„Der Panzer des Mannes ist brüchig“

Interview Klaus Theweleit über das Ausleben von Ängsten, die Wurzeln von Gewalt und die Befreiung der Geschlechter
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 10/2019

In einem ruhigen Viertel Freiburgs wohnt das Ehepaar Theweleit schon seit Langem. Klaus Theweleit führt uns in sein Arbeitszimmer unterm Dach, die letzte Treppe ist steil. Die Gitarre auf der Couch wird flugs vor ein Bücherregal gestellt. Das Aufnahmegerät findet neben einem kleinen Verstärker Platz. Der Tag ist sonnig, der Blick aus dem Fenster fast der, der auf dem Schutzumschlag der Originalausgabe der Männerphantasien von 1978 zu sehen ist. Das Buch sei noch aktuell, sagt er. Da haben wir schon über Utøya, Bottrop, Fußball und das Flensburg der 60er gesprochen.

Der Freitag: Herr Theweleit, wir fragen uns, welche Rolle Männlichkeit für den gegenwärtigen Rechtsruck...

Klaus Theweleit: …der Rechtsradikalismus hat ja nicht zugenomm

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