer, sich festzusetzen. Also darf man auch in diesem Fall optimistisch sein.

Guy Fawkes 02.05.2014 | 09:38

Bitte nicht labern oder vermuten!!!

Ich will ein Interview mit Märhoilz, Jebsen, Popp und von mir aus auch Elsässer im Freitag lesen. Rede und Antwort, unzensiert!!!

Als Herz-Linker komme ich über diese immerwährende Zerlaberei leider immer mehr zu dem Schluss:

„…jeder, der gegen das bestehende System agitiert, ist zunächst mal auf der RICHTIGEN Seite. Egal, ob rechts, links oder mittig. Oder ausserhalb dieser lächerlichen Parameter"

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2014 | 10:29

montagsdemos UND/ODER 1.mai-demo ????

>>> "Donnerstag, 1.5.2014. Eifel. Heute ist wieder ein ganz wichtiger Tag. 1. Mai. Kampftag der Arbeiterbewegung. Heute treffen sich überall Linke in ganz Deutschland zu heftigsten Demonstrationen gegen den Niedriglohnsektor, den Abbau des Sozialsstaates, gegen die drohende Kriegsgefahr, gegen die Massenspionage der NSA auf bundesdeutschem Hoheitsgebiet, gegen völkerrechtswidrige Angriffskriege, Massenmorde an Zivilisten durch Drohnen im Ausland und gegen die erdrückende Einschränkungen der Bürgerrechte unserer arbeitslosen Mitbürger. Adolf Schicklgruber hatte ihn am 10.4.1933 durchgesetzt – gegen den Widerstand konservativer Kreise in ganz Deutschland.

Huch! Schicklgruber? War das nicht … DER …?

Ja. Die Nazis haben uns diesen Feiertag geschenkt. Weil weite Teile der Bevölkerung nicht die nötige Bildung haben, dass zu wissen und noch weitere Teile überhaupt keine Berührungsängste mit dem Nationalsozialismus haben, strömen heute Millionen Linke zu einem faschistischen Feiertag. So jedenfalls müsste ich denken, wenn ich der aktuellen Strömung restlinker oder pseudolinker Kreise folgen würde. Ich nenne sie “pseudolinks”, all die weil ich “Linke” immer wegen ihres kritischen Geistes geschätzt haben, während Rechte eher ihre Stärke im Parolen brüllen hatten.

SPD, FDP, GRÜNE, CDU, LINKE – alle vereint unter dem Aluhut. Alle jetzt “links”. Gewaltbereit mit Flaschen schmeißend auf Leute, die erstmal … gegen einen Krieg sind. Nebenbei Genmais und Banken kritisieren. Für eine besser Bildungspolitik und gerechtere Renten sind.

Haben alle schon vergessen, dass genau eine solche Allianz die Quelle der politisch so schwer einzuordnen “Bewegung” NSDAP war, die unter dem Symbol des Hakenkreuzes viele gesellschaftliche Strömungen vereinte und sie für sich vereinnahmte? Die mit ihrer uniformierten SA jegliche freie Meinungsäußerung in Deutschland schon vor der Machtergreifung unterdrücken wollte – und unterdrückt hat? Politisch schwer einzuordnen? Ja – um das zu verstehen, muss man mehr tun als nur Parolen brüllen – und gerade der 1.Mai ist ein guter Tag, sich an damals zu erinnern – vor allem daran, WIE sie an die Macht gekommen sind. Linke wissen das – sie sind gut im Denken. Beim Parolen brüllen schwächeln sie." <<<

http://www.nachrichtenspiegel.de/2014/05/01/1-mai-wir-feiern-das-ende-der-linken-in-deutschland-und-die-geburt-der-antidemokratischen-aluhutallianz/

die Realistin 02.05.2014 | 19:37

@hunter: Was konkret verstehen Sie als imperiales Gehabe Russlands?

So weit ich die Situation in Russland einschätzen kann, wollen Putin und auch Mironow, Zjuganow und sogar der nicht eben sachliche (aber auch nicht dumme!) Shirinowskij nur eines: ein stabiles, wirtschaftlich prosperierendes Russland mit möglichst geringer Korruption; ein Russland, in dem seine Bewohner gern und mit Stolz auf Vergangenheit und Gegenwart friedlich leben können!

Aber genau das ist es, was den USA und dem treuen Speichellecker BRD ein Dorn im Auge ist.

die Realistin 02.05.2014 | 19:48

@hunter: Als ich 1987 in Stryj (Westukraine) auf Bandera-Anhänger stieß, die mit der Perestroika aus ihren Löchern krochen, dachte ich auch nicht, dass diese einmal die Nationalgarde der "unabhängigen" Ukraine bilden werden und auf ihre Landsleute im Osten des Landes schiessen werden.

Und dann kam der von Europa so geliebte Justschenko und deklarierte die Bandera-Faschisten zu ukrainischen Nationalhelden!

Und am 9.Mai wird man in der Ost-Ukraine einen Tag des Gedenkens der Bandera-Banditen und UPA-Soldaten zelebrieren.

All das findet die Zustimmung der EU...und natürlich der USA und ist Öl ins Feuer der deutschen Neonazi-Szene!

miauxx 03.05.2014 | 00:59

Hmm ja, an den "Masterplan" glaube ich zwar auch nicht. Aber von "einfach schlechtem Journalismus" zu sprechen, trifft es auch nicht und wäre doch auch reichlich naiv - oder, wider besseren Wissens, einfach fahrlässig. So oft können die großen Medienhäuser einfach nicht danebenlangen. Es gibt da schon eine Linie, die befolgt werden soll. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie hart es für etwas querständigere Journalisten sein muss. Beim Spiegel u.ä. kriegt man da bestimmt kein Bein mehr auf den Boden.

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Ehemaliger Nutzer 03.05.2014 | 01:16

"So weit ich die Situation in Russland einschätzen kann, wollen Putin und auch Mironow, Zjuganow und sogar der nicht eben sachliche (aber auch nicht dumme!) Shirinowskij nur eines: ein stabiles, wirtschaftlich prosperierendes Russland..."

Ich würde hier gerne zustimmen, alleine ich bleibe skeptisch.

Die Machthaber in Moskau flösen mir - ehrlich gesagt - ebenfalls kein übergroßes Vertrauen ein. Allerdings sehe ich schon auch, dass Russland in dem Konflikt bislang eine eher passive Rolle gespielt hat.

Dies könnte sich allerdings bald ändern - dann nämlich, wenn die russische Armee aktiv in der Ostukraine eingreift, weil Kiew mit großer Rücksichtlosigkeit vorgeht und die russ. Regierung sich an ihr Versprechen gebunden sieht, die in der Ostukraine lebenden Russen zu "schützen".

Die Situation ist jetzt schon schrecklich.

Wohin dies letztlich führen würde, das wage ich mir erst einmal nicht auszumalen.

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Ehemaliger Nutzer 03.05.2014 | 01:45

weil ich “Linke” immer wegen ihres kritischen Geistes geschätzt haben, während Rechte eher ihre Stärke im Parolen brüllen hatten

Das find ich aber schon ganz schön naiv. Menschen mit linken Gesinnungen sind so blöd, so borniert und so apodiktisch wie andere auch. In grauer Vorzeit hab ich in einer linksextremen WG gewohnt und fand die so schlicht im Geist (wenn auch sehr nett), dass ich die tatsächlich vorhandene Nähe zur RAF überhaupt nicht ernst genommen habe. Was natürlich unverantwortlich ist (ich war noch sehr jung und verzeih mir das). Aber mir fällt das traditionell schwer Linke intellektuell ernstzunehmen. Sicher das ist bei rechten Dumpfbacken auch nicht anders. Ideologen sind immer blöd. Sonst könnten sie in und mit der Realität denken. Sie brauchen ja ihr abgeschottetes ideologisches System, um ihre armen Hirnzellen nicht mit Widersprüchen zu belasten, könnten ihr Denken zwischen Wunsch und Wirklichkeit entfalten.

freedom of speech? 03.05.2014 | 02:26

„…So weit ich die Situation in Russland einschätzen kann, wollen Putin und auch Mironow, Zjuganow und sogar der nicht eben sachliche (aber auch nicht dumme!) Shirinowskij nur eines: ein stabiles, wirtschaftlich prosperierendes Russland mit möglichst geringer Korruption; ein Russland, in dem seine Bewohner gern und mit Stolz auf Vergangenheit und Gegenwart friedlich leben können!...“

Hier eine Quelle von vor ca. 8 Jahren aus einer wohl unverdächtigen Ecke:

http://de.ria.ru/world/20060708/51064929.html

„…MOSKAU, 08. Juli (2006 Anmerkung von mir) (RIA Novosti). Der Vizechef der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments), Wladimir Schirinowski setzt sich für eine territoriale Spaltung der Ukraine ein.

"Die Ukraine muss sich teilen. Denn zwei Drittel ihrer Bevölkerung sind orthodoxe Christen und halten zu Russland", sagte Schirinowski in einem Interview für die russische Zeitung Komsomolskaja Prawda am Freitag.

Er erinnerte daran, dass südliche und östliche Gebiete der Ukraine sowohl sprachlich als auch wirtschaftlich mit Russland verbunden sind. Diese Gebiete könnten Schirinowski zufolge der Russischen Föderation beitreten. "Die Orangen verstehen sich als ein selbständiges Volk und sollten sich trennen."…“

Der Stolz der Russen auf die Vergangenheit und das Glück, in Gegenwart friedlich zu leben, wird nach Schirinowskis Vorstellung die Nachbarn wohl Territorium kosten.

Viele Grüße

fos?

karamasoff 03.05.2014 | 02:53

Man sollte wenigsten dazu schreiben, wer Schirinowski ist, wofür er stand und steht. Ein extremistischer Pausenclown in Russland, der wenig zu melden hat (so wenig wie Lucke von der AFD hier in Deutschland )

Laut Wiki: Angesichts sich 2010 entwickelnder Pläne der russischen Regierung, eine strategische Partnerschaft mit der NATO zu suchen, erklärte Schirinowski seine Ablehnung eines NATO-Beitritts Russlands und forderte "die Gestaltung einer neuen Architektur der Sicherheit [...], die nur unter Berücksichtigung der Meinung der Russischen Föderation geschaffen werden kann"

Selbst der SPIEGEL schreibt ihn noch 2012 zum Gegner Putins.

Dürfte schwer sein seinen Aussagen von 2006 politisches Gewicht unter Putins Politik zu unterstellen. Allerdings dürfte es klar machen, daß viele Russen ein geschichtliches Interesse an der Ukraine haben, was erklären dürfte, daß diese Interessen dieses Land (und den darin lebenden Russen) nicht so einfach dem Westen überlassen wie man dachte.