Die ganze Logik stimmt nicht

IM GESPRÄCH Hans von Sponeck, langjähriger UN-Diplomat und unter Protest zurückgetretener »Koordinator für die humanitäre Hilfe im Irak«, über den Sinn und Unsinn von Sanktionen
Exklusiv für Abonnent:innen

FREITAG: Herr von Sponeck, Sie haben im Zusammenhang mit den Zuständen im Irak von einer humanitären Katastrophe gesprochen. Wer ist daran Schuld?

HANS VON SPONECK: Es ist klar, dass dem Bagdader Regime eine gehörige Portion Schuld an der Tragödie zukommt. Aber nach neun Jahren harter Sanktionen ist die Gewichtsverteilung zu Lasten der Sanktionen unverkennbar. Es gibt gar keinen Zweifel, dass die Sanktionen Schlimmes angerichtet haben. Wenn die Kindersterblichkeitsrate sich so weiter entwickelt hätte wie in den achtziger Jahren, dann wären in den neunziger Jahren ungefähr eine halbe Million Kinder weniger gestorben. Und so sieht es in allen Bereichen aus.

Die Sanktionen sind ja mit konkreten Zielen gestartet worden: Abrüstung des Irak, Herstellung eine