Demenz - Vorkommen und häufigste Formen

Dehemenz In Deutschland leben derzeit etwa 1,2 Mio. Menschen mit einer Demenz. Da eine Demenz meist im fortgeschrittenen Alter auftritt, ist davon auszugehen, ...

In Deutschland leben derzeit etwa 1,2 Mio. Menschen mit einer Demenz. Da eine Demenz meist im fortgeschrittenen Alter auftritt, ist davon auszugehen, dass in den westlichen Industrienationen mit der wachsenden Zahl Älterer und Hochbetagter auch die Zahl von Menschen mit Demenz stark ansteigen wird. So gehen Schätzungen davon aus, dass es zum Ende dieses Jahrzehnts in Deutschland etwa 1,7 Mio. demenziell veränderte Menschen geben wird. Nach Angaben der Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V. kommt eine Demenz vor dem 60. Lebensjahr eher selten vor. Bei den 60-70-Jährigen liegt die Zahl bei etwas mehr als 1 Prozent, bei den 80-84-Jährigen sind es etwa 13 Prozent und bei 90-94-Jährigen rund 33 Prozent. Mit Demenz werden meist bleibende bzw. fortschreitende Schädigungen des Hirngewebes bezeichnet, die - im Vergleich zu früheren kognitiven Fähigkeiten eines Menschen - mit einem Nachlassen des Gedächtnisses sowie einer Beeinträchtigung des Denkens, Verstehens, Urteilens oder Planens verbunden sind. Die häufigste Form ist mit etwa 60 Prozent die Demenz vom Typ Alzheimer, so benannt nach dem Neurologen Alois Alzheimer, der Anfang des 20. Jahrhunderts dieses Krankheitsbild erstmals formulierte. Charakteristisch für die Alzheimer-Demenz ist der Verlust an Nervenzellen im Gehirn und - damit einhergehend - an synaptischen Verbindungen, sodass der Kontakt zu anderen Nervenzellen unterbrochen wird. Die zweite Hauptgruppe ist die Demenz vom vaskulären Typus, eine auf mangelnde Durchblutung des Gehirns basierende Veränderung. Die dritte Hauptkategorie ist der "gemischte" Typus, bei dem die beiden erstgenannten Formen gemeinsam auftreten. Die Diagnose Demenz beruht auf dem veränderten Verhalten eines Menschen und ist abhängig von der Einschätzung der Person, die die Diagnose stellt. Wird eine Demenz festgestellt, ist damit nicht geklärt, welche psychophysischen Auslöser und Vorgänge daran beteiligt sind. Nicht geklärt ist auch die Frage, warum alle gängigen Formen von "neuropathologischen" Befunden, die mit den Hauptkategorien von Demenz verbunden sind, auch bei Menschen ohne kognitive Veränderungen anzutreffen sind.

Ein umfassendes Bild von Demenz liefert Tom Kitwood: Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen. Verlag Hans Huber, Bern u. a. 2000.

00:00 16.01.2004

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