Magnus Klaue
17.12.2009 | 17:30 25

Die Männerbeauftragte

Regierung Köhler-Glaube. Was auch immer die neue Familienministerin ist: sie ist nicht ihre Vorgängerin.

Die neue Familienministerin fasziniert die Medien. Ulf Poschardt deutete sie neulich in der Welt als herausragendes Mitglied der Generation Golf, welche zunehmend die Politik bestimme. Der Stern wiederum zeichnete sie in einem raumgreifenden Porträt als seltenen Typus der sympathischen Karrieristin. Wie auch immer: Kristina Köhler ist nicht zuletzt das völlige Gegenteil ihrer Vorgängerin, Ursula von der Leyen. Erst 32 Jahre alt, unverheiratet und kinderlos, scheint sie für die Abschaffung ihres eigenen Arbeitsbereichs ebenso gut geeignet zu sein wie der FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel. Prompt sprachen ihr nach der Amtsübernahme konservative Christdemokraten und hauptberufliche Männer die Kompetenz ab: 53 Prozent der männlichen Wähler bezweifelten, ob eine so junge Frau für dieses Amt geeignet sei, und Wertkonservative monierten, sie sei noch immer nicht unter Haube. In letzterem Punkt zeigt sich Köhler inzwischen kompromissbereit: Man liest, dass sie im Februar ihren Lebensgefährten heiraten will, der Staatssekretär im Bundesinnenministerium ist.

Auch sonst ist Köhler bemüht, jeden Verdacht auszuräumen, sie sei eine unsichere Kantonistin. Während Ursula von der Leyen ihre politische Aufgabe eher darin gesehen hat, die ohnehin stattfindenden gesellschaftlichen Transforma­tionsprozesse, wie die formale Gleichberechtigung der Geschlechter und den Zerfall der bürgerlichen Kleinfamilie, durch Betreuungsprogramme abzufedern, repräsentiert Köhler eine junge Generation, die auf beängstigende Weise biederer ist als ihre Eltern, Generation Golf eben.

Kompetenzmangelkompensation

Dies gilt nicht nur optisch – unter Modeaspekten war von der Leyen zweifellos die angenehmere Wahl – sondern auch inhaltlich. So möchte Köhler die Programme gegen Rechtsextremismus, für deren sozialpädagogische Unterfütterung ihr Ministerium zuständig ist, durch Programme gegen Linksextremismus ergänzt wissen. Der innenpolitische Experte des CSU, Hans-Dieter Uhl, zeigte sich sofort begeistert und sprach der jungen Frau genau jene Erfahrung zu, an der zuvor gezweifelt worden war: „Kristina Köhler hat sich seit Jahren als Fachpolitikerin sehr genau mit diesen Gewaltgruppen beschäftigt. Sie weiß, wovon sie redet.“

Auch sonst wird Köhler immer dann besondere Kompetenz bescheinigt, wenn sie besonderen Unsinn redet. So hat sie jüngst als förderungswürdige Randgruppe das männliche Geschlecht ausgemacht. Der Welt erzählte sie, die „Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sei „zu einseitig auf Mütter fokussiert“. Außerdem hat sie ein Referat zur „Jungen-Förderung“ einrichten lassen, weil Jungen „schlechtere Noten“ bekämen als Mädchen und den Hauptteil der „Risiko-Schüler“ ausmachten. „Das hat auch etwas damit zu tun, dass es in der Kindertagesstätte und in der Grundschule kaum männliche Erzieher und Lehrer gibt.“

Was ist also zu tun? Soll eine „Männerförderung“ für „weibliche“ Berufsfelder eingerichtet werden? Oder will man Forschungsprogramme zum Thema „Mädchengewalt gegen Jungen“ finanzieren? Vielleicht erinnert man sich vorher doch noch an einige Selbstverständlichkeiten. Zum Beispiel daran, dass die Präsenz von Frauen in Erziehungsberufen auf ein frauenfeindliches Geschlechtermodell zurückgeht. Dass die Bezahlung in „weiblichen“ Berufen meist schlechter ist als in „männlichen“. Dass Väter oft genug einfach deshalb keinen Erziehungsurlaub nehmen, weil sie sich nicht den ganzen Tag lang mit den Kindern herumschlagen wollen. Und dass „Risiko-Schüler“ im Schulalltag eher Täter als Opfer sind. Sollte Köhler das nicht von selbst einleuchten, kann sie ihre Vorgängerin um Rat fragen. Zumindest als Männerbeauftragte hat die sich nämlich nie verstanden.

Kommentare (25)

Magda 17.12.2009 | 20:18

Danke für das interessante Porträt. Und vor allem Dank für die einfachen Wahrheiten, die niemand mehr wahrnimmt.

"Vielleicht erinnert man sich vorher doch noch an einige Selbstverständlichkeiten. Zum Beispiel daran, dass die Präsenz von Frauen in Erziehungsberufen auf ein frauenfeindliches Geschlechtermodell zurückgeht. Dass die Bezahlung in „weiblichen“ Berufen meist schlechter ist als in „männlichen“. Dass Väter oft genug einfach deshalb keinen Erziehungsurlaub nehmen, weil sie sich nicht den ganzen Tag lang mit den Kindern herumschlagen wollen"

So ist es leider. ABer solche Alltäglichkeiten will keiner hören.
Man rangelt lieber um den Opfer- und Benachteiligungsstatus.

derDonnerstag 17.12.2009 | 20:29

Mir ist Kristina Köhler auch nicht gerade sympathisch. Ich würde aber eher sagen, um den "Opfer- und Benachteiligungsstatus" rangelt Magnus Klaue, der Autor dieses Artikels. Ob Köhler das tut, müsste erst noch bewiesen werden.
Oder wie soll man den Artikel sonst verstehen?

Zitat: "Der Welt erzählte sie, die „Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sei „zu einseitig auf Mütter fokussiert“. Außerdem hat sie ein Referat zur „Jungen-Förderung“ einrichten lassen, weil Jungen „schlechtere Noten“ bekämen als Mädchen und den Hauptteil der „Risiko-Schüler“ ausmachten."

Ist Letzteres nicht Fakt? Muss man diese Seite der Medaille wegblenden, weil es auf der anderen Seite auch noch genügend Benachteiligungen von Frauen gibt?

Weiteres Zitat: "Dass Väter oft genug einfach deshalb keinen Erziehungsurlaub nehmen, weil sie sich nicht den ganzen Tag lang mit den Kindern herumschlagen wollen."

Das ist sicher richtig. Aber lautet die (implizite) Schlussfolgerung daraus, dass die Politik besser nichts dafür tut, dass diejenigen Männer, die gerne Erziehungsurlaub nehmen würden, das ungehindert tun können?

Azenion 17.12.2009 | 21:49

Die Pathologisierung der knabentypischen Neigung zu Raufereien ist sicher ein Problem, das mit der Dominanz emanzipationsbewegter Pädagoginnen zusammenhängt.

Allerdings dürfte die Bereitschaft von Männern, sich beruflich in irgendeiner Weise mit fremden Kindern zu beschäftigen, nicht gerade gefördert werden, indem sie sich dem ständigen Verdacht pädophiler Neigungen ausgesetzt sehen müssen.

Irgendwie kollidieren hier verschiedene aktuelle politische Moden!

Apropos Mode: Diesbezüglich gefällt mir Köhler besser als Leyen. (Das aber nur nebenbei, um die gegenteilige "zweifellose" Behauptung des Artikelautors nicht unwidersprochen zu lassen.)

kinkelstein 17.12.2009 | 22:42

Der Name Köhler scheint in der Politik für Diletantismus auf hohem Niveau zu stehen. Ich halte di Frau gänzlich ungeeignet für ein derart wichtiges Ministerium. Das ihr Schwerpunkt im Bereich der Frühförderung liegt, lässt die Blindstellen im Bereich der Altenpolitik nur noch augenfälliger werden. Dann steht dem sozialverträglichen Ableben der Hochbetagten ja nichts mehr im Wege...

(Ihre antilinken Reflexe werden in der aktuellen Ausgabe des Antifaschistischen Infoblatts gewürdigt. Die Riege der Streichelfaschisten scheint einfach nicht aussterben zu wollen. Gruselig, diese Person.)

Ingo Stützle 17.12.2009 | 23:31

Die Kompetenzen als "Extremismusexpertin" sind etwas unterbelichtet. Anfang Mai 2009 fragte die promovierte Soziologin Köhler in der Bundestagsdebatte zum 1. Mai in Berlin: »Wo war denn die Gegendemonstration für die Rechte der Menschen, deren Autos in den letzten Jahren abgefackelt wurden? […] Wo war denn die Gegendemonstration für Solidarität mit den Polizisten oder den Unbeteiligten, die mit Molotowcocktails und Straßenplatten malträtiert wurden?« Sehr schön: »Gegendemonstration für Solidarität« ;-)

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stadtpiratin 18.12.2009 | 16:07

danke für den guten Artikel, der mal ein paar Dinge auf den Punkt bringt. Es war zu befürchten, von schwarzgelb weder frauen- noch familienpolitische Fortschrittlichkeit erwarten zu dürfen. Spätestens nach Bekanntwerden von Köhlers zwielichtigem Titel "Integrationsexpertin" und dem Männerförderungsunsinn herrscht zumindest insofern Gewissheit: Es geht schlimmer als mit Zensursula.

Roger Lebien 19.12.2009 | 03:01

Zitat:

"Vielleicht erinnert man sich vorher doch noch an einige Selbstverständlichkeiten. Zum Beispiel daran, dass die Präsenz von Frauen in Erziehungsberufen auf ein frauenfeindliches Geschlechtermodell zurückgeht."

Völlig unerheblich für mich. Wenn ich Lust dazu hätte, einen Erzieherberuf zu ergreifen (was ich mir grundsätzlich vorstellen könnte), dann sicherlich nicht, um nur vermeintlich erlittenes Frauenunrecht meiner Vorgängergenerationen zu kompensieren.

Es gab nie Frauenbenachteiligung. Und wer an diesen Mythos glaubt, der braucht eine Therapie.

Betonmischer 20.12.2009 | 15:04

Jungen werden im Bildungssystem systematisch diskriminiert, wie eine Studie des Ministeriums für Bildung und Forschung ergab; so erhalten Jungen für die gleichen Kompetenzen schlechtere Noten und auch seltener Gymnasialempfehlungen als Mädchen. Reaktionen auf diesen Skandal, politisch und medial: Praktisch Null.

Zur Lohnlüge: Schon Ex-Familienministerin Renate Schmidt erklärte dazu: Zitat: "„Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt. ..."

Und auf kritische Nachfrage von MANNdat. e.V. zur Lüge mit den ewigen 23% erklärte das Familienministerium unter v.d. Leyen:

"„Die in der von Ihnen zitierten Rede vom 8. März 2007 enthaltene Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass ‚Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit’ ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn er sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis.“"

Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße "Nur für Frauen" (das werden Feministinnen jetzt nicht verstehen, denn für sie ist ja alles "Nur für Frauen")

Es ist weiter nichts als reaktionär, Jungen- und Männerförderung als "blanken Unsinn" abtun zu wollen.

Goofos 20.12.2009 | 18:27

"Auch sonst wird Köhler immer dann besondere Kompetenz bescheinigt, wenn sie besonderen Unsinn redet."

Auch sonst wird Klaue immer dann besondere Kompetenz bescheinigt, wenn er besonderen Unsinn schreibt.

Mehr braucht man dazu nicht sagen. Außer, dass ich mich schon frage wie objektiv und qualitativ hochwertig der Freitag mit solchen Schreiberlingen, die sich hier inzwischen versammeln, sein will. Ist die Printausgabe auch so mies?

SPB 20.12.2009 | 18:35

Kurzes Vorwort: Ich halte Frau Köhler weder als Familienministerin noch als Politikerin allgemein als irgendwie geeignet. Trotzdem möchte einige Behauptungen nicht so stehen lassen.
Ich bin selbst frisch gebackener Abiturient aus Bremen und ich kann aus eigener, von männlichen und weiblichen Mitschülerinnen und Mitschülern bestätigter Erfehrung sagen, dass Jungen es im modernen Schulsystem schwerer haben als Mädchen. Ich sage damit nicht, dass man dringend eine spezifische Jungenförderung bräuchte, sondern einfach, dass schwache Schüler unabhängig des Geschlechts gefördert gehören und, dass solche Förderung vermutlich vor allem von Jungen in Anspruch genommen werden wird - wie es jetzt bei Förderung in wirklichen Krisenfällen auch schon der Fall ist.
Weiter halte ich eine Männerförderung für weibliche Berufsfelder nicht für eine lächerliche Idee. Es gehören mehr Männer in Frauenberufe, aus den hier tangierten Gründen und aus tausend anderen, auch aus Gründen der Gleichberechtigung. Also warum das nicht fördern?
Dass Jungen und speziell Problemkinder im konkreten Fall die Täter sind, ist im Übrigen ein Fakt und liegt in der Natur der Begriffe. Das allerdings als Argument gegen Prävention zu benutzen, ist genauso niveaulos und rechts, wie echten volljährigen Straftätern aufgrund ihrer Verbrechen das Recht auf Rehabilitation abzusprechen, und beleidigender Tiefpunkt des Kommentars.
Meine Bitte: Eine Frau wie Kristina Köhler als so inkompetent darzustellen, wie sie ist, ist nicht schwer. Ausrutscher wie den letztgenannten kann man sich da verkneifen.

Elektrosmog 20.12.2009 | 19:51

Was soll denn bitte an Jungenförderung schlecht sein? Ich dachte immer, dass die "Feministinnen" eine Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig vom Geschlecht wollten!?
Ich denke auch, dass es vor allem für die Jungen-Mädchen-Beziehung wichtig ist, eine besseres "Schulkonzept" zu bekommen(eher gesagt umzusetzen). Ich denke, die meisten Leser dieser Seiten wissen, wie "mies/schlecht" man sich nach sexistischer Benachteiligung fühlt.
Rückblickend ist es schon bisschen traurig sich an den Hass(das Wort ist nicht übertrieben) gegen die Lehrerinnen und in Folge dessen auch an die Mitschülerinnen zu erinnern, den ich und ein Großteil meiner Mitschüler hegten(vor allem, weil sie ja nichts dafür konnten und gute Noten nimmt man ja gerne mit) -.-

Noch schlimmer ist, dass mal wieder Kinder zum Spielball von Erwachseneninteressen werden *kotz* - "rangeln nach Opfer- und Benachteiligungsstatus".

Ja, Magda und Stadtpiratin: ihr habt Recht - die Kinder sind Schuld daran, dass sie in unserer Welt leben - HAHA! -.-

Hubertoink 21.12.2009 | 15:38

Ich glaube Herr Klaue hat ein Problem mit der Konformität, zu mindestens in diesem Artikel hier. Insbesondere scheint ihm negativ aufzustoßen das "die Welt" Frau Köhler eine "...besondere Kompetenz bescheinigt".

Herr Klaue verfällt geradezu in eine Polemik und Rückständigkeit, die er wiederum Frau Köhler zu attestieren versucht, wenn er meint das jenes "Männerfördernde" Verhalten die typische Konsensmeinung der Konservativen in sich trägt.

Das diese "Männerförderung" aber nichts anderes ist als ein Hinweis auf einen Missstand der durch eine zu radikale feministische und einseitige "Gleichberechtigungs"-Politik initiiert wurde, will Herr Klaue nicht sehen.

Denn, wie auch schon betonmischer schrieb, ist es nun mal empirisch nachgewiesener wissenschaftlicher Stand, dass Jungs in der Schule bei gleicher Leistung schlechter gestellt sind.
Diese Behauptung von Frau Köhler negiert aber in keinster Weise, dass Frauen in den meisten Berufen immer noch starken Diskriminierungen ausgesetzt sind und hat sie, soweit ich dies weiß, auch nie behauptet.

Frau Köhler entgeht mit ihren Behauptungen nur der Falle, sich aufgrund von Radikal-Feministischer Behauptungen Scheuklappen aufzusetzen und das Ganze aus dem Auge zu verlieren.
Nur weil Frauen immer noch Diskriminiert werden und lange Zeit wurden, heißt dies nicht das wir im Gegenzug dies an den formal unschuldigen Jungen im Land auslassen.

Ein Missstand kann nicht mit einem anderen Missstand ausgeglichen werden.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass es hier nicht um eine Schuldzuweisung eines Genders geht, sondern um eine "Objektive" da wissenschaftlich bestätigte Tatsache.
Inwieweit man wissenschaftliche Erkenntnisse als Tatsache deklarieren darf oder nicht steht hier nicht zur Debatte, aber systematisch erörterte Berichte sind immer noch glaubwürdiger als allzu reaktionäres Feministisches Streitgehabe, zumal dies in keinster Weise dem modernen Feminismus gerecht wird.

So viel dazu...

Magda 21.12.2009 | 16:54

"aber systematisch erörterte Berichte sind immer noch glaubwürdiger als allzu reaktionäres Feministisches Streitgehabe, zumal dies in keinster Weise dem modernen Feminismus gerecht wird."

Der moderne Feminismus scheint hier irgendwo versteckt zu sein. Ich sehe keinen. Hingegen sehe ich änstliche Protestbekundungen von Jungs,die unschuldig sind und nicht büßen, sondern von Frau Köhler gefördert werden wollen. Die Tante Köhler wird schon bald kommen, fürchtet Euch nicht. Ja doch???

Hubertoink 21.12.2009 | 18:12

Ich wollte Frau Köhler nicht gutheißen, dafür kenne ich sie und ihre politische Vorbildung/Meinung zu wenig, aber die im obigen Artikel schlechgeredeten Argumente von Frau Köhler halte ich für richtig.

Richtig soweit, als das man sie bei der Debatte um Gleichberechtigung nicht außer acht lassen sollte.

Aber allein diese zu einer Prämisse der Gleichberechtigung zu erheben, dies fände ich natürlich auch nicht erstrebenswert.
Jedoch kann man eine Gleichberechtigung NICHT von einem Geschlecht alleine abhängig machen.
Dies sagte in vortrefflicher Weise und schon viel früher (1949) Simone de Beauvoir in "Das andere Geschlecht"...

Fro 23.12.2009 | 15:24

Das Problem mit den männlichen Jungen und Jugendlichen ist m.E. darin begründet, dass diese ihre Männlichkeit in Computerspielen ausleben, die in der Regel nur einen Weg der Konfliktlösung aufzeigen – das Vernichten virtueller Feinde.
Es ist dabei nicht nur das Spiel selbst, sondern auch das Flimmern und die Elektrosmogwolke die - mal locker ausgedrückt - eine Erschlaffung der Synapsen hervorruft. Wenn eine Synapsenbildung stattfindet, dann ist sie an die virtuelle Welt des bevorzugten Spiels anpasst. In der realen Welt wirken die Vielspieler – von denen es Millionen gibt – oft hilflos.

Frau Köhler sollte meines Erachtens daraus die Konsequenz ziehen und ein Programm auflegen, dass die Jungen ermutigt ihre Männlichkeit in der realen Welt zu erproben und zu bilden. Die Jungen könnten sich damit befassen, die Feinde der Zukunft zu identifizieren und zielgerichtet Maßnahmen entwickeln, diese aus dem Feld der Entscheidungsträger zu beseitigen (friedlich - da müssen sie etwas umlernen). Das ganze Instrumentarium der neuen Technik bietet da unendliche Möglichkeiten und könnte als nützliches Hilfsmittel eingesetzt werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein Aufbegehren gegen Obrigkeiten zu einer natürlichen Menschenbildung gehört und sehr unterhaltsam und bereichernd sein kann.
Das Revoltenförderungsprogramm soll natürlich auch für Mädchen offen sein – dann macht es erst richtig Spaß.

AlexanderV 25.12.2009 | 23:26

Mann fasst es nicht! Der Herr Klaue scheint ein weichgespülter Feminist, der die letzten Bastionen des Feminanzentums verteidigt. Jungen und Männer werden schon etliche Zeit in allen Bereichen des Lebens benachteiligt. Das scheint Herrn Klaue aber bei seiner morgendlichen Lektüre der Emma entgangen zu sein!

Es ist endlich an der Zeit, dass die Jungen in der Schule gefördert werden, dass die Leistungen der Jungen entsprechend gewürdigt werden.

Ein Freund von mir ist jetzt Bezirksleiter eines großen Discounters. Er begann ein Studium der Architektur und schloss es nach zwei Semestern ab, weil seine Kommilitonin für die gemeinsam eingereichte Arbeit eine eins bekam, er nur eine zwei! Es wurde weder im Inhalt differenzirt, noch die Arbeit in zwei Teile getrennt. Jaja, das ging damals noch Anfang 1970, da er auch in anderen Bereichen das Gefühl hatte, die weiblichen Studenten würden einseitig bevorzugt, begann er eine Lehre.

Dieses Problem ist so uralt, aber Herr Klaue hat die letzten vierzig Jahre einfach verschlafen! Es wäre Zeit - als Mann - langsam aufzuwachen!

Aufsteh'n Herr Klaue!

serum 26.12.2009 | 12:48

Bedauerlicherweise profilieren sich noch heute in dieser ach so aufgeklärten Zeit Zeitungsblätter wie Ihres mit Polemik á la "Dass Väter oft genug einfach deshalb keinen Erziehungsurlaub nehmen, weil sie sich nicht den ganzen Tag lang mit den Kindern herumschlagen wollen". Nicht nur ist dieses Vorurteil fern der Wahrheit, hier fehlt mal eben auch die Erkenntnis, dass es einer zunehmenden Gruppe von ausgegrenzten Eltern (und wir reden nicht von 4- oder 5-stelligen Zahlen) einfach nicht mehr reicht, sich mit Umgangsmodellen aller 14 Tage wenige Stunden oder kriminalisiert und "betreut". Fazit: "Freitag" lohnt der Mühe nicht, linker Populismus. Schade, mein Herz schlägt links.