Die ich rief, die Geister ...

ZEHN JAHRE WIRTSCHAFTS- UND WÄHRUNGSUNION Walter Romberg (SPD), Finanzminister der Regierung de Maiziere, über Verhandeln ohne Spielräume und Moskauer Termine des Staatssekretärs Günther Krause
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FREITAG: Im Rückblick verblüfft das forsche Verhandlungstempo, das 1990 vorgelegt wurde. Am 12. April trat das Kabinett de Maizière an, reichlich einen Monat später, am 18. Mai, wurde der Staatsvertrag über die Währungsunion unterzeichnet - weshalb diese Eile?

WALTER ROMBERG: Sicher, das war in dieser Dichte und Geschwindigkeit ein ziemlich einmaliger Prozess. Auf Seiten der Bundesregierung reichten ja die Vorüberlegungen bis in den Dezember 1989 zurück. Der damalige Finanzminister Waigel ließ bereits im Januar eine Vertragsskizze ausarbeiten, die dann schon bei den Gesprächen mit der Regierung Modrow im Februar/März 1990 bei der westdeutschen Seite - wie man heute weiß - im Hintergrund stand.

Bisher hieß es stets, die Entschei