Zwischen Hass und Karikatur: Reden Männer über Männlichkeit, wird das Klima toxisch

Debatte Wenn Autoren sich über Männlichkeit äußern, erfahren sie oft massive Ablehnung. Warum ist das so? Versuch einer Erklärung anhand der Debatte um Tobias Haberls Buch „Der gekränkte Mann“
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 24/2022
Ein sehr alter weißer Mann
Ein sehr alter weißer Mann

Foto: Fred Lahache/Connected Archives

Das Reden über Männlichkeit ist in den vergangenen Jahren so problematisch geworden wie nie zuvor. Obwohl es die sogenannte Männlichkeitsforschung bereits seit den 1990ern gibt, ist die Anzahl populärer Literatur zum Thema seit #metoo noch einmal rasant angestiegen. Das Spektrum reicht dabei von selbstkritischen Abrechnungen über Versuche einer „modernen“ Definition von Männlichkeit bis hin zu emphatischen Apologien traditioneller Maskulinität: Während etwa Sebastian Tippe mit seinem Buch Toxische Männlichkeit (2021) „schädliche“ Verhaltensweisen benennt und Autoren wie J. J. Bola darum ringen, Männlichkeit von alten Konnotationen zu befreien, gibt es auch Manifeste für eine Rehabilitierung „männ