Der Kommunismus ist …?

Fragebogen Rosa von Praunheim hat dezidiert keine Meinung zum generischen Maskulinum und möchte selbstbestimmt sterben
der Freitag | Ausgabe 04/2019

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt hieß sein erster Film, 1971. Viele sind gefolgt. Aktuell gibt es Rosa von Praunheim (geb. 1942) auch in einem autobiografischen Stück am Deutschen Theater in Berlin zu sehen (Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht).

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Was mögen Sie an Angela Merkel?

Ich mag ihre unaufgeregte, pragmatische Art im Gegensatz zu vielen Macho-Politikern.

Welches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Es gibt so viele, die ich nur anfange, das ist sicher ungerecht. Begeistert hat mich das Buch von Hilmar Kluthe, das neue Buch von Philippe Besson, und beim ersten Mal fand ich Zeithain von Michael Roes langweilig und jetzt bei erneutem Lesen großartig.

Welchen linken Politiker, welche linke Politikerin bewundern Sie?

Sahra Wagenknecht mag ich nicht, aber bewundere sie.

Würden Sie gerne öfter Fahrrad fahren?

Ich fahre sehr viel Fahrrad, habe keinen Führerschein.

Wann sind Sie zuletzt U-Bahn gefahren?

Leider fahre ich zu oft Taxi, aus beruflichen Gründen, aber oft fahre ich nach Neukölln mit der U-Bahn.

Zahlen Sie eigentlich gern GEZ-Gebühren?

Sehr gerne, denn meine Filme könnte ich ohne die öffentlich-rechtlichen Sender nicht machen.

Halten Sie es für möglich, dass die ganze Welt eine Fiktion ist?

Ja, Baudrillard ist mein Lieblingsphilosoph.

Darf man in Ihrem Schlafzimmer rauchen?

Das tut keiner, ich rauche nicht.

Wer oder was hätten Sie gerne sein mögen?

Jeden Tag etwas anderes.

Ihr Leben wird verfilmt. Welcher Schauspieler sollte das tun?

Ist mir scheißegal. In meinem Theaterstück spielt mich Božidar Kocevski auf geniale Weise.

Sollte das generische Maskulinum abgeschafft werden?

Interessiert mich nicht.

StudentInnen oder Studierende?

Was auch immer.

Haben Sie ein Zeitungsabo?

Ja, Berliner Zeitung.

Wie viele Apps sind auf Ihrem Smartphone?

Habe kein Handy und auch kein Smartphone.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, in welches Jahrhundert würden Sie reisen?

Leider ist die Vergangenheit so unattraktiv wegen der Hygiene.

Offene Grenzen sind …?

Was Wunderbares.

Ist die Lüge ein legitimes Mittel in der Politik?

Nicht nur in der Politik, als Dichter lebe ich von der Lüge.

Der Kommunismus ist …?

Jede Ideologie verachte ich, ob Religion oder den rigiden Kommunismus.

Welchen Song würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?

Ich habe keinen Bezug zur Musik.

Sushi oder Schnitzel?

Ich bin ein Kriegskind, esse alles.

Wo haben Sie zuletzt Urlaub gemacht?

Ich hasse Urlaub.

Welchen Rat würden Sie der SPD-Parteivorsitzenden geben?

Abzutreten.

Was schätzen Sie an der chinesischen Kultur?

Was mich bestürzt, ist, dass nach den Berichten meiner Freunde Kultur wenig, aber Geld alles bedeutet.

Haben Sie geweint, als die Berliner Mauer fiel?

Vielleicht, jedenfalls war ich sehr berührt, hätte nie gedacht, das noch zu erleben, bin ja im Ostteil bei Teltow-Seehof aufgewachsen.

Kaufen Sie bei Amazon?

Ja.

Ihre Lieblingsgewerkschaft?

Keine, finde ich aber wichtig.

Sollte der Kapitalismus überwunden werden?

Der Traum von einer gerechten Welt bleibt.

Waren Sie schon mal auf einer Demonstration?

Auf vielen.

Haben Sie Aktien?

Nein.

Haben Sie schon einmal einen Abend mit einem Flüchtling verbracht?

Ich habe viele getroffen.

Sind einige Ihrer besten Freunde Muslime?

Nein.

Wem würden Sie das Bundesverdienstkreuz geben?

Meiner besten Freundin Julia von Heinz.

Ihr Lieblingsfilm?

So viele, ich genieße jeden guten Film.

Ihr Lieblingsmaler?

Ich liebe David Hockney.

Welche Ausstellung haben Sie zuletzt besucht?

Meine eigene in der Akademie der Künste, im Sommer: Abfallprodukte der Liebe.

Ihr Lieblingsjournalist?

Knut Elstermann.

Kaufen Sie im Bio-Laden?

Nicht nur.

Wo ist Ihr Zuhause?

In Berlin-Charlottenburg seit 40 Jahren.

Wie möchten Sie sterben?

Selbstbestimmt.

Nespresso oder Filterkaffee?

Trinke nur Tee.

06:00 27.01.2019
Geschrieben von

Ausgabe 22/2020

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