Florian Rötzer, Steffen Kraft
06.06.2012 | 07:00 36

Die dunkle Bedrohnung

Unbemannte Flugzeuge Ein geheimer Bericht der Bundesregierung zeigt: Unbemannte Flugzeuge nehmen längst auch uns ins Visier. Die Details werden am Parlament vorbei geregelt

Letztlich geht es darum, Gefühle zu kaufen. Ein Gefühl der ­Sicherheit. Für sich. Und das Gefühl der Ohnmacht. Für die anderen. Wenn deutsche Regierungsvertreter derzeit über den Einsatz unbemannter Flugzeuge reden, sprechen sie nicht so gerne über die Kamikaze-Drohne, die gerade für die Bundeswehr entwickelt wird. Oder über jene Spähdrohnen, die Polizisten seit Kurzem nutzen. Sie sprechen darüber, dass Piloten bald nicht mehr in den Kampfeinsatz ziehen werden und Beamte sich nicht länger unter demonstrierende Chaoten mischen müssen.

Worüber sie nicht sprechen, ist dieses fast unhörbare Sirren, das unbemannte Flugzeuge erzeugen – und jene unkalkulierbare Bedrohung für die eigenen Bürger, die bald öfter in ihr Visier geraten werden. Dabei wäre es falsch zu behaupten, dass Drohnen das Leben erst in Zukunft so stark verändern werden, wie einst die Erfindung des Schwarzpulvers. Sie tun es bereits, wie ein bisher unveröffentlichter Bericht des Bundesverkehrsministeriums zeigt, der dem Freitag vorliegt.

Sirrende Schwärme

Laut des „Berichts über die Art und den Umfang des Einsatzes von unbemannten Luftfahrtsystemen“ gehören Drohnen inzwischen zum Alltag am Himmel über Deutschland – allerdings ohne das über die Folgen diskutiert wird. In den vergangenen zwei Jahren seien 500 Drohnen-Einsätze beantragt und meist positiv beschieden worden. Die Drohnenüberwachung von Personen durch Polizei und Militär sei „bereits nach geltendem Recht zulässig“. Ende Januar hat der Bundestag „unbemannte Luftfahrzeugsysteme“ zu einer eigenen Kategorie von Flugzeugen erklärt – und damit den deutschen Luftraum für sie geöffnet.

Die Bundespolizei nutzt dem Bericht zufolge derzeit vier Drohnen der Typen „Aladin“ und „Fancopter“ für Aufklärung und Überwachung, zum Aufspüren von Hanffeldern und zur Kontrolle von Gleisanlagen, etwa bei den Anti-Atom-Protesten in Gorleben. Auch die Länder ziehen nach, so setzt Thüringen Kleinhubschrauber bereits zur „gezielten Personensuche“ ein.

Die Bundeswehr wiederum will künftig verstärkt in „adaptierbare Plattformen“ investieren – in unbemannte Flugzeuge also, die sowohl Kameras, als auch Waffen tragen können. Die Marine, so der Bericht, erprobe gerade Senkrechtstarter, die von Schiffdecks abheben. Schon im April wollte die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion die Anschaffung von Kampfdrohnen nicht ausschließen. Es gebe „mittelfristige Überlegungen“, die aber als Verschlusssache eingestuft sind. Sicher ist, dass der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall derzeit an der Kampfdrohne „Wabep“ arbeitet. Einmal einsatzfähig, soll sich der Flieger aus größer Höhe auf sein Ziel stürzen und sich dann beim Einschlag selbst zerstören. Unbemannte Flugzeuge seien ein unverzichtbares „Element der Streitkräfte des 21. Jahrhunderts“, heißt es in dem Regierungsbericht.

„Es war ein dünner, singender, einfacher, hoher Laut, wie wenn der Rand eines Glases zum Tönen gebracht wird ... Und dieser Laut war auf mich gerichtet“, berichtet der Erzähler in Robert Musils Die Amsel von einem Luftangriff auf ihn. Das feindliche Flugzeug schießt einen Stahlpfeil ab. Im „nächsten Augenblick hatte ich auch schon das sonderbare, nicht mit Wahrscheinlichkeit begründete Empfinden: Er trifft!“

Es ist eben diese abschreckende Wirkung, die Drohnen nicht nur für Generäle attraktiv macht. Menschen in der Reichweite fliegender Besucher können derzeit noch kaum etwas gegen sie tun. In der Begründung des neuen Luftfahrtgesetzes heißt es denn auch: „Neben der militärischen Verwendung bieten sich mittlerweile auch vermehrt zivile Einsatzmöglichkeiten an, etwa im Rahmen der Umwelt- und Verkehrsüberwachung oder dem Schutz von Pipelines.“ Und dann ist da noch der Einsatz durch die Polizei: „Dort befindet sich die Entwicklung teilweise schon in einem erheblich fortgeschrittenen Erprobungsstadium.“

Die Behörden wünschen sich größere Flieger, die länger im Einsatz bleiben, mehr Lasten tragen und mit mehr Sensoren ausgestattet werden können. Völlig unklar ist bisher aber, wer mit welchen Kameras und Sensoren (Infrarot, Wärmebild, Gesichtserkennung, WiFi-Sniffer) über welchen Gebieten Daten sammeln kann, beziehungsweise wann dafür eine richterliche Genehmigung erforderlich ist. Auf Druck der Opposition fügte die Regierung ins Luftfahrtgesetz immerhin den Zusatz ein, dass fliegende Kameras den Datenschutz nicht verletzen dürfen.

Über die heiklen Anwendungsfragen soll das Parlament jedoch offenbar nicht diskutieren. So erwähnt der Bericht aus dem Verkehrsministerium nur nebenbei, dass die Verwaltungen von Bund und Ländern in den nächsten Wochen die Vorschriften für eine Aufstiegserlaubnis von Drohnen veröffentlichen werden – im Alleingang.

Dagegen laufen nun Parlamentarier und Datenschützer Sturm: „Dass die Bundesregierung in einer Nacht- und Nebelaktion die gesetzliche Grundlage für Drohneneinsätze gelegt hat, ist schon sehr problematisch. Die nun nötigen Detailregelungen aber vollkommen am Parlament vorbei einzuführen, geht überhaupt nicht“, sagt etwa Linken-Innenpolitiker Jan Korte – und steht mit dieser Einschätzung nicht allein. „Die Regierung informiert alles andere als ausreichend über Drohneneinsätze. Wenn Behörden Drohnen nutzen wollen, brauchen wir zumindest eine Reform der Landespolizeigesetze und des Bundesdatenschutzgesetzes“, kritisiert Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel.

Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar stellt in seiner – bisher ebenfalls unveröffentlichten – Stellungnahme zu dem Drohnen-Bericht klar: Anders als von der Regierung dargestellt, kommen kamerabestückte Flieger regelmäßig mit dem Datenschutz ins Gehege. Beim Erlass von neuen Vorschriften wolle er doch künftig bitte beteiligt werden.

Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht. „Bei allem, was mit Drohnen zusammenhängt, hält sich die Bundesregierung extrem bedeckt. Bisher müssen wir Parlamentarier uns jede Information mühsam bei den zuständigen Ministerien erfragen“, beschreibt Grünen-Abgeordnete Agnieszka Brugger die parteiübergreifende Erfahrung all jener Abgeordneten, die sich mit Drohnen beschäftigen. Selbst FDP-Abgeordnete Gisela Piltz übt verhaltene Kritik: „In Fällen, in denen sich im parlamentarischen Raum Nachfragen ergeben, muss die Bundesregierung etwaigen Berichtsanforderungen des Parlaments Folge leisten.“ Deutlicher formuliert es die Linke Ulla Jelpke: „Die Bundesregierung bagatellisiert die bisherigen Drohneneinsätze im Inland.“

Das Wettrüsten beginnt

Unbemannte Flugzeuge sind gerade für demokratisch gewählte Regierungen attraktiv, weil sie scheinbar das Risiko für die eigenen Reihen minimieren. Was dabei aus dem Blick gerät: Unter Bedingungen eines legalen und wenig regulierten Marktes wird die Technik nicht nur immer billiger, leistungsstärker und leichter steuerbar werden, sie wird auch für Kriminelle und Terroristen ganz einfach verfügbar.

Noch ist Zivilisten der Betrieb von unbemanntem Luftfahrtgeräten verboten, wenn „er außerhalb der Sichtweite des Steuerers erfolgt“ oder das Gerät mehr als 25 Kilogramm wiegt. Egal, ob sie nun mit Kameras ausgestattet sind oder nicht, leichte Drohnen gelten als Flugmodelle, wenn sie „in Sichtweite des Steuerers ausschließlich zum Zweck des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben“ werden. Eine kommerzielle Nutzung macht den Flieger dagegen für das Gesetz sofort zu einem „unbemannten Luftfahrtgerät“, für das strengere Regeln gelten. Den Unterschied zieht das Luftfahrtgesetz also nur nach der Nutzung. Dabei können natürlich auch Flugmodelle mit Kameras, Geschossen, Elektroschockern oder Sprengstoff aufgerüstet werden. Und Flugmodelle kann man nicht nur fertig kaufen, sondern man kann sie auch selbst bauen. Die notwendigen Teile sind überall frei erhältlich.

Kritiker sehen dies als eine Freikarte für Experimente mit unbemannten Flugzeugen, die sich schließlich auch als Waffen einsetzen lassen. Und sie monieren eine kaum nachvollziehbare Inkonsistenz mit anderen Sicherheitsmaßnahmen: „Mit welcher Logik verbieten wir Flugpassagieren, 200-ml-Wasserflaschen durch Sicherheitskontrollen mitzunehmen, während jedermann, eine 25 Kilo schwere, videogesteuerte Drohne fliegen kann, ohne dass Fragen gestellt werden?“, moniert etwa das Center for Democracy and Technology die gleichlautende Regeln in den USA.

Drohnen haben im Irak, in Afghanistan, in Jemen und in Pakistan die Angriffsschwelle sinken und eine Kultur der „gezielten Tötung“ entstehen lassen. Auch im Inland werden die Sicherheitskräfte in den asymmetrischen Konflikten mit Verbrechern, Störern und Aktivisten durch Drohnen zunächst einen Vorteil haben. Es ist aber schon absehbar, dass sich Kriminelle und Aufständische nicht lange mit der Ohnmacht abfinden und ein Wettrüsten beginnen werden. Bald schon werden sie nach Mitteln suchen, Drohnen nicht nur zu stören und abzuschießen, sondern sie auch für eigene Zwecke einzusetzen.

Robotervögel im Hobbykeller

Als typische Dual-Use-Technik kann eine Drohne Sicherheitsbehörden und Militärs zum Beobachten, Verfolgen und Töten von Verdächtigen und Gegnern dienen, aber natürlich auch Aufständischen, Terroristen oder Kriminellen Dienste leisten. Und während die Polizei damit Demonstranten überwacht, können diese mit Selbstbau-Drohnen auch die Sicherheitskräfte beobachten (siehe Text rechts). Für Unternehmen, Organisationen oder Einzelne gibt es zahlreiche denkbare Anwendungen, die jedoch allesamt das Problem haben, dass sie die Privatsphäre einschränken – zumal wenn man mit Mini- oder Mikrodrohnen auch durch Fenster schauen oder sogar durch offene Fenster und Türen in Räume hineinfliegen kann.

Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion das „Ende der Geschichte“ ausgerufen. Nun berichtete der neokonservative Wissenschaftler im Februar in seinem Blog, dass er seine erste Hubschrauberdrohne, einen „Quadropter“, zusammengebaut, mit einer Kamera versehen und hat aufsteigen lassen. Seine Botschaft: „Es ist extrem einfach, jetzt eine Drohne zu bauen, die nicht nur der Überwachung dient, sondern auch ziemlich große Lasten tragen kann … Ich muss die Implikationen nicht ausbuchstabieren. Ich will meine Drohne haben, bevor die Regierung dies illegal macht. Die USA haben zuletzt so viele Low-Tech-Gegner bekämpft, dass wir nicht die Verfassung einer Welt durchdacht haben, in der viele Menschen ausgeklügelte Drohnen besitzen – nicht nur andere Länder, sondern auch Individuen.“

Erstaunlich ist jedenfalls, dass in Deutschland wie in den USA von Kritikern zwar oft die Datenschutzprobleme angesprochen werden, aber nicht die größeren Gefahren. Drohnen können vielseitig eingesetzt werden und natürlich nicht nur zu legalen Zwecken. Wie bei allen Waffen steigt ihr Missbrauchrisiko, wenn Technologie und Know-How allgemein zugänglich sind. Nun aber hat die US-Militärforschungsbehörde „Darpa“ sogar ein so genanntes Crowdsourcing-Projekt namens „UAV Forge“ ins Leben gerufen, um auch private Bastler an der Entwicklung von bewaffneten Minidrohnen zu beteiligen. Den Teilnehmern ist es ausdrücklich erlaubt, vorhandene Technik zu verwenden, um neue Drohnen zu bauen. Ist das Projekt erfolgreich, wären die Do-it-Yourself-Drohnen billig, einfach zu bedienen – und tödlich. Diese Art der „Förderung“ eröffnet einen direkten Weg, auf dem bewaffnete Modelle auch in die Hände derjenigen geraten, die das Pentagon und Geheimdienste damit eigentlich bekämpfen wollen.

Ein Beispiel wären fernsteuerbare oder GPS-gesteuerte Kamikaze-Drohnen, das Roboter-Pendant zum menschlichen Selbstmordattentäter. Das US-Militär hat bereits entsprechende Mini-Drohnen des Typs „Microblade“ erworben. Sie passt in einen Rucksack, kann überall gestartet werden, fliegt mit ihrem Elektromotor fast unhörbar, kann einige Zeit in der Luft „herumlungern“, um Ziele auszukundschaften und sich schließlich in ein Geschoss verwandeln, das durch den Aufprall und den mitgeführten Sprengstoff tötet.

Doch schon die heute häufig eingesetzten Fernerkundungs-Vehikel bieten viele Chancen für Kriminelle. Einmal bewaffnet bieten die fernsteuerbaren Roboter unzählige Möglichkeiten, die von Erpressung über Raubüberfälle bis hin zu Anschlägen und gezielten Tötungen reichen – alles aus sicherer Entfernung und mit der Aussicht, nicht erwischt zu werden. Was würden Luftabwehrsysteme, das Sperren des Luftraums und der Einsatz von Militärjets nutzen, wenn mit einer tieffliegenden Drohne oder einem Schwarm von Mini-Drohnen Sprengsätze zu einer Massenveranstaltung gebracht werden? Was nutzen Bodyguards, wenn Menschen direkt aus der Luft präzise und unerwartet angegriffen werden können? Der öffentliche Raum außerhalb von Gebäuden würde hoch gefährlich, die bisherigen Schutzmaßnahmen hinfällig werden. Gebäude müssten gegen Sprengladungen und Mini-Roboter geschützt werden, die auch durch offene Fenster und Türen in die Zimmer gelangen können. Tief fliegende Drohnen oder auf dem Boden fahrende Roboter einfach abzuschießen, könnte katastrophal sein, wenn sie Sprengstoff oder chemische, nukleare, biologische Waffen mit sich führen.

Hacken auf Leben und Tod

Würde es der Polizei gelingen die Funkverbindung eines solchen Todes-Roboters zu seinem Steuermann zu unterbrechen, würde auch der Roboter steuerlos werden – und sich womöglich selbstständig machen. Die Zurückverfolgung der Signale dürfte auf jeden Fall zu lange dauern. Und ob sich Kamikaze-Drohnen durch vom Staat bezahlte Hacker rechtzeitig übernehmen lassen, wäre eine Frage auf Leben und Tod.

Bisher haben Milizen und Kriminelle mit bewaffneten Drohnen keinen Schaden angerichtet. Für die Technologie interessieren sie sich aber. Schon 2004 ließ die Hisbollah vom Libanon aus eine unbewaffnete Drohne über Israel fliegen. Während des Libanon-Kriegs 2006 schoss die israelische Luftwaffe eine dieser 150 Stundenkilometer schnellen Flugzeuge ab, die wahrscheinlich aus dem Iran stammen. Ob der Flieger mit Sprengstoff beladen war, ist unbekannt.

Noch scheinen die Verantwortlichen in den Sicherheitsapparaten von dem Versprechen berauscht, dass Drohnen die eigenen Verluste reduzieren. Während man darauf wartet, dass Terroristen zu Massenvernichtungswaffen greifen und Hiroshima-artige Zerstörungen verursachen, gibt es bislang keine Auseinandersetzung mit dem, was die Aufrüstung mit Drohnen für uns bedeutet. Möglicherweise ist das Schweigen ein Teil der Selbstimmunisierung gegenüber dem Unvermeidlichen. Wir sollten es dennoch durchbrechen.

Florian Rötzer ist Chefredakteur des Netzmagazins telepolis.de. Er hat zahlreiche Arbeiten zu den gesellschaftlichen Folgen des Anti-Terror-Kriegs, nicht-tödlicher Waffen und Kampfrobotern veröffentlicht.

Kommentare (36)

FürdieFreiheit 06.06.2012 | 12:27

Ob die Zukunft so aussehen wird, haben wir doch in der Hand. Es reicht eben nicht von den Missständen zu wissen. Wir müssen wieder lernen mutig zu sein, zu handeln und von unserer (noch vorhandenen) demokratischen Freiheit gebrauch machen.
Machen wir es den Leuten doch schwer, ihr Ding durchzusetzen. Und wenn das alles nix nützt, bleibt noch eine Möglichkeit: Die Drohnen vom Himmel zu schießen :-)
Art.20 Abs. 4 GG: Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung (die demokratische, soziale Ordnung) zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

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Ehemaliger Nutzer 06.06.2012 | 14:01

Dieser Drohnenkrieg ist doch einfach nur noch pervers und menschenverachtend!
Und wenn ein Islamischer Hacker eine US-Drohne in ein anderes Ziel lenkt (wurde im Artikel lieber gar nicht erst erwähnt!) z.B. die deutsche Botschaft? Dann sind natürlich islamistische Terroristen verantwortlich! Wenn aber durch US-Drohnen Zivilisten, darunter viele Kinder, ermordet werden, ist natürchlich kein US-Militär-Terrorist oder US-Regierungs-Terrorist verantwortlich! Da hatten die Leute dann eben das Pech zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein oder ein Drohnen-Steuerer hatte mal gerade wieder Mordlust! Bestraft wird er dafür ja nicht - im Gegenteil, er bekommt von Obama eher einen Orden oder ein Stück seines Friedensnobelpreises!
Lasst die Drohnen Richtung USA fliegen!

Wildvögelein 06.06.2012 | 20:01

Das Thema Überwachung durch Drohnen wurde schon im Zusammenhang mit dem EU-Projekt INDECT u.a. vom WDR thematisiert. (Beitrag ist auch auf Youtube zu) finden). Wer noch nie von dem geplanten Überwachungsapparat INDECT gehört hat, sollte sich dringend im Netz informieren.
Übrigens habe ich mir gerade ein geiles T-Shirt bei
Konterf(r)ei gekauft, mit einem Bogenschützen drauf, der eine Drohne vom Himmel holt und dem Spruch
Überwachungsstaat-Niemals!

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Ehemaliger Nutzer 06.06.2012 | 22:28

Die alten DDR Stasigenerale freuen sich über Honeckers Rache, sie kopieren den "Unrechtsstaat" auf eine sehr moderne art und weise und spielen mit ihrem LinksRechts Gesabbel die Bevölkerung gegenseitig aus, alte hegelsche Dialektik eben! Bist du gegen den kapitalismus dann bist du für den Kommunismus, der gleiche Trick, wer wissen will der lese einmal Silvio Gesell. Es gibt eben eine Alternatieve und immer mehr als zwei Möglichkeiten, 3 sind garantiert!
tinyurl.com/ynq2nh

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Ehemaliger Nutzer 06.06.2012 | 22:28

Die alten DDR Stasigenerale freuen sich über Honeckers Rache, sie kopieren den "Unrechtsstaat" auf eine sehr moderne art und weise und spielen mit ihrem LinksRechts Gesabbel die Bevölkerung gegenseitig aus, alte hegelsche Dialektik eben! Bist du gegen den kapitalismus dann bist du für den Kommunismus, der gleiche Trick, wer wissen will der lese einmal Silvio Gesell. Es gibt eben eine Alternatieve und immer mehr als zwei Möglichkeiten, 3 sind garantiert!
tinyurl.com/ynq2nh

Rudi Rallala 07.06.2012 | 03:54

Ich frage mich, warum dieser Artikel wieder Panik vor Drohnen in Privathand schüren muß. Meiner Ansicht nach sollte jeder ein oder mehrere Drohnen haben, man weiß nie, wann und wofür man sie gebrauchen kann. Simple Flugmodelle verschiedenster Bauart - besonders beliebt sind natürliche Quadcopter - kann man sich mit billigen Bauteilen selbst bauen; ein Betrieb von autonom und/oder außer Sichtweite fliegenden Modellen mag genehmigungspflichtig sein, aber das dürfte kaum ersthaft durchsetzbar sein, denn dazu muß man erst einmal erwischt werden.

Ich sehe große Chancen in der Unterwachung - also der Beobachtung durch Privatpersonen. So sehr ich dieser Technologie in den Händen von Staat und Kapital mißtraue, so sehr bin ich auch begeistert von den Möglichkeiten, die sie den Bürgern bietet. Wie wäre es damit, bei den nächsten Großdemos/Castorblockaden/wasauchimmer Livebilder der Polizei ins Internet zu streamen? Aus der Luft kann dann jeder sehen, wo sich die Polizei gerade aufhält, wo es gerade nach Ärger aussieht, wo gerade ein Kessel droht.

Außerdem könnten weder Konzerne noch staatliche Stellen geheimhalten, was auf abgesperrtem Gelände geschieht. Auf Satellitenfotos mögen sie es zensieren lassen, da es nur wenige Satellitenbetreiber gibt und diese bekannt sind - aber niemand kann verhindern, daß ein kleines Fluggerät aus Bauteilen von Conrad für 1000 Euro oder weniger genaueste Aufnahmen an jeden liefert, den es interessiert.

Für Staat und Kapital sind wir längst so gläsern, wie die Technologie es ermöglicht, ob es erlaubt ist oder nicht. Laßt uns mal anfangen, Staat und Kapital gläsern zu machen - legal, illegal, scheißegal.

claudia 07.06.2012 | 06:04

@antares56:
>>"Art.20 Abs. 4 GG: Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung (die demokratische, soziale Ordnung) zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Gerade das wird keine deutsche Regierung einsehen! Die glauben doch alle, sie seien Gottgegeben (wenn sie denn an einen Gott glauben)!
Sicher, bestimmte Einsichten sind ja mit einer Streichung der Parteispenden bedroht. ;-)

Widerstand gegen die "Uneinsichtigkeit" eines Regimes kann aber nicht davon abhängen, ob das Regime ihn erlaubt.
Hätten die Franzosen im Jahre 1789 auf die "Einsichtigkeit" des Königs gewartet, dann wäre Frankreich heute noch eine Monarchie.

Es ist ein Denkfehler, dass Widerstand gegen Herrschende deswegen nicht möglich sei, weil sie ihn nicht erlauben. Denkfehler werden nicht dadurch logisch, dass sie hochbeliebt sind und oft zitiert werden.

"Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung (die demokratische, soziale Ordnung) zu beseitigen..."
Nun kommt es eben darauf an, wie man "diese Ordnung" definiert.
Dass GG enthält da durchaus Möglichkeiten: Es verbietet dem Volk noch nicht mal, sich eine Verfassung zu geben, deren Demokratiegehalt weit über das GG hinaus ginge...
Das ist natürlich ein eigenständiges Thema, Diskussionen dazu gab es ja in der "FC" schon mal.

Fro 07.06.2012 | 06:10

Jedem seine Drohne? Na, ich weiß nicht, aber in den von dir beschriebenen Fällen mag ein Bürger-Drohnen-Einsatz durchaus sinnvoll sein. Auf jeden Fall sollte aber Jedem eine kostenlose Drohnen Universalfernbedienungs-App zur Verfügung stehen, mit der man per Knopfdruck lästige Staats-Drohnen auf einen vorprogrammierten Kurs zum Innenministerium nach Berlin oder zum nächsten Schrottplatz schicken könnte. Eine interessante Herausforderung für alle App-Entwickler.... :-)

claudia 07.06.2012 | 06:26

@Rudi Rallala:
>>Meiner Ansicht nach sollte jeder ein oder mehrere Drohnen haben, man weiß nie, wann und wofür man sie gebrauchen kann.
Genau. Denn mit dem Kauf der Bauteile bezahlst Du eine Mehrwertsteuer, die für den nächsten Aufrüstungsschritt eingesetzt wird. Und um ständig nachrüsten zu können musst Du malochen wie ein Berserker:
Ein Leben für die Drohne ist ein erfülltes Leben.

Ich empfehle stattdessen Aktien von Drohnenherstellern zu kaufen. Damit kannste ganz entspannt die Dividenden einstreichen.

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Ehemaliger Nutzer 07.06.2012 | 11:30

antares56 schrieb am 06.06.2012 um 16:25

"Den Bericht bei Arte habe ich auch gesehen. Schade, das die meisten Medien auf so etwas gar nicht erst eingehen."

Die Medien, lieber antares56, werden hier auch alle bestens kontrolliert. Und wer hat schon den Mut gegen die Finanzoligarchie, die die Welt schon mit ihrem Bankensystem beherrschen, entgegen zu treten? Zumal es auch um den Arbeitsplatz geht. Und hier im Netz seinen Frust abzulassen, bringt auch nichts. Die Menschen müssen sich solidarisieren und auf die Straße gehen. Daran hapert es aber, da es der Mehrheit noch gut genug geht.

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Ehemaliger Nutzer 07.06.2012 | 11:36

Hallo @winfired

Sie spielen jetzt aber auch links und rechts, DDR gegen BRD aus! Merkel ist keine Rache von Honecker. Was für ein Blödsinn. Das Geldssystem bricht zusammen und was daraus folgt ist alles Strategie der Finanzelite, der Wirtschaftskonzerne. Politiker sind auch nur Marionetten. Eine SPD, Grüne oder wer auch immer, werden es auch nicht besser machen. Wenns ums Geld geht fackelt man nicht lange!

Ich bin auch für Silvio Gesell. Und es gibt immer Alternativen! Nicht nur Eine!

Pankefuchs 07.06.2012 | 13:18

Ich sehe das mittlerweile so, dass die Menschen einfach mal wieder richtig auf die Schn... fallen müssen. Die Schafe wählen alle 4 Jahre wieder ihre Schlächter, weil sie keine Lust haben einfache ihr Umfeld zu hinterfragen. Man brauch heute bloß ein paar Hinweise auf den bösen Kommunismus geben der einem alles wegnimmt und schon wird kollektiv in Jammern ausgebrochen. Das heute vom Lohn (so man überhaupt noch einen hat) nur noch ein kleiner Teil durch mehrfache Besteuerung übrig bleibt und das Ersparnisse sich langsam auflösen bzw. nach oben durchgereicht werden will keiner sehen. Wenn früher jeder Bauer wusste wer sein wirklicher Peiniger war, wird heute Geld für den Aufbau neuer Schlösser gegeben ohne zu kappieren wer letztlich dort wieder wohnen wird! Das Volk ist durch die "Bildung" und Medien dort wo es sein soll: Bei den ängstlichen Schafen hinter dem Stromzaun. Wenn man ihnen erzählt, dass man mit den Drohnen dann nur den Wolf verjagen will, werden sie auch noch höhere Zäune und noch weniger Futter akzeptieren! Mein Trost ist, dass die Geschichte bis jetzt IMMER früher oder später die Unterdrücker zum Teufel gejagt hat. Irgendwann platzt der Kessel. Wer hätte Anfang 1989 gewagt zu denken, was nur Monate später geschehen wird...

Sünnerklaas 07.06.2012 | 13:25

Es geht schon seit langer Zeit in einigen Bevölkerungsschichten die nackte Angst um - die nackte Angst vor einem wie auch immer gearteten "Terrorismus".

Es ist eine Form der Paranoia: man fühlt sich über all und durch jeden irgendwie permanent bedroht und sich in der permanenten Defensive. An einer Beseitigung dieser Probleme ist man wiederum nicht interessiert - denn das könnte sich als geschäfts- und vermögensschädigend erweisen. Und schaut man einmal genauer hin, dann geht es wirklich nur um eines: um eine Handvoll Euros oder Dollars, die am Ende nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden.

Sünnerklaas 07.06.2012 | 13:29

...deshalb fängt man ja auch in regelmäßigen Abständen an, den "Bundeswehreinsatz im Innern" zu fordern.

Übrigens: die Bekämpfung von Aufständen ist im Vertrag von Lissabon geregelt - wenn das nicht funktioniert, dürfte mit Sicherheit Uncle Sam den europäischen Völkern eine Visite abstatten. Im Falle Deutschlands und Italiens gibt es immer noch die UN-Feindstaatenklausel. Die wurde nämlich - aus guten Gründen - NICHT gestrichen, sondern nur als "obsolet" bezeichnet.

claudia 07.06.2012 | 13:48

>>Man brauch heute bloß ein paar Hinweise auf den bösen Kommunismus geben der einem alles wegnimmt...
So ist es. Wenn man schon die Lohnarbeit "verloren" hat, dann wollen die einem auch noch Hatz4 wegnehmen. Davor muss ein starker kaputalistischer Staat uns doch beschützen?

>>Wer hätte Anfang 1989 gewagt zu denken, was nur Monate später geschehen wird...
Und wer hätte sich Ende 1989 zu denken getraut, was wenige Monate später geschehen wird?
Nur ein paar begeisterungsunfähige Miesmacher. Jetzt haben wir eben die verhartzte und bedrohnte Bonzenrepublik Deutschland (BRD).

Wildvögelein 07.06.2012 | 14:02

>>Wie wäre es damit, mit Unterwachungsdrohnen zu kontern? Den Staat umso mehr zu unterwachen, je mehr er uns überwacht? Wer Modellflugzeuge bauen kann, der kann auch Drohnen bauen, die Bauteile gibt es überall.

Und wo willst Du die einsetzen? In den Konferenz- und Besprechungsräumen der Politiker? Auf Bilderberger Geheimtreffen im streng überwachten Hotel? In den Räumen der Banken und Hochfinanz? Wie einfach und unauffällig! ;-)
Und diese selbstgebastelten Modellflugzeuge haben ja dann auch die Technik, die Bildaten an gigantische Server weiterzuleiten, die wiederum mit Bilderkennungssoftware ausgerüstet sind und mit dem Internet, den Geheimdiensten, der Polizei, den Banken(?) und den Behörden verknüpft sind?
So ausgerüstet ist nämlich unser Gegner!
Besser und einfacher ist da Abschießen der Ü-Drohnen. In Amerika gibt es schon Bürgerwehren, die das üben. Als so eine neue Art des Tontaubenschießens ;-)

Johannes Renault 08.06.2012 | 02:05

"Die Menschen müssen sich solidarisieren und auf die Straße gehen. Daran hapert es aber, da es der Mehrheit noch gut genug geht."

Ja wann denn endlich? Wie denn? Wo?

Ich habe so eine Befürchtung/Vermutung dass, Medien (Staats-TV)/Print/Radio und die sog. Politik genau abtasten wie weit sie gehen können um es nicht zu einem ihrer Stellung gefährdenden Protest kommen zu lassen.
Was ja auch irgendwie klar ist.
Ob das auf einem "Bilderberg" definiert wird oder sonst wo, spielt fast keine Rolle.

PS: Weiss noch jemand wann und wo die "Hinwendung der Menschen auf unserem Planeten und ihrer Aufmerksamkeit zu Welt-Rettungsszenarien und Themen mit globalen Umweltaspekten" entworfen wurde, um die fixierung der Leute von national-egoistischen Feldern jeder Art weg zu führen?
Kennedys Vorschungsauftrag am Anfang der 60er brachte dies als einzig mögliche Strategie zur Vermeidung mittelfristiger globaler Konflikte.

So leicht funktionieren "positivistische" Steuerungsmechanismen, und sind effektiv.
Ähnlich handelten alle US-Regierungen seit den 40'ern, indem sie ausschliesslich ihren imperialen Auftrag anhand von bereits bestehenden Konflikten ausführen. Als Befreier.
Die befreiten kümmern sich danach hoffentlich ums Weltklima während Multinationale verdienen.
In der ARD wird nichts gesendet, Ahmadinedjad ist zu blöd, und alles bleibt im Lot.

Und jetzt kommst Du mit: wir müssen und solidarisieren. Man wird im Westen nie, nie, nie eine ausreichende Menge an Protestlern zusammen bekommen wenn man etwas verändern will
Voila
Welcome Ozonloch, Freedom Democracy

rolf netzmann 10.06.2012 | 20:55

Es ist ein unbedingt lesenswerter Artikel, in dem auch auf das Thema Drohnen in privater Nutzung eingegangen wird. So können Demonstranten beispielsweise den Spieß umdrehen und mit Drohnen auch die Polizei überwachen.
Von den sich bietenden Einsatzmöglichkeiten für Kriminelle und Terroristen wird in diesem Artikel ausführlich geschrieben, was nicht einmal angedeutet wird, sind die privaten Verwendungsmöglichkeiten.

Technisch versierten Privatdetektiven steht zukünftig ein viel breiteres Arsenal für die Beobachtung und Überwachung zur Verfügung.
Sie können ihre Zielpersonen noch viel intensiver ausspähen. Minidrohnen mit Richtmikrofonen können Gespräche aufzeichnen, die ihnen bisher verborgen bleiben, mit Kameras ausgestattete Drohnen bieten die Möglichkeit, an bisher nicht realisierbare Fotos zu kommen.
Ob diese gerichtlich verwertbar sind, ist irrelevant, nicht jeder private Ermittler ist seriös und handelt gesetzeskonform.
Der Willkür im privaten Bereich sind alle Tore geöffnet, auch nur scheinbar kompromittierendes Material gegen unbeliebte Nachbarn oder Kollegen einfach und relativ ungefährlich zu beschaffen. Es droht eine Aushöhlung des privaten Lebensbereiches, wie sie bisher nicht für möglich gehalten wurde. Die Verletzung der Privatsphäre ist durch jeden, der dies möchte, unkompliziert möglich. Und selbst wenn diese Drohnen ohne Richtmikrofon und Kameras nur fliegen, für den von ihnen immer wieder Verfolgten wäre es der Horror. Stalking auf die moderne Art, ein Alptraum.

Eine weitere Variante ist die Spionage. Geschäftsleute entnehmen ihren Handies heute manchmal schon die Akkus, um sicher zu gehen, dass geheime Gespräche wirklich geheim bleiben. Eine Drohne kann weit genug entfernt und mit dem nötigen Equipment ausgestattet diese Gesprächsinhalte aufnehmen, weiter leiten und sogar noch fotografisch dokumentieren.

Das Aussageverweigerungsrecht für Strafverteidiger, der gesetzlich fixierte Quellenschutz für Journalisten, das Arztgeheimnis und sogar das Beichtgeheimnis, alles lässt sich ausspionieren und damit aushebeln. Und diese Entwicklung wird sich nicht aufhalten lassen.

Freuen wir uns also auf den Besuch kleiner metallisch surrender Flugobjekte, während wir auf dem Balkon bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang genießen. Dabei fällt uns ein, dass unser Nachbar uns schon seit Wochen nicht mehr grüßt und so komisch hinterher sieht...