Die Kehrseite der Globalisierung

SORGE UM DIE WELT UND SORGE UM SICH SELBST Was soll "Globalisiertes Bewusstsein" heißen?

Will man sich mit der Seite des Globalisierungsproblems befassen, die in den ökonomischen und politologischen Erörterungen unbeachtet bleibt - der Frage nach seinem Pendant, dem gesellschaftlichen Bewusstsein - dann bekommt man es mit dem Hinweis zu tun, von Bewusstsein rede man immer dann, wenn alles nicht mehr hilft und einem zum Sein nichts mehr einfällt. Vor allem aber bekommt man es mit vielen Unbekannten zu tun.

Die kulturellen, politischen und politisch-psychologischen Seiten der Globalisierung werfen Fragen auf und führen zu Veränderungen, die mit den vorliegenden Theorien und den weitgehend auf den Nationalstaat festgelegten politischen Vorstellungen nicht mehr verstanden werden können. Neu ist das Entstehen eines globalen ökologischen Gefahrenbewusstseins, neu ist die unausgrenzbare Präsenz transkultureller Anderer im eigenen Leben und die zwangsläufige Auseinandersetzung mit anderen kulturellen Grundauffassungen, neu ist die Zahl und Macht transnationaler Akteure, Institutionen und Verträge. Neu ist vor allem das Ausmaß der Polarisierung zwischen reich und arm, und neu ist, dass es keine Abhängigkeiten mehr zwischen Reichen und Armen gibt: die Armen der Welt stellen nicht mehr die "Reservearmee", die für die Rückkehr in die Wertproduktion hergerichtet werden muss. Sie sind nicht mehr die Ausgebeuteten, die den Warenüberschuss produzieren, der später in Kapital verwandelt wird, sondern sie haben keinen Nutzen mehr, sie werden ganz und gar überflüssig.

Was kann Globalisierung des Bewusstseins heißen? Was heißt "Welt"? Zunächst ist das Wort "Welt" zu einer immer konkreter werdenden Bezeichnung für unseren irdischen Aufenthaltsort geworden. "Welt" nennen wir heute erfahrbare Zusammenhänge und nicht mehr einen Gefühlszustand in den Seelen von Mystikern oder eine spekulative Idee in den Köpfen von Philosophen. Weltwirtschaft, Weltgesellschaft, Weltpolitik, Weltordnung, Weltnachrichten, Weltkonferenzen, Welt-Staatsvolk, Weltöffentlichkeit et cetera: diese Worte verbinden sich mit Sachverhalten, in die wir uns involviert sehen können. Dabei wird jedem/r deutlich, dass die territorialen Zuordnungen ihre Selbstverständlichkeit verlieren und dass die "natürliche" Zusammenhangsblindheit, die der lokal begrenzten Erfahrung entspricht, kein Schutz und keine Rechtfertigung eigener Borniertheiten mehr darstellt. Niemand kann mehr sagen, er/sie habe nichts gewusst von dem, was woanders in der Welt passiert und - was wichtiger ist - niemand kann mehr leugnen, dass es reale Ursache-Wirkungszusammenhänge und Tatverbindungen zwischen hier und dort gibt. Die Konsequenzen dieser Tatsache bewegen sich zwischen der Möglichkeit, einerseits über die eigenen Grenzen hinauszudenken und um Konsequenzen eigenen Handelns zu wissen, andererseits die Orientierung und die Beurteilungskompetenz für die Zusammenhänge zu verlieren. Sorge um die Welt und Sorge um sich selbst: mit diesem Spektrum des Bewusstseinsproblems haben wir es zu tun. Das Bewusstsein im Singular gibt es nicht, sondern unterschiedlichste Menschen, Männer und Frauen, in krassen Gegensätzen der Teilhabe an den Ressourcen, an Macht, Reichtum oder Glück, die sich in einem irritierenden Prozess der Veränderung ihres Verhältnisses zur Welt mit derzeit offensichtlich sehr unterschiedlichen Ausgängen befinden.

1. Satellitenblick

Die "Welt" ist sichtbar geworden aus einer neuen Perspektive, einer Satellitenoptik, mit der wir - zum Beispiel anlässlich der täglichen Wetternachrichten - über das Weltraumkameraauge von außen und oben auf unseren Aufenthaltsort blicken können, auf diesen sich selber photografierenden Stern.

Diese Satellitenoptik - so eine These - werde die menschliche Selbstwahrnehmung und das politische Bewusstsein notwendig verändern. Der Plausibilität dieser Metapher, mit der die "Welt" zum globalen Objekt wird, steht allerdings entgegen, dass wir in Wirklichkeit eben nicht auf einem Satelliten leben. Wir partizipieren allenfalls an einer künstlichen Optik. Wir können uns zwar vorstellen, von einem Satelliten auf die Erde zu sehen, aber diese Perspektive entspricht unserer Erfahrung gerade nicht. Sie zeigt zwar die Erde als wunderbaren oder verletzlichen Teil des Universums, verliert aber das Spezifizische des "menschlichen" Blicks, der im Unterschied zum Satellitenblick ungebrochen anthropozentrisch ist, auf Menschen zentriert, nicht beliebig, nicht neutral, von Menschen berührt, beeindruckt, abgestoßen oder verletzt, different und differenzierend statt indifferent. Die menschenleere, menschenferne Satellitenoptik erkennt weder Wirkungen noch Ursachen menschlichen Handelns und Fehlhandelns, weder Not noch Macht.

2. Welt-Bürgertugenden

Es heißt, mit der Globalisierung würden die idealen Vorstellungen vom idealen Staatsbürger mit seinen alten, oft genug ohnmächtigen Tugenden - Rechtssinn, Gerechtigkeitssinn, Bürgersinn und Gemeinsinn, Zivilcourage, Toleranz - schleichend abdanken. Die globalisierte Welt fordere neue Eigenschaften der Personen: Welt-Bürgertugenden, Weltgerechtigkeitssinn, Weltzugehörigkeitsgefühle, eine weltbürgerliche Motivation, also neue Dimensionen der politischen Moral, die das eigene Wohl zugunsten einer globalen Beheimatung zurückstellen und "auf das Selbstinteresse aus Selbstinteresse" verzichten kann. Manche Kritiker halten solche Forderungen für eine riesige Überforderung, für ein Hirngespinst. Die schmächtige und nahraumgewohnte Moralität des Ichs könne die Ungerechtigkeit des Ganzen nicht tragen. Das menschliche Moralempfinden habe mit dieser Größenordnung nicht umzugehen gelernt. Das sogenannte globale Bewusstsein mache Menschen somit auch nicht solidarischer, sondern verwandle die BürgerInnen lediglich in Beobachter oder Touristen, die die Welt wie einen gewaltigen Supermarkt oder ein endloses Museum durchmessen. Die Probleme der Menschen und die Realität der Machtverhältnisse würden dabei gerade nicht näher, sondern ferner rücken oder sich neutralisieren.

Die altväterische, in der Rechtsphilosophie geläufige Rede vom Gemeinsinn, Gerechtigkeitssinn, beziehungsweise Weltgerechtigkeitssinn hilft jedenfalls kaum weiter, wenn man wissen will, was an der Beobachtung oder Behauptung dran ist, dass die transnationalen Bewegungen statt für individuelle und nationale Vorteile für globale Gerechtigkeit eintreten. Das Wort "globale Gerechtigkeit" suggeriert, dass ein Ganzes gemeint sein könne, Gerechtigkeit überall und für alle - ein hybrider Anspruch, der seine eigene Unglaubwürdigkeit vor sich herträgt, solange Gerechtigkeit nicht mal im Kleinen existiert.

3. Weltoffenheit

Etwas bescheidener ging die Aufklärung vor mehr als zweihundert Jahren ans Werk. Die politischen Grundfragen, die die Globalisierung für das Bewusstsein aufwirft, sind wesentlich älter als die Globalisierung der heutigen Ökonomie. Eine dieser Grundfragen steckt in dem Wort Weltoffenheit. Weltoffenheit wurde von Kant als erweitertes Denken definiert, als Fähigkeit, sich gedanklich in andere Perspektiven hineinzuversetzen und den eigenen - egozentrischen und ethnozentrischen - Standpunkt zu relativieren und somit zu gerechteren Urteilen zu kommen.

In der heutigen globalisierten Welt hat sich der politische Gedanke der Weltoffenheit mit höchst konkreten Inhalten gefüllt, und in seine frühere philosophische Pauschalität führt kein Weg zurück in jene Abstraktheit, die nicht fragte, wer die zu respektierenden Anderen eigentlich sind: Auch Nicht-Europäer? Auch Fremde? Auch Schwarze? Alle. Heute kommt niemand um die konkreten Anderen innerhalb und außerhalb des eigenen Territoriums herum. Vor allem aber: Die Vorstellung, dass es sich um "Andere" im Unterschied zu "uns" handele, wird selbst als Konstrukt durchschaubar und die Kategorisierung in "Menschen wie wir" und "keine Menschen wie wir" als eine Voraussetzung des Rassismus. Eurozentrische Perspektiven erhalten Widerspruch durch diejenigen, die durch sie vereinnahmt oder ausgeschlossen werden. Das wiegt heute schwerer. Es gibt keine Rechtfertigung mehr für die freie Wahl, die sogenannten Anderen mitzudenken oder nicht mitzudenken, sondern sie sind da - Menschen "wie wir". "Die Welt" als Raum selbstverständlichster Bedeutungsverleihung durch die Dominanzkulturen, diese reduzierte Weltsicht kann sich angesichts der Gewaltgeschichten durch nichts mehr legitimieren. Eine ernstgemeinte Kritik an dieser Geschichte macht zur Ausschließung unfähig.

4. Mündigkeit

Was sich damit auch verändert, ist der Inhalt des Wortes Mündigkeit, ein weiterer Grundbegriff der Aufklärung. Mündigkeit hieß ja zunächst soviel wie: Für sich selbst sprechen können, statt von anderen besprochen, also beherrscht zu werden. Wer aber dieses "selbst" ist und für wen es spricht, wenn es mündig ist, hängt davon ab, wo und wie und mit wem es sich verortet, wie eng und monologisch oder wie ausgedehnt und heterogen also der Horizont des Bewusstseinsraums ist. Sprechen wir also, wenn wir mündig sind, für "uns" aus den vertrauten vier Wänden heraus, oder sprechen wir aus der Perspektive jenes Zusammenhangs, in dem die sogenannten Anderen präsent bleiben? Wie kann dieses Selbst weltfähig werden und die Mündigkeit sich globalisieren in dem Sinne, dass sie sich nicht nur auf die Regieleistung gegenüber dem eigenen Leben und den der jeweiligen Wirs bezieht?

Das Bewusstsein, in der Welt der Verschiedenen und Gleichberechtigten zu leben und diese Tatsache zu bejahen, damit auch die eigene Mündigkeit zu bejahen, bedeutet, die Verantwortung für alles zu übernehmen, was daraus folgt, dass ich in dieser Welt der Verschiedenen bin. Mündigkeit heisst damit nicht mehr, ich spreche für mich, wir sprechen für uns, sondern heißt, die Tatsache der Anwesenheit Anderer zu bejahen und für diese Anwesenheit zu sprechen.

5. Ende der Reinheitsutopien

Diese Position steht in krasser Opposition zu den Visionen der gesellschaftlichen Reinheit, die die Moderne angetrieben und schließlich das 20. Jahrhundert in Atem gehalten haben und die den Kern ihrer politischen und moralischen Katastrophen ausmachen. Für das Erreichen der utopischen Ziel orte sollten andere Menschen als die vorhandenen geschaffen werden. Es war der alte Traum, dass das Leben und dass die Menschen anders sein sollten, als sie sind. Der militante Optimismus, den die utopischen Antworten auf die Übel der Gegenwart brauchten, wurde zum Machbarkeitsoptimismus, der die Ausschaltung der Unpassenden und die Eliminierung der Überflüssigen in die Tat umsetzte. Die Visionen von einer Welt ohne "Fremde", einer Welt ohne Schmutz, wurden zu Utopien der Säuberung, mit denen eine rassenreine oder klassenreine Welt hergestellt und die Nichtzugehörigkeit zum zu entsorgenden Abfall wurde.

Wie erwähnt, findet diese Entsorgung heute auf anderen Wegen statt. Die Frage ist, inwieweit ein Bewusstsein, das die lokalen und ideologiegeleiteten Grundannahmen und den verfügbaren Wissensvorrat von den sogenannten Anderen - derjenigen, die aus der globalisierten Welt herausfallen - in Frage stellen lässt, Konsequenzen aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts ziehen kann, die Konsequenz nämlich, dass die Welt nicht menschlich wird, wenn sie von den Unpassenden gesäubert werden soll. Globalisiertes Bewusstsein könnte sich dann in der Überzeugung zeigen, dass wir Wege mit den vorhandenen Menschen finden müssen. Das bedeutet Abschied von den heilen Projekten, die viele weiterhin wie einen Symptomschmerz mit sich herumtragen. Gerechtigkeit ist kein Endzustand, sondern manifestiert sich in Akten des Aufdeckens und Bekämpfens von Ungerechtigkeiten. Die Wege sind nur in einem ständigen Prozess der Ungewissheit, der ständigen Selbstkritik und Unzufriedenheit mit bereits Erreichtem, der öffentlichen Urteils- und Meinungsproduktion zu finden. Der Ausgang ist offen, den Endpunkt kennen wir nicht. Das zu akzeptieren verlangt ein Minimum an Vertrauen in die Fähigkeiten von Menschen in der gegenwärtigen, heruntergewirtschafteten und gefährdeten Welt. "Sobald die Idee der Gerechtigkeit und die der Selbstbestimmung einmal erfunden sind, ist es unmöglich, sie zu vergessen. Sie werden uns bis zum Ende der Welt verfolgen und bedrängen." (Zygmunt Baumann)

6. Handlungsraum und Öffentlichkeit

Der Begriff "Welt" ist in der politischen Theorie kein eindeutig definierter Begriff. Ein Vorschlag lautet, "Welt" als öffentlichen Raum zu verstehen, in dem die verschiedenen Menschen zusammen sprechen und zusammen handeln können. Die Welt ist nicht schon da, kein konkretes Ding, sondern liegt zwischen den Menschen, existiert in der Öffentlichkeit des Sprechens über sie. Welt ist das, was zwischen den Menschen liegt, das Dritte, das ihnen gemeinsam ist oder werden kann und das sie von den verschiedenen Standorten aus zu ihrer Sache, zum Gegenstand ihres Interesses und Veränderungswillens machen.

Die Tatsache, dass es abschließbare Regionen und Räume kaum noch gibt und schon die bloße Vorstellung von der Möglichkeit solcher Abschließungen verschwindet, schafft nicht Gemeinschaft im Sinne der Übereinstimmung oder Einheit. Vielmehr wird die Differenz sichtbarer denn je und prallen Gegensätze der Kulturen, Regionen, der Macht und Ohnmacht direkt aufeinander. Das Dritte zwischen den verschiedenen Menschen wird erst zur "Welt" durch die verschiedenen Perspektiven, mit denen mehr Menschen ihre Angelegenheiten zum gemeinsamen Gegenstand machen und ein Gespräch in Gang bringen, das das "Um-mich-herum" überschreitet und zum Denken bringt und das Denken selbst verändert.

7. Die innere Bevölkerung

Mit Denken ist hier kein intellektueller Akt und kein Privileg bestimmter Berufsgruppen gemeint, sondern der Niederschlag der Dialog-Erfahrung auch in den Personen, im Bewusstseinsraum: Denken ist ein stummer Dialog, der andere Perspektiven in Betracht ziehen kann, in dem also das Ich auch im Denken sein Gegenüber nicht verliert. Es ist somit auch nicht im Einklang mit sich selbst. Denken ist das Gespräch mit inneren Gefährten, die Auseinandersetzung mit einer inneren Bevölkerung oder einem inneren Parlament. Es sind relevante Andere, konkrete Andere, die wir in uns selbst versammeln, um damit in der Welt bleiben können. Diese internen Anderen werden zu dauernden Fragestellern, zu kritischen Begleitern, zu Zweiflern, Zeugen, Fluchtverhinderern, zu Bremsern der bedenkenlosen Vorurteile und des ständigen Weiter-so. Sie können damit die Kriterien des eigenen Urteilens verändern.

Gedankenlosigkeit und Nicht-Denken ist gleichbedeutend mit der Abwesenheit Anderer, anderer Realitäten, anderer Erfahrungen mit der Welt im eigenen Bewusstsein. Diese innere Bevölkerung wird damit zum anderen Wort für die Stimme des Gewissens. Gedankenlosigkeit ist nicht Dummheit, sondern Gewissenlosigkeit.

8. Anfreundung mit der Welt

In den Fragen nach dem "globalen Bewusstsein" geht es letztlich immer wieder um eine Kernfrage, ein virulentes Thema: um die Anfreundung mit der Welt. Sie drückt sich nicht in dem misslingenden Anspruch aus, alle Menschen zu lieben, "die Welt" zu umarmen und in allen "Brüder" zu sehen, sondern sie erweist sich zunächst in dem Versuch zu verstehen, dieser nicht endenden Tätigkeit, "durch die wir versuchen, in der Welt zu Hause zu sein" (Hannah Arendt). Das bedeutet, bereit zu sein, die Welt mit den anderen Menschen zu teilen, weder das Recht zu beanspruchen noch anderen zuzugestehen, jemals entscheiden zu können, wer die Erde bewohnen soll und wer nicht. Freundschaft zur Welt als Sorge um die von verschiedenen Menschen bewohnte Welt bedarf eines Interesses, das die Welt zum Gegenstand des dauernden Gesprächs macht, durch das die Welt erst menschlich wird. Sie wird zum Trümmerfeld, wenn dieses Interesse verschwindet.

Das klingt manchen enttäuschend, weil es so aussieht, als sei das wenig. Diese Anfreundung ist nicht schwärmerisch, nicht besserwisserisch, sondern nüchtern. Sie geht davon aus, dass es die eine Wahrheit nicht geben kann, empfindet sogar Freude, dass es sie nicht gibt, dass das unendliche Gespräch das einzige ist, was verbinden, trennen, konfrontieren, klären, verstehen und Realität begreifen kann. Was sich hier zeigt, ist ein gesteigertes Realitätsbewusstsein, das einer "Freundschaft" entstammt, die sich nicht beirren lässt, nicht einmal dadurch, dass der Mensch an der Welt zugrunde gehen kann. Aber nicht um diese mögliche Ausweglosigkeit geht es, sondern darum, so etwas wie Heimat und die Voraussetzungen für das Wohnrecht aller zu schaffen - durch das Recht, Rechte zu haben. Die Frage bleibt unbeantwortet, inwieweit Globalisierung dazu beiträgt, dass sich Toleranz in Solidarität verwandeln kann. Die Politik der Kampagnen und der wechselnden Bündnisse ist es, die beweisen könnte, inwieweit und bei wem es zutrifft, dass wir unvermeidlich moralisch sensibler werden und dass die bestehenden Institutionen kaum als Vehikel dieser Sensibilisierung dienen, sondern sie eher blockieren.

Prof. Dr. Christina Thürmer-Rohr lehrt am Fachbereich Erziehungswissenschaften der TU Berlin mit Schwerpunkt Frauenforschung.

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00:00 04.02.2000

Ausgabe 43/2021

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