„Sie wollen uns dazu bringen, dass wir uns selbst zensieren“

Interview Gegen den iranischen Musiker Shahin Najafi wurde 2012 eine Fatwa verhängt. Er tauchte eine Weile in Deutschland unter und lebt heute in Kalifornien. Was bedeutet der tätliche Angriff auf Salman Rushdie für ihn?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 34/2022
Jetzt erst recht: Nach dem Attentat auf Rushdie werden dessen Texte gelesen, wird Solidarität bekundet, wie hier vor der New York Public Library
Jetzt erst recht: Nach dem Attentat auf Rushdie werden dessen Texte gelesen, wird Solidarität bekundet, wie hier vor der New York Public Library

Foto: Brendan McDermid/Reuters

Der iranische Musiker Shahin Najafi sagt, er fühle sich Salman Rushdie „tief verbunden“. Wie der weltberühmte Schriftsteller weiß Najafi, was es bedeutet, mit einer Fatwa bedroht zu werden. Nach seinem ironischen Lied Naghi, in dem er sich unter anderem über die verklemmte Sexualmoral des Islam lustig macht, erklärte ein Ajatollah ihn im Iran im Mai 2012 für vogelfrei. Es wurde ein Kopfgeld für seine Ermordung ausgesetzt. Zwischenzeitlich tauchte Shahin Najafi – wie Rushdie – bei dem Investigativjournalisten Günter Wallraff in Köln unter.

Najafi wurde als Rapper bekannt, der 41-Jährige macht aber auch Rock, Pop, Elektro, Independent und Folk. Im Juli erschien sein aktuelles Album Sigma. Najafis Lieder werden millionen