Warum wir den Kosmopolitismus neu erfinden müssen

Gesellschaft Die „Globalisierung von oben“ mag gescheitert sein. Doch wir sollten wir nicht aufhören, für universale Rechte in einer fragmentierten Welt und einen „Kosmopolitismus von unten“ zu kämpfen. Über eine konkrete Utopie
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Da wünscht man sich doch, so manche Lieferkette wäre schon früher implodiert
Da wünscht man sich doch, so manche Lieferkette wäre schon früher implodiert

Foto: Tanya Spasi Sohrani for Bird In Flight (www.birdinflight.com)

Heute über ein Weltbürger*innentum nachzudenken, sei etwas für Optimisten, hört man mitunter. Die Idee kosmopolitischer Politik, die Freiheit, Gerechtigkeit und demokratische Selbstbestimmung für alle beanspruchen würde, könne man sich gegenwärtig ganz offensichtlich abschminken. Mit Blick auf die katastrophalen Folgen des Klimawandels, die Pandemien und nun auch noch das Zusammenbrechen globaler Lieferketten klingt Globalisierung tatsächlich eher nach Krise als nach einem Aufbruch in gerechte weltgesellschaftliche Verhältnisse.

Ganz offenbar genießen kosmopolitische Ideen heute wenig Zuspruch – und doch wird es allein die Verwirklichung weltgesellschaftlicher Verhältnisse sein, die vor einem Rückfall in die Barbarei sch