Teresa Bücker
Ausgabe 0216 | 14.01.2016 | 06:00 74

Das geht #ausnahmslos alle etwas an

Gewalt Wir müssen Sexismus in allen Bereichen bekämpfen, fordert die Co-Initiatorin von #ausnahmslos. Die Debatte darf nicht nach rechts abdriften

Das geht #ausnahmslos alle etwas an

Gewalt gegen Frauen ist keine Ausnahme, sondern Normalität

Foto: Viennaslide/Imago

Wenn man 100 Feministinnen befragte, welches Unrecht sie als Erstes bekämpfen würden, würde Gewalt gegen Frauen mit weitem Vorsprung auf Platz 1 landen. Und zwar egal, wo auf der Welt man fragen würde. Auch in Deutschland, das doch die meisten von uns als aufgeklärtes, weitgehend gleichberechtigtes Land verstehen, ist Gewalt gegen Frauen nicht die Ausnahme, sondern Normalität. Etwa 8.000 Vergewaltigungen werden hier pro Jahr angezeigt, etwa 20 pro Tag. Die vom Bundesfamilienministerium herausgegebene Studie Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland hat erfasst, dass 95 Prozent der Frauen, denen eine Form der strafrechtlich relevanten Gewalt geschah – Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung –, sie nicht zur Anzeige bringen. Und viele derjenigen, die es tun, machen es erst, wenn sie sich sicher fühlen, Monate oder Jahre später.

Hochgerechnet kommt man so auf 160.000 Übergriffe jährlich – Belästigung und Vergewaltigungsdrohungen im Internet nicht mit eingerechnet. Bei den angezeigten Vergewaltigungen ist die Verurteilungsquote aufgrund der oft schwierigen Beweisführung und Lücken im Sexualstrafrecht skandalös niedrig: Sie lag 2012 laut Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen bei 8,4 Prozent. In der Pressemitteilung zur Studie heißt es: „Für einen Rechtsstaat sind diese Befunde problematisch.“ Die Frauen nutzen die juristischen Möglichkeiten oft nicht, und wenn sie es tun, haben sie eine minimale Aussicht auf Gerechtigkeit.

Verurteilungen werden dabei durch mehrere Vorurteile beeinflusst: Die Studie Unterschiedliche Systeme, ähnliche Resultate? Strafverfolgung von Vergewaltigung in elf europäischen Ländern. Länderbericht Deutschland von Corinna Seith, Joanna Lovett und Liz Kelly kam zum Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung des Täters steigt, wenn er einen Migrationshintergrund hat, nicht mit der Frau bekannt war und Alkohol konsumiert hatte.

Verzerrtes Bild

Diese Verzerrung spiegelt sich auch in der medialen Berichterstattung wider: Medien neigen besonders dann zur Unschuldsvermutung, wenn der Täter ein prominenter weißer Mann ist und die Frau und er sich bereits kannten. Entgegen dem Mythos, dass Falschanschuldigungen ein beliebtes Racheinstrument bei gescheiterten Beziehungen seien, liegt ihre Quote laut Seith, Lovett und Kelly in Deutschland bei etwa drei Prozent. Ebenso trifft die Horrorstory, mit der insbesondere junge Mädchen zur Vorsicht angehalten werden, meist nicht die Realität: Die Fälle, in denen ein Fremder eine Frau in einer dunklen Gasse überfällt, machen nur einen kleinen Teil aus. Fast 70 Prozent der Übergriffe erleben Frauen in ihren eigenen Wohnungen.

Dass die sexualisierten Übergriffe, die in der Silvesternacht in Köln Dutzende Frauen verletzten und verängstigten, erst spät in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, wurde auch Feministinnen in die Schuhe geschoben – also den Aktivistinnen, die sich seit Jahrzehnten mit Strategien gegen Gewalt beschäftigen. Auf dem Blog des Publizisten Roland Tichy, der immer dann in Talkshows geladen wird, wenn es den Blick von gestern braucht, las man die Überschrift: „Köln und die Kälte des Feminismus“. Bislang war Tichy nicht damit aufgefallen, besonders engagiert für Frauenrechte zu kämpfen. Die rechtspopulistische Autorin Birgit Kelle, die nach der #Aufschrei-Debatte ein Buch mit dem Titel Dann mach doch die Bluse zu schrieb und meint, dass Frauen Belästigung mit dem richtigen Verhalten aus der Welt schaffen könnten, glaubt an eine feministische Verschwörung und schrieb: „Es waren offenbar Männer mit Migrationshintergrund. Und wohl deswegen bleibt das feministische Netz stumm.“ Immerhin: Kelle ordnet richtig ein, dass viele Feministinnen sich anti-rassistisch engagieren und auch über die Zuwanderung Geflüchteter diskutieren.

Teresa Bücker ist Redaktionsleiterin von Edition F, einem Online-Magazin für Frauen. Und sie zählt zu den Initiatorinnen von #ausnahmslos, einem Aufruf, mit dem sich Feministinnen gegen die Vereinnahmung der Ereignisse von Köln durch Rechtspopulisten wehren

Dass Populisten jetzt sexualisierte Übergriffe dafür instrumentalisieren, die Flüchtlingsdebatte anzuheizen und gleichzeitig die feministische Arbeit gegen sexualisierte Gewalt unsichtbar machen wollen, ist eine perfide Strategie, die aber in sich schlüssig ist: „Böse Ausländer“ und traditionelle Geschlechterbilder finden sich in den gleichen Denkmustern und politischen Milieus wieder. Die AfD wird von der Debatte um Köln sicher profitieren.

Doch wenn die Silvesternacht von Köln der Anlass ist, um über Kriminalität zu sprechen, dann haben wir jetzt die Chance auf eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt, die sich als gesellschaftliches Problem durch alle Gruppen zieht. Diese Gewalt betrifft 100 Prozent der Bevölkerung weltweit – denn wir sind Teil der Kulturen, in denen Gewalt zum Alltag gehört, toleriert oder gar strategisch eingesetzt wird. Gegen sexualisierte Gewalt wird auch auf dem Tahrir-Platz demonstriert. Genau wie muslimische Feministinnen in Deutschland und anderen Ländern über Geschlechterbilder debattieren. Dass die Gesellschaft in Deutschland sich nun vermehrt mit Sexismus in migrantischen Milieus beschäftigen will, ist zudem gut, da am Ende einer konstruktiven Debatte nur eine bessere Integrationspolitik als Lösung stehen kann.

Dass insbesondere männliche Publizisten die Herkunft der Täter betonen, dient aber allzu oft auch der Rückversicherung, dass mit dem Frauenbild herkunftsdeutscher Männer alles zum Besten steht. Doch so ist es nicht. Nicht die Behauptungen von Feministinnen, sondern Studien, die von offiziellen deutschen und europäischen Stellen beauftragt wurden, belegen, dass sexualisierte Gewalt und Belästigung für Frauen zum Alltag gehören. Rund 40 Prozent der Frauen berichteten in der Studie des Bundesfamilienministeriums, mindestens einmal seit dem 16. Lebensjahr sexualisierte Gewalt erfahren zu haben, bei sexueller Belästigung sind es 60 Prozent.

Als Journalistin, die sich schon länger mit Gewalt gegen Frauen beschäftigt, kann ich all diese Zahlen im Schlaf aufsagen – sie ändern sich ja kaum. Ich bewundere jede Kollegin, die schon Jahrzehnte darüber berichtet, wenn sie sich immer wieder diesem Thema zuwendet. Ich bewundere aber auch jeden, der mit Blick auf diese stabilen Zahlen sagt, mit dem Frauenbild in diesem Land sei alles in Ordnung. Wir alle müssen diese Fakten anders interpretieren, denn die Masse der Gewalt lässt sich nicht auf individuelle Entgleisungen zurückführen. Sie belegt ein strukturelles Problem – auch in aufgeklärten europäischen Gesellschaften. Auch wenn wir das Bett oder die Vorstandssitzung miteinander teilen, die Geschlechter in Deutschland leben nach wie vor in verschiedenen Realitäten.

Ohne das Ende von sexualisierter Gewalt ist eine freie Gesellschaft aber nicht möglich. Frauen in Deutschland mögen mehr Freiheitsgrade besitzen als in den Ländern, in denen sie gesetzlich diskriminiert werden, doch auch in Deutschland führt ein Ungleichgewicht in der Macht der Geschlechter dazu, dass Frauen unterdrückt werden. Sexualisierte Gewalt, Belästigung sowie Geschlechterstereotype sind nichts anderes als Unterdrückungsformen, die in unserer Kultur gern mit einem Habt-euch-nicht-so relativiert werden. Die #Aufschrei-Debatte, die drei Jahre zurückliegt, war ein Paradebeispiel für diesen Mechanismus.

Ich persönlich bin gegenüber sexualisierten Übergriffen abgestumpft. Ich habe aufgehört, sie zu zählen, weil sie zu oft geschehen. Unabhängig davon, was ich gerade anhabe, ob ich gekämmt und geschminkt bin, sogar wenn ich den Kinderwagen schiebe. Mehrere Dutzend Männer haben im Laufe der vergangenen Jahre gegen meinen Willen meine Brüste, meinen Hintern oder mein Haar angefasst. Ich hätte jedem davon am liebsten auf die Schuhe gekotzt. Dem Manager auf einer Business-Konferenz, dem Berlin-Touristen, dem Jugendlichen aus Kreuzberg – so unterschiedlich ihre Herkunft auch war, ihre Übergriffe haben sich für mich immer gleich schlecht angefühlt. Die verbalen Belästigungen höre ich nur leise durch die Kopfhörer, die ich fast immer trage, manchmal habe ich zurückgefaucht, geohrfeigt oder mit all meiner Kraft den Angreifer weggestoßen.

Es bleibt etwas zurück

Ich rede mir ein, dass mir nichts passieren kann, um die Gewissheit zu betäuben, dass schon jugendliche Männer immer stärker sind als ich. Als ich mit Anfang 20 von zwei Männern in einem Club sexuell genötigt wurde, habe ich nicht Nein sagen können – ich war viel zu perplex und hatte Angst, die Situation noch weiter zu verschärfen. Als Gewalt habe ich es damals nicht eingeordnet, viel mehr als ein „Das passiert nun einmal, wenn man eine junge Frau ist und ausgeht“. Erst heute, mit Anfang 30, weiß ich es besser. Als mich neulich abends in einem U-Bahnhof jemand gegen die Wand drückte, ich mich aus seinem Griff herauswinden und weglaufen konnte, ist mir auf dem Weg nach Hause bewusst geworden, welchen Knacks in meinem Selbstbewusstsein diese unzähligen Situationen hinterlassen haben. Situationen, in denen ich die Schwächere war und etwas gegen meinen Willen passierte. Der Schaden, den der in unserer Kultur übliche Sexismus verursacht, beginnt lang, bevor er einen Straftatbestand erfüllt.

Wirklich schockiert hat mich sexualisierte Gewalt erst, als sie anderen geschah: Als mir die erste Frau, die mir sehr nah steht, erzählte, dass ihr Freund sie über Jahre geschlagen habe und sie, nachdem er ihr die Rippen brach, mehrere Tage in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt habe, damit sie keinen Arzt aufsuchen konnte. Sie brauchte zwei Jahre, bis sie ihre erste Therapie begann.

Das zweite Mal liefen mir die Tränen herab, als eine andere Frau, mit der ich seit Jahren eng befreundet bin, von der Gewalt durch ihren Partner erzählte – ein herzlicher, lustiger Akademiker. Beide Frauen öffneten sich mir gegenüber erst lange nach den Taten, bei beiden habe ich zu keinem Zeitpunkt etwas geahnt. Das war für mich die Gewissheit, dass es nichts gibt, dass Frauen schützt: weder Bildung noch Geld noch ein stabiles soziales Umfeld.

Es ist nicht so, dass über sexuelle Gewalt nicht gesprochen wird. Das Thema wird aber vor allem unter Frauen diskutiert. Im vergangenen Jahr veröffentlichte eine Autorin bei dem Magazin, für das ich arbeite, die Geschichte ihrer Jahre zurückliegenden Vergewaltigung unter Klarnamen – sie bekam daraufhin Dutzende Zuschriften von Frauen, die mit ihr ihre Geschichte teilten.

Die Betroffenen haben gute Gründe, ihre Geschichten entweder nie oder in einem engen Kreis und vertraulich weiterzugeben: Offenheit reißt Wunden neu auf – sie macht erneut verletzlich. Ein großer Teil der Lösung wird sein, dass jeder, wann immer er kann, Unterstützung anbietet und Sexismus und Gewalt entgegentritt. Und dass man den Frauen glaubt.

Es wäre ein bizarrer Vorwurf gewesen, aber ich hätte Birgit Kelle beigepflichtet, wenn sie gesagt hätte: „Ihr Feministinnen habt die Gewalt noch immer nicht abgeschafft.“ Ja, so ist es. Wir schaffen das nicht allein.

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Lesen sie mehr zum Thema in Ausgabe 2/16 des Freitag

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 02/16.

Kommentare (74)

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2016 | 09:41

Die Debatte ist ja bereits rechts. Abgesehen davon, dass beispielsweise der grüne Feminismus immer schon rechts war, finde ich es ausgesprochen unpassend, gerade jetzt das Elend von Kriegsflüchtlingen zu 'vergewaltigen', um sich in den Vordergrund zu spielen. Es war, außer Verblendeten, bereits immer klar, dass sich die Kulturen der Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen, von der unseren unterscheiden. Niemand, weder links noch rechts und auch nicht die sich abkapselnde Mitte hat präventiv etwas gefordert, um wirklich Integrationsarbeit in Gang zu setzen. Die wirtschaftsnahe Bevölkerungsgruppe, deren Engagement fälschlich als sozialdemokratisch bezeichnet wird, importiert schlicht billige Arbeitskräfte und leistet schon aus Kostengründen keine intensive Betreuung, auch psychologische nicht. Die Verweigerung des Familiennachzugs verschärft das Problem noch, die Art der Unterbringung (Ghettos), die Auswahl und Anzahl des betreuenden (Fach)-Personals... Gruselig... Ähnlich wie bei vielen 'Klassenkämpfern' scheint es nicht um eine Klassenlosigkeit zu gehen, nicht um Gleichberechtigung, es geht um Sozialneid. Es geht darum, den vermeintlich ausgemachten Unterdrücker zu bestrafen, zu unterdrücken, um nicht ein gleich großes Stück Kuchen (schon das wäre global fatal), sondern ein noch größeres Stück Kuchen zu bekommen. Ein sexueller Übergriff ist ein Verbrechen. Nötig gewesen wäre das aber nicht. Da versagt die westliche, die deutsche 'Leitkultur' von rechts bis links. Blauäugig werden Realitäten, zum Beispiel die in der arabischen Welt, verleugnet, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Off Topic, wenn man den Sexismus der arabischen Länder in Deutschland thematisiert, ihn gleichzeitig leugnet. Schärfere Gesetze sind da nicht notwendig, da muss man sich das eigene Versagen eingestehen und mal das Hirn einschalten. Es ist erstaunlich, dass in deutschen Debatten oft so viel Dummheit in intelligenten Worten steckt. Wer sich emanzipiert um ebenfalls zum Arschloch zu werden, der belügt sich doch selbst. Schon früher gab es ja die 'Abtreiberinnen', die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung anstrebten, und die, die aus Karrieregründen abtreiben wollten, weil sie dasselbe schmutzige Spiel spielen wollten wie ihre Unterdrücker. Feminismus ist wichtig, aber hier und jetzt, im aktuellen Kontext kommt mir die Festtagssuppe wieder hoch.

hoipolloi 14.01.2016 | 09:55

"Wenn man 100 Feministinnen befragte, welches Unrecht sie als Erstes bekämpfen würden, würde Gewalt gegen Frauen mit weitem Vorsprung auf Platz 1 landen."

Wenn man 100 Menschen befragte, welches Unrecht sie als Erstes bekämpfen würden, würde Gewalt gegen Menschen mit weitem Vorsprung auf Platz 1 landen.

Nur mal so als Gedankenanregung.

Moorleiche 14.01.2016 | 11:47

Hallo Teresa Bücker.

Das ist nun der, nach meinem Empfinden, mit Abstand beste und berührendste Artikel zum Thema sexuelle Gewalt, im Freitag. Sie werden im zweiten Teil des Artikels sehr privat und ich bedanke mich, dass Sie den Mut haben, das zu berichten. Doch es geht um zwei Dinge. Private Erlebnisse und öffentliches Engagement und Letzterem widme ich mich zunächst, im ersten Teil der Antwort, der eher kritisch ist und ich würde ungern beides vermischen wollen. Ich zumindest erlebe den Artikel als einen der Gräben zuschütten will, statt aufzureißen, auch wenn der resignative Ton mich wirklich nachdenklich und betroffen macht.

Doch zunächst zu #ausnahmslos.

Was mir fehlt, ist die Selbstkritik der Kollektivbewegung. Nicht, ob linke Feministinnen etwas falsch gemacht haben, nicht, ob sie, von hinten durch die Brust ins Auge nicht doch irgendwie ein wenig selbst schuld haben. Nicht, ob sie nicht doch die Bluse züchtig zugeknöpft hätten lassen sollen – hier wäre dann die Burka die logische Folge – nein, all das meine ich nicht.

Reflektiert mal euer Weltbild. Das trieft mitunter wirklich vor Klischees, man sieht, was man sehen will, aber das bekommen die Montagsmitläufer von Dresden auch noch hin. Samt empirischer „Beweise“, Köln ist einer, der mit Genuss ausgeschlachtet wird. Erst haut man eine These raus, dann sucht man nach Bestätigungen. Wissenschaft, auch Geistes- und Sozialwissenschaft, auch Genderwissenschaft, geht anders. Sie misst sich daran, ob eine These falsifizierbar, d.h. prinzipiell widerlegbar ist. Alles andere es ist Politik oder Lobbyismus. Kann man machen, sollte man nur nicht vermischen.

Bei den angezeigten Vergewaltigungen ist die Verurteilungsquote aufgrund der oft schwierigen Beweisführung und Lücken im Sexualstrafrecht skandalös niedrig: Sie lag 2012 laut Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen bei 8,4 Prozent. In der Pressemitteilung zur Studie heißt es: „Für einen Rechtsstaat sind diese Befunde problematisch.“ Die Frauen nutzen die juristischen Möglichkeiten oft nicht, und wenn sie es tun, haben sie eine minimale Aussicht auf Gerechtigkeit.“

Okay. Aber was genau soll das heißen? Die Lücken im Sexualstrafrecht sind etwas, an dem man was ändern könnte und vermutlich sollte (ich weiß nicht, wie diese aussehen), aber die schwierige Beweisführung? Ist das nicht etwas, was uns unterscheidet? Im Zweifel für den Angeklagten. Soll es nun in einer weiteren Ausbreitung des Gefühls des aggressiven Misstrauens zu einer Regelung kommen, die heißt: In Zweifel gegen den Angeklagten? Wenn es um Männer geht? Weil wir ja alle wissen, wie die so sind? Aber ist das nicht die Argumentationslinie der extremen Rechten? Klar, so'n Türke, Syrer, Marokkaner kann auch mal friedlich sein, aber im Grunde wissen wir doch, wie die sind? So? Ich denke nicht, oder?

Diese Verzerrung spiegelt sich auch in der medialen Berichterstattung wider: Medien neigen besonders dann zur Unschuldsvermutung, wenn der Täter ein prominenter weißer Mann ist und die Frau und er sich bereits kannten. Entgegen dem Mythos, dass Falschanschuldigungen ein beliebtes Racheinstrument bei gescheiterten Beziehungen seien, liegt ihre Quote laut Seith, Lovett und Kelly in Deutschland bei etwa drei Prozent.“

Wie genau wurde das ermittelt? Hat man Frauen befragt: Haben sie eigentlich gelogen, als sie damals ihren Partner anzeigten? Und wäre es denkbar, dass Frauen, die tatsächlich gelogen haben, auch bei der Umfrage gelogen haben? Oder lügen Frauen nie? Oder nie, wenn Frauen Frauen befragen? Wie soll das gehen?

Körperliche Gewalt ist die Art, in der Männer ihre Aggressionen zum Ausdruck bringen, Lügen, Lästern, Nörgeln und dergleichen sind die Aggressionen der Frauen.

Doch wenn die Silvesternacht von Köln der Anlass ist, um über Kriminalität zu sprechen, dann haben wir jetzt die Chance auf eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt, die sich als gesellschaftliches Problem durch alle Gruppen zieht.“

Ja. Und wenn sich das Fenster öffnet, scheinbar so selten, kann ja sein, dann versaut es doch nicht. Das Kind ist m.E. fast im Brunnen, wegen einer in meinen Augen grauenhaften Strategie. Statt sich wenigstens mit Teilen des bürgerlichen Lagers zu solidarisieren und die traurige Gunst der Stunde zu nutzen, schlagt ihr denen, die jetzt vielleicht wirklich mehr als sonst oder zum ersten Mal ein offenes Ohr haben, die Tür vor Nase zu und schließt zwei mal rum.

Das sind doch nicht alles Nazis oder verkappte Nazis, die Euch hier zugestimmt haben, seid ihr denn wirklich so unsensibel oder intuitionsarm oder – was leider wohl auch manchmal der Fall ist – ideologisch vernagelt, das nicht zu sehen? Natürlich nutzen die Rechtsextremen auch die Gunst der Stunde, das haben sie immer getan, das werden sie weiter tun. Man braucht nicht auf Einsicht und Mitgefühl von denen zu hoffen, deren Weltbild aus notorischer Uneinsichtigkeit und Kälte besteht. Dann denkt doch mal strategisch oder wollt Ihr das dumme Klischee, dass Frauen das nicht können wirklich bedienen?

Dass die Gesellschaft in Deutschland sich nun vermehrt mit Sexismus in migrantischen Milieus beschäftigen will, ist zudem gut, da am Ende einer konstruktiven Debatte nur eine bessere Integrationspolitik als Lösung stehen kann.“

Okay, also nicht mehr die Schruppsche Scheinalternative Sexist oder Rassist, geht doch.

Dass insbesondere männliche Publizisten die Herkunft der Täter betonen, dient aber allzu oft auch der Rückversicherung, dass mit dem Frauenbild herkunftsdeutscher Männer alles zum Besten steht.“

Ist das wirklich die einzig mögliche Deutung?

Rund 40 Prozent der Frauen berichteten in der Studie des Bundesfamilienministeriums, mindestens einmal seit dem 16. Lebensjahr sexualisierte Gewalt erfahren zu haben, bei sexueller Belästigung sind es 60 Prozent.“

Da müsste ich jetzt sehen, was jeweils als sexuelle Gewalt oder Belästigung definiert ist, aber ich bin pauschal der Meinung, dass jeder gewalttätige Übergriff einer zu viel ist. Es wäre naiv zu denken, dass wir die Gewalt aus der Welt bekommen, aber es ist nicht naiv, sie zu sanktionieren und uns zusammen zu überlegen, welche Formen der Gewalt und ihrer Sublimation wir zulassen und anstreben und welche nicht. Und so was wie in Köln passierte, ist eine Form sexueller Gewalt, die schwer sanktioniert gehört.

Ich bewundere aber auch jeden, der mit Blick auf diese stabilen Zahlen sagt, mit dem Frauenbild in diesem Land sei alles in Ordnung.“

Sagen das wirklich so viele? Ernst gemeinte Frage. Ich glaube das gar nicht. Und wer sagt es? Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigt haben, oder der berühmte kleine Mann von der Straße? Müssen wir den tatsächlich überzeugen? Müssen wir den allerletzten Macho auch argumentativ überzeugen, auch wenn wir genau wissen, dass der nicht überzeugt werden will? Was übrigens auch für einige Frauen gilt.

Mit wem wollen Sie denn diskutieren? Wäre es nicht besser die kulturell Kreativen zu gewinnen, weil der Rest ohnehin nur folgt und nicht (reflexiv) denkt?

Machen Sie sich doch mal das größere Ganze klar: Es ist doch längst nicht mehr so, dass wir in einer hart patriarchalen Gesellschaft leben, nur kann man wenigstens die Arbeitshypothese aufstellen, dass die in einigen Teilen durchaus matriachale Gesellschaft – in anderen nicht, ist mir klar – ein schwaches Schutzschild gegen ein ruppig auftretendes Patriarchat hat. Die Idee mit Verständnis und Toleranz und großen Multikulti-Festen dafür sorgen zu können, dass „die“ uns, unsere Lebensart, nicht verachten, die ist ein wenig angekratzt.

Aber, damit Sie mich nicht falsch verstehen. Ich sehe uns in der Pflicht. Wir haben das versemmelt. Wir trauen uns nicht Grenzen zu setzen und Spielregeln – Werte! - zu formulieren. Das verwirrt die anderen (und uns), die ja in nicht wenigen Fällen genau das suchen: Grenzen, Orientierung, jemanden, der klipp und klar sagt, was zu tun und zu lassen ist. Das holen sie sich dann, bei denen, die da weniger gehemmt sind. Wir wollen keine Nazis sein, zurecht, man hat uns nur eingetrichtert, dass das Nazisein bereits dann beginnt, wenn man einen Ausländer – damals hießen die noch so – in irgendeiner(!) Weise kritisiert. Ich bin befugt das zu sagen, denn ich bin so groß geworden. Lieber schaute man auf den Boden, als etwas zu sagen, denn wir wussten nicht so genau, ob das nicht schwer rechtslastig ist, wenn man den türkischen Vater kritisiert, der in der Öffentlichkeit seine Frau oder Kinder schlägt. Die sind halt anders, haben wir gelernt. Kulturelle Identitäten muss man in jedem Fall tolerieren. Nie wieder soll am deutschen Wesen die Welt genesen. Das war die Stimmung, die wurde selten so expliziert, aber der Subtext wummerte überall. Das wirkt.

Jetzt wundert man sich, warum alle wegschauen. Weil wir es so gelernt haben, huhu. Wir sind genau so geworden, wie der damalige Zeitgeist uns haben wollte. Nicht die Anti-Diskriminierungs-Bewegungen an sich sind oder waren schlecht, die schamlosen Übertreibungen sind es aber. Man weiß dann irgendwann nicht mehr, was richtig und falsch ist (oder hat es nie gelernt) und passt sich an. Falsch ist nur Nazi zu sein, alles andere geht. Guck mal nicht so genau hin, lass die mal machen, das ist so bei denen, da muss man tolerant sein. Und ich komme nicht aus einem linksextremen Haushalt, wir waren Durchschnitt und politisch uninteressiert.

Wir alle müssen diese Fakten anders interpretieren, denn die Masse der Gewalt lässt sich nicht auf individuelle Entgleisungen zurückführen. Sie belegt ein strukturelles Problem – auch in aufgeklärten europäischen Gesellschaften.“

Ja, wir haben Angst davor klare und verbindliche Regel aufzustellen, weil wir denken, dass wir damit übergriffig werden. Aber genau das Gegenteil ist richtig.

Auch wenn wir das Bett oder die Vorstandssitzung miteinander teilen, die Geschlechter in Deutschland leben nach wie vor in verschiedenen Realitäten.“

Das tun alle Menschen, das ist kein explizites Männer-Frauen Ding.

Ohne das Ende von sexualisierter Gewalt ist eine freie Gesellschaft aber nicht möglich.“

Nein, sexualisierte Gewalt begleitet uns seit Primatenzeiten, als wir noch Fell hatten. Man muss sie sanktionieren, aber dann bitte auch so, dass wir demnächst keine Videoschaltung in jedem Schlafzimmer brauchen. Denn das Ende der Privatsphäre ist auch nicht so ganz ohne.

Frauen in Deutschland mögen mehr Freiheitsgrade besitzen als in den Ländern, in denen sie gesetzlich diskriminiert werden, doch auch in Deutschland führt ein Ungleichgewicht in der Macht der Geschlechter dazu, dass Frauen unterdrückt werden.“

Und Männer. Strukturelle Benachteiligung beginnt im Klassenzimmer, nein eigentlich schon im Kindergarten, wenn Frauen, die mit normaler Aggression kleiner Jungs schon nicht umgehen können, in allem ne Verhaltensstörung sehen. Der sprach- und soziallastige Lehrplan ist eher auf Mädchen abgestimmt, aber okay, dass ist hier nicht das Thema. Ich finde es ist ein Unding, dass Frauen schlechter bezahlt werden und ich will das gar nicht gegeneinander ausspielen: Alle Arten von Diskriminierung sind schlecht.

Ich persönlich bin gegenüber sexualisierten Übergriffen abgestumpft. Ich habe aufgehört, sie zu zählen, weil sie zu oft geschehen. Unabhängig davon, was ich gerade anhabe, ob ich gekämmt und geschminkt bin, sogar wenn ich den Kinderwagen schiebe. Mehrere Dutzend Männer haben im Laufe der vergangenen Jahre gegen meinen Willen meine Brüste, meinen Hintern oder mein Haar angefasst. Ich hätte jedem davon am liebsten auf die Schuhe gekotzt.“

Wissen Sie was? Eigentlich gehört privater Kram ja nicht in so eine Diskussion, aber mir ist es wirklich zweimal passiert, dass mir eine Frau auf den Hintern geklatscht hat. „Musste jetzt sein“, war ein Kommentar. Ich war etwas verdattert, aber nicht schockiert. Kann man vielleicht auch nicht vergleichen, weil bei mir die Angst, was nun noch kommt nicht vorhanden war. Das ist vermutlich wirklich ein Männer-Frauen Ding. Aber ich kann mich nicht erinnern, das jemals bei einer Frau getan zu haben, die nicht meine Freundin war.

Aber wenn ich es tun würde, ich hätte dabei nicht die Absicht jemanden zu demütigen und zu entwürdigen. Mir ist klar, dass das so gedeutet werden kann und mir ist klar, dass man das deshalb nicht tun sollte, aber wenn ich es täte, würde ich es eher als ja, „Kompliment“ werten. Und noch mal: Ja, ich weiß, das wird die betroffene Frau vermutlich nicht so empfinden, darum tue ich das nicht.

Dem Manager auf einer Business-Konferenz, dem Berlin-Touristen, dem Jugendlichen aus Kreuzberg – so unterschiedlich ihre Herkunft auch war, ihre Übergriffe haben sich für mich immer gleich schlecht angefühlt.“

Ja, kann ich verstehen.

Situationen, in denen ich die Schwächere war und etwas gegen meinen Willen passierte. Der Schaden, den der in unserer Kultur übliche Sexismus verursacht, beginnt lang, bevor er einen Straftatbestand erfüllt.“

Sie schreiben hier aus einer berührenden Sphäre, in der persönliche Erfahrung und Politik sich berühren. Die eine Hälfte findet das genau richtig, ich gehöre zur anderen und würde immer raten, zuerst mit den eigenen Erfahrungen ins Reine zu kommen, in dem festen Glauben, dass das auch gesellschaftlich relevante Konsequenzen hat. Eigentlich müsste und könnte die Diskussion genau hier ansetzen. Schauen wir, ob es dazu kommt.

Es ist nicht so, dass über sexuelle Gewalt nicht gesprochen wird. Das Thema wird aber vor allem unter Frauen diskutiert.“

Auch unter Männern, glauben Sie's mir. Tenor: Geht gar nicht! Ich sitze nicht in der Wohnung der anderen, kann also nicht sagen, ob die Worte wahr sind, aber es gibt schon etliche, für die Gewalt gegen Frauen etwas ist, was für sie selbstverständlich keine Option ist.

Die Betroffenen haben gute Gründe, ihre Geschichten entweder nie oder in einem engen Kreis und vertraulich weiterzugeben: Offenheit reißt Wunden neu auf – sie macht erneut verletzlich. Ein großer Teil der Lösung wird sein, dass jeder, wann immer er kann, Unterstützung anbietet und Sexismus und Gewalt entgegentritt. Und dass man den Frauen glaubt.“

Ja, das ist wahr und traurige Realität. Selbst die Opferfamilie spielt die Ereignisse mitunter herunter, ich weiß das.

Es wäre ein bizarrer Vorwurf gewesen, aber ich hätte Birgit Kelle beigepflichtet, wenn sie gesagt hätte: „Ihr Feministinnen habt die Gewalt noch immer nicht abgeschafft.“ Ja, so ist es. Wir schaffen das nicht allein.“

Das müsst ihr auch nicht.

Was kann man da sagen, was Mut macht? Dieses, es sind nicht alle so, ist so richtig, wie billig. Aber es stimmt. Tatsächlich ist die Geschichte sehr kompliziert, vor allem im Privaten, weil hier Psychodynamiken aktiv sind, die sehr irrational wirken. (Bei Bedarf würde ich die erklären könnnen.)

Ich würde raten, mit Männern zu reden und zwar, um herauszufinden, was sie empfinden. Männer sind prinzipiell und auch ganz praktisch zur Impulskontrolle in der Lage. Das kann und sollte man verlangen, ich würde mir nur sehr genau überlegen, wo die Grenze dann tatsächlich gezogen werden soll. Was genau soll demnächst ein aggressiv-sexueller Übergriff sein?

Denken Männer wirklich immer an Sex? Ja und nein. Ich halte mich da für ziemlich durchschnittlich und bei entsprechenden Reizen schaue ich tatsächlich oft hin und denke vermutlich genau das, was Frauen befürchten und andere Männer auch tun – aber ist es Denken? Es ist eher so ein gelegentliches Wow-Empfinden – also „denke“ ich da möglicherweise alle 30 Sekunden an Sex, aber das ist ein kurzer Impuls, der auch wieder verebbt, weil es außer sexuellen Reizen ja auch noch 1000 andere gibt. Mitunter habe ich auch assoziative Begriffe, die hochschießen und die ich hier nicht hinschreiben kann. Aber auch das ist nur ein kurzer Impuls. Ich werde mich sicher auch mal sexuellen Kurzphantasien der eher bildhaften Art hingegeben haben, ich halte das für fast unvermeidlich.

Aber die Frage oder das Problem ist nicht, ob man diese Impulse hat, sondern ob man in der Lage ist, diese Impulse zu kontrollieren. Und das ist leichter als es klingt, weil die allermeisten Impulse, bei den allermeisten Menschen von selbst verklingen, bzw. unser Über-Ich/Gewissen sie in Bahnen lenkt. Ganz von selbst und viel mächtiger, als man denkt. Und neue Reize tauchen auf, die die alten überlagern. Erst wenn sich Bilder und Phantasien im Kopf festsetzen und eine Art Eigenleben entwickeln, immer plastischer werden, dann sollte man aufpassen und auch dann nur, falls es sich wirklich um bedrohliche – schroff asymmetrische und mit Aggressionen assoziierte - Phantasien handelt. Normale Sex- oder Masturbationsphantasien sind auch im besten Sinne normal.

Es wäre gut, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Männer – und die sind dann in der Tat ein Problem – die solche immer konkreteren Phantasien haben, sich helfen lassen und angstfrei äußern können. Das Gegenteil ist aktuell der Fall. Auch hier sind die Entstehungsbedingungen in einem Abbau des Über-Ich, also einer schweren Persönlichkeitsstörung, zu finden. Und man muss es immer wieder sagen: Diese Menschen wirken oft stinknormal und können sozial überdurchschnittlich anerkannt sein. Ich will weiß Gott nicht alles Gesellschaftspolitische auf Psychologie reduzieren, aber die Zusammenhänge zwischen Psychopathologie und Gewalt, weltanschaulichen Zuspitzungen und auch dem Erfolg den der Neoliberalismus hat, die sollte man verstehen, damit man sieht wo man ansetzen kann.

Und es wäre schön, wenn die Klugen und Wohlmeinenden hier zusammenarbeiten und nach Lösungen suchen. Ich bin sicher, dass es welche gibt.

freedom of speech? 14.01.2016 | 12:17

„…Wir müssen Sexismus in allen Bereichen bekämpfen, fordert die Co-Initiatorin von #ausnahmslos. Die Debatte darf nicht nach rechts abdriften…“

Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln beleidigt wird, ist das Schutzgut Ehre betroffen.

Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln beklaut wird, ist das Schutzgut Eigentum betroffen.

Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln umzingelt wird, ist das Schutzgut Freiheit betroffen.

Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln sexuell belästigt wird, ist das Schutzgut sexuelle Selbstbestimmung betroffen.

Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln verletzt wird, ist das Schutzgut Leben und Gesundheit betroffen.

Das lässt sich beliebig kombinieren und erweitern.

In jedem Fall ist die öffentliche Sicherheit und Ordnung betroffen.

Wenn die Polizei in zahlreichen Fällen ohnmächtig daneben steht, ist das ein ernstes Problem der inneren Sicherheit.

Der Staat muss die Rechtgüter von Allen schützen.

Es reicht nicht, nur über Sexismus zu sprechen, wenn man ein Abdriften nach Rechts und Bürgerwehren verhindern will.

Viele Grüße

fos?

drummy-b 14.01.2016 | 13:00

Eine vielleicht notwendige Differenzierung, es sollte aber wohl besser

"Wenn eine Frau am Bahnhof von Köln sexuell belästigt wird, ist das Schutzgut Würde betroffen."

heißen.

Die in Köln ausgeübte sexuelle Nötigung/Gewalt (und nicht nur diese) richtete sich explizit gegen die Würde der betroffenen Frauen.

Allgemein stelle ich in vielen Forumsbeiträgen ein (hoffentliches unbeabsichtigtes) herunterspielen dieses Faktums fest, was die Gräben vertiefen dürfte.

drummy-b 14.01.2016 | 13:30

Das ist richtig, aber ein Teil des Problems. Frauen fühlen sich oftmals in allererster Linie in ihrer Würde verletzt. Das Schutzgut Würde kommt in Ihrer Aufzählung nicht vor.

Genau das ist auch die Absicht von struktueller sexueller Gewalt und insbesondere der sexuellen Gewalt, wie sie in vielen nordafrikanischen Ländern zum alltäglichen Problem geworden ist: Sie zielt auf die Entwürdigung der Frau, die Frau soll für Tätigkeiten oder Verhaltensweisen, die im Auge des Täters unerwünscht sind, durch sexuelle Gewalt "gezüchtigt" werden. Und diesem Problem wird auch unser Rechtssystem nicht angemessen gerecht.

schna´sel 14.01.2016 | 13:33

"Wir alle müssen diese Fakten anders interpretieren, denn die Masse der Gewalt lässt sich nicht auf individuelle Entgleisungen zurückführen. Sie belegt ein strukturelles Problem – auch in aufgeklärten europäischen Gesellschaften."

So ist es. Und wenn wir nicht allgemein die Binsenweisheit anerkennen, dass Frauen und Männer diese Strukturen gemeinsam erzeugt haben und erzeugen und dass alle einseitigen Schuldzuweisungen an eins der Geschlechter am Kern dessen vorbei gehen was diese Strukturen ausmacht, dann wird sich auch weiterhin nicht viel an diesem strukturellen Problem verändern.

"Frauen in Deutschland mögen mehr Freiheitsgrade besitzen als in den Ländern, in denen sie gesetzlich diskriminiert werden, doch auch in Deutschland führt ein Ungleichgewicht in der Macht der Geschlechter dazu, dass Frauen unterdrückt werden."

Und das genau ist der Ansatz, der seit mehreren Jahrzehnten nicht dazu geführt hat, dass sich wirklich etwas verändert. Weil die Macht der Geschlechter sich lediglich auf unterschiedliche Art und Weise äußert. Und weil man ein Ungleichgewicht nur dann behaupten kann wenn man sich auf bestimmte Felder beschränkt, in denen sich die Macht der Geschlechter äußert. Und ein großer Teil der Lösung wird sein, dass jeder, wann immer er kann, Unterstützung anbietet und Sexismus und Gewalt entgegentritt. Und dass man ausnahmslos allen Menschen glaubt, auch wenn man die Formen struktureller sexualisierter Gewalt, von denen sie berichten nicht verstehen kann. Diese ist Teil dieses strukturellen Problems. Und sie wird nicht durch die Konzepte verschwinden, die die damit verbundenen Probleme in den gesamten letzten Jahrzehnten weder abgebaut noch erträglicher gemacht haben. Sondern die im Gegenteil auch mit zu den Verhältnissen beigetragen und geführt haben, die jetzt aktuell diskutiert werden. Solange das nicht ausnahmslos alle Beteiligten verinnerlicht haben, wird #ausnahmslos eine Lobbyveranstaltung bleiben. Deren Auswirkung wird nicht über die anderer Ansätze hinausgehen, die nichts oder wenig an den strukturellen Ursachen verändern konnten, die die Gewalt gegen körperlich, sozial, psychisch oder wirtschaftliche Schwächere erzeugen.

drummy-b 14.01.2016 | 13:56

Hallo Moorleiche,

Soll es nun in einer weiteren Ausbreitung des Gefühls des aggressiven Misstrauens zu einer Regelung kommen, die heißt: In Zweifel gegen den Angeklagten? Wenn es um Männer geht? Weil wir ja alle wissen, wie die so sind? Aber ist das nicht die Argumentationslinie der extremen Rechten? Klar, so'n Türke, Syrer, Marokkaner kann auch mal friedlich sein, aber im Grunde wissen wir doch, wie die sind? So? Ich denke nicht, oder?

Die Istanbuler Konvention so auszulegen halte ich für Humbug. Das deutsche Strafrecht legt für Vergewaltigung Bedingungen und Einschränkungen fest, die für andere Straftaten nicht gelten (Damit eine Vergewaltigung strafbar ist, muss der Täter Gewalt angewendet oder damit gedroht haben, oder eine schutzlose Lage ausgenutzt haben). Wo ist da ein "Im Zweifel gegen den Angeklagten?". Zusätzlich berücksichtigt der Gesetzgeber die Problematik von Scham und Würde nicht angemessen in diesem Zusammenhang. Die Scham, einen solchen Übergriff zuzugeben und den Umstand, das sexuelle Gewalt häufig auf die Entwürdigung des Opfers abzielt (und nicht nur der Triebbefriedigung dient), was sowohl in familiären wie auch gesellschaftlichen Strukturen eine große bis entscheidende Rolle spielt. Das Gesagte gilt auch umfänglich für Männer, die zumindest als Kinder und Jugendliche auch oft genug Opfer sexueller Gewalt werden.

freedom of speech? 14.01.2016 | 14:25

„…Sie zielt auf die Entwürdigung der Frau….“

Jaaaaaa, stimmt. Auf Basis der - sagen wir mal - europäischen Kultur sehen wir das so.

Unglücklicherweise hat aber nicht jeder Mensch auf der Erde die gleiche Vorstellung davon, was Würde sei.

Das ist doch das Problem dieses Begriffes. Wer kann denn den Begriff Würde weltweit gültig definieren?

Halten Sie es für unmöglich, dass es Männer gibt, die es ernsthaft als Teil ihrer Würde betrachten, Frauen herabwürdigen zu dürfen, weil eine Frau grundsätzlich weniger wert sei?

Der Begriff „Würde“ ist wunderbar, hilft aber wenig weiter, wenn sich die Diskutanten nicht einig sind, was er bedeutet.

Wir können aber Jedem im Gültigkeitsbereich unseres Strafrechtes sehr deutlich machen, was wir unter "sexueller Selbstbestimmung" verstehen.

Viele Grüße

fos?

uebung 14.01.2016 | 15:17

Auf einer anderen Ebene, der individuelleren, sieht es so aus, für mich jedenfalls.

Zu meinem Sohn sage ich: für dich besteht die Gefahr des Antanzens, insbesondere in diesen und jenen Gegenden kann es eher passieren. Lerne Gleichgewicht zu halten.; Sein Idee war, eben nicht das Gleichgewicht zu halten, sondern extra umzufallen und zwar auf den 'Grenzverletzer'. Immerhin wird auch hier die körperliche Integrität der Männer massiv verletzt.

Was aber sage ich meiner Tochter, wie sie sich der potentiell neuen Gefahrensituation stellen soll? Ich habe keinen Plan.

Andere Situationen, öffentliche und private sprechen wir durch, gehen verschiedene Verhaltensweisen durch, wie man sich wehren kann oder präventiv agieren kann usw.

Zu dem neuen Phänomen habe ich keinen Plan. Ich kenne es nicht und kann meine eigene Angst und Befürchtungen kaum verbergen. Insbesondere dann nicht, wenn, wie eine Kurzmeldung zeigte, meine bisher 'erarbeiteten und erprobten' Abwehrstrategien mit noch mehr Aggression beantwortet wurde: zwei Frauen wehrten sich gegen einen sexuellen Übergriff, woraufhin die Eine mit Jochbeinbruch ins Krankenhaus musste.

Allerdings ist die Zunahme von Aggressivität (im öffentlichen Raum) in unserer Gesellschaft schon länger beobachtbar. Es wird jedoch nicht besser, wenn noch mehr Aggressionspotential hinzukommt. Dieses Argument, es war schon immer Gewalt da, ist scheinheilig und für mich nicht akzeptabel.

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2016 | 19:10

Merkt ihr denn nicht, dass ihr genauso unlogisch wie die "besorgten Bürger" "argumentiert"?

Diese machen jetzt jeden Flüchtling für Köln verantwortlich, Feministen machen Männer verantwortlich. Am Besten hat mir Claudia Roth gefallen, sie schaffte es in einem einzigen Satz die ganze Absurdität zusammenzufassen. Sie sagte:" wir dürfen jetzt nicht alle Ausländer verantwortlich machen, wir sollten alle Männer verantwortlich machen."

Ich scheine momentan eienr der wenigen zu sein der gegen Unsinn ankämpft, egal ob von Nazis, Feministen, Islamisten oder sonst wen. Die meisten scheinen sich in ihren Bastionen eingemauert zu haben und schiessen auf die jeweilige Gegenseite. Logik und Argumente habe ich bis jetzt noch nciht gehört.

Und Maas hat die Situation ausgenutzt und ganz nebenbei die Usnchuldsvermutung aufgehoben.

Geschichte wiederholt sich eben..... leider viel zu oft.

Ralf Bönt 14.01.2016 | 21:03

Das ist ein informativer Artikel mit angenehmem Ton, Dank. Die Häufigkeit der von Ihnen erlebten Situationen ist schockierend und bestimmt sicher auch das verhältnis der Geschlechter. Dennoch habe ich einen Einwand: Wieso werden keine Zahlen über Männer erhoben? Sexuelle Belästigung kenne ich aus dem Arbeitsleben auch. Aber das Problem geht natürlich noch weiter: Gewaltpotentiale müssen immer bei beiden Geschlechtern angesehen werden und generell gilt: Wer Gewalt gegen Frauen abbauen möchte, sollte Gewalt gegen Männer abbauen. Sonst kommen wir nicht weiter.

Hagen 14.01.2016 | 21:33

"Gewalt ist nicht ausschließlich eine Erfahrung von Frauen", sagt Hölling. "Uns haben die Ergebnisse überrascht." Der Befund: Frauen sind "häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt, aber auch Ausübende von Gewalt gegenüber sonstigen Familienmitgliedern".

Konkret war etwa nach Schlägen, Ohrfeigen, Tritten und an den Haaren ziehen gefragt worden. Auch psychische Gewalt - Beleidigungen, Bedrohungen, Beschimpfungen, Schikanen - ging in Partnerschaften häufiger von Frauen als von Männern aus. "Psychische Gewalt kann in ihren Folgen mindestens genauso dramatisch sein wie körperliche", sagt Hölling.

Die Ergebnisse zeigen einen wenig beachteten Aspekt der Diskussion über Gewalt auf, wie die Autoren schreiben: "Die Themen 'Frauen als Gewalttäterinnen' und 'Männer als Gewaltopfer' sind gesellschaftlich noch weitgehend tabuisiert" - erst allmählich richte sich der Blick der Forschung darauf.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/degs-studie-auch-maenner-werden-in-beziehungen-opfer-von-gewalt-a-902153.html

Über sexuelle Gewalt gegen Männer habe ich nicht viel gefunden

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2016 | 22:30

Mutiger, offener und wichtiger Artikel zum Thema "sexualisierte Gewalt".

"..welchen Knacks in meinem Selbstbewusstsein diese unzähligen Situationen hinterlassen haben. Situationen, in denen ich die Schwächere war und etwas gegen meinen Willen passierte..."

Das Ohnmachtsgefühl und die tiefgreifende Verunsicherung, die solche Angriffe und Gewalterfahrungen hinterlassen, werden stärker, je öfter sie sich wiederholen, da würde ich zustimmen. Betroffen sind alle Personengruppen, die entweder aufgrund ihrer Position in der Gesellschaft, ihres Alters, ihres Geschlechts, einer anfälligen psychischen oder allgemeinen Gesundheit oder sonstiger - oft völlig willkürlich gewählter Eigenschaften/Kriterien - von einem Täter, einer Täterin oder mehreren Täter/innen "ausgewählt" wird. Es gibt Mobbing gegen Schulkinder, Jugendliche, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, gelegentlich sogar gegen Arbeitgeber. Meistens findet Mobbing gegen Menschen in einem angreifbaren, vulnerablen d. h. verletzlichen Zustand, Setting oder einer geschwächten Position statt, in der sich der oder die Täter/in(en) stärker fühlen und sicher sein können, dass sich das potentielle Opfer nicht wehren kann oder wird. Angst zu erzeugen, spielt im Vorfeld eine große Rolle. Meistens werden bereits Unsicherheit ausstrahlende Leute ausgesucht.

Genauso ist es auch bei sexuellen Übergriffen gegen Frauen. Ich habe lange über dieses Thema nachgedacht und denke inzwischen, dass solche sexuell gefärbten Angriffe vor allem dadurch motiviert sind, dass der Täter einen Kick durch die Demütigung und Erniedrigung der jeweiligen Frau bekommt: eine sofortige Aggressionsabfuhr mit gleichzeitiger Belohnung in bestimmten Hirnarealen, er kann aufgestauten Frust abreagieren und sich vermeintlich ohne Bestrafung für selber erlittene Frustrationen "rächen", wenn auch feigerweise an einer unbeteiligten Dritten.

Das simpelste Vergleichsmodell das mir für diese üble Aggressionsabfuhr einfällt, ist die Hackordnung: Es wird stets "nach unten" also auf Schwächere eingehackt und -getreten.

Wenn Menschen sich wie Geflügel benehmen, hat das etwas zutiefst Abstoßendes und Jämmerliches. Ein charakterlicher Abstieg, der wahrscheinlich zu Selbstverachtung führt, wenn er bewusst wird. Im schlimmsten Fall ändert sich ein solcher Täter, im schlimmsten Fall sinkt seine Hemmschwelle und seine Gewissenlosigkeit mit jedem neuen Angriff. Bis er mal selbst so richtig eins in die Fresse bekommt. Denn das bleibt oft nicht aus.

rioja 15.01.2016 | 05:51

Danke, Frau Bücker! Ja, so ist es, in der Heuchler-Gesellschaft. woman is the nigger of the world - Kommenden Mittwoch will ich mir mal Nadja Uhl, im TV - Drama-Krimi "Operation Zucker. Jagdgesellschaft", dazu passend anschauen. In der christlich-abendländischen Kultur, zu der wir uns zählen müssen, ist das Thema Sexualität das wohl Übelste überhaupt. Und das gegenwärtige Paradigma zementiert diese Übel täglich neu. Nehmen wir nur das Dogma: Sex sells. Ich habe mich dazu schon an anderer Stelle geäußert, tue es also hier nicht erneut. shame on you, angry white men - Doch, bitte, auch Damen spielen mit, im Sumpf, man schläft sich auch gerne mal ganz nach oben. LG Friede & Liz

Emanuel Hienstorfer 15.01.2016 | 10:08

In Bayerns Bädern wurden die Probleme offen angesprochen. Es gibt es bereits seit 2013 Aufklärungskampagnen "Comics", sexuelle Übergriffe wurden erfolgreich reduziert.

Das Tabuisieren hilft nicht, fördert das die gesellschaftliche Mitte sich rechten Propagandaplattformen zuwendet.

http://www.welt.de/regionales/bayern/article150914615/Mit-Comics-gegen-sexuelle-Belaestigung.html

AWilhelmRechmann 15.01.2016 | 15:19

# Moorleiche:

Die Erwägung, dass die generalisierte Gewalt gegenüber Frauen in irgendeinem engeren Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht empfinde ich, im Zusammenhang mit diesem Originalartikel, als ausgesprochene Unverschämtheit. Soll damit suggeriert werden, dass die endlose Anzahl von kleinen und großen Übergriffen ja nur von armen, psychisch erkrankten Männern begangen werden? So ist es ja eben nicht! Es geht um die Unzahl von Übergriffen durch völlig gesunde Männer, die sich schlicht aufgrund Ihrer Anspruchshaltung erlauben ihre Bedürfnisse auszuleben. Sei es das Bedürfnis nach Gewalt, nach Sexualität oder beides.

AWilhelmRechmann 15.01.2016 | 15:22

Die Erwägung, dass die generalisierte Gewalt gegenüber Frauen in irgendeinem engeren Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht empfinde ich, im Zusammenhang mit diesem Originalartikel, als ausgesprochene Unverschämtheit. Soll damit suggeriert werden, dass die endlose Anzahl von kleinen und großen Übergriffen ja nur von armen, psychisch erkrankten Männern begangen werden? So ist es ja eben nicht! Es geht um die Unzahl von Übergriffen durch völlig gesunde Männer, die sich schlicht aufgrund Ihrer Anspruchshaltung erlauben ihre Bedürfnisse auszuleben. Sei es das Bedürfnis nach Gewalt, nach Sexualität oder beides.

herb66 15.01.2016 | 17:54

Mich stören solche Aufrufe "Wir müssen" und dann noch eindringlich "ausnahmslos!°.

Da mache ich schon mal dicht wie der Berliner sagt. Es ist nicht mein Thema. In meinem langen Leben hatte ich noch nie mit Vergewaltigung oder ähnlichem wie gewaltsamen Sex zu tun. Und kenne auch niemand in meiner Verwandtschaft oder Freundschaften, dem es so erging.

Für mich war Sex immer eine sehr erfreuliche Sache und natürlich auch für die Frauen. Die Ausschreitungen in Köln sind furchtbar für die Betroffenen, aber da "muss" die Polizei einschreiten, dazu ist sie da, aber nicht ich, auch nicht wegen "ausnahmslos", sorry.

Ich würde mich für vieles engagieren, aber nicht für alles, was so geschieht in der Welt.

So bin ich zum Beispiel für die Abschaffung von allen privaten Autos, ein großes Übel, stört mich auch erheblich.

Deshalb rufe ich jedoch nicht dazu auf, dass alle anderen sich für die Abschaffung von Autos engagieren "müssen".

Und da gibt es noch so einige Dinge für die man sich engagieren kann, aber nicht muss.

Ich suche mir das aus und lasse es mir nicht vorschreiben, sorry.

KlauDa 15.01.2016 | 18:09

Was sind die falschen Linken? Zunächst einmal die Marxisten, ihre Leichenberge beweisen es, aber auch die mit ihrem Instrumentarium operierenden Feministen. Einzig die Anarchisten waren seit dem Beginn des 20. Jahrhundert bereit, radikal die skandalöse Verfassung der Frau als Untermensch zu denunzieren, aber darüber hinweg auch jeden menschenfeindlichen weiblichen Machtanspruch von sich zu weisen. Die heutige Verwirrung der Meinungen geht auf den irrationalen marxistischen Gehalt der fortschrittlichen Kräfte zurück. Im Zuge dessen handelten die Polizisten auf der Kölner Domplatte nicht, um zu vermeiden, als Rassisten zu gelten. Nur der anarchistische Grundsatz, keine Toleranz gegenüber Intoleranz, kann in dem ideologischen Gewirr Abhilfe schaffen. Frauen als spirituell übergeordente, aber weniger tatkräftige Wesen sind bedingungslos zu schützen, ganz gleich, ob politisch korrekte, idiotische falsche Linke, sprich die Grünen, Rassismus schreien. Gleichzeitig aber sind auch jene Frauen zu denunzieren, die sich der Tricks des Machtapparats bedienen, um rassistisch untergebene Männer auszugrenzen. Beides findet statt, und ich wiederhole, nur ein anarchistisches Unrechtsbewusstsein bringt Abhilfe. Dort befindet ich die wahre Linke.

quite faraway 15.01.2016 | 18:40

1. Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit, du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.
2. Komm setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern, malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.
3. Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümelein zu, dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh.
4. Schneeflöckchen, Weißröckchen komm zu uns ins Tal, dann bau´n wir den Schneemann und werfen den Ball.

Columbus 15.01.2016 | 19:12

Schön, mal wieder was von Ihnen im dF zu lesen, Frau Bücker.

Bezüglich der Notwendigkeit der Änderung des bestehenden Sexualstrafrechts, in Formulierung und Ausgestaltung, strikt dem "Würde-" und dem "Selbstbestimmungsgrundsatz" Rechnung zu tragen, das vom Straf- und Ordnungsrecht, gerade in diesem Bereich, zu verlangen, - es sind schließlich GG- Prinzipien und mitterweile über die EU hinaus, -Europarat ist mehr-, von allen Staaten anerkannte Grundnormen-, gibt es sicherlich keinen Dissens.

Allerdings würde ich mir, für den Strafprozess und die Verurteilungen nicht so viel erwarten, auch um Enttäuschungen gering zu halten. Gerade Juristinnen warnen.

Die bisher vorgeschlagenen Änderungen, können zwar das Sexualstrafrecht an die allgemeine Strafgesetzgebung angleichen (z.B. Nötigung, Körperverletzung), es nicht mehr wie einen Sonderfall abhandeln, bei dem es unbedingt darauf ankommt, ob der Täter die Sensibilität hatte oder hätte haben müssen, bemerken zu können, dass er Rechte und Würde seines Opfers verletzt, sondern er zunehmend häufiger begründen muss, ob er achtsam war; bei dem nicht die Frau, oder ein Mann, beweisen muss, eindeutige körperliche Abwehrzeichen gesetzt zu haben oder gar einen Fluchtversuch glaubwürdig machen muss; aber der zweifelsfreie Nachweis der Schuld und Tatbegehung kann nicht ersetzt werden und die Überprüfung der Glaubwürdigkeit, zur Zweifelsfreiheit des Gerichts, sofern nicht andere eindeutige Hinweise erlangt werden, bleibt bestehen. - Wäre es anders, wir hätten eine andere Gesellschaft, aber nicht eine bessere.

Gut, dass Sie nochmals auf die, gerade für Linke wesentliche, Trennung eingehen, die zwischen dem Geschehen in Köln und der allgemeinen Diskussion um das Strafrecht und darüber hinaus "Sexismus", letztes ein sehr weites Feld, intellektuell und bei manchen auch emotional, vorgenommen werden muss. - Zu offensichtlich ist, dass nicht nur überzeugte Rechte, sondern ganz normale (Promi-)BürgerInnen und MedialistInnen, sowie Politiker (meist m, weniger w), die aktuellen Vorfälle instrumentalisierten, um nach Möglichkeit unerwünschte Ausländer loszuwerden. -So krass muss man das hinschreiben.

Es gibt auch eine spezielle Form des Sexismus, die da heißt, mit deinem Aussehen bist du in der freiesten und offenen Gesellschaft schon ästhetisch störend. Der verstorbene Ralph Giordano, ein Bürger in Köln, erinnern Sie sich noch, hatte Muslimas mit Schleier nicht nur wegen der Gesichts- und damit Identifikationsschwierigkeiten angegriffen, sondern ihre freie Wahl, die er pauschal für gar keine solche hielt, als ästhetisches Problem definiert.

Er, den ich wegen seiner Bücher und früheren Positionen sehr schätzte, pflegte damit ein Muster, das auch unter progressiven, linken und sich selbst aufgeklärt gebenden Menschen, nicht selten ist.

Es stimmt, kriminologisch werden die mutmaßlichen öffentlichen Täter, die arm, vor allem sichtbar und eben anders sind, häufiger angezeigt und deutlich häufiger aus diesen Kreisen auch tatsächlich Personen, mit härteren Strafen, verurteilt. Das Negativbeispiel No.1 der westlichen Welt, die USA.

Sie haben auf den eigentlichen Schwerpunkt von Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung hingewiesen: Familie, Partnerschaft, Bekanntenkreis, meist sogar das eigene Wohnumfeld, eben nicht die Straßen, der Platz. - Das ist sicher ein Grund, warum hier die öffentliche Diskussion so aufgeheizt ist, weil Öffentlichkeit eben auf sich selbst konzentriert ist.

Sie schreiben offen zu eigenen Erlebnissen und Berichten aus dem Bekanntenkreis. - Leicht entsteht der Eindruck, als sei unser Land überall, alltäglich, für Frauen ein Spießrutenlauf, entlang des Sexismus der Männer. Unsere, mehr oder weniger justiziablen, Regelverstöße im Umgang oder gar durch Straftaten, bestimmmten das normale Erleben jeder Frau, jeden Tag.- Das halte ich für überzogen, selbst wenn Sie es mit viel Überzeugung und Glaubwürdigkeit berichten. - Selbst Orte, an denen immer schon höhere Risiken bestehen, die auch von Frauen oder Mädchen zwanglos aufgesucht werden, sind in aller Regel sicher.

Woran kann es liegen? Unterschiedliche Wahrnehmung, Erfahrung, Sensibilisierung, dass Sie sehen und erleben, was andere, ich, ein Mann, andere Frauen, Töchter, Freundinnen, nicht sehen? Dabei glaube ich doch, dass Sie und ich, persönlich eher zu den introvertierten oder zurückhaltenden Menschen gehören, vielleicht mit der gelegentlichen Ausnahme beim Texte tippen.

Sex und sexualisierte Handlungen oder Ausdrucksmittel, sind nicht selten in unserer Gesellschaft und weniger durch Sitten und Gebräuche reguliert, als anderen Ortes. Sie werden gesucht und gefunden, -sogar süchtig-, an ganz unterschiedlichen Plätzen: Medial, in Fantasiewelten; real, in einer schier unüberschaubaren Vielfalt, in der so manches Mal die Freiheit und Freizügigkeit schon zum psychischen Druck verkommt, gerade für weniger gefestige Persönlichkeiten.

Die nicht festgestellte und ständig suchende Persönlichkeit, sie ist ja fast schon ein Markenkern unserer Welt, wie aufgesetzt und oberflächlich die Suche so manches Mal erscheinen mag, und oftmals wird das damit verbundene Leid einfach überschminkt.

Sex und Sexismus sind zudem extrem ökonomisiert. D.h., sie werden nicht nur käuflich in allen Abstufungen angeboten, sondern treiben vielfältige andere Konsumwünsche, sind also Instrumente. Vor allem aber hinter den privaten Türen aller Männer und Frauen, es wäre ja auch wenig natürlich, ist das so. Da will man nicht nur Sex haben, sondern sexy sein und dabei sogar häufig an Grenzen gehen.

Sex ist darüber hinaus, Sie schreiben es mit Recht, gerade in der Privatheit, häufig ein Machtinstrument des Augenblicks, der Situation. Und genau da finden auch die meisten, gar strafwürdigen, Übergriffe statt. Weil das also so ist, sind auch Delikte häufiger, gehen nicht, eigentlich nie, gegen Null.

Sehr richtig, schreiben Sie, dass Sexismus weltweit ein Problem ist. Ich wage es und schreibe, dass offene und freie Gesellschaften, so, wie sie mehr Gelegenheiten der Entgleisung, mit welcher Motivation auch immer, bieten, die besseren Lösungsstrategien und Ressourcen zur Verfügung haben, auf die groben und massiven Verletzungen zu reagieren. Die offene Gesellschaft muss weder alles durchregulieren, noch je Verfehlungen mit Endzeitstrafen angehen. Die offene Gesellschaft zeigt praktisch immer einen Weg zurück oder heraus, für Täter, kriminelle Täter, kranke Täter, und der Sexismus in allen seinen Spielarten, ist und bleibt ein wichtiges und vor allem dauerhaftes, Diskursthema, in der offenen Gesellschaft.

Gewalt, Sex, Sexismus lassen sich nicht abschaffen, höchstens insgesamt gesellschaftlich mildern und, so paradox es klingt, fairer, gerechter, verteilen. In gewisser Weise geschieht das schon, indem sich Frauen, es ist zugegeben nur ein sehr kleiner, aber wachsender Anteil, holen, was sie da brauchen, kaufen, konsumieren und auch mit Machterleben ausfüllen wollen. - Da behält die Freiheit, auch wenn sie sich ausdehnt, einen kalten und brutalen Unterton, den sie in vielen Freiheiten der Männer immer schon hatte.

Dass es daneben auch ein weites Reich der Sexualität, als Teil einer liebenden Freiheit gibt, nach der eine große Sehnsucht aller Menschen herrscht, ist selbstverständlich eine Binsenweisheit.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Columbus 15.01.2016 | 19:13

Schön, mal wieder was von Ihnen im dF zu lesen, Frau Bücker.

Bezüglich der Notwendigkeit der Änderung des bestehenden Sexualstrafrechts, in Formulierung und Ausgestaltung, strikt dem "Würde-" und dem "Selbstbestimmungsgrundsatz" Rechnung zu tragen, das vom Straf- und Ordnungsrecht, gerade in diesem Bereich, zu verlangen, - es sind schließlich GG- Prinzipien und mitterweile über die EU hinaus, -Europarat ist mehr-, von allen Staaten anerkannte Grundnormen-, gibt es sicherlich keinen Dissens.

Allerdings würde ich mir, für den Strafprozess und die Verurteilungen nicht so viel erwarten, auch um Enttäuschungen gering zu halten. Gerade Juristinnen warnen.

Die bisher vorgeschlagenen Änderungen, können zwar das Sexualstrafrecht an die allgemeine Strafgesetzgebung angleichen (z.B. Nötigung, Körperverletzung), es nicht mehr wie einen Sonderfall abhandeln, bei dem es unbedingt darauf ankommt, ob der Täter die Sensibilität hatte oder hätte haben müssen, bemerken zu können, dass er Rechte und Würde seines Opfers verletzt, sondern er zunehmend häufiger begründen muss, ob er achtsam war; bei dem nicht die Frau, oder ein Mann, beweisen muss, eindeutige körperliche Abwehrzeichen gesetzt zu haben oder gar einen Fluchtversuch glaubwürdig machen muss; aber der zweifelsfreie Nachweis der Schuld und Tatbegehung kann nicht ersetzt werden und die Überprüfung der Glaubwürdigkeit, zur Zweifelsfreiheit des Gerichts, sofern nicht andere eindeutige Hinweise erlangt werden, bleibt bestehen. - Wäre es anders, wir hätten eine andere Gesellschaft, aber nicht eine bessere.

Gut, dass Sie nochmals auf die, gerade für Linke wesentliche, Trennung eingehen, die zwischen dem Geschehen in Köln und der allgemeinen Diskussion um das Strafrecht und darüber hinaus "Sexismus", letztes ein sehr weites Feld, intellektuell und bei manchen auch emotional, vorgenommen werden muss. - Zu offensichtlich ist, dass nicht nur überzeugte Rechte, sondern ganz normale (Promi-)BürgerInnen und MedialistInnen, sowie Politiker (meist m, weniger w), die aktuellen Vorfälle instrumentalisierten, um nach Möglichkeit unerwünschte Ausländer loszuwerden. -So krass muss man das hinschreiben.

Es gibt auch eine spezielle Form des Sexismus, die da heißt, mit deinem Aussehen bist du in der freiesten und offenen Gesellschaft schon ästhetisch störend. Der verstorbene Ralph Giordano, ein Bürger in Köln, erinnern Sie sich noch, hatte Muslimas mit Schleier nicht nur wegen der Gesichts- und damit Identifikationsschwierigkeiten angegriffen, sondern ihre freie Wahl, die er pauschal für gar keine solche hielt, als ästhetisches Problem definiert.

Er, den ich wegen seiner Bücher und früheren Positionen sehr schätzte, pflegte damit ein Muster, das auch unter progressiven, linken und sich selbst aufgeklärt gebenden Menschen, nicht selten ist.

Es stimmt, kriminologisch werden die mutmaßlichen öffentlichen Täter, die arm, vor allem sichtbar und eben anders sind, häufiger angezeigt und deutlich häufiger aus diesen Kreisen auch tatsächlich Personen, mit härteren Strafen, verurteilt. Das Negativbeispiel No.1 der westlichen Welt, die USA.

Sie haben auf den eigentlichen Schwerpunkt von Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung hingewiesen: Familie, Partnerschaft, Bekanntenkreis, meist sogar das eigene Wohnumfeld, eben nicht die Straßen, der Platz. - Das ist sicher ein Grund, warum hier die öffentliche Diskussion so aufgeheizt ist, weil Öffentlichkeit eben auf sich selbst konzentriert ist.

Sie schreiben offen zu eigenen Erlebnissen und Berichten aus dem Bekanntenkreis. - Leicht entsteht der Eindruck, als sei unser Land überall, alltäglich, für Frauen ein Spießrutenlauf, entlang des Sexismus der Männer. Unsere, mehr oder weniger justiziablen, Regelverstöße im Umgang oder gar durch Straftaten, bestimmmten das normale Erleben jeder Frau, jeden Tag.- Das halte ich für überzogen, selbst wenn Sie es mit viel Überzeugung und Glaubwürdigkeit berichten. - Selbst Orte, an denen immer schon höhere Risiken bestehen, die auch von Frauen oder Mädchen zwanglos aufgesucht werden, sind in aller Regel sicher.

Woran kann es liegen? Unterschiedliche Wahrnehmung, Erfahrung, Sensibilisierung, dass Sie sehen und erleben, was andere, ich, ein Mann, andere Frauen, Töchter, Freundinnen, nicht sehen? Dabei glaube ich doch, dass Sie und ich, persönlich eher zu den introvertierten oder zurückhaltenden Menschen gehören, vielleicht mit der gelegentlichen Ausnahme beim Texte tippen.

Sex und sexualisierte Handlungen oder Ausdrucksmittel, sind nicht selten in unserer Gesellschaft und weniger durch Sitten und Gebräuche reguliert, als anderen Ortes. Sie werden gesucht und gefunden, -sogar süchtig-, an ganz unterschiedlichen Plätzen: Medial, in Fantasiewelten; real, in einer schier unüberschaubaren Vielfalt, in der so manches Mal die Freiheit und Freizügigkeit schon zum psychischen Druck verkommt, gerade für weniger gefestige Persönlichkeiten.

Die nicht festgestellte und ständig suchende Persönlichkeit, sie ist ja fast schon ein Markenkern unserer Welt, wie aufgesetzt und oberflächlich die Suche so manches Mal erscheinen mag, und oftmals wird das damit verbundene Leid einfach überschminkt.

Sex und Sexismus sind zudem extrem ökonomisiert. D.h., sie werden nicht nur käuflich in allen Abstufungen angeboten, sondern treiben vielfältige andere Konsumwünsche, sind also Instrumente. Vor allem aber hinter den privaten Türen aller Männer und Frauen, es wäre ja auch wenig natürlich, ist das so. Da will man nicht nur Sex haben, sondern sexy sein und dabei sogar häufig an Grenzen gehen.

Sex ist darüber hinaus, Sie schreiben es mit Recht, gerade in der Privatheit, häufig ein Machtinstrument des Augenblicks, der Situation. Und genau da finden auch die meisten, gar strafwürdigen, Übergriffe statt. Weil das also so ist, sind auch Delikte häufiger, gehen nicht, eigentlich nie, gegen Null.

Sehr richtig, schreiben Sie, dass Sexismus weltweit ein Problem ist. Ich wage es und schreibe, dass offene und freie Gesellschaften, so, wie sie mehr Gelegenheiten der Entgleisung, mit welcher Motivation auch immer, bieten, die besseren Lösungsstrategien und Ressourcen zur Verfügung haben, auf die groben und massiven Verletzungen zu reagieren. Die offene Gesellschaft muss weder alles durchregulieren, noch je Verfehlungen mit Endzeitstrafen angehen. Die offene Gesellschaft zeigt praktisch immer einen Weg zurück oder heraus, für Täter, kriminelle Täter, kranke Täter, und der Sexismus in allen seinen Spielarten, ist und bleibt ein wichtiges und vor allem dauerhaftes, Diskursthema, in der offenen Gesellschaft.

Gewalt, Sex, Sexismus lassen sich nicht abschaffen, höchstens insgesamt gesellschaftlich mildern und, so paradox es klingt, fairer, gerechter, verteilen. In gewisser Weise geschieht das schon, indem sich Frauen, es ist zugegeben nur ein sehr kleiner, aber wachsender Anteil, holen, was sie da brauchen, kaufen, konsumieren und auch mit Machterleben ausfüllen wollen. - Da behält die Freiheit, auch wenn sie sich ausdehnt, einen kalten und brutalen Unterton, den sie in vielen Freiheiten der Männer immer schon hatte.

Dass es daneben auch ein weites Reich der Sexualität, als Teil einer liebenden Freiheit gibt, nach der eine große Sehnsucht aller Menschen herrscht, ist selbstverständlich eine Binsenweisheit.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Moorleiche 15.01.2016 | 21:50

Hallo Dummy-B.

Wo ist da ein "Im Zweifel gegen den Angeklagten?".“

Das war doch nur eine Reaktion auf die Bemerkung von Frau Bücker, dass die Beweisführung schwierig sei. Natürlich. Aber im Privaten wird es wohl kaum anders laufen können, als Aussage gegen Aussage.

Zusätzlich berücksichtigt der Gesetzgeber die Problematik von Scham und Würde nicht angemessen in diesem Zusammenhang.“

Das ist zwar ein ungeheuer wichtiger Aspekt, aber welche strafrechtlichen Konsequenzen würdest Du denn daraus ableiten wollen?

Die Scham, einen solchen Übergriff zuzugeben und den Umstand, das sexuelle Gewalt häufig auf die Entwürdigung des Opfers abzielt (und nicht nur der Triebbefriedigung dient), was sowohl in familiären wie auch gesellschaftlichen Strukturen eine große bis entscheidende Rolle spielt. Das Gesagte gilt auch umfänglich für Männer, die zumindest als Kinder und Jugendliche auch oft genug Opfer sexueller Gewalt werden.“

Klar, das muss man auffangen, so gut es geht, aber auch hier: Strafrechtlich…?

Das ist mehr als ernüchternd. Vor ein paar Jahren hörte ich einen Strafrichter, der sagte, wenn seine Tocher Opfer eines sexuellen Übergriffs würde, er würde ihr raten, es nicht anzuzeigen, weil die Mühle so erbarmungslos ist. Ein Unding.

Moorleiche 15.01.2016 | 21:57

Hallo AWilhelmRechmann.

Die Erwägung, dass die generalisierte Gewalt gegenüber Frauen in irgendeinem engeren Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht empfinde ich, im Zusammenhang mit diesem Originalartikel, als ausgesprochene Unverschämtheit.“

Warum?

Soll damit suggeriert werden, dass die endlose Anzahl von kleinen und großen Übergriffen ja nur von armen, psychisch erkrankten Männern begangen werden.“

Ich denke, dass das zu einem überwiegenden Teil der Fall ist, vielleicht nicht ausschließlich, aber dass jeder Mann mindestens ein paar mal im Leben Gewalt gegen Frauen ausübt, halte ich für Quatsch. Und „armen“, das klingt nach Entschuldigung, ich sehe das eher deskriptiv und leite daraus keinen Freifahrtschein ab, im Gegenteil.

Es geht um die Unzahl von Übergriffen durch völlig gesunde Männer, die sich schlicht aufgrund Ihrer Anspruchshaltung erlauben ihre Bedürfnisse auszuleben. Sei es das Bedürfnis nach Gewalt, nach Sexualität oder beides.“

Woher wissen Sie das?

Magda 15.01.2016 | 22:39

Es geht um die Unzahl von Übergriffen durch völlig gesunde Männer, die sich schlicht aufgrund Ihrer Anspruchshaltung erlauben ihre Bedürfnisse auszuleben. Sei es das Bedürfnis nach Gewalt, nach Sexualität oder beides.“

Woher wissen Sie das?

Sie sind schon ein komischer Vogel, Herr Moorleiche. Oben bekunden Sie, dass die Schilderungen, die Teresa Bücker oben niedergeschrieben hat, Sie sehr "berührt" haben und die genau das aussagen, was hier zugespitzt aufgeführt wird.

Hier unten fragen Sie dann einen Kommentator investigativ: "Woher wissen Sie das?

Über die Motive und die Hintergründ sexueller Übergriffe - auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze - wird umfangreich geschrieben. Sie lesen offensichtlich sowas nicht nach. Weiter oben bekunden Sie ein heuchlerisches Verständnis für Betroffene und bekunden: Klar, das muss man auffangen,

Noch weiter oben belästigen Sie die Bloggerin mit einer Erörterung zur Normalität oder Anormalität von Onanie- und Masturbationsfantasien.

Darum geht es in dem Appell, der im Blog vorgestellt wird, aber gar nicht. Sie haben nur Bock, Ihre Weisheiten völlig grundlos hier Gassi zu führen, man könnte tiefenpsychologisch werden darüber.

Das ist schon irre alles. Und dann noch dieser merkwürdig gönnerhaft-klebrig-investigative Ton. Furchtbar.

Sophia 16.01.2016 | 10:42

Puh, Magda, Sie können ja ganz schön heftig und persönlich werden, wenn jemand eine andere Perspektive auf ein Thema vertritt als Sie selbst.

Woher wissen Sie denn wirklich, dass Vergewaltiger keine psychischen Probleme haben?

Es gibt sehr wohl verschiedene Gründe, weshalb Männer gewalttätig gegen Frauen werden - und die wirken eben zusammen. Ein ganz gravierender Grund ist sicher, wie ausgeprägt und akzeptiert die sog. Macho-Kultur in einer Gesellschaft ist und das sieht beispielsweise in Skandinavien schon mal ganz anders aus als in Indonesien.
Ich denke allerdings auch, dass bei den meisten Tätern auch noch irgend ein dickes psychisches Problem hinzu kommt – und zwar ein individuell jeweils anderes. So sind die einen selbst Opfer von Gewalt und geben die dann einfach weiter, andere fühlen sich als Versager und meinen dann ihre Männlichkeit durch sexuelle Gewalt beweisen zu müssen und wieder andere haben eine narzisstische Störung, etc. pp.
Aber ganz normale Männer vergewaltigen, schlagen oder bedrohen und erniedrigen doch keine Frauen - weder fremde noch die eigenen.

Aufrufe wie #ausnahmslos können sicherlich dabei helfen, Gewalttätigkeit gegen Frauen als ein schwerwiegendes Problem zu erkennen, wofür jeder einzelne Täter die Verantwortung zu übernehmen hat, in dem er sich ggf. unter therapeutischer Anleitung mit seinem individuellen Problem auseinander setzt. Alleine werden es m.E. nämlich die wenigsten Täter schaffen, ihr gewalttätiges Verhalten in den Griff zu bekommen.

Moorleiche 16.01.2016 | 11:06

http://www.zdf.de/aspekte/aspekte-6021578.html

Ich hab's mir angeschaut und finde es in der Form noch immer problematisch.

Es gibt da offenbar folgende Diskrepanzen oder Positionen, von denen man denkt, dass sie unvereinbar sind.

1) Man ist gegen Sexismus.

(Wobei mir schon nicht klar ist, ob es wirklich Sexismus ist oder nur der männliche Sexismus, der sich gegen Frauen richtet (falls es den so einseitig gibt) oder sind es konkrete männliche Übergriffe, die primär gemeint sind?)

2) Man will keinen Beifall aus der falschen Ecke.

(Ist mir klar, tut immer weh und die „falsche Ecke“ hier sind Menschen, die die sexistischen Übergriffe rassistisch instrumentalisieren, das heißt, deren Kritik am Sexismus steht im Dienst eines Rassismus und das wollen die Initiatorinnen unterbinden.)

3) Man ist gegen Rassismus (oder Kulturalismus, wie es vielleicht an einigen Stellen besser heißen müsste).

Problematisch kommen mir folgende zu wenig geklärte Punkte vor:

Was sind denn nun weitere Ableitungen oder heimlichen Prämissen?

a) Jeder Mann ist ein Feind?

b) Jeder „westliche Mann“ (was immer das ist) ist ein Feind?

c) Jeder rassistische und/oder sexistische Mann ist ein Feind?

Man kann statt „Feind“ auch „potentieller Feind“, „potentieller Vergewaltiger“, „Sexist“, „potentieller Sexist“ oder dergleichen einsetzen, es ändert m.E. nicht viel.

Mit folgenden Situationen erlebe ich den Umgang bislang als wenig souverän:

- Wenn eine soziokulturelle Analyse erweisen würde, dass es eine Korrelation zwischen kultureller Herkunft und Sexismus gibt. (Was hiermit nicht behauptet wird!)

- Eigenartigerweise aber, scheint auch die Vorstellung, dass es Männer (im „schlimmsten“ Fall sogar „westliche“) geben könnte, die weder Sexisten sind (oder Sexismus offen oder heimlich unterstützen) noch Rassisten sind (oder Rassismus offen oder heimlich unterstützen) in dieser Konstruktion vorgesehen zu sein. Zerstört man damit nicht das Ziel, das man eigentlich anstrebt?

Vielleicht kann hier mal jemand was zu sagen/schreiben. Danke!

Moorleiche 16.01.2016 | 11:13

"Aber ganz normale Männer vergewaltigen, schlagen oder bedrohen und erniedrigen doch keine Frauen - weder fremde noch die eigenen."

Ich fürchte, darauf soll und wird es bei einige Interpreten hinauslaufen. Dass sie den Sexismus dieser Thesen nicht erkennen, wundert mich. (Ehrlich gesagt, befasse ich mich zu lange mit so etwas um mich wirklich darüber zu wundern, aber ich schreibe es mal so hin. Es ist der Punkt, der der Reflexion bedarf.)

pinats 16.01.2016 | 11:22

in der onkologischen behandlung von krebspatienten gibt es zwei formen der chemotherapie: die kurative und die palliative. bei der ersten wird versucht, das bösartige zu heilen, bei der zweiten wird sich mit ihm abgefunden und lediglich versucht, es aufzuhalten.

die feministischen debatte hierzulande ist palliativ. und sie ist selbst gelähmt, weil sie sich andauernd mit minderheiten identifiziert, die es unter eine universelle schutzkappe stellt, an der jede kritik abperlt.

es gibt aber nunmal verschieden ursachen von sexueller gewalt. will man diese kurativ angehen, sollte man sich diese ursachen anschauen und differenzieren. wählt man den palliativen weg, schaut man sich eben nur die sexuelle gewalt als solches an, und verbündet sich mit den geschädigten. wie in diesem artikel.

die sexuelle gewalt, die in köln und anderswo passiert ist, hat etwas mit der festen, derzeit wohl unlösbaren verbindung von patriarchaler macht mit dem islam zu tun. sollte in der muslimischen bevölkerung keine sexuelle revolution vonstatten geht, wird ein solches verhalten bleiben und schlimmer werden.

da die hiesigen feministInnen diesen aspekt jedoch unter ihren schutzraum stellen, wird den muslimischen intellektuellen vorkämpfern auch noch jede solidarität verweigert.

insofern: leckt eure wunden und schreibt betroffenberichte und klagt islamkritik als rechts und islamophob an. nützen wird euch das nichts.

Moorleiche 16.01.2016 | 11:44

Hallo Pinats.

Das Bild vom Krebs ist mindestens mal hoch unglücklich gewählt.

Inhaltlich ist was dran, aber der eigentliche Clou ist ein ganz anderer.

Es ist m.E. richtig, dass ein hartes Patriarchat problematisch ist, vielleicht und sehr wahrscheinlich für Frauen mehr, als für Männer.

Es ist m.E. auch richtig, dass die Ursache vieler gewalttätiger Übergriffe viel weniger, als man denkt im Islam zu suchen und zu finden sind, sondern in einem harten Patriarchat.

Der eigentliche Schritt, der uns angeht – und hier bin ich bei Augstein: Lasst uns über uns reden! (falls er das so gemeint hat) – ist die Erkenntnis oder vorsichtiger formuliert, die These, dass auch matriarchale Strukturen problematisch seien und aus dem Ruder laufen können. Anders, aber auch. Es gibt in Deutschland 2016 sicher noch Reste patriachaler Strukturen, auch solche, in denen es zu Unrecht und Asymmetrien durch diese Strukturen kommt, keine Frage. Längst haben sich aber auch matriarchale Strukturen etabliert und m.E. ist die Gesellschaft sogar eher von matriarchalen Strukturen geprägt.

Diese haben nun große Schwierigkeiten auf moderate bis harte patricharchale Strukturen zu reagieren und die Menschen, die in patriarchalen System sozialisiert wurden, haben ihrerseits größte Probleme zu verstehen, was hier bei uns gespielt wird. Was wir meiner Ansicht nach brauchen, ist ein dynamisches und intelligentes Gleichgewicht zwischen Patriachat und Matriarchat (sowie Hierarchie und Heterarchie) und zwar erst mal wieder in die Richtung mehr Struktur und ich glaube durch mehr Patriarchat und Hierarchie.

Reinhold Schramm 16.01.2016 | 14:10

Notwendige Bemerkungen: Die Befreiung der Frau aus doppelter Unterdrückung und Rechtlosigkeit (als Frau und Ausgebeutete) erfordert solche gesellschaftlichen Bedingungen, die der Frau gleiche Möglichkeiten wie dem Manne geben, ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zu entfalten und aktiv am gesellschaftlichen Reproduktionsprozess teilzunehmen. {...}

Natürlich gibt es einen deutlichen Fortschritt in der gesellschaftlichen Stellung der Frau in Deutschland und Europa! Dieser Fortschritt sollte doch heute eine allgemeine Binsenwahrheit sein. Streicheleinheiten und Relativierungen von und für Fehlhandlungen dienen nicht der Emanzipation und Gleichstellung der Frau in der (historisch und heutigen) kulturell-traditionellen und feudal-religiösen Männerwelt!

Die Relativierung bzw. der [durchaus berechtigte] Hinweis auf die mangelhaften Zustände in den Geschlechterbeziehungen, wie auch in Deutschland und Europa, dient kaum der Entwicklung der Emanzipation der arabisch-afrikanischen Frau. Auch die bürgerliche Aufklärung und (bürgerliche) Emanzipation dient der Überwindung der vorhandenen sozioökonomischen und historisch kulturell-patriarchalen Rückständigkeit.

Die nachdrückliche Benennung der verbesserten gesellschaftlichen Stellung der Frau in Europa sowie deren entschiedene politische Verteidigung und Entwicklung ist weiterhin notwendig.

Hier befördert die Relativierung bzw. Abwertung der deutlichen Unterschiede, die Frauenfeindlichkeit und dient nicht der Aufklärung und Überwindung der Frauenunterdrückung in der arabischen Welt. Relativierung verkleistert hier die vorhandenen historischen Entwicklungsunterschiede. So auch im Verhältnis zur rückständigen gesellschaftlichen Stellung der Frau in der patriarchalen Männerwelt der arabisch-nordafrikanischen Klassengesellschaften.

Aufklärung dient der ökonomischen, sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Gleichstellung und (der weiteren Entwicklung in Richtung der) Emanzipation der Frau, aber auch bei der Bewusstseinsveränderung (und Aufhebung der Entfremdung) der Männer.

Die Benennung von historischen Entwicklungsunterschieden und die sich hieraus ergebenden, objektiven und aktuellen Fakten, ist keine Fremdenfeindlichkeit, keine Frauenfeindlichkeit und auch kein Rassismus. Diese Benennung hat unabhängig von der jeweiligen Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe, zu erfolgen!

Noch ein Blick in die historisch-kulturelle und traditionell-patriarchale, 'feudal-religiöse und sozioökonomische Entwicklung, so auch im Jahr 2016, z. B. im Reich der führenden irrationalen Religions- und Kapital-Zentrale der feudal-religiösen und irdischen 'Gottkönige und Öl-Prinzen Saudi-Arabiens: 70 Prozent der (vor allem 'christlichen) Hausangestellten erleiden physische und psychische Gewalt. Nach Appellen von Menschenrechtsorganisationen gibt es keinen Schutz für das Heer geringqualifizierter Arbeitskräfte. Die Vergewaltigung Hausangestellter (von Frauen und auch Männern) ist an der Tagesordnung beim bundesdeutschen und europäischen 'feudal-religiös-patriarchalen Geschäftspartner Saudi-Arabien.

So fordert das Internationale Arbeitsamt Genf auch "Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte" beim irdischen und absolutistisch-patriarchalen Verwalter fürs irrationale und 'feudal-religiöse 'Himmelreich. www.ilo.org

drummy-b 16.01.2016 | 16:53

Hallo Moorleiche,

"Längst haben sich aber auch matriarchale Strukturen etabliert"

sorry, aber irgendwie bringen sie hier Begrifflichkeiten durcheinander. Wir haben in Deutschleund nirgendwo Matriarchat und nie gehabt (abgesehen von "Urzeiten" vielleicht).

Matriarchat und Patriarchat haben immer eine historische Dimension. Sie meinen vielleicht Dominanz, Bevor- oder Benachteiligung, Gleichbehandlung oder Ungleichbehandlung.

Das ist mehr als ernüchternd. Vor ein paar Jahren hörte ich einen Strafrichter, der sagte, wenn seine Tocher Opfer eines sexuellen Übergriffs würde, er würde ihr raten, es nicht anzuzeigen, weil die Mühle so erbarmungslos ist. Ein Unding.

In der Tat, das Hauptproblem liegt natürlich in der Interpretation und Ausübung des Strafrechtes, trotzdem ist die Formulierung im Strafrecht diesbezüglich gelinde gesagt unglücklich. Unser Rechtssystem beruht auf dem System von Rede und Gegenrede mit dem Richter als Mittler. Leider führen die Einschränkungen der Gewaltanwendung, -androhung oder der Schutzlosen Lage dazu, das die Täterseite die eine Seite der Waage fast immer "auf Null" drehen kann.

An der Interpretation und Ausübung des Rechtes können aber nur gesellschaftliche Veränderungen etwas ändern. Recht und Recht bekommen ist eben auch eine Sache des Zeitgeistes. Deswegen bedarf beides einer Überarbeitung.

Lou 16.01.2016 | 17:37

...ein wunderbarer Artikel, der Frauen mutmacht, sich gegen die häufig bekannten Täter zu wehren.

Auf der Hochschule an der ich seit Jahren studiere, werden immer wieder Studentinnen von den männlichen Professoren sexuell belästigt und trotzdem traut sich niemand es offen zu legen, aus Angst, dass plötzlich alle Schweigen werden.

In unangenehmen Situationen in denen ich alleine mit dem Dozent war, wollte er das Gespräch auf mein Liebesleben und Kinderwünsche lenken und machte mir anzügliche Angebote. Mein Fehler war es dann dies einem anderen Professor auf Nachfragen zu schildern und festzustellen, dass er seinen Kollegen in Schutz nahm und als "alten Sünder" abtat. Darauf folgten Kommentare zu meinem Aussehen, Auftreten und Stil und er verglich mich mit der studentischen Exfreundin des anzüglichen Professors. Diese schlechten Erfahrungen haben mich daran gehindert diese verbalen Übergriffe wn der Universität öffentlich zu machen und die beiden Professoren zur Rechenschaft zu ziehen.

Doch ich glaube bald habe ich den Mut dazu, danke*

Lou 16.01.2016 | 17:59

ps: In der Erstaufnahemeinrichtung habe ich nie schlechte Erfahrungen mit den männlichen Flüchtlingen gehabt. Auch einige junge Männer aus Afghanistan und Syrien mit denen ich im Kontakt stehe und mittlerweile befreundet bin, sind sehr respektvoll und zurückhaltend, und manche sind auch in langen Beziehungen.

Jeder Übergriff den ich und meine Freundinnen erlebt haben war von deutschen Männern. Meine beste Freundin wurde vor 2 Jahren von einem Anwalt vergewaltigt. Da stellt sich die schlimme Frage, ist sie sicher, wenn sie es wagt damit zur Polizei zu gehen und Anziege zu ertsatten, oder wird er ihr erneut zur Gefahr, weil er am Ende nicht verurteilt wird?

Viele Frauen Schweigen über ihre Erlebnisse, weil das Risiko, vom Täter heimgesucht zu werden oft zu groß ist. Die traurige Wahrheit*

Moorleiche 16.01.2016 | 19:23

Hallo Drummy-B.

Matriarchat und Patriarchat haben immer eine historische Dimension. Sie meinen vielleicht Dominanz, Bevor- oder Benachteiligung, Gleichbehandlung oder Ungleichbehandlung.“

Ja, sowas. Okay. Ich bin da eher psychologisch als kulturtheoretisch oder -historisch dran gegangen und zwar von der Sicht auf die unterschiedlichen Tabus in matriarachal und patriarchal geprägten Gesellschaften.

Recht und Recht bekommen ist eben auch eine Sache des Zeitgeistes. Deswegen bedarf beides einer Überarbeitung.“

Kann man machen, ich bin nicht dagegen. Ich würde mir nur wünschen, dass es gut durchdacht geschieht und nicht im Affekt und als politischer Aktionismus. Dann ist nämlich niemandem geholfen.

Moorleiche 16.01.2016 | 19:30

"Diese schlechten Erfahrungen haben mich daran gehindert diese verbalen Übergriffe wn der Universität öffentlich zu machen und die beiden Professoren zur Rechenschaft zu ziehen.

Doch ich glaube bald habe ich den Mut dazu, danke*"

In der ZEIT war mal ein Bericht über Anzüglichkeiten und Belästgungen in der Uni, habe den leider nicht mehr gefunden, vielleicht findet den jemand,

pinats 16.01.2016 | 22:10

"Die Benennung von historischen Entwicklungsunterschieden und die sich hieraus ergebenden, objektiven und aktuellen Fakten, ist keine Fremdenfeindlichkeit, keine Frauenfeindlichkeit und auch kein Rassismus. Diese Benennung hat unabhängig von der jeweiligen Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe, zu erfolgen!"

immer wieder interessant, wie versucht wird, die probleme anderer systeme mit den eigenen wertvorstellungen zu lösen. nennt man so etwas nicht egozentrismus?

"histiorische entwicklungsunterschiede" folgen einer zivilisationtheorie ála elias. dass diese gerade in die entgegengesetze richtung läuft, wird negiert. es kann nicht sein, was nicht sein darf. nicht zuletzt aus gründen der realitären vollstreckungproblematik hiesiger gesetze und der gesamtrealität, die mit ihrer massenangst, hysterischen berichterstattung, fehlenden ressourcen und fehlgeleiteter, immer nur situativ reagierenden legislative, die abgesehen davon versucht, globale konflikte lokal zu "lösen", wird eine erzeugt eine realitätsverblendung erzeugt, die simpel gesagt, lächerlich anzuschauen wäre, wenn sie nicht durch 18jährige straßendiebe, frauenangrapscher und millionenschwere zeitungsinhaber zu einer double bind starre führte, die sowohl medial kaum noch zu ertragen ist, als auch den abendlichen alltag in der kneipe oder der u-bahn zunichte macht. hier befinden wir uns gerade: gesellschaftlich deterioration. wahrnehmung und anspruch gehen auseinander. während sich die kruden rollentheorien ála islam ihr netzwerk in dieser welt ausbauen - bewusst oder sozialisiert, das spielt da gar keine rolle mehr.

janonmac 16.01.2016 | 22:18

An der Gesetzeslage etwas vorschnell zu ändern kann auch nach hinten losgehen. Es gibt auch durchaus Frauen die die Anklage wegen sexueller Gewalt auch als Waffe gegen misliebige Männer verwenden. Stichwort: Jörg Kachelmann.

Dessen soziales und wirtschaftliches Leben ist ruiniert.

Deshalb denke ich macht eine einseitige Verschärfung keinen Sinn ohne auch die Beweisführung zu verbessern.

schorsch klunie 17.01.2016 | 00:43

zumal man aufpassen muss, da es scheint als ob die vorfälle in köln auch von einer weiteren gruppierung instrumentalisiert werden.

die initiatoren der "schutzlückenkampagne" (so t. fischer der diese stark kritisiert) sprechen von etwas anderem als diejenigen die, die von einer schaffung des strafbestands "sexuelle belästigung" sprechen.

tatjana hörnle dazu:

"Es bedürfte eines neu zu schaffenden Vergehens „tätliche sexuelle Belästigung“. Im Referentenentwurf wird dieses Problem allerdings nicht angegangen; für diese Fälle ist eine Gesetzesänderung nicht in Sicht."

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sexualstrafrecht-betatschen-ist-nicht-immer-strafbar-14007043.html

Roger11 17.01.2016 | 03:44

Mir fehlt bei der Debatte der Ansatz zur Korrektur. Müssen Frauen lernen, wehrhafter zu werden, oder müssen Männer lernen, ihres Triebes bewusster zu werden? Oder eben beides?

Klar sollte doch sein, dass patriarchalisches Familiengefüge in dominantes Männergehabe befeuert. Im aufgeklärten Sinne ein Anachronismus, nur bei bildungsfernen Gesellschaftsstrukturen unverrückbares Kulturgut.

Ergo: Lernen, lernen, und nochmals lernen. Das betrifft natürlich auch bundesrepublikanische deutsche Männer, sofern sie ebenfalls out of law antiquiert-rassistischem Gedankengut hinterhecheln, gedanken- und emotionsfrei.

Zum totlachen, dass wir anno 2016 immer noch über Frauendiskriminierung reden müssen. Eigentlich ist es überhaupt nicht zum totlachen, sondern zum schämen. Ich schäme mich allein angesichts der Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer, im selben Job. Das ist Diskriminierung, Frau Merkel!

In dem Zusammenhang finde ich sehr interessant, dass die CDU, aber auch die SPD Frau Schwesig nicht vollends beisteht, geht es doch um eine Selbstverständlichkeit, die es auf dem gesamten Planeten durchzusetzen gilt.

Wie weit entwickelt ist eigentlich die Spezie Mensch?

Reinhold Schramm 17.01.2016 | 10:40

"realitätsverblendung"

Meine Zustimmung zum wesentlichen Teil ihrer Ausführungen.

Meine Bemerkungen zu: Islam und Saudi-Arabien?

Auch das saudische Kapital und seine vorgeblich religiösen, aber doch weltlichen Herrschaftsideologen, verfolgen 'unabhängig von den Vereinigten Staaten, NATO und EU, eine eigenständige Globalstrategie [keine "Verschwörungstheorie"].

Hier findet auch der Islam saudischer Prägung seinen (ideologischen) Einsatz für die Destabilisierung bzw. Stabilisierung der Regime und für die Förderung religiöser Einrichtungen, weltweit. So auch bei den westlichen Wirtschaftspartnern, einschließlich in der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Hilfe der Rohstoffbasis und vor allem westlichen Wirtschaftspartnern entwickelt Saudi-Arabien ihr innenpolitisches, außenpolitisch-geostrategisches Militärprogramm. Dazu gehört auch ein Nuklearprogramm, unter (aktiver) Beteiligung Frankreichs, Chinas, Pakistans, Südkoreas und Japans.

Dabei dient die Religion den weltlichen Herrschern, SA und ihren Ideologen, vor allem als strategisches Insturment zur Durchsetzung innenpolitischer, geo-strategischer und imperialistischer Gegenwarts- und Zukunftsinteressen. In Vorbeugung auch - vor allem - für die Zeit nach dem Versiegen ihrer geo-strategischen Rohstoffbasis.

[Die sexuelle Gewalt (ohne Politik?) ist z. Z. das Thema.]

Moorleiche 17.01.2016 | 12:27

Die Diskussion fällt aus. Schade.

Die Forderungen von #ausnahmslos stehen im Raum, auf Einwände oder Kritik wird nicht reagiert.

Damit fällt die Diskussion, die notwendig wäre, aus, in 3 – 6 Wochen ist alles vergessen. Es wird den einen oder anderen Akt der Symbolpolitik, mit mehr oder weniger Getöse geben, sonst wird sich nichts ändern.

(Quelle: Die Weissagungen der Moorleiche.)

Reinhold Schramm 17.01.2016 | 13:49

"Klar sollte doch sein, dass patriarchalisches Familiengefüge {...}, nur bei bildungsfernen Gesellschaftsstrukturen unverrückbares Kulturgut."

Die ungeschminkte Wirklichkeit und Realität ist aber auch (Zitat): "Und in diesen Städten ist es keineswegs nur der einfache, wenig gebildete Mann aus dem Volk, der sich zum blutigen Richter im Namen der Scharia aufschwingt. Man findet die selbst ernannten Henker [der Frau] bis hinauf in westlich gebildete Akademikerkreise -- eine Oberschicht, die allen technischen Fortschritt aus dem 'Westen' bewundert, aber bei einer Reform traditionellen islamischen Familienrechts in Panik gerät." (S. 175/176.)

Vgl. Der Islam und die Frauen: Frauenrechte im Koran, Hadith und Scharia, Reformen und das Bleigewicht der Tradition. In: Syrien verstehen. Geschichte, Gesellschaft und Religion. Von Gerhard Schweizer. / Eine Freitag-Buchempfehlung.

gelse 18.01.2016 | 13:16

>>Die Erwägung, dass die generalisierte Gewalt gegenüber Frauen in irgendeinem engeren Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen steht empfinde ich, im Zusammenhang mit diesem Originalartikel, als ausgesprochene Unverschämtheit. Soll damit suggeriert werden, dass die endlose Anzahl von kleinen und großen Übergriffen ja nur von armen, psychisch erkrankten Männern begangen werden?<<
Na ja, ich hab mich auch schon gefragt, ob sie eher in die Psychiatrie als in den Knast gehören. Sie machen oft nicht den Eindruck, ihre Handlungen unter Kontrolle haben. Auch wenn sie anderen Zusammenhängen halbwegs vernunftbetont wirken können.

Vielleicht eine Testosteronunverträglichkeitsreaktion, die natürlich bei Männern üble Auswirkungen haben muss?

Aber Wegsperren ist ja trotzdem (zur Zeit) die einzige Lösung, so oder so.

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>>...völlig gesunde Männer, die sich schlicht aufgrund Ihrer Anspruchshaltung erlauben ihre Bedürfnisse auszuleben.<<
Wenn man diese Anspruchshaltung als gesund definieren will. Sozialunfähigkeit äussert sich auch, aber nicht nur als sexuelle Gewalt: Da muss ich nur mal die martialischen Sprüche von „Managern“ erinnern, die Konkurrenten niedermachen wollen, Arbeitskraftverkäufer als „Ressource“ bezeichnen usw.

Lethe 18.01.2016 | 14:07

Was erwartest du. Hier ist nichts geschrieben worden, um das nicht längst in jeder erdenklichen Weise gestritten wurde, in der DC uns sonstwo. Der Kern der frage lautet, ob wir für Sexualdelikte wirklich zur Beweislastumkehr wollen oder nicht. Wenn wir es wollen, dann gute Nacht. Wenn wir es nicht wollen, warum investieren wir dann nicht, verdammt noch mal, in Ermittlungstechnologien? Wir müssen die Aufklärungsrate pushen, nicht schärfere Gesetze.

zelotti 18.01.2016 | 14:52

Wenn diese Leute nach Deutschland kommen, dann sind es nach den Maßstäben ihres Heimatlandes bereits Kriminelle, nämlich Deserteure, die in Zeiten der Not ihr Land im Stich lassen. Normalerweise wird man nach Kriegsrecht annerkanntermaßen dafür exekutiert. Sexualdelikte sind dagegen Kleinkram.

Genauso wie wir Deserteure schützen, müssen wir den Refugees eine professionelle Sexualbegleitung anbieten, damit es nicht zu diesen Exzessen kommt.

Moorleiche 18.01.2016 | 18:00

Hallo Lethe.

Der Kern der frage lautet, ob wir für Sexualdelikte wirklich zur Beweislastumkehr wollen oder nicht. Wenn wir es wollen, dann gute Nacht. Wenn wir es nicht wollen, warum investieren wir dann nicht, verdammt noch mal, in Ermittlungstechnologien? Wir müssen die Aufklärungsrate pushen, nicht schärfere Gesetze.“

Hab' ich mit keinem Wort geschrieben und nicht mal gedacht und zwar weder, noch. Aber genau das ist das Problem an dieser bescheurten Nicht-Diskussion. Stimmt an nicht in den Jubelchor ein, ist man gleich Sexist, Nazi oder will kleine Kinder fressen. Denn es geht ja inzwischen nur noch tiefes Schwarz oder lichtes Weiß.

Was soll ich sagen, am besten nichts mehr.

pinats 18.01.2016 | 21:31

"professionelle sexualbegleitung" - ich lach mich tot. da waren die refugees zumindest in hamburg an der reeperbahn ja schon am richtigen ort. hat trotzdem nicht funktioniert. womöglich, weil diese nicht dafür bezahlen wollen? aber vllt stellt dieser staat ja jedem ankömmling noch kostenlos ne prostituierte zur seite. dann klappt das ja mit der professionellen sexualbegleitung.

und desertieren tun doch nur kriegsinvolvierte. wo ist denn jetzt grad krieg in nordafrika? "anerkanntermaßen exekutiert" mannmannmann. ich glaube die welt schaut zuviel dexter.

Roger11 19.01.2016 | 03:00

Geanu, Moorleiche,

vielleicht solltest Du jetzt einfach mal schweigen. Was Du postulierst, ist aufgenommen und verschiedendlich kommentiert worden. Lass es gut sein damit. Verbale Schlagabtäusche erübrigen sich, wenn man ein Mal Klartext gesprochen hat. Andersdenkende bleiben, was sie sind: eben Andersdenkende. Auch ok.

Eine andere Frage ist die Argumentation von Frauen resoluter Art: Meine Frau z.B. als erprobte Nahkämpferin bringt seit langem 13-15-Jährigen bei, wie man sich erfolgreich zur Wehr setzt bei Angriffen von Männern. Die Mädels setzen die Kurse fort, während sie älter werden, und sie verstehen genau, wie wichtig Selbstverteidigung ist. Feminismus beginnt und endet genau da, wo sich Frauen und Männer endlch auf Augenhöhe begegnen. Und gerade qualifizierte, "gute" Männer werden dem zustimmen, da sie keine Angst vor qualifiziert "guten" Frauen haben. Ganz im Gegenteil!

Also, was spricht gegen weibliche CEO´s?

denkzone8 19.01.2016 | 05:12

ist das menschen-würde-konzept nicht schon ein post-religiöses? mit dem recht auf selbst-bestimmung, meinungs-freiheit, ablehnung entwürdigernder (todes-)strafen?

umfassender gedacht als z.b. die religiös limitierte freyheith eines christen-menschen, etc.?

ist das humanitäts-konzept nicht umfassender und konkurrierend zu den geschöpf-gottes-vorstellungen der jeweiligen denominationen/religionen?

freedom of speech? 19.01.2016 | 12:02

"...ist das menschen-würde-konzept nicht schon ein post-religiöses?..."

Nein, es ist entstanden in einer Jahrtausende alten kulturhistorischen Entwicklung unter dem Einfluss mehrerer Religionen.

Haben Sie den Eindruck, dass wir in einer postreligiösen Zeit leben?

Wir leben vielleicht in der Postmoderne, dem Postkommunismus oder der Postindustrialisierung. Aber postreligiös?

Es wimmeln derzeit auf dem Planeten neben den großen Religionen metaphysische und esoterische Vorstellungen.

Aluhüte und Reptilianer sind in. Das sieht eher nach Postaufklärung aus.

Vor 30 Jahren hätte man sich am Kopf gekratzt.

Aber in Einem haben Sie Recht. Man könnte das Konzept schon als universeller betrachten, sozusagen als Schnittmenge der Religionen. Die eine oder andere aktuelle "Deutung" des Islam steht aber gewaltig quer.

Viele Grüße

fos?

zelotti 22.01.2016 | 21:23

Du kannst nicht so tun, als seien alle Menschen gleich sozialisiert, das sind sie ja nicht, und nicht sozialisierbar. Entweder bürdet man alles dem Strafvollzug auf, mit denkbar schlechten Resultation, oder man geht in die Prävention. Für das Erlernen einer nachhaltigen und gleichberechtigen Sexualität braucht es Sexualtherapeuten und professionelle Begleitung, und den Verzicht auf rassistische Diskriminierung durch Sexualpartner. Wenn Männer aus fremden Ländern sexuell frustriert sind, rassistisch diskriminiert und nie gelernt haben ihre Sexualität auszuleben, dann kommt es eben zu solchen Vorfällen, das will ich gar nicht bewerten, klar, inakzeptabel. Aber es ist die Verantwortung der Gesellschaft, dass jedermann sich sexuell frei bestimmt ausleben kann, und das trifft auch auf die Männer zu, viele von ihnen Opfer von Genitalverstümmelungspraktiken mit bekannten psychischen Effekten.