Fraulila.de
08.05.2011 | 12:00 40

Das F-Wort

A-Z Frauen wollen nicht aufsteigen, trinken Latte und wissen, dass zu Hefeteig am besten geworfene Tomaten passen. Oder? Ein kleines Kompendium des Feminismus

Arbeit

Bereits Simone de Beauvoir beschreibt eine Arbeitswelt, in der Frauen zu Hause alles versorgen, während Männer handeln, herstellen und sich damit verwirklichen. Bis heute herrscht in der Arbeit eine Trennung nach Geschlechtern. Sie stammt aus einer Zeit, in der es in bürgerlichen Familien ein Statussymbol war, sich eine nicht arbeitende Frau zu „leisten“. Dieses Symbol wurde von Arbeitern übernommen und mit der Idee eines „Mutter-Mythos“ (➝Mutter) verknüpft. So erledigen Frauen 60 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer.

Dazu kommt eine Lohndiskriminierung der Frauen, gegen die es zwar seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gibt, die aber weiter besteht. „Frauenberufe“ werden zudem schlechter bezahlt. Der Gender Pay Gap, die Lücke zwischen den Einkommen von Männern und Frauen, thematisiert solche Fragen, die sich in der Zahl 23 Prozent symbolisch ausdrücken. Der Equal Pay Day findet an jenem Tag des neuen Jahres statt, bis zu dem Frauen zusätzlich arbeiten müssen, um das durchschnittliche Gehalt des vergangenen Jahres der Männer zu erwirtschaften. Am Equal Pay Day gehen Frauen mit einer roten Tasche auf die Straße, die ihre roten Zahlen im Einkommen symbolisiert. Katrin Rönicke

Bauch

Der Bauch einer Frau ist öffentlich diskutiertes Terrain – und ein einziges Paradox. Es gibt aktuell eine Debatte, ob potenzielle Kinder, die in diesem Bauch wachsen sollen, auf massive Gendefekte untersucht werden dürfen. Gleichzeitig gibt es das Recht, diese Kinder bis kurz vor der Geburt zu töten, sollte der Gendefekt erst dann entdeckt werden.

Aber auch fern des juristischen Bereichs werden Frauenbäuche begutachtet, besprochen und verhandelt: Seit einigen Jahren beliebtes Trend-Accessoire für junge Frauen sind prall gerundete Schwangerschaftsbäuche – zu begutachten an Promis, in hippen Stadtteilen deutscher Metropolen und auf Magazintiteln. Das Paradox: Weiter hinten in denselben Magazinen gibt es auch in dieser Saison wieder die „zehn besten Tipps für den perfekten Sommerbauch“ oder ein paar Adressen von Schönheitschirurgen. Runde Bäuche ganz ohne Nachwuchs darin: keine Option. Susanne Klingner

Cyberfeminismus

1985 publizierte Donna Haraway ihr Manifest für Cyborgs, das in Rückgriff auf die Ideen feministischer Science-Fiction eine Vision für das Zeitalter der Technikwissenschaften entwarf. Dabei wurde mit einem „männlich“ geprägten Verständnis von Technik gebrochen und ein geschlechtergerechtes, sich gegen Rassismus richtendes Leitbild entworfen.

Cyberfeminismus, 1991 als Begriff gesetzt, versteht sich seitdem als eine Bewegung, die darauf setzt, dass Frauen sich digitale Technologien aneignen und sie für die eigene politische Vernetzung nutzen. Außerdem soll der Feminismus im Cyberspace verbreitet werden. Dabei behält sich der Cyberfeminismus Vielfalt vor: Sozialistische, liberale, konservative und viele andere Strömungen, die es im Feminismus immer schon gab, sind erlaubt und willkommen.

In Deutschland beschäftigten sich Cyberfeministinnen in den neunziger Jahren vor allem mit Kunst. So kam es auch, dass die erste „Internationale Cyberfeministische Konferenz“ 1997 auf der documenta, der großen Kunstmesse, in Kassel stattfand. Die jungen Feministinnen, die vor allem im Netz arbeiten und sich dort vernetzen, nennen, was sie tun, hingegen nicht explizit Cyberfeminismus. Sondern Feminismus. Katrin Rönicke

Do it yourself

Spätestens als Abgeordnete der Grünen Wolle und Stricknadeln mit in den Bundestag brachten, wurde klar: Stricken ist nicht nur ein nettes Hobby aus der Frauenzeitschrift, sondern auch eine politische Handlung. Organisiere dich selbst, ermächtige dich selbst, distanziere dich vom passiven Konsum.

Die Idee des Selbermachens, ob nun mit Stricknadeln, Nähmaschinen, Texten oder Musikinstrumenten, entstand in den fünfziger Jahren in England, wurde von den Hippies und Punks der Sechziger und Siebziger aufgegriffen und hat bis heute einen Platz in der Subkultur – und in der Frauenbewegung. Von Fanzines und Magazinen über Blogs (➝Cyberfeminismus) bis zu den Ladyfesten: DIY ist ein fester Bestandteil des heutigen Feminismus. Dabei geht es weniger um das perfekte Nachmachen einer Vorlage, als um den Ausdruck des eigenen Ichs durch das Selbergemachte. Barbara Streidl

Haltung

Feminismus ist eine Haltung und kein Thema. Klingt erstmal einfach, ist aber für die meisten Menschen schwer zu verstehen. Also noch mal kurz und knackig: Die Themen sind Beruf, Familie, Sex, Mode, Politik, Kunst, Kriminalität, Umwelt, Macht, Alltag, Bildung, Liebe, Identität, Medien, Gesundheit, Literatur, Migration und so weiter und so fort. Auf diese Themen kann man einen feministischen Blick werfen, so wie man sie auch mit einer wertkonservativen, neoliberalen, linksalternativen oder esoterischen Haltung betrachten kann.

Und trotzdem: Wer sich mit einer feministischen Sichtweise in Debatten einmischt, wird gern in die Themenecke „Feminismus“ gestellt. Was es Frauen und Männern nicht einfacher macht, feministische Meinungen zu äußern – wer will schon die- oder derjenige sein, die oder der immer nur „was zu Feminismus“ sagt? Gut: Es trotzdem zu tun und einfach immer mal wieder auf den Unterschied zwischen den Wörtchen „Haltung“ und „Thema“ hinzuweisen. Susanne Klingner

Mutter

Durch Bascha Mikas Buch Die Feigheit der Frauen sind die Mütter mal wieder in den Fokus der Feuilleton-Gesellschaft geraten. Sie seien zu feige, sich dem Kampf um die berufliche Karriere zu stellen, versteckten sich hinter dem Gehalt ihrer Partner und der Betreuung des Nachwuchses, so der Vorwurf. Sie seien so lange einfach nur Mütter, bis der Traum aus sei, der Partner über alle Berge und jede berufliche Chance dahin. Als „Latte Macchiato-Mütter” werden sie despektierlich bezeichnet, als Frauen, die Kinderbetreuung gerne mit Kaffeekonsum kombinieren – weil sie dafür Zeit haben.

Die anderen Mütter, die den Spagat der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wagen, werden oft immer noch als „Rabenmütter“ bezeichnet. Schließlich geben sie ihre unter dreijährigen Kinder in fremde Hände und folgen nicht ihren sogenannten Mutterinstinkten. Diese Zeugnisse der Evolutionsgeschichte, an denen auch der Einfluss der Gesellschaft abzulesen ist, werden den Müttern je nach Standpunkt vorgeworfen oder abgesprochen, gerne in Kombination mit Handlungsunfähigkeit dank „Mutter-Hormonen“. All das gipfelt im „Mutter-Mythos“, eine in Deutschland ausgeprägte Rollenzuschreibung, die – von Barbara Vinken in ihrem ausgezeichneten Buch Die deutsche Mutter belegt – historisch verwurzelt ist: Mit der Geburt eines Kindes wird eine Frau zur Mutter, dem Inbegriff der Fruchtbarkeit, der Weiblichkeit. Dass die Frau dann immer noch ein eigenständiger Mensch ist, übersehen viele nur zu gerne. Barbara Streidl

Pornografie

Pornografisch waren sexuelle Darstellungen 1973 laut Gesetz, wenn sie „die im Einklang mit allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen gezogenen Grenzen des sexuellen Anstandes eindeutig überschreiten“. Feministinnen setzten sich im Zug der sexuellen Befreiung gegen diese schwammige Definition ein und forderten eine Einengung des Begriffs auf „sexualisierten Frauenhass oder Fremdenhass“. Das Ziel war, eine willkürliche Verdammung diverser sexueller Praktiken (etwa homosexueller) zu verhindern, und stattdessen die zu verbieten, die mit Gewalt und Hass einhergingen.

Ende der Achtziger gab es von FDP- und SPD-Politikerinnen eine Initiative, Pornografie im Gesetz auf den „Verstoß gegen die Menschenwürde“ einzuengen. Auslöser war ein Gesetzesvorschlag der Zeitschrift Emma, der Pornografie als „Verknüpfung von sexueller Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt“ definierte. Beide scheiterten. Eine viel breiter gefasste Definition setzte sich durch, nach der Pornografie „die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts“ ist, „mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen“. Die Emma beharrt bis heute auf ihrer Definition. Die unterschiedlichen Definitionen sind seitdem Ursache diverser Missverständnisse. Viele glauben, die Emma sei gegen jede Sex-Darstellung. Daher rührt der Begriff „sex-positiver“ Feminismus. Katrin Rönicke

Quote

Großes Thema Anfang dieses Jahres: eine Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will verbindliche 30 Prozent der Posten für Frauen. Gleichstellungsministerin Kristina Schröder will das nicht. Kanzlerin Angela Merkel entschied: Es gibt keine Quote, sondern weiterhin freiwillige Selbstverpflichtungen – wie seit zehn Jahren. Und seitdem hat sich nichts in Sachen Frauen in Top-Positionen verändert.

Im Gegenteil, heute arbeiten noch weniger Mütter in Spitzenjobs als vor zehn Jahren (➝Arbeit). Eine Quote kann man mögen oder nicht; sie wäre ein Instrument, um den Kreislauf zu unterbrechen, dass weiße akademisch gebildete Männer aus der Mittelschicht weiße akademisch gebildete Männer aus der Mittelschicht um sich versammeln und fördern. Oder um Vorurteile abzubauen wie: „Frauen sind zu emotional für Führungspositionen“ oder „Frauen wollen gar nicht aufsteigen“. Und um auch gleich noch das Schimpfwort „Quotenfrau“ zu ruinieren – weil es nicht verfängt, wenn auf mindestens drei von zehn Posten Frauen zeigen können, was sie drauf haben. Wenn man sie endlich lässt. Susanne Klingner


Mit einer Tomate, die die Studentin Sigrid Rüger am 13. September 1968 in Berlin in der Mittagspause einer Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) gekauft hatte, wurde den Worten der aufgebrachten Rednerin Helke Sander Nachdruck verliehen: Die Tomate flog auf das ausschließlich männliche SDS-Gremium, dass die dringend nötige Diskussion auf Sanders Rede übergehen wollte: Sie hatte das Konzept des „Aktionsrats zur Befreiung der Frau“ vorgestellt, dem SDS seine Frauen stark diskriminierende Trennung von Politischem und Privatem vorgeworfen und bemängelt, dass die Männer, die sich in Kinderläden engagieren, nach Führungspositionen Ausschau hielten.

Sander bezeichnete den SDS als „aufgeblasenen konterrevolutionären Hefeteig“. Dazu passen geworfene Tomaten ganz wunderbar. Das Engagement des „Aktionsrates zur Befreiung der Frau“ gilt als Beginn der zweiten Welle der Frauenbewegung (➝Zetkin, Clara) in Deutschland. Barbara Streidl

Vätermonate

In den Texten zur Elternzeitregelung heißen sie „Partnermonate“, und gemeint ist nicht explizit der Vater, sondern das Elternteil, das nicht den Großteil der Elternzeit nimmt. Eigentlich können auch Väter bis zu zwölf Monate Elternzeit nehmen. Trotzdem hält sich die Annahme, die Vätermonate (ein Begriff, den es nicht gibt) seien auf acht Wochen beschränkt. Sogar die taz schrieb, Vätern sei mehr Teilhabe an der Familienarbeit verwehrt, wenn „die Vätermonate“ nicht auf vier Monate aufgestockt würden. Das ist Quatsch. Dass Väter ihre Elternzeit meist auf zwei Monate beschränken, ist eine private, von der Politik nicht vorgegebene Entscheidung. Dass es mittlerweile „Vätermonate“ heißt, die mit zwei Monaten Elternzeit gleichgesetzt werden, sagt viel über das reaktionäre Elternbild: Das Kind gehört zur ➝Mutter, der Vater darf mal mitmachen. Susanne Klingner

Zetkin, Clara Josephine

Sozialistische Politikerin und Frauenrechtlerin. 1907 leitete sie das Frauenreferat der SPD, die sie 1917 verließ, um sich dem Spartakusbund und schließlich der 1919 gegründeten KPD anzuschließen. Zetkin sorgte mit Käte Duncker dafür, dass 1911 der erste Internationale Frauentag stattfand. Sie gehörte der sogenannten ersten Welle der Frauenbewegung an (➝Tomate), die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas dafür einsetzte, Frauen die gleichen politischen Rechte einzuräumen wie Männern. Ein erster Erfolg war die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland 1918. Katrin Rönicke

Kommentare (40)

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Ehemaliger Nutzer 08.05.2011 | 22:05

Der Kommentar ist verständlich und ich kann ihn voll unterstützen.
Auch ich bin dafür, dass Frauen in der Wirtschaft mehr berücksichtigt werden.
Nur eines wünsche ich mir, ich werde hier vielleicht gleich der Diskriminierung verdächtigt, dass Frauen eben auch fraulich auftreten sollten. Eine Managerin kann auch ein Kostüm und nicht einen Hosenanzug tragen, sieht bestimmt auch schicker aus!
Schauen wir uns das Fernsehen an. Hier erscheinen Frauen in einem wunderschönen Kostüm oder Kleid und dann gibt es Sendungen, da muss eben alles in die Hose rein, für mich eine ungünstige Variante.
Seit der Wende hat sich das Frauenbild total verändert. Während man vor der Wende nochmals einen Blick rückwärts wegen der schönen Kleidung machte, ist es einem heute vollkommen egal, was da an Hosenanzugträgern vorbei marschiert. Gut, die Kanzlerin macht es vor, ist vielleicht auch hier gut so.
Nein, selbst Frau Schwarzer macht es vor, dass eben eine Frau besser erscheint, wenn sie sich fraulich kleidet.
Ich möchte hier keinesfalls mißverstanden werden, aber ich bin noch in einer Gesellschaft aufgewachsen, wo ältere Damen eben nicht mit Niethosen durch die Strassen streiften, sondern sich wie Frauen kleideten.
Gut, wir leben heute in einer Zeit wo jeder machen kann was er will, nur muss man darauf achten, dass man sich mit seiner Kleidung nicht der Lächerlichkeit aussetzt. Und bei vielen Frauen ist das nun mal der Fall, da wir ja hier über Frauen diskutieren.

eulen nach athen 08.05.2011 | 22:57

hey, matto aufwachen! eine frau in hosen setzt sich nicht der lächerlichkeit aus. das ist bereits 100 jahre vorbei. heute kleiden sich frauen anders, eben wie frauen - heute. damit werden sie klarkommen müssen. ich weiß jetzt auch gar nicht, welche wende sie meinen? die in der DDR? und da waren in ihrer erinnerung die leute besser gekleidet als heute? komisch … das hab ich ganz anders in erinnerung. na egal.

und hier noch was zum muttertag:

eulenspiegel-zeitschrift.de/index.php?option=com_content=article=331:das-mutti-aus-heft-52011=2=3

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Ehemaliger Nutzer 09.05.2011 | 00:13

@eulen nach athen
Sie scheinen keine Augen im Kopf zu haben oder eben auf dem Mond zu leben.
Ja, ich meine die Wende von 1989. Selbst in der BRD gingen die Frauen noch anders gekleidet.
Es könnte ja sein, dass Sie 1989 vielleicht 10 Jahre waren und das alles noch nicht richtig geschnallt haben.
Selbstverständlich komme ich damit klar, darüber brauchen Sie sich gewiss keine Sorgen zu machen. Sie scheinen meine Darstellungen nicht richtig deuten zu können oder?
Auf die Beurteilung eines Wessis kann ich getrost verzichten, nach denen waren wir im Osten Zonis, faul, gefräßig und obendrein noch dumm. Nach der Wende habe ich aber festgestellt, dass es gerade umgekehrt war.

chrislow 09.05.2011 | 09:42

letzter Satz aus QUOTE:

"...wenn auf mindestens drei von zehn Posten Frauen zeigen können, was sie drauf haben. Wenn man sie endlich lässt. "Susanne Klingner

-> zeigen zu können, was man (Frau) kann, ... hängt natürlich auch von der Möglichkeit ab. Weshalb es auch die Quote ermöglichen wird.
Aber ein Einsatz aufgrund von Quote bringt ganz andere Erwartung und Haltung zur Leistung mit sich, als es ein durch/von Fähigkeit überzeugter Einsatz ... also Anstellung in den "Vorstand" etwa erwarten liesse.

Eine Quote mag vielleicht abseits der landläufig besprochenen Ziele noch ganz andere Vorteile haben.

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Ehemaliger Nutzer 09.05.2011 | 13:26

@ Matto

zu der Kleidung, es ist Bewusst gewollt das Frau in der Wirtschaft oder "wichtigen teilen" eine Hose trägt. Sie erscheint damit androgym und verstckt eher ihre Figur. Sie soll bewusst unweiblich wahrgenommen werden sonst empfindet man Ihren Rock als unpassend oder oder.
Damit Sie nicht als Konkurenz wahrgenommen wird. Es ist genauso mit anderen angehblich weiblichen Verhaltenmustern. Sie soll rhuig reden und auch im Buissnes ihre atribute ausleben, die von anderen, sonst würde Sie als störend empfunden. Und zu einem Transvestiten der gerne Kleid trägt würden Sie ja auch nicht sagen: zieh dir was männlicherres an. Auch wenn der vergleich gerdae für Sie hingt. Warum soll die Kleidung eine Rollle spielen Mann/Frau darf alles tragen. Das sollte doch wohl kein kriterium sein , das man sagt: lieber Rock damit Mann etwas schönes zum ansehen hat. Sondern es sollte sich nur um die wichtigen dinge im Geschäft selbst drehen. Ohne damit es für Mann engenehm ist, weil sie sich auch so verhält. es gibt nur Kleidung keine weiblich oder Männlich, so ergings der Hose schon mal für Frau!

luzieh.fair 09.05.2011 | 14:24

Ich hab schon drauf gewartet, dass ich das online finden kann. Hat mir die Zugfahrt versüßt, diese Übersicht.

Hätte da auch eine Anmerkung zum Punkt Arbeit: Diese Sache mit dem AGG, das ja dafür da ist, dass gegen Ungleichbehandlung ein Rechtsweg eingeschlagen werden kann, greift nur, wenn (in diesem Fall) Frau auch klagt.
Die Beschäftigungsstrukturen, in denen sich viele Menschen befinden, lassen aber oft nicht zu, dass eine Klage gegen den Arbeitgeber ein Weg ist, der in Erwägung gezogen wird. Weil zum Beispiel die geringfügig Beschäftigen, keinen Kündigungsschutz genießen, weil ZeitarbeiterInnen mit dem Gefühl, "besser so als gar keine Arbeit" zu selbiger gehen, weil oft nach erfolgreicher Klage an einen friedlichen Arbeitsalltag nicht mehr zu denken ist, weil: Angst. Besser eine Scheißarbeit, als keine, denn ohne biste ja nix wert...
Solidarität (die aus diesem Dilemma heraushelfen würde) und Angst (die vom Arbeitgeber und Staat forciert wird) passen nicht zusammen.
Das betrifft zwar nicht nur Frauen, aber diese befinden sich ja überdurchschnittlich oft in solchen prekären Arbeitsverhältnissen.

Luzieh - durchforstet jetzt die Kommentare nach zu wenig Senf;-)

luzieh.fair 09.05.2011 | 14:29

@Matto:
Bleibt trotzdem die Frage, ab wann Frau ("da wir ja hier über Frauen diskutieren.") sich Lächerlich macht und mit welchen Kleidungsstücken?

Denn was das hier:

"Gut, wir leben heute in einer Zeit wo jeder machen kann was er will, nur muss man darauf achten, dass man sich mit seiner Kleidung nicht der Lächerlichkeit aussetzt. Und bei vielen Frauen ist das nun mal der Fall(...)"

mit dem Tragen von Hosen zu tun hat, ist schleierhaft.

Luzieh

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smith 10.05.2011 | 00:30

"Feminismus ist eine Haltung und kein Thema."

Ergänzung: F. ist im Vergleich zu seinen Anfängen nur mehr eine nichtendenwollende O p f e r haltung. Und, Feminismus ist in erster Linie Ideologie – inzwischen in einem Maße, für welche Doris Lessing bereits 2001 die Charakterisierung einer "denkfaulen und heimtückischen Kultur" bemühte.

Der vorliegende Artikel und ihre Autorinnen regredieren einmal mehr und wenig überraschend in besagter Opferhaltung. Sie ergehen sich in sattsam bekannten, feministischen Mythen, die mit der Realität wenig zu tun haben.

Um nur zwei dieser Mythen rauszugreifen, Beispiel 23% Lohnschere:

"Bezogen auf den für 2006 veröffentlichten Gender Pay Gap lag der um den Einfluss dieser Merkmale statistisch bereinigte Verdienstunterschied bei rund 8%. Dies bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde durchschnittlich 8% weniger als Männer verdienten. Dieser Wert stellt insofern eine Obergrenze dar, als einige weitere Faktoren, die zur Erklärung des Verdienstunterschieds beitragen könnten, in der Analyse nicht berücksichtigt werden konnten, da die entsprechenden Angaben nicht vorlagen.>"

Heißt: nicht mal die 8% sind eindeutig als Diskriminierung auslegbar.

Zudem arbeiten Mütter einer Studie zufolge heute zwar häufiger, aber weniger Stunden pro Woche als vor zehn Jahren.
Und damals war erstens die Geburtenrate höher und zweitens gab es ein ähnliches Kitaangebot.

"In Westdeutschland arbeiten den Angaben zufolge Mütter von drei- bis fünfjährigen Kindern durchschnittlich 12,1 Wochenstunden, während die ostdeutschen Mütter mit Kindern gleichen Alters auf 20 Arbeitsstunden pro Woche kommen. Bei Frauen in Ostdeutschland mit fast volljährigen Kindern läge die Stundenzahl bei 25 pro Woche."

Kurz: im Westen macht Frau EMMA-sozialisiert auf Opfer, im Osten arbeitet sie.

Dies unterstreicht die tatsächliche Entwicklung gegenüber der stereotyp wiederholten Behauptung, dass "weisse akademische Männer sie nicht lassen":

"Auf den Empfehlungslisten der Headhunter sind Frauen längst in der Überzahl. Die Männer, die dort aufgelistet sind, haben mitunter nur noch Alibi-Funktion", sagt Manfred Gentz, Aufsichtsratschef der Deutschen Börse und Mitglied der Corporate Governance Kommission der Bundesregierung. "Selbst wenn sie besser qualifiziert sein sollten als ihre Konkurrentinnen, ist davon auszugehen, dass derzeit meistens Frauen den Vorzug erhalten."

www.zeit.dekarriere/beruf/2011-04/frauenquote-management?page=1

Auf derlei Einwände, wie er bereits vor zwei Tagen an dieser Stelle gepostet wurde, geht die gemeine Feministin für gewöhnlich nicht ein. Denkfaule und heimtückische zumal institutionalisierte Kultur, die an Emanzipation unabhängig vom Geschlecht keinerlei Interesse hat, wie nicht nur am Fall Monika Ebeling deutlich wird.
Dies alles inzwischen allerdings mit dem Ergebnis der Gründung einer Interessensgemeinschaft Antifeminismus (IGAF) im letzten Jahr. Die Mitgliederzahl dieser Interessensgemeinschaft (über 4000) übersteigt bereits die der Schweizer Grünliberalen Partei.

Ein Blick voraus ins feministische Musterland Schweden und auf die dortige Rechtspraxis offenbart darüber hinaus deutlich die fundamentalen, geschlechterrassistischen Tendenzen des Feminismus, der mit seiner Verbreitung im gleichen Maße wachsende Misandrie streut, zur Grundlage der Rechtsauffassung macht und somit die Rechtsstaatlichkeit unterhöhlt.

Am Fall Assange war für alle Welt das aktuell konstruierte Männerbild im feministischen Rechtsverständnis erkennbar, welches in den Worten einer Ireen von Wachenfeldt (Vorsitzende Reichsverband der Frauen- und Mädchenhilfe in Schweden) unumwunden kommuniziert: "Männer sind Tiere und wandelnde Dildos."

Zwangsläufig kommt der feministische Bestseller dieser Tage aus Schweden und heißt: "Bitterfotze".

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Ehemaliger Nutzer 10.05.2011 | 13:40

Euer Hochwohlgelaber,
Ihre Feminantissima Katrin!

Wenn Sie ein Gedicht geschrieben hätten, würde ich kommentieren:
Reim dich oder ich fresse dich.
Doch Sie haben kein Gedicht geschrieben, sondern in einem Sammelsurium aus Ansprüchen, falschen historischen Bezügen und weltfremden Träumereien einen nagelneuen Ismus aus der Taufe gehoben … der allerdings schon des Öfteren im Taufbecken zu ertrinken drohte.
Allein die Assage:

... in der Frauen zu Hause alles versorgen, während Männer handeln, herstellen und sich damit verwirklichen. Bis heute herrscht in der Arbeit eine Trennung nach Geschlechtern. Sie stammt aus einer Zeit, in der es in bürgerlichen Familien ein Statussymbol war, sich eine nicht arbeitende Frau zu „leisten“. Dieses Symbol wurde von Arbeitern übernommen und mit der Idee eines „Mutter-Mythos“ (➝Mutter) verknüpft. So erledigen Frauen 60 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer.
Zum einen herrschten zu jener Zeit vollkommen andere gesellschaftliche und ökonomische Randbedingungen, so dass Ihr Argument sich eine nicht arbeitende Frau zu „leisten“ eigentlich nur als diskriminierendes aufgefasst werden kann.
Der Arbeiter, der sich eine Hausfrau hielt ist an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen. Der Arbeiter malochte 12 Stunden des Tages im PÜTT (falls Ihre Theorie lastiges Geschwätz den Begriff noch vorhält), oder er arbeitete unter unsäglichen Bedingungen in der Eisenschmelze oder im Schmiede- oder Walzwerk. Dabei verdienten er das Geld, von dem die Kinder, Frauen und der Arbeiter selber ihren Lebensunterhalt fristeten. Dann war da noch der eigene Garten, der bestellt wurde, denn sonst hätte Männes Kohle wohl auch nicht gereicht.
Was Sie, Frau Rönicke, nicht begreifen liegt darin, dass die von Ihnen angeführten historischen Bezüge nicht als Eingangsszenario für die Begründung eines Feminismus geeignet sind, denn ebenso könnte der Böswillige Ihr Argument umdrehen: Da hätte sich nämlich die Frau den leichteren Teil des Lebens gewählt, dem hart arbeitenden Mann Freitags oder Samstags die Lohntüte aus der Tasche gerissen und an sich genommen um das Geld zu vereinnahmen ohne eine dem Manne äquivalente Leistung zu erbringen.
Sie litt auch nicht im mittleren Alter unter einer Kohlenstaublunge oder (in der Textilindustrie) unter einer Baumwollstaublunge, hatte keine schlagenden Wetter zu befürchten; alles Indikatoren für ein qualvolles, langes Sterben oder einem plötzlichen Tod. Asbestlungen und viele andere Berufskrankheiten blieben ihr ebenso erspart … es gäbe noch seitenweise Beispiele.
Nur, Frau Rönicke, in der Zeit in der Ihr Startszenario loslegt, wären Ihre Argumente als vollkommen lächerlich erschienen und die Frauen, die Sie ansprechen würden, hätten Ihnen geantwortet:
„Wat is? Hier hass ne Schüppe, geh in'n Gaten und grab um, dann krisse nachher ne Suppe. Aba hörauf zu labern.“
Und das, Frau Rönicke, läge dann nicht daran, dass die angesprochenen Frauen zu dumm gewesen wären, Sie zu verstehen, sondern daran, dass Ihre Argumente damals wie heute ein Wertegebäude beschwören, zu dem nur Sie Zugang haben und dass nur Ihnen allein die Illusion ernst genommen zu werden vermittelt: Es scheint eine Burg aus Pappmasche zu sein.

Do it yourself
Spätestens als Abgeordnete der Grünen Wolle und Stricknadeln mit in den Bundestag brachten, wurde klar: Stricken ist nicht nur ein nettes Hobby aus der Frauenzeitschrift, sondern auch eine politische Handlung.
LOL … ROTFL … Lass uns an einer neuen Politik stricken. Aber schon mal daran gedacht, dass das Stricken nur aus Langeweile geschah? Oder Politikverdrossenheit? Oder Desinteresse? Oder Unverständnis? Aber vielleicht haben sie mittels des Fadenfädelaktes die Ignoranz des maskulin überfrachteten Parlaments gegeißelt.

luzieh.fair 10.05.2011 | 14:50

Verschonen Sie mich, Smith.

Wir können uns wieder "unterhalten", wenn ich mich mit Ihrem Lenz beschäftigt habe. Da ich gerade aber anderes zu tun habe, wird es noch mindestens vier Wochen dauern. Wenn Sie dann noch Lust haben, können wir uns mit Lenz' Aussagen beschäftigen. Ich habe schon einen Beitrag in Planung. Extra für Sie. Sie haben noch immer kein Interesse, die Lenzschen Thesen zusammenzufassen und in einem Beirtag zur Diskussion zu stellen?
Immer auf Ihre andauernden Wiederholungen einzugehen...keine Lust, keine Zeit.
Ihr ganzes "Bitterfotze"-Gewäsch, haben Sie doch in einem (mindestens) anderen Beitrag schon vorgetragen. Haben Sie keine anderen Interessen? Oder lese ich Sie nur zufällig immer da, wo ich Sie erwarten würde?

luzieh.fair 10.05.2011 | 15:09

Hallo Kunibert,

"Der Arbeiter, der sich eine Hausfrau hielt ist an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen"

Ich kann nachvollziehen, wie Du darauf kommst, aber es gibt einen historischen Prozess(der in der Tat woanders Beginnt, als der erste Absatz des Artikels), in dem sich beobachten lässt, dass die Arbeiterklasse, sich die "bürgerlichen" Tugenden und Lebensweisen aneignet und die bürgerliche Schicht ihrerseits, auf die Expansion dieser Werte erpicht war. Und zwar vor allem, um den "Volkskörper" vital zu halten und die Arbieterklasse zu normieren und zu kontrollieren. Insofern, ist es nicht falsch, was die Autorin oben verkürzt schrieb.

"Da hätte sich nämlich die Frau den leichteren Teil des Lebens gewählt, dem hart arbeitenden Mann Freitags oder Samstags die Lohntüte aus der Tasche gerissen und an sich genommen um das Geld zu vereinnahmen ohne eine dem Manne äquivalente Leistung zu erbringen."

Der Begriff "gewählt" ist es, der hier jeder historischen Grundlage entbehrt. Es gab keine Wahl, die der Frau bis 1918 frei gestanden hätte. Sie war nämlich eines (und das ist sehr entscheidend!) nicht: Staatsbürgerin. Sie durfte nicht entscheiden, ob sie einem Erwerb nachkommen wollte. Das entschied der Ehemann, respektive der Vater (kann in alten Versionen des BGB nachgelsen werden)...achso: das mit dem Entscheiden über die Erwerbsarbeit der Frau, ging im Übrigen bis 1977 so (um mal in die Nähe der Gegenwart zu rücken).
Dass die Bedingungen der Arbeiter mehr als miserabel waren, ist natürlich wahr. Ändert aber nichts daran, dass auch der Ehemann, der Arbeiter war, die Entscheidung über das Leben "seiner" Frau, zu treffen hatte.

Viele Grüße, Luzieh

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smith 10.05.2011 | 16:37

Wenn Sie verschont werden wollen, dann unterlassen Sie es doch einfach dümmliches Gewäsch (der Begrifflichkeit sollten gerade Sie mal nachgehen) vom Kaliber "aus dem Loch gekrochen kam: Pfeffer rein, mit Senf abdichten" wiederholt vom Stapel zu lassen.
Oder kennen Sie noch nicht einmal die Analogie vom Wald, in den mensch hinein ruft?

Kommen Sie mal mit substanziellen Entgegnungen bzgl. Lohnscheremythos, Muttererwerbsquote, schwedische Verhältnisse etc. und verschonen Sie MICH mit feministischer Denkfaulheit.

goedzak 10.05.2011 | 17:14

Alles richtig und erfreulich, dass bei dem Thema jemand mit KENNTNISSEN auch historischer Art und nicht aus Schützenlöchern heraus argumentiert.

Vielleicht noch als Zutat von mir: Viele männliche Arbeiter verbanden sich mit Fabrikmädchen, die also zunächst quasi in der selben Situation waren wie die Jungs. Mit der Heirat gaben die Frauen dann ihre Erwerbsselbständigkeit auf, weil es für die 'Wirtschaftlichkeit' des proletarischen Familienlebens effektiver war, Hausarbeit zu leisten, denn Dienstleistungen konnten sich die Proleten nicht leisten. Trotzdem rührt von dieser Ausgangskonstellation eine gewisse Tendenz zu gleichberechtigter Kameradschaftlichkeit in der proletarischen Ehe her. Erst Wohlstand und oben erwähnter Prozess der Verbürgerlichung haben dem entgegengewirkt.

Maria Jacobi 10.05.2011 | 18:08

Manche Leute in diesem Blog pflegen ihr marxistisches Geschichtsbild, das darin besteht, dass man ZUNÄCHST in einer Matrix feministischer Klischees die Rolle der emanzipierten Frau festschreibt - ledig, gendervariabel, wirtschaftlich unabhängig, Mütter als gescheiterte Existenzen ansehend usw. DANACH beurteilt man, anhand dieser Matrix (!), Frauen aus vergangenen Zeiten. Eine Bezugnahme auf die Verhältnisse, unter denen diese Frauen (und ihre Familien) damals lebten oder gar ein Verständnis für ihre damaligen Lebenslage geht ihnen völlig ab. Für sie gilt nur, dass diese Frauen ihrem heutigen Frauenbild nicht entsprechen. Und da das so ist, sparen sie nicht mit ätzenden, beleidigenden Kommentaren ihren eigenen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern gegenüber. Jeder marxistische Historiker arbeitet so - ausgehend von einer Ideologie, die er als wahr, unabänderlich und ewig ansieht. Schon Lenin beurteilte die Menschen unter diesen Gesichtspunkten - wirklichkeitsfremd und gefühlskalt. Ideologen dieses Schlags lassen jegliche Kenntnis über und jedes Gefühl für diffizile historische Prozesse vermissen. Sie bilden sich ein, der Maßstab für alle und alles zu sein.

luzieh.fair 10.05.2011 | 20:13

"wiederholt vom Stapel zu lassen"

wiederholt stimmt nicht. Dass beim F-Wort auch die letzten aus ihren Löchern kriechen, habe ich woanderes geschrieben. Und das hatte erstmal nichts mit Ihnen zu tun.

Chronologisch kam das erste "Löcher stopfen", bevor Sie hier auftauchten. Dass Sie genau dann den Kopf durch die Forumstür stecken, wenn Neobe und ich ein bisschen herumwitzeln...naja, dafür kann ich auch nix. Und als Vorlage war Ihr Auftauchen bestens geeignet.

Ich denke, entschuldigen muss ich mich dafür nicht, nachdem Sie mich woanders als irrational und inhaltslos bezeichneten (zwischen Ihren Zeilen habe ich garnicht nachgeschaut).

Kurz zu Gewäsch:
* Synonyme: Blabla, Gefasel, Geschwafel, Geschwätz, Geseire, Schmonzes, Schmus, Wischiwasch, Wischiwaschi

* vergleiche: Gerede, Rederei, Tratsch

* ist Synonym von: Faselei, Geschwätz, Phrase, Schmus, Schnickschnack, Schwafelei, Sermon, Zungendrescherei

Passt doch. Zudem was ich über Sie und Sie über mich denken...oder meinen Sie nicht?

So Smith: beantworten sie doch einfach die Frage: haben Sie Interesse, sich mit den Lenzschen Thesen auseinander zu setzen? Ja, oder nein?

Und dann lassen wir's erstmal gut sein, wär mein Vorschlag.
Ich wäre jedenfalls genervt, wenn ich uns beide immer auf diese Art und Weise lesen müsste (ja, ich denke auch mal an die anderen)...denn konstruktiv sind wieder Sie noch ich (in dieser Diskussion).

Luzieh.fair

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Ehemaliger Nutzer 10.05.2011 | 21:49

Maria Jacobi schrieb am 10.05.2011 um 16:08

Treffend formuliert. Die Diskussionenmuten bisweilen an wie wie ein Grundkurs in binäre Logik:
Die Matrix {A}
00111000110010011101110101 (alter Zustand)
wird mit der Matrix {B]
11000111001101100010001010 (Wunschzustand)
über ein logisches UND maskiert und man erhält in diesem Phall
0, also NULL.
Mithin ist der Ausgangszustand, für die Wunschziele ungeeignet und somit als historischer Tatbestand bourgois, bülgelich, leaktionäl oder was auch immer der marxistische-leninistische-sozialistische Wahrsprech im jeweils -istischen Gedankenkerker an Lenkchinesisch hergibt. Mit anderen Worten: weder die erkennbare Realität noch historisch belegten Tatbestände finden Eingang in den erkenntnistheoretischen Prozess, da Wahrheit sich nur und ausschließlich an einer quasireligiösen Wahrheitsmatrix orientieren.
Das haben die Inquisitoren des katholischen Wahnkomplexes auch gemacht!

luzieh.fair 10.05.2011 | 22:36

Ich weiß ja nicht, ob Euch das aufgefallen ist: jede Person, die einen Standpunkt vertritt, tut dies doch, aus einer bestimmten Perspektive heraus.
So hat dann diese Person, eine Realität im Kopf, die sich, aus welchen Umständen auch immer (Sozialisation, Bildung ... Lebens(ver)lauf eben...), in eine bestimmte Richtung entwickelt hat.

Wie geht doch gleich der Spruch: Die Wahrheit, liegt im Auge des Betrachters.

Es gibt solche und solche, sag ich immer.

Da ich mich hier drin:

"dass man ZUNÄCHST in einer Matrix feministischer Klischees die Rolle der emanzipierten Frau festschreibt - ledig, gendervariabel, wirtschaftlich unabhängig, Mütter als gescheiterte Existenzen ansehend usw. DANACH beurteilt man, anhand dieser Matrix (!), Frauen aus vergangenen Zeiten."

nicht wiederfinde (1), hab ich aber auch leicht reden.

(1) könnt ich jetzt genauer drauf eingehen, mach ich aber nicht.

miauxx 10.05.2011 | 22:47

@Kunibert

Was Sie sagen, halte ich für durchaus richtig. Allerdings gleichermaßen auch für überambitioniert. Denn: Im Grunde gibt das obenstehende "A-Z des Feminismus" so wenig her, dass es sich kaum lohnt, viel an Bedeutung hineinzulesen. Es geht derart um Äußerlichkeiten und oberflächliche Kulturbetrachtungen (siehe "Bauch" oder "Do it yourself"), dass sich ernsthafte Einlassungen kaum lohnen. Ich habe allerdings diese "A-Z"- Seite des Freitag auch immer eher als humoristischen Beitrag verstanden. Leider ist dieses weder humorvoll, noch gehaltvoll.
Mit einem haben Sie aber v.a. recht: Die Einleitung ist hanebüchen.

miauxx 10.05.2011 | 23:10

Eins muss ich aber doch noch ablassen:

Weil Grüne im Parlament strickten, und Punks und Alternative das DIY "entdeckten", ist eben Stricken nun keine biedere Hausfrauenbetätigung mehr. DIY ist also eine moderne Marke, die das, was früher einmal normal war, nun als besonders alternativ verkaufen will. Nun gut, leider ist es wohl so. Männer und Familie gehen begeistert in den Baumarkt. So what? Was hat das mit Feminismus zu tun? Feminismus ist wohl das Erfinden neuer Brandings? Womit er sich beliebig machen würde. Ich könnte dann auch sagen, Nordic Walking ist feministisch.
Im übrigen war es zu früheren Zeiten, noch bis ins 20. Jh., durchaus nicht unnormal, das Männer strickten.
Was wäre heute ein Mann, der strickt? Wahrscheinlich jemand, der dem Feminismus nahe steht, weil er etwas tut, womit emanzipierende Frauen, was sie selbst angeht, noch bisher Probleme hatten, es nun aber für trendy und gesellschaftlich dissident erklären.

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smith 10.05.2011 | 23:44

Ach ja richtig, "Die Quintessenz von Person A, ist die komplett geistfreie Aussage" ist ja in nach Ihrer fulminanten Ratio, luziehfer kein persönlicher Angriff.
Zumal nicht ich das - wie Sie es nennen: "Bitterfotzen-Gewäsch" publiziert habe, sondern Ihre Schwester im Geiste Maria Sveland.

Mit der gleichen umwerfenden Ratio kommt nun von der erklärten Feministin luzihfair die Aufforderung, ICH möge mich mit dem von H.J. Lenz konstatierten blinden Fleck des Feminismus auseinandersetzen.
Donnerwetter, luziefer, Sie verleihen den Worten D. Lessings eine völlig neue Dimension.
Sie führen die destruktiven Tendenzen des F. in geradezu exemplarischer Weise vor, wenn Sie nicht bereit sind, eine ernsthafte Diskussion zu führen, denn es ist nun mal an Ihnen, der Feministin, auf die Lenzsche Analyse bzgl. Femismus und unterschiedlich konstruierte Geschlechter einzugehen. Jedes weitere Ausweichen und stumpfe Herabsetzen vorgebrachter, begründeter Kritik macht Sie und Ihre Haltung nur noch unglaubwürdiger.

luzieh.fair 11.05.2011 | 00:05

@Schmitt:

"ist ja in nach Ihrer fulminanten Ratio, luziehfer kein persönlicher Angriff."

Nach Ihrer, war es das aber schon, deshalb haben Sie das dann auf ich angewandt.

" "Bitterfotzen-Gewäsch" publiziert habe, sondern Ihre Schwester im Geiste Maria Sveland. "

Das "Gewäsch" bezieht sich auf Ihren Umgang mit Informationen und dem damit einhergehenden, sich wiederholenden, Ton.

"Sie verleihen den Worten D. Lessings eine völlig neue Dimension."

Und sie wiederholen sich. Schon wieder.

Und dazu: "denn es ist nun mal an Ihnen, der Feministin, auf die Lenzsche Analyse bzgl. Femismus und unterschiedlich konstruierte Geschlechter einzugehen."

Wer lesen kann...naja, auch nur so n Spruch und ich überlese, im Eifer, auch ganz gern mal was...

Ich schrieb Ihnen, dass ich dazu etwas machen werde, aber erst in etwa vier Wochen. Das müssen Sie nunmal so hinnehmen. Denn nur, weil ich mich darauf einlasse, wird es nicht plötzlich zur Priorität.
Also, wenn die Zeit wieder mehr ist, kümmere ich mich darum.
Bis dahin: wie oben schon angemerkt, Schmitt: Ball flach halten!

luzieh.fair 11.05.2011 | 00:38

Noch was, ist mir grad beim für die Arbeit aufhübschen vor dem Spiegel(wie passend)eingefallen...
Schmitt: wissen Sie wie ich das nenne, wenn A etwas über B sagt, B sich beleidigt fühlt und C sagt, dass nicht B, sondern seine Aussage beleidigt wurde. B wiederrum befindet sich in dem Dilemma, die durch A erlittene Demütigung, irgendwie nicht zu verkraften und beleidigt seinerseits C. C ist zwar nicht beleidigt, weiß die Beleidigungsabsicht aber zu deuten. Das findet B nicht gut und setzt noch einen drauf.

Ich nenne das Projektion.
(Mögen geschulte oder auch nicht geschulte Psychologen mich verbessern, ist ja nur ein Eindruck.)

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smith 11.05.2011 | 00:53

"Nach Ihrer, war es das aber schon, deshalb haben Sie das dann auf ich angewandt."

Nee, luzieh, Sie brachten auf meine Anwendung an Ihre Adresse plötzlich die Definition von irrational, die wiederum Ihre Auffassung, dass besagter Angriff keiner wäre, ad absurdum führte. Schon wieder vergessen?

Und meine Wiederholungen haben noch lange nicht die Taktzahl feministischer Auslassungen erreicht. Insofern werde ich mich noch des öfteren wiederholen müssen, denn der nächste Artikel bzgl. Opferin und Täter ist mit Sicherheit schon in der Pipeline.

Mit Ihnen vertut man seine Zeit, luziefer. Ich tu`s nicht länger.

luzieh.fair 11.05.2011 | 01:07

Ähm Schmitt: Person B(also Sie): "Klasse Logik. Wie Sie wollen:
Quintessenz von luzieh.fair ist die komplett geistfreie Aussage.

Oh so horny."

Und dann weiter:"Und hier noch eine Ergänzung für Ihre Selbstsicherheit.
Quintessenz von luzieh.fair ist die komplett irrationale Aussage."

Erst danach kam eine von mir gepostete Aussage (Definition) über Rationalität. Können Sie nachlesen. Ich habs grad gemacht, weil ich dachte, vielleicht täuscht mich die Erinnerung.

Wo wir also grad bei Zeitverschwendung sind: das war eine.

"Mit Ihnen vertut man seine Zeit, luziefer. Ich tu`s nicht länger."

Wenn sie sich da mal nicht vertun.

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smith 11.05.2011 | 01:21

Mein definitiv letztes Wort an Sie:

Nichts anderes als diese Reihenfolge habe ich vor ´ner halben Stunde angegeben. Und noch mal für Leseschwache :

"... Sie brachten auf meine Anwendung an Ihre Adresse (1) plötzlich die Definition von irrational (2) ..."

Es ist ja nicht das erste mal, dass Sie meine Kommentare selektiv lesen, und bspw. glatt weg behaupten ich würde die Emanzipation "in die Tonne kloppen" wollen.
Was wohl die Psychologen zu Ihren Projektionen sagen würden ...

Damals haben sie sich immerhin noch entschuldigt.

Und tschüss.

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smith 11.05.2011 | 01:59

Aber das muss ich noch loswerden, da es ein bezeichnendes Licht auf Ihr logisches Verständnis wirft, wenn Sie meine Schrittfolge bestätigen, und hierbei noch immer nicht erfassen, dass Sie Ihre eigene Argumentation damit selbst widerlegen.

Was dies wohl für Ihren Lenz-Blog in vier Wochen bedeutet, ist in etwa absehbar.

In besagtem Thread nachlesen musste ich übrigens nicht. Warum auch, war doch logisch.

luzieh.fair 11.05.2011 | 08:49

Schmitt: Ich hatte es so verstanden, dass Sie nach der "Anwendung auf" mich, unmittelbar die Rationalitätsdefinition von mir bekommen hätten. Dem wollte ich widersprechen, denn Sie haben das, was Sie vorher als Beleidigung aufgefasst haben, erst 1:1 auf mich übertragen (geistlos) und dann nocheinmal in abgewandelter Form (irrational). Diesen Schritt haben sie aber da oben weggelassen.

Sei's drum.

Sie glauben, aber nicht ernsthaft, dass ich die Zeit, die mir zur Verfügung steht, nicht besser zu nutzen wüsste, als mich mit etwas zu beschäftigen (die Idee war, dass wir ein angemessenes Forum finden, die Thesen durchzugehen, weil ich das, was Sie hier treiben ...Dauerschleife in Kommentarform... für nicht besonders konstruktiv halte.), um dann von Ihnen zu hören, es sei Zeitverschwendung?

Da komm ich tatsächlich nicht mehr mit. Ich habe Sie hier direkt gefragt, ob Sie Interesse daran haben. Darauf haben Sie nicht geantwortet.

Auch hier: sei's drum. Hätte ich bis vorhin noch vorgehabt, mich ernsthaft damit auseinander zu setzen, so wird das jetzt in anderer Form passieren...die Idee dazu kam mir, wie so oft, bei der Arbeit.
Ich denke, Sie brauchen Ihre Zeit nicht damit vertun, das dann zu lesen. In vier Wochen.

Dass Sie mich mal vom Schlafen abhalten...achja...

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Ehemaliger Nutzer 11.05.2011 | 20:44

luzieh.fair schrieb am 10.05.2011 um 13:09
Nun ja, was mir an vielen Kommentaren aufstößt, sind die Einteilungen der handelnden Gesellschaftsgruppen in diese Klassen. Mag der Terminus auf allgemein anerkannt sein, so verweist er doch immer wieder auf einen ideologischen Unterbau, der nach meinem Dafürhalten der Gegenwart nicht mehr gerecht wird. Doch das ist ein weites Feld.

Der Beginn der Industrialisierung geht einher mit Auflösungsstrukturen im agrarökonomischen Umfeld. Pferde wurden durch Dampfmaschinen (Pflüge etc.) ersetzt, die Pferdeführer, viele, viele Landarbeiter verloren ihren Broterwerb. Dieser Prozess steht in einem engen Zusammenhang mit den Auswanderungsbewegungen im 18. und 19. Jahrhundert, in denen der Kontinent sich der überflüssigen Arbeitskraft entledigte und ein paradiesisches Dasein auf der anderen Seite des großen Meeres in Aussicht stellte. Die dem zu Grunde liegenden feudalen Strukturen sind m.E. nach der eigentliche Ansatzpunkt für Überlegungen.

Die Franzosen haben sich dieser Kaste (Klasse) von Parasiten, Ausbeutern und Militaristen konsequent, will heißen sehr blutig entwunden und der Dame Antoinette die Rechnung für den Spruch präsentiert: „Wie, das Volk hat kein Brot? Soll es doch Kuchen essen!“. Der Preis den die Menschen dafür kassierte waren die Bürgerrechte und die Menschenrechte.

Ed2morrow hat hierzu einmal einen interessanten Aspekt aufgebracht: Die Aufteilung in Bürger- und Menschenrechte birgt schon wieder einen Klassenaspekt, der durch die Revolution eigentlich überwunden werden sollte.

Und in diesem Rahmen erscheinen mir die Ansprüche der marxistischen Liga ebenfalls suspekt. Sie beanspruchen sie zum einen Welterklärungsmodell zu sein, zum anderen okkupiert der Anspruch aus einem –Ismus heraus einen Wahrheitsgehalt, der nur aus sich selbst Erlösung von allen Übeln verspricht. Insofern ist dieses Modell selbstreferenziell und damit ein quasi religiöses Prozessgeschehen. Dem kann ich nichts oder wenig abgewinnen.

Was nun den Arbeiter angeht, der, gleich einem Bourgeois, sich eine Hausfrau hält, kann ich diesem Argument nicht mehr folgen. Handelte es sich doch in den Jahrhunderten, Jahrtausenden zuvor um wirtschaftliche Einheiten, deren Lebensdauer kaum ausreichte, die Kinder erwachsen werden zu sehen, wirtschaftliche Einheiten, die stets und immer den Launen der natur und des Wetters ausgeliefert waren, meist dem Verhungern näher als einem – in unserem Sinne – menschenwürdigen Dasein; man denke nur an die mittelalterliche Zwischeneiszeit, die der Hälfte der Bevölkerung das Leben kostete, in der die Kalteglocke bis nach Spanien und Portugal reichte.

Erst mit der Industrialisierung der Landwirtschaft und mit der Industrialisierung stiegen überhaupt die Lebenserwartung und die Überlebenschancen der Nachkommen, was an einer hohen Zahl überlebender Kinder sichtbar wurde. Doch auch diese wurden in industriellen Fertigungsprozessen verklappt und verbraucht, es gab schließlich genug. Erst als der preußische König (ich weiß nicht mehr welcher) anwies, Kinder zur Schule zu schicken, anstatt sie sich kaputt malochen zu lassen, wurde deren Situation besser. Der eigentliche Grund jedoch war: Die gesunden Soldaten, die er für seine Armee brauchte, waren schon im Kindesalter gesundheitlich ruiniert worden.

Dies alles hat Jahrhunderte gedauert und ist in vollkommen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gemeinwesen geschehen und alles, aber an allem die Messlatte des Marxismus anzulegen halte ich für falsch: er war kein, ist kein und wird kein Welterklärungsmodell sein. Die Spielarten, in denen er aufgetreten ist, sind im Allgemeinen verbunden mit Flüssen aus Blut und Tränen, vergossen von Menschen die nach Belieben beschuldigt und massakriert wurden, Lenin, Stalin und Genossen haben dafür sinnbildliche Beispiele in die Welt gesetzt, Pol Pot war auch so ein Schlächter, Mao Tse Dong ebenfalls (wenn auch oft aus Unwissenheit), die Kulturrevolution hat zwischen 70 und 100 Mio. Menschen das Leben gekostet.

Damit soll nicht gesagt sein, das wir im optimalsten aller Gesellschaftssysteme leben, aber man hat doch schon Freiheiten, die einem bei missliebiger Anschauung doch auch andere Wege offen lässt.

Dass das BGB sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig gewandelt hat, steht außer Frage; dass Frauenrechte, die bis vor 50 Jahren nicht einmal denkbar waren, heute – zumindest auf dem Papier – existieren, sollte auch jedem klar sein. Doch lass uns auch einen anderen Aspekt betrachten: Mit den wachsenden Rechten wächst auch der Wettbewerb um die Ressourcen, also der Entlohnung für Leistung. Diesem Wettbewerb ist die Frau noch nicht so lange ausgesetzt, sie wird wohl auch noch etwas lernen müssen, z.B. Spielregeln (an deren Zustandekommen sie nicht beteiligt war … wohl wahr), die aber nun mal in der Welt sind.

Sich jedoch so aufzuspielen wie Frau Rönicke und viele andere quasi militante Feministinnen halte ich jedoch für unangemessen. Sie und viele andere werden damit scheitern; denn was diese Damen vergessen liegt ja wohl darin, dass die eine Hälfte der Menschheit Männer sind. Mutterschaft als Scheitern fraulichen Daseins zu apostrophieren, wie Maria Jacobi (siehe unten) trefflich bemerkt, halte ich schlicht und ergreifend für abwegig, kennzeichnend für Intelligenzen, die im Einzugsbereich der Messbarkeitsgrenzen driften. Diese Ansicht negiert das menschliche Dasein als solches; der Preis dafür ist bekannt … wenn auch nicht mehr so abwegig, wie man vielleicht denken sollte. Ich werde mal in Kürze auf vollkommen neue Aspekte der Informationstechnologie eingehen und die möglichen, absehbaren, wahrscheinlichen Konsequenzen postulieren. Aber das ist ein anderes Feld. Auf keinen Fall kann man den Marxismus/Leninismus dort als Messlatte anlegen.

Ich hoffe, dass mein Standpunkt zum Blogthema etwas deutlicher geworden ist und freue mich auf den zu erwartenden Widerspruch.

Herzlichst Kunibert

luzieh.fair 12.05.2011 | 12:38

Kunibert Hurtig schrieb am 11.05.2011 um 18:44

"Mag der Terminus auf allgemein anerkannt sein, so verweist er doch immer wieder auf einen ideologischen Unterbau, der nach meinem Dafürhalten der Gegenwart nicht mehr gerecht wird."

Ich für meinen Teil, benutze den Begriff "Klasse", wenn ich z.B. von klassenspezifischer Diskriminierung rede, nicht, weil ich immer die Taschenbuchausgabe vom Kapital mit mir führen würde, sondern einfach, weil ich finde, dass z.B. mit dem Begriff der "sozialen Schichtung" nicht ausreichend auf Machtverhältnisse eingegangen wird.
Wovon ich den von mir benutzen Klassenbegriff abgrenzen möchte, ist das von Marx postulierte, der "Klasse" immante "Klassenbewusstsein", das die Klasse kennzeichnen soll. Davon sind wir weit entfernt.
Aber wennn ich mir heutzutage den extrem expandierenden Bereich der prekären Beschäftigung anschaue und dann betrachte, wie viel dafür getan wird, dass eben diese Beschäftigten (m/w) sich nicht miteinander Solidarisieren, (hier wirds subjektiv(er)) wird mir schlecht.
Ja, ich hielte Solidarität für ein wirksames Mittel, die Gesellschaft gerechter zu gestalten.
Mir wurde allerdings von klein auf (Schule und so) etwas von riesigen Ellebogen erzählt, von Modernisierungsprozessen, durch die die einen Geld verdienen, die anderen aber ihrer Existenzgrundlage (denn die ist ja bei uns ein Bett aus Barem) werden. (Mittlerweile habe ich allerdings imer dieses Bild mit dem Ast, auf dem einer sitzt und daran herumsägt, im Kopf, wenn ich darüber nachdenke)
Im Laufe der Jahre, habe ich dann beschlossen, dass ich da so wenig wie möglich mitmachen und meine Energie in das Leben stecken will, dass sich in meinem Umfeld befindet.
Reich, werde ich damit wohl nicht. Aber zufrieden, für's erste.

"Der Preis den die Menschen dafür kassierte waren die Bürgerrechte und die Menschenrechte."

Sehen Sie, Kunibert.
Bürger- und Menschenrechte. Was sagt es aus, wenn Menschenrechte nur für Männer gelten? Ja, heute ist das in großen Teilen dieser Erde nicht mehr so, aber wir sprechen ja hier auch von historischen Bezügen.
Und der gute Herr Rousseau meinte mitnichten, die Frauen, wenn er vom Staatsbürger sprach.

Ich bekam vor ein paar Jahren mal eine nette Erinnerung vom Roten Kreuz. Da hatte sich ein schöner Druckfehler eingeschlichen:
"Frauen dürfen alle xx Montate spenden, Menschen alle yy" (Leider hab ich den Schrieb nicht mehr)

"Die Aufteilung in Bürger- und Menschenrechte birgt schon wieder einen Klassenaspekt, der durch die Revolution eigentlich überwunden werden sollte."

Ja, das ist bis ins Grundgesetz hinein zu beobachten. Da werden bestimmte Menschen kategorisch von bestimmten Rechten ausgeschlossen. Und auch, dass die dt. Regierung die UN-Kinderechtskonvention erst vor einem Jahr vollständig anerkannt haben. Was nun dazu führt, dass minderjährige Kinder von Flüchtlingen nicht mehr in Abschiebehaft dürfen (oder jedenfalls den Rechtsweg beschreiten dürfen, wenn das passiert).
Aber ich schweife ab.

"Was nun den Arbeiter angeht, der, gleich einem Bourgeois, sich eine Hausfrau hält"

Das habe ich so nicht gesagt. Es ging mir, um die gesetzlich festgeschriebene, Entscheidungsgewalt des Souveräns in der Familie.

"Erst als der preußische König (ich weiß nicht mehr welcher) anwies, Kinder zur Schule zu schicken, anstatt sie sich kaputt malochen zu lassen, wurde deren Situation besser. Der eigentliche Grund jedoch war: Die gesunden Soldaten, die er für seine Armee brauchte, waren schon im Kindesalter gesundheitlich ruiniert worden."

Dazu Wikipedia:"Die Armee hatte wegen der vielen kranken Kinder zunehmend Schwierigkeiten, genügend gesunde Rekruten zu finden. Preußen erließ deshalb 1839 ein Gesetz (Preußisches Regulativ), das Kindern unter neun Jahren die Arbeit in Fabriken verbot; die 9- bis 16-Jährigen durften nicht mehr als zehn Stunden täglich arbeiten, nicht mehr an Sonntagen und nicht mehr nachts.[4] Im Jahr 1853 wurde das Mindestalter für die Fabrikarbeit auf zwölf Jahre angehoben. Noch 1858 arbeiteten allerdings 12.500 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren in preußischen Fabriken. Als Folge der Kinderarbeit wurde in Preußen die Gewerbeaufsicht gegründet. Ein am 1. Januar 1904 in Kraft getretenes Kinderschutzgesetz untersagte im Deutschen Reich die Beschäftigung von Kindern unter zwölf Jahren in gewerblichen Unternehmen. Die Kinderarbeit in Familienbetrieben ist auch für unter 10-jährige erlaubt."
de.wikipedia.org/wiki/Kinderarbeit#Geschichte_der_Kinderarbeit

es war übrigens Kaiser-König Wilhelm II :-) Und so ganz abgeschafft ist sie nicht gewesen...die Kinderarbeit.

"Diesem Wettbewerb ist die Frau noch nicht so lange ausgesetzt, sie wird wohl auch noch etwas lernen müssen, z.B. Spielregeln (an deren Zustandekommen sie nicht beteiligt war … wohl wahr), die aber nun mal in der Welt sind."

Dazu habe ich ja weiter oben ein Statement abgegeben.

Die Sache mit dem BGB und den Gesetzten im allgemeinen, ist noch nicht vom Tisch. Ich will jetzt nicht schon wieder die Vergewaltigung in der Ehe, die erst seit 1997 strafbar und seit 2004 kein Antragsdelikt, mehr ist ansprechen, oder die Tatsache, dass das Ehegattensplitting die Einversorger(innen)ehe fördert...aber Gesetze und ihre Entwicklung sind ein Spiegel der Gesellschaft, in der sie enstehen.

"Sich jedoch so aufzuspielen wie Frau Rönicke und viele andere quasi militante Feministinnen halte ich jedoch für unangemessen."

Ich weiß garnicht, wo die "militant" ist. Und auch hier in den Kommentaren. Es ist ja schon ne Frage von Ursache und Wirkung. Und wenn Feministinnen, sich ständig dafür rechtfertigen müssen, dass es auch solche gibt, die Quatsch erzählen, oder Kastrieren wollen, dann kann ich verstehen, dass Frau auch mal "ätzend" reagiert. Kommt nicht gut an, is klar.
Aber ich (so ganz persönlich) halte keinem Mann vor, dass es auch männliche Idioten gibt. Dann hätt ich viel zu tun, bei Begegnungen mit Menschen. Und wenn dann trotz Erklärungen immer darauf gepocht wird, wie übel dieser Feminismus eigentlich ist, ohne dass auch mäßigende Worte wahr genommen werden, naja...da kann ich auch mal grantig werden. Frauen sind ja auch nur Menschen;-)

"Mutterschaft als Scheitern fraulichen Daseins zu apostrophieren"
So einen Quatsch würde ich nie erzählen. Aber beim Reduzieren und Mystifizieren müssen wir aufpassen, finde ich.
Ich wäre ja ohnehin für die externe Gebährmutter, die unabhängig vom Geschlecht funktioniert, aber nicht unbedingt die "natürliche" ersetzen muss, es aber kann...aber naja...kommt Zeit, kommt Rat...

Soweit von mir, jetzt geh ich meiner prekären Beschäftigung nach und wünsche einen schönen Tag...
Luzieh

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Ehemaliger Nutzer 12.05.2011 | 20:43

luzieh.fair schrieb am 12.05.2011 um 10:38

Ich wäre ja ohnehin für die externe Gebährmutter, die unabhängig vom Geschlecht funktioniert, aber nicht unbedingt die "natürliche" ersetzen muss, es aber kann...aber naja...kommt Zeit, kommt Rat ...

Siehe hier:
C.J. Cherryh, CYTEEN, Der Verrat
ISBN 3-453-04295-6
Ist ein SF, aber heftig.

Ansonsten scheint dieses Thema jetzt und hier erstmal ausbaldovert. Werde mir jedoch mal Ihre Blogs anschauen, hatte gestern leider keine Zeit mehr dazu. Was ich las liest sich jedoch nach mehr.

Gruß Kunibert der Hurtige