Gerhard Hafner
Ausgabe 1413 | 09.04.2013 | 09:00 37

Der Kampf gegen lila Pudel

Antifeminismus Nicht nur von rechts rufen Männerrechtler zum Sturm gegen die Frauenbewegung auf. Wer sind diese Maskulisten? Und was treibt sie an?

Frauen und Kinder zuerst? Über dieses uralte Schiffsbruch-Gebot streiten zwei Männerrechtler im Internet. Für den konservativen Mann ist es eine Sache seiner Mannesehre, Frauen und Kinder zu retten – auch unter Einsatz seines Lebens. Diese heroische Regel in Frage zu stellen, hieße für ihn, den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören. Für den „linken Maskulisten“, wie sich der andere bezeichnet, gilt hingegen: Gleichberechtigung in jeder Situation – keine Vorrechte für Frauen! Beide nennen sich Maskulisten, beide bekämpfen das „Feminat“ oder auch: die „Femokratie“, also die angebliche Vorherrschaft von Feministinnen über das männliche Geschlecht.

Doch wer sind diese selbsternannten Männerrechtler? Wer im Internet zu genderpolitischen Fragen surft, wird früher oder später von ihren Pöbeleien belästigt. Eine rabiate Community drängt viele Internetforen in eine frauenfeindliche Richtung oder torpediert als „Trolle“ die Chats mit abseitigen Einwürfen. Männerrechtler bekämpfen die Gleichstellungspolitik als Bevormundung eines Staates, der angeblich unter weiblicher Kuratel steht. Folgerichtig sind das Gendermainstreaming der Europäischen Union und die staatlichen Gleichstellungsbeauftragten zu ihrem bevorzugten Hassobjekt avanciert.

Im Schutz der Anonymität des Netzes grassiert seit Jahren eine menschenverachtende Hasspropaganda gegen Feministinnen. Die hate speech der Maskulisten trifft aber auch alle als „lila Pudel“ titulierten Männer, die diesen Antifeminismus nicht teilen. So beschimpfen die Männerrechtler beispielsweise den Interessenverband für Jungen, Männer und Väter „Bundesforum Männer“ voller Aggression und Häme, weil er sich nicht auf ihre Seite schlägt und vom – Gottseibeiuns – Bundesfrauenministerium gefördert wird.

Homophober Nationalismus

Inzwischen liegen verschiedene Studien zu den Antifeministen vor. Der Soziologe Hinrich Rosenbrock hat im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung die Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung der antifeministischen Männerrechtsbewegung untersucht. In Ideologie und Wortwahl unterscheiden sich die verschiedenen Strömungen der Antifeministen, auch einige Antifeministinnen sind darunter, erheblich. Sie sind zwar über das Internet verbunden, aber in verschiedene Gruppen gespalten. Zusätzlich sind online viele Einzelkämpfer unterwegs, die ihren persönlichen Frust und Hass gegen Frauen in Blogs und Foren entladen.

Rechte und konservative Maskulisten sehen die Rolle der Frau immer noch als Mutter möglichst zahlreicher deutscher Kinder, als Haus- und Ehefrau und vielleicht noch als Zuverdienerin, während der Mann hinaus ins feindliche Leben stürmt. Rosenbrock zufolge gibt es eine rechtspopulistische Szene, die sich durch Nationalismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie hervortut und ein traditionelles, mitunter kriegerisches Bild von Männlichkeit propagiert. Die zahlreichen Berührungspunkte zwischen Maskulismus und Rechtsextremismus belegt auch der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebene Sammelband Was ein rechter Mann ist ... Rosenbrock betont jedoch, dass der Maskulismus als eigenständige, vom Rechtsextremismus unabhängige Bewegung gesehen und nicht allein nur wegen seiner Nähe zu rechten Kreisen zu kritisieren sei, sondern vor allem wegen seiner frauenfeindlichen Inhalte, die, so der Autor, letztlich auch männerfeindlich seien.

Im Gegensatz zu den rechten Maskulisten sehen sich andere Männerrechtler – und dies ist eine vergleichsweise jüngere Entwicklung – generell als Opfer von Frauen. Mit oft larmoyanter Attitüde versuchen sie nachzuweisen, dass sie auf vielen Ebenen benachteiligt und ausgebeutet werden. Einige bezeichnen sich selbst dabei explizit als „links“.

So propagiert der Soziologe Walter Hollstein beispielsweise seit mehr als zwanzig Jahren, dass nach dem feministischen Sieg endlich die Benachteiligung von Männern auf der gesellschaftlichen Agenda stehen müsse. Die Bedürfnisse der Jungen würden angesichts der Förderung von Mädchen völlig vernachlässigt. Opfer-Maskulisten wie Hollstein zielen durchaus auf eine Modernisierung der Männlichkeit, etwa indem sie das starre Gefühlskorsett des traditionellen Mannes aufbrechen möchten. An grundsätzlich dualistischen Vorstellungen dessen, was Männer von Frauen unterscheide, rütteln sie jedoch nicht.

Soziologische Untersuchungen wie etwa Carsten Wippermanns Studie Rolle vorwärts, Rolle rückwärts zu den Identitäten und dem Verhalten der verschiedenen Milieus traditioneller, moderner und postmoderner Männer zeigen, dass nach wie vor eine große Kluft zwischen Einstellungen und praktiziertem Verhalten besteht. Ulrich Beck charakterisierte dies bereits in den 1980ern als „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“. Wippermann zufolge haben etwa 14 Prozent aller Männer das Ich-Ideal eines „Lifestyle-Machos“. Dieser selbstbewusste Chauvinismus, der sich als attraktiv-modern stilisiert, ist sowohl in traditionellen wie auch in modernen Milieus anzutreffen.

Das Image des von Frau und Familie unabhängigen Mannes hat bereits eine längere Geschichte. Unter dem Begriff flight from commitment beschreibt die US-amerikanische Publizistin Barbara Ehrenreich, wie sich weiße Mittelschichtsmänner in der Playboy-Ära der 50er Jahre aus der Verantwortung als Brotverdiener verabschiedeten. Die hedonistischen und konsumorientierten Männer grenzten sich gegenüber Ansprüchen von Frauen ab, rebellierten gegen die Zwänge der Männerrolle und setzten auf persönliches Wachstum und lockere Beziehungen zu Frauen. Der Lifestyle-Maskulismus einiger Männer und Männergruppen wurde geboren.

In der Mitte der Gesellschaft

Auch die Friedrich-Ebert-Stiftung geht der Frage nach, wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren: In seiner Studie Geschlechterkampf von rechts nimmt Thomas Gesterkamp unter anderem die deutschen Leitmedien ins Visier – etwa den Spiegel, der ein düsteres Bild autoritärer Genderpädagogik an die Wand malt, das Jungen „früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts“ mache oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die gegen ein „angewandtes Kaderprinzip der feministischen Lobby“ wettert, welche eine „politische Geschlechtsumwandlung“ plane. In der Welt forderte der Soziologe Gerhard Amendt, einst Vorkämpfer für die Legalisierung der Abtreibung, die Abschaffung der Frauenhäuser, weil die dort Tätigen mit ihrer „antipatriarchalen Kampfrhetorik“ und einer „Ideologie des Radikalfeminismus“ zu „professionellen Interventionen“ nicht fähig seien.

Der Antifeminismus ist also keineswegs nur am rechten Rand, sondern durchaus auch in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt. Das zeigen nicht nur gewendete Linke wie Amendt und Hollstein. Auch die Partei der Piraten hat trotz – oder vielleicht gerade wegen – ihrer vorgeblich genderneutralen Philosophie ein massives Maskulismus-Problem. In der „männerpolitischen Initiative“ dieser netzaffinen Partei mit erheblichem Männerüberhang agitierten radikale Maskulisten wie Arne Hoffmann. Seine Pamphlete und Blogeinträge statten frustrierte Männer mit Munition für zermürbende Rosenkriege mit Expartnerinnen aus. Mit seinen sadomasochistischen Romanen ist dieser Schriftsteller jedoch durchaus anschlussfähig zu den neuen Mittelschichten mit ihren schicken Lifestyle-Experimenten.

Ein Tipp zuletzt: Wer von den Internet-Hasspredigten der Maskulisten genug hat, erhole sich bei der Online-Version von Antifeministen, einem süffisanten Buch über Altgläubige und praktische Egoisten und auch über Weib gegen Weib. Nichts Neues? Richtig. Geschrieben von der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, anno 1902.

Gerhard Hafner arbeitet als Diplom-Psychologe mit gewalttätigen Männern in Berlin.

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 14/13.

Kommentare (37)

JR's China Blog 09.04.2013 | 10:00

Doch wer sind diese selbsternannten Männerrechtler?

Rechtler/innen verschiedenster Provenienz sind zwar nicht unbedingt selbsternannt, aber auch nicht gewählt. Auch in dieser Wortwahl dieses Artikels liegt m. E. eine starke Meinungstendenz - abgesehen davon unterscheidet er zwar zwischen Maskulismus von rechts und dem in der Mitte der Gesellschaft - aber das tun Antisemitismus-Studien auch. Insofern wirkt dieser studienbasierte Artikel auf mich nicht so sachlich, wie der Autor selbst ihn vielleicht sieht.

Grundsätzlich habe ich gegen "Frauenquoten" zwei Einwände.

Der eine ist schlichtes Eigeninteresse: ich bin keine Frau - mir stehen damit also weniger Gelegenheiten offen als ohne Frauenquote.

Mein zweiter Einwand ist der, dass manche derjenigen, die Quoten unterstützen, gleichzeitig Unterstützer des Wettbewerbskonzepts sind - außer bei der Quote. Da möchten sie ein paar Einschränkungen machen.

Und da geht's los: den einen ist eine Frauenquote wichtig, den anderen eine Migrantenquote, den dritten eine Ostfriesenquote, die nächsten wollen bevorzugt Eltern einstellen (lassen) statt Kinderlose... und wenn diese Art Lobbyismus mal so richtig im Gange ist, können auch diejenigen, die eigentlich den Wettlauf um die besten Plätze bejahen, sich im Prinzip zwar immer noch auf alles, aber im konkreten Fall auf nichts mehr einigen.

Magda 09.04.2013 | 10:39

Ach, dazu gabs schon so viele Beiträge in der Community

https://www.freitag.de/autoren/magda/gender-mainstreaming-ein-gespenst

https://www.freitag.de/autoren/magda/geschlechterdebatte-im-wzb

Ulrike Baureithel hat dazu auch schon geschrieben

https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/ausweitung-der-debattierzone

Immerhin nochmal eine Zusammenfassung, aber Neues erzählt sie nicht. Und auch nicht neu ist der Tenor der ersten Kommentare. Ach, man wird es Leid, irgendwann.

Zu Arne Hofmann:

Seine Pamphlete und Blogeinträge statten frustrierte Männer mit Munition für zermürbende Rosenkriege mit Expartnerinnen aus.

Viel schlimmer fand ich, dass die Nachdenkseiten mal irgendso ein Pamphlet von Arne Hoffmann, das er als Gastautor für den "Spiegelfechter" verfasst hat, empfohlen haben. Da ist mir auch klar geworden, dass entweder Ignoranz in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit oder Antifeminismus von links bis rechts gehen.

Allerdings gabs da auch reichlich Proteste.

vieux bohème 09.04.2013 | 11:45

Auf den ersten Blick kein schlechtes statement zum aus der Mitte nach Rechts abdriftenden Antifeminismus, der aber verkürzt aus dem Maskulismus früherer Tage abgeleitet wird.
Das ist u.a. auch eine Differenz der Generationen, möchte ich annehmen, denn der Autor wird bald 70 und bezieht sich im folgenden, seine Thesen stützenden, Zitat auf eine engagierte Frau seiner Generation:

Das Image des von Frau und Familie unabhängigen Mannes hat bereits eine längere Geschichte. Unter dem Begriff flight from commitment beschreibt die US-amerikanische Publizistin Barbara Ehrenreich, wie sich weiße Mittelschichtsmänner in der Playboy-Ära der 50er Jahre aus der Verantwortung als Brotverdiener verabschiedeten. Die hedonistischen und konsumorientierten Männer grenzten sich gegenüber Ansprüchen von Frauen ab, rebellierten gegen die Zwänge der Männerrolle und setzten auf persönliches Wachstum und lockere Beziehungen zu Frauen. Der Lifestyle-Maskulismus einiger Männer und Männergruppen wurde geboren.

Demnach waren weiße Mittelschichts-Männer, die sich aus der Verantwortung als Brotverdiener aus (logisch...) hedonistischen und konsumorientierten Motiven verabschiedeten und sich damit von den weiblichen Ansprüchen wie den Zwängen ihrer Geschlechtsrolle ab?
Sorry, aber nach dieser unausgesprochen auf die traditionelle Verdienerrolle des bürgerlichen Mannes und den Arbeitsethos der Leistungsgesellschaft zurück gehenden Fixierung der Geburtsstunde des Maskulismus, müssten auch die 68er, Hippies, Aussteiger, die undogmatische Linke, die neuen Sozialen - und Alternativbewegten der 70er Maskulisten sein, da diese Gruppierungen, zu denen in den 80ern noch die Punks, New Waver, die jungen Wilden, überhaupt Künstler, Musiker, Kulturschaffende als die späten Bohèmiens zu zählen wären, das konventionelle Brotverdienen (als Allein bzw. Hauptverdiener in Ehe und Familie) nicht so arg wichtig nahmen wie bspw der arbeits – und strebsame Autor (siehe c.v.) und eher lockere Beziehungen zu Frauen eingingen.
Warum wohl?
Um es mal salopp zu formulieren:
weil sie nicht so festgenagelt werden wollten wie ihr Alter = Vater in der Tretmühle der Industriegesellschaft und im Hamsterrad des Familienernährers.
Diese Positionierung war übrigens nicht nur unter Männern, sondern auch und gerade in der Frauenbewegung schon zu Beginn der 70er sowas von abgesagt, aber das scheint an Herrn Hafner, der bereits 1966 promovierte und danach eine steile Karriere hinlegte, wofür ihm sicherlich seine 71 angeheiratete Frau den Rücken freihielt (zumal 2 Söhne zu verzeichnen waren), vollständig vorbeigegangen zu sein.

Sehr geehrter Autor, soweit ihre Einschätzungen zu den aktuellen Strömungen auf halbwegs solide Recherchen in der dazu leider nur spärlich vorhandenen Literatur im Prinzip in die richtige Richtung gehen, in der sozial – und kulturgeschichtlichen Herleitung liegen sie völlig daneben.
Schon in vorletzten Jahrhundert, kulminiert in den 1920/30ern gab es auf weißer männlicher, weithin links orientierter, Seite vielfältige Bestrebungen sich vom Geschlechtsrollenkorsett zu lösen und zusammen mit auf dem Emanzipationswege schreitenden Frauen die vorherrschenden Geschlechterordnungsvorstellungen, auch lust – und phantasievoll, zu überwinden. Waren das nicht auch schon Keimzellen des Maskulismus, da diese ja ein „playboyhaften“ Lebensstil bzw. einen von ihrer Fortpflanzungs - und Ernährerfunktion unabhängigere Geschlechtsrolle kreierten?
Nun kommen Sie in diesem Beitrag daher und denunzieren durch die Hintertür ihrer unausgesprochenen Maximen Männer und Väter die sich kritisch bis ablehnend zum bürgerlichen – egal ob traditionell oder modernisiertem, Arbeits, Leistungs, Ehe – und Familienethos positionieren als tendenziell frustrierte, daher zu rechtslastigem und antifeministischen Gedankengut neigende Maskulisten, die sich letztlich bei den Frauen für die Folgen ihres ungebremsten hedonistischen und konsumistischen Lifestyles beschweren bzw. denen die Schuld an daraus resultierendem Mißerfolg bzw. weniger erfolgreichem Leben geben?
Das ist eine schlichte Übertragung ihrer eigenen Maßstäbe auf andere Männer, die sie von vorneherein als unter ihrem Niveau sich bewegend klassifizieren und also Zeile für Zeile abqualifizieren – damit aber weder die rein hypothetische Genese von Maskulismus zum Antifeminismus noch die darauf aufbauende „Analyse“ untermauern – können.
Sorry, das ist für einen Wissenschaftler ihres Formats schwach und nur damit zu entschuldigen, daß Sie hier auf fachfremden Gebiete operieren und nach meinem Eindruck, zumindest im Erklärungsansatz, eine glatte Bauchlandung hingelegt – d.h. ein letztlich ungedecktes statement abgeliefert haben.
Bei Gelegenheit bzw. auf Nachfrage gebe ich gern mal meine Auffassung des Themas in die Debatte.

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Ehemaliger Nutzer 09.04.2013 | 12:29

Der Artikel hat eine immer größer werdende Gruppe völlig ignoriert. Nämlich diejenigen, denen das feministische Dauer-Selbstmitleid einfach nur noch zum Hals raushängt. Ich bin weder links noch rechts, bin nicht radikal, beleidige niemanden und empfinde mich somit als sehr moderat.

Leider gehöre ich zu dieser bösen Gruppe Mensch namens "weißer heterosexueller Mann", der scheinbar für alles Elend dieser Erde verantwortlich ist. Dabei ist meine Denke in dieser Sache schon so weit fortgeschritten, dass manche Feministen nicht kapieren können, dass es so etwas überhaupt schon gibt. Für mich spielt Geschlecht außer zur Fortpflanzung keine Rolle. Mir ist es egal, ob im Vorstand Mann oder Frau sitzt, mir ist es egal, wer zu Hause bei den Kindern bleibt. Das soll jeder Mensch ganz individuell für sich entscheiden.

Und deswegen stehe ich dem Feminismus kritisch gegenüber. Weil wir alle schon selbst entscheiden können. Ich bin Humanist und der Meinung, dass sowohl Feminismus als auch Maskulismus dem Humanismus im Weg stehen. Solange wir auf das andere Geschlecht zeigen, polarisieren wir! Und das wird nie zu einem fairen Miteinander führen! Feminismus und Maskulismus sind die Vorstufen des Humanismus. Solange man da verharrt, wird der Humanismus nicht erreicht werden.

Wer im Übrigen auf den Rosenbrock verweist, disqualifiziert sich eh schon selbst und beweist die Verzweiflung in seiner Argumentation, indem man versucht, die Kritiker in die rechte oder gar die Nazi-Ecke zu stellen! Das ist unterste Schublade, auch wenn ich nicht bezweifle, dass es Rechtsradikale gibt, die dem Feminsimus kritisch gegenüberstehen. Ich bin kein Radikaler, nur weil mir feministisches Selbstmitleid auf die Nerven geht. Ich bin liberal und davon überzeugt, dass jeder seinen eigenen Weg gehen sollte. Für alles andere haben wir bereits gleiche Rechte, die wir notfalls individuell einklagen müssen.

kopfkompass 09.04.2013 | 13:22

Mir wird nie einleuchten, warum Menschen, die sich gegen Benachteiligungen von Jungs und Männern engagieren per se antifeministisch, reaktionär, rechts oder gar nationalistisch sein sollen. Es verblüfft mich immer wieder, wie unpräzise die Debatte darüber geführt wird, und wie gerade Menschen, die sonst genau hinschauen hier alle möglichen Strömungen in einen Topf werfen.

Was könnte bspw. verwerflich daran sein, auf eine Schulsystem hinzuarbeiten, das Stärken und Schwächen von Jungs und Mädchen gleichermaßen berücksichtigt?

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Popkontext 09.04.2013 | 17:32

Niemand ist "per se antifeministisch, reaktionär, rechts oder gar nationalistisch", sondern Leute, die antifeministisch, reaktionär, rechts oder gar nationalistisch werden als solche bezeichnet, wenn sie es sind. Und das trifft bei denen, die sich als "maskulisten" sehen der Fall. Es gibt auch genügend Beispiele für Leute, die sich um Jungen und Männer in der Gesellschaft kümmern, ohne obiges zu sein. Das sind dann für die die "Maskulisten" die "lila Pudel", eben weil sie nicht den rest ihrer Ideologie mittragen und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse anerkennen und respektieren, ebenso wie auch andere Menschen in der Gesellschaft.

Chewbacca 09.04.2013 | 18:30

Ich finde es sehr gut, dass Sie auf einen Beitrag zur Maskulistendebatte hinweisen. Ich habe "Maskulisten" gelesen, fande es auch sehr interesssant. Nur tun Sie mir einen Gefallen...lassen Sie "ein ausgezeichnet belegtes analytisches" bitte weg! Dieses Buch vermag fürwahr die Leser_innen zu erheitern, erzürnen, zu bestätigen in ihren Denken. Mit Analyse, Argumentation bzw. gar wissenschaftlichen Standards hat dieses Buch aber rein garnichts am Hut.

SAHD 09.04.2013 | 18:58

Interessante Schubladen in diesem Artikel :-)) In welche passe ich den hinein ? Ich habe als Hausmann meine Kinder bisher 13 Jahre lang von Geburt an erzogen, während meine Frau uns ernährt. Ich bin aber auch ein "kriegerischer" - wie sie schreiben- Mann und überzeugter Katholik, Verfechter der Ehe und Familie. Seit ca. 7 Jahren engagiere ich mich für Väter - und Männerrechtler u.a. bei Mandat und Agens. Also was bin ich: links, rechts, Feminist, Antifeminist. Sorry Leute, aber die Evolution zieht an Eurer Ideologie vorbei.

derKrieger 09.04.2013 | 19:08

Ich erinnere mich, vor gefühlten 100 Jahren, als die Fantastischen 4 im Zenit ihres verdienten Ruhms standen, fragte sie eine Journalistin mal in einem Interview, ob sie denn im Zeitalter von Techno, Rave und Ecstasy auch Erfahrungen mit synthetischen Drogen gemacht hätten. Thomas D nickt sehr ernsthaft, schaut nach links, dann nach rechts, hm hm, er habe ja auch schon viel von diesen Dingen gehört. "Aber gesehen hab ich das noch nie - ich glaube, das gibt es alles gar nicht...".

Unpassender Kommentar zum Thema? Ganz ehrlich? Meine Meinung? So ein riesen Artikel und noch mehr feedback zu einem Thema, dass es gar nicht gibt. "Maskulismus"? Ich lach mich tot. Da brauche ich doch keine F.E.-Stiftung, um zu wissen, dass es Hanswürste gibt. Hat's immer gegeben, wird's immer geben.

Solange es aber leider immer noch Männer gibt, die Frauen kriegen (wie & warum auch immer) & dann wie Dreck be- oder gar im schlimmsten Falle physisch & psychisch misshandeln, braucht man wirklich nicht über ein paar Hanseln reden, die nie je bei irgendeiner Frau gelandet sind und deshalb natürlich gerne die Geschlechterrollen aufmischen würden. Ist Menschlichismus... ^^

vieux bohème 09.04.2013 | 19:29

Ich finde diese ganze Debatte kontraproduktiv und überhaupt nicht zielführend, da sie mit in Worthülsen verpackten Geschlechterstereotypen, Pauschalisierungen, polemischen Polarisierungen und reihenweise aufgeführten Klischees arbeitet.

Dennoch darf man die feministischen Strömungen (den Feminismus gibt es nicht) kritisieren, soweit er sich institutionalisiert und lobbymäßig etabliert hat. Eine feministische Bewegung sehe ich nirgendwo, nur ihre Verbürgerlichung im Zuge des Gender-Mainstreaming – bei dem die Jungen und jungen Männer in der Tat hinten runter fallen und von den Professionell zur Behebung Bestallten allenfalls als defizitäre Subjekte betrachtet werden, denen zuallererst (und ohne situations – noch identitätsbezogene Betrachtung) Gewaltpräventionsprogramme verordnet werden.
Dabei besteht der Kern des Problems darin, daß in der Nachkriegszeit durch 68er und Frauenbewegung sehr zu Recht autoritäre / instruktive Erziehung und die Autorität eines in Befehl – und Gehorsamskategorien denkenden und agierenden Vaters dekonstruiert wurde. Im zweiten Zuge wurde, ebenfalls sehr zu Recht, männliches Dominanz – und Domestizierungsverhalten weitgehend erfolgreich dekonstruiert. Über diesen in feministischen Habitus und Gestus „eingefleischten“ Dekonstruktivismus sind allerdings weite Teile der nach der aktionistischen bzw. voluntaristischen Phase längst ermatteten Frauenbewegung nicht hinaus gekommen – genau das ist der Ansatzpunkt für Maskulisten und Antifeministen (wobei sich dies mischt, aber nicht gleich zu setzen ist).
Zeitgleich setzte Anfang der 80er in West-D (etwa mit dem Einzug der Grünen) eine Parlamentarisierung und verbandsgestützte Organisation von frauenspezifischen Interessen ein, die den Geburtsfehler hatte, daß dabei Frauen mit Kindern, also Mütter, nicht berücksichtigt wurden, da sie aus seinerzeit verständlichen Gründen eine unbedeutende Minderheit in der Bewegung darstellten. Erst Ende der 80er, Anfang der 90er wurde dies erkannt und die besagten GM – und dazu passenden familienpolitischen Programme aus der Taufe gehoben, die die Chancen der Mütter durch strukturelle Verbesserung der Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf am gesellschaftlichen Leben unabhängig vom Familienernährer teilzuhaben schrittweise vergrößerte.
Gleichzeitig vollzog sich durch computergestützte Technologie – und Rationalisierungsschübe ein Wandel der Arbeitsgesellschaft, der zu einer Entwertung klassischer Männerberufe, insbesondere der körperlichen und handwerklichen Arbeit und zu einer Aufwertung der Frauen und Müttern näher liegenden Dienstleistungsbereiche führte, der mithin die Berufsbeteiligungschancen der weiblichen Bevölkerung sprunghaft erhöhte.

Ein nicht unwesentlicher Teil der männlichen Bevölkerung hat dagegen diesen Strukturwandel, der sich auch fundamental auf die Geschlechterverhältnisse und die Bestimmung männlicher Identität in einem grundlegend veränderten Umfeld auswirkte, komplett verschlafen und rieb sich nach dem Erwachen (von der Frau verlassen, Job vakant oder arbeitslos oder Zeitarbeit usw) ungläubig die Augen und gab „den Frauen“ als einzig personalisierbare Adresse die Schuld an der eigenen Misere, die im Kern aus Unbeweglichkeit, Untätigkeit und Phantasielosigkeit entstanden ist.
Aus meiner Sicht ist die auch von Maskulisten und Antifeministen weithin bestätigte These einer Krise der Männlichkeit in erster Linie selbstverschuldet und sollte doch besser ein Anlass sein endlich den Arsch hoch zu kriegen und zuallererst mal das vergiftete Erbe der Vätergeneration ein für allemal zu entsorgen, statt denen die die Grube dafür vorsorglich ausgehoben haben als Totengräberinnen einer sowieso schon untergegangen Männlich – und Väterlichkeit auf trotzig – rotzige und z.T. widerlich bzw. unter der Gürtellinie agierende Weise anzuklagen und sich so selbst im Wege zu stehen..

Bin ich nun ein rosa Pudel? Ein Feminist? Ein Verräter?

Egal. Ich bin der ich bin. Punkt.

nimzowisch 09.04.2013 | 19:36

Antifeminismus (von interessierter Seite auch gern Maskulismus oder Maskulinismus genannt), ist rechts, homophob, und ganz ganz böse. Gähn, hab ich schon tausend mal gelesen und es wird beim 1001 mal nicht wahrer. Immerhin hat der Autor erkannt, daß es Antifeminismus auch von links gibt. Damit geht er einen kleinen Schritt weiter als Rosenbrock oder Kemper, die den Feind irrtümlicherweise stramm rechts vermuten. Ansonsten gibt der Artikel nichts neues her. Die Piratenpartei hat ein Maskulisten-Problem? Nun, viel eher hat sie ein Feministen- und Genderproblem, denn als sich die Partei noch nicht um Feminismus und Gender gekümmert hat, holte sie bei den männlichen Erstwählern 25% bei den Landtagswahlen. Die sind jetzt alle weg. Übrig sind 2-3%. Das haben die FeministInnen prima hinbekommen.

Zum Bundesforum Männer: Dieses angebliche Bundesforum für Männer, welches Gleichstellung auf seine Fahnen geschrieben hat, konnte sich noch nicht einmal durchringen ein geschlechtsneutrales Sorgerecht zu fordern, oder eindeutig gegen die Genitalverstümmelung von Männern einzutreten. Das ist eine Witzversanstaltung.

@ Herr Hafner:

Wenn Gleichstellung wirklich konsequent regierungsamtlich angewandt werden würde, dann gäbe es weder den §1626a BGB, noch den §183 StGB, noch den Artikel 12a GG, noch den Art 6 (4) GG etc. pp. In Wahrheit ist die angebliche "Gleichstellungspolitik" reine Frauenförderung und Männerbenachteiligung. Gut daß es endlich eine Graswurzelbewegung gibt, die das anspricht.

vieux bohème 09.04.2013 | 19:36

Das ist ganz einfach, Du musst die Abfolge ändern. Werde erst Vater, dann Hausmann.

Das Problem dabei ist, daß es Hausmänner - analog zu Hausfrauen - nicht gibt, da diese i.d.R. nicht nur Hausfrauentätigkeiten, sondern auch die typisch männlichen (Reparaturen, Autowartung, Finanzen, grobe körperliche Arbeiten usw) erledigen und nebenher auch noch arbeiten gehen in irgendwelchen Scheissjobs, da der Arbeitsmarkt bzw. die "Arbeitgeber" für sog. Hausmänner eben nicht viel übrig haben.

Nochmal, Hausmänner als Rollentauschdublette der Nur-Hausfrau gibt es nicht.

eric 09.04.2013 | 19:55

"Maskulisten sehen die Rolle der Frau immer noch als Mutter möglichst zahlreicher deutscher Kinder, als Haus- und Ehefrau und vielleicht noch als Zuverdienerin, während der Mann hinaus ins feindliche Leben stürmt."

Vielleicht 1960. Heute ist das Gegenteil ist der Fall. Sie raten zu sehr grosser Vorsicht bzw. warnen davor, Vater zu werden, zu heiraten, Familienernährer zu sein. Das Familienrecht benachteiligt Männer. Diese Argumentation ist kaum zu entkräften, weil längst fast jeder Mann im Be- oder Verwandtenkreis andere Männer kennengelernt hat, die nach Trennungen ohne Kinder aber mit hohen und langen Unterhaltspflichten dastehen, viel lieber ihre Kinder gleichberechtigt mitbetreuen würden. Viele Männer werden als Maskulisten bezeichnet, dabei sind es einfach entsorgte Väter, die Kinderverlust, Unterhaltsrecht, Sorgerechtsbenachteiligung und anderen Trennungsfolgen nicht still und leise schlucken und hinnehmen, sondern ihre Meinung und Gefühle äussern.

Sorgt endlich für tatsächliche Gleichberechtigung in der Familie und der mit Abstand wichtigste Aktivierungsfaktor und Quelle von Maskulisten verschwindet.

SAHD 09.04.2013 | 19:57

Gibt es wohl und in den USA mit rasanter Tendenz. Die Abfolge muß aber lauten: heiraten, Job kündigen, Vater werden.

Men who change diapers, change the world
http://happysahd.com/Trailer.html
http://www.youtube.com/watch?v=fPT9d_koZMw
http://www.youtube.com/watch?v=zzFsiwtZlD8
http://www.youtube.com/watch?v=YbvEds7Gk4M
http://www.youtube.com/watch?v=5VyuAs1h3z8
http://www.youtube.com/watch?v=-wBndN1PGeg
http://www.youtube.com/watch?v=-C3qNVXdnRw&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=7HQvD0jd37Y&feature=fvw

vieux bohème 09.04.2013 | 20:04

Sorgt endlich für tatsächliche Gleichberechtigung in der Familie und der mit Abstand wichtigste Aktivierungsfaktor und Quelle von Maskulisten verschwindet

Sehe ich genau so. Hat für mich als Betroffener auch den Vorteil nicht von maskulistischer & antifeministischer Seite vereinnahmt oder für einen Gleichgesinnten gehalten zu werden.

Die bürgerliche Gesetzgebung bzw die Ausführung des FGG ist eine wesentliche Unterlage der Geschlechterstreitigkeiten.

Daneben sind die Strukturen im Beruf für sozial und familiär engagierte Männer und Väter die dazu passende Ergänzung.

Zusammengefasst sind die Widerstände in Legislative und Wirtschaft gegen familienorientierte Väter und sozial aktive Männer das eigentliche Thema.

vieux bohème 09.04.2013 | 20:08

Sorry, das war kein Angriff, sondern eine Feststellung. In Sachen Hinterfragung der eigenen Geschlechtsrolle und Reflektion des sozialen und kommunikativen Verhaltens in der Öffentlichkeit und im Privatleben sind Männer mehrheitlich - leider - stinkendfaul.

Anders gesagt: sie glauben WICHTIGERES zu tun zu haben.

Tja, selber schuld wenn dann die Frau und die Kinder irgendwann futsch sind, dafür aber der Vollstreckungsbescheid im Briefkasten ist.

nimzowisch 09.04.2013 | 20:21

@eric

Eric schrieb:

Sorgt endlich für tatsächliche Gleichberechtigung in der Familie und der mit Abstand wichtigste Aktivierungsfaktor und Quelle von Maskulisten verschwindet.

Völlig korrekt. Es sind ja nicht irgendwelche spinnerten Radikalinskis die es zu den Männerrechtlern treibt. Die weitaus meisten Männerrechtler (ich schätze gut 85%) sind entsorgte und abgezockte Väter. Väter jedoch taugen nicht als Feinbild um eine (rechte) Bedrohungskulisse aufzubauen. Dafür sind sie politisch viel zu heterogen. Das würde niemand ernst nehmen. Hafner hat es ähnlich gemacht wie Rosenbrock. Während Hafner Väter gar nicht erst erwähnt, hat Rosenbrock sie in seiner "Expertise" ausdrücklich ausgeklammert. Das ist ungefähr so, als wenn jemand ein Buch über den bundesdeutschen Feminismus der Nachkriegszeit schreibt, aber Frau Schwarzer nicht ewähnt, bzw. explitzit wegläßt.

Familienpolitik bedeutet in Deutschland fast ausschließlich Frauenpolitik. Von Gleichstellung können Väter nur träumen. Selbst die letzte Sorgerechtsreform wurde vom Menschengerichtshof erzwungen.

nimzowisch 09.04.2013 | 20:41

@ Vieux:

"Hinterfragung der eigenen Geschlechtsrolle"? Das ist auch so ein Vorwurf aus dem Gender-Baukasten. Sagen Sie doch mal dem Scheidungsrichter sie hätten zwar keinen Trauschein, möchten aber künftig weiterhin ihr Kind betreuen. Der lacht sie aus und schickt sie zum Vollzeitjob, notfalls mit Nebentätigkeit wenn der Hauptjob zuwenig Geld einbringt. Dieser Staat, der sich vordergründig für flexible Geschlechterrollen einsetzt, schaltet im Trennungsfall radikal auf das traditionelle männliche Ernährermodell um. Passend dazu hat er auch still und leise den Unterhaltsanspruch für Ex-Frauen vor 2 Monaten wieder eingeführt, und zwar mit längerem Anspruch als je zuvor.

Interessant ist auch, das es vor allem Frauen sind, welche die männliche Rolle zementieren. So bescheinigt das Familienministerium Frauen die Vorliebe für das männliche Ernährermodell:

Frauen
So reproduzieren sie das Bild traditioneller Berufs- und Rollenverteilung und begründen es mit Attributen von Männlichkeit: Kraft, Durchsetzungsvermögen, Härte, Aggressivität, Überlegenheit, die positiv konnotiert werden.
[...]
Das Männerbild ist klar umrissen: Er ist der Hauptversorger. Er hat die Pflicht und Bürde, eine berufliche Situation und Position zu erlangen, die die Familie finanziell und dauerhaft absichert.
[...]
Die daraus resultierende Fixierung der traditionellen Rollenteilung stört die jungen Frauen nicht – im Gegenteil: Sie ist notwendig zur Sicherung des eigenen Lebensmodells.

Nachzulesen hier:

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationen,did=96102.html

Aber die Männer sind selbst schuld, ja nee, schon klar...

vieux bohème 09.04.2013 | 21:01

Ja Ne, ist schon klar.

Die Berufs - und Partnerwahlkriterien von Frauen sind, ungeachtet weiblicher Emanzipation, Bildungsexpansion und Berufsbeteiligung auf dem Stand der 50er Jahre - gleichwohl sich diese Muster in akademische Sphären übertragen haben.

Das müssen Sie mir nicht erklären, ich kann mich dahingehend als Experte (tatsächlich habe ich das studiert) positionieren.

Ich bemängele nur, daß das weibliche Beharren auf konventioneller Verpartnerung, Familiengründung und dazu passender Berufswahl in der Selbstbezüglichkeit von männlichen Vertretern weniger ernsthaft kritisiert, als vielmehr im geschlechtlichen Selbstbezug kopiert wird.

Damit dreht sich der ganze Komplex im Kreise und gebiert nur Wut, Hass, Verzweiflung und Verwirrung.

Irgendwo ein Notausgang?

nimzowisch 09.04.2013 | 21:14

@ vieux:

Die Berufs - und Partnerwahlkriterien von Frauen sind, ungeachtet weiblicher Emanzipation, Bildungsexpansion und Berufsbeteiligung auf dem Stand der 50er Jahre - gleichwohl sich diese Muster in akademische Sphären übertragen haben.

OK, dann haben wir immerhin hier einen Konsens.

Ich bemängele nur, daß das weibliche Beharren auf konventioneller Verpartnerung, Familiengründung und dazu passender Berufswahl in der Selbstbezüglichkeit von männlichen Vertretern weniger ernsthaft kritisiert, als vielmehr im geschlechtlichen Selbstbezug kopiert wird.

Nun, vielleicht sind die Menschen (nicht nur die Frauen auch die Männer) in ihrem Rollenverständnis ja weitaus konservativer als die Politik das glaubt? Nicht umsonst fallen die weitaus meisten Paare nach der Geburt des 1. Kindes in traditonelle Rollen zurück.

Damit dreht sich der ganze Komplex im Kreise und gebiert nur Wut, Hass, Verzweiflung und Verwirrung.

Ja, stimmt.

Irgendwo ein Notausgang?

Für Männer gibt es da einige:

- auf Familiengründung verzichten

- auswandern nach Thailand etc.

Alternativ könnte die Politik natürlich auch Ernst machen mit der Gleichstellung und das Familienrecht reformieren. Macht sie aber nicht.

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eric 09.04.2013 | 21:51

@NIMZOWISCH

"auf Familiengründung verzichten"

Das tun sie auch. Der Kinderwunsch deutscher Männer hat laut Studien einen historischen Tiefsstand erreicht. Er ist viel geringer wie der von Frauen, geringer als in jedem anderen Land. Ein früherer SPD-Innenminister kommentierte dieses Studienergebnis als eine "Absage an das Leben". Männer machen genau das Gegenteil von Hafners komischer Vermutung, sie würden Hausfrauen zur Produktion "zahlreicher deutscher Kinder" suchen. Hausfrau = Lebenslange Unterhaltsberechtigte. Absurde Phantasie, leider ist das Qualitätsniveau der anderen Artikelteile nicht besser.

Hafner möge sich auch einmal mit reproduktiven Rechten von Frauen und Männern beschäftigen. Passt ja gut, die Maskulisten sind ja alle rechts :-) Er kann das z.B. anhand Fällen wie dem Fall Görgülü tun. Oder umgekehrt, mit Männern sprechen, deren Kind gegen ihren Willen abgetrieben wurde, die nicht einmal mit zur Beratung durften. Wenn er es aushält, kann er dem "Gejammer" von Vätern ohne Trauschein zuhören, die deswegen kein Sorgerecht haben, bis 1998 noch nicht mal mit der Zustimmung der Mutter in die gemeinsame Sorge einbezogen werden konnten. Er kann mal zu den Gerichten gehen und sich wundern, wieviele Männer das Aufenthaltsbestimmungsrecht verlieren, obwohl sie nachweislich in gleichem Masse wie die Mutter das Kind mitbetreut haben. Oder, oder, oder.

Man sieht, überall sind ganz böse rechtsradikale Maskulisten. Wobei die Braunwaschung von allem, was einem gerade nicht passt so abgegriffen und hohl ist, dass es schon wieder witzig ist. Ein sicheres Zeichen, dass da etwas läuft, das einer hegemonialen Ideologie nicht passt, weil ihr die Sachargumente ausgegangen sind. Malt man die pösen Purschen halt braun an, hihi.

feminismus 09.04.2013 | 23:03

Für Männer gibt es da einige:

- auf Familiengründung verzichten

- auswandern nach Thailand etc.

Na, hoffen wir doch, daß einige Männer sich das zu Herzen nehmen. Nebenbei hat der Feminismus natürlich auch eine ganze Reihe männliche Schulversager (wenn wir es den Mädchen leichter....) produziert, die vielleicht prima Hausmänner wären aber auf dem Partnermarkt irgendwie nicht erwünscht sind. Aber diese Einsicht kommt bestimmt genauso "überraschend" wie die Erkenntnis, daß Frauen "nach oben heiraten". Gehen wir doch mal die feministischen Presseerzeugnisse und Publikationen der letzten Jahre durch. Wann wurde letzteres denn ernsthaft das erstemal thematisiert, was wurde vorher behauptet? Und, ohne das ich Genderwissenschaften studiert habe und Forscherin, Unternehmensberaterin oder Expertin in diesem Bereich bin, wo werden diese "Überflüssigen" Halt suchen. Da werfen wir auch mal einen Blick in die Medien und stellen ein Zulauf zu Gruppen fest, die eine besondere "archaische Männlichkeit" voraussetzen.

Wer jetzt bedauert, daß Männer keine Familien gründen, den Frage ich, in Anblick dieser totalen Fehlentwickung und fanatischen Anbetung feministischer Dogmen, was die ungeborenen Kinder den groß verpassen? Linken Qualitätsjournalismus? Pruuuust!

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