Gabriela Simon
10.08.2012 | 11:21 31

Die Schmarotzer aus dem „Club Med“

Hegemonie Die Regierung Merkel hat das europäische Nord-Süd-Gefälle genutzt, um der Bundesrepublik Deutschland einen zweiten Marshallplan zu bescheren

Die Schmarotzer aus dem „Club Med“

Kanzlerin Angela Merkel wacht über eine europäische Hackordnung, die mit einer Staaten-Gemeinschaft nur noch wenig zu tun hat

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Wie wird ein Land eigentlich zum Schuldnerland? Die Frage erscheint auf den ersten Blick banal. Indem es über seine Verhältnisse lebt, lautet eine populäre Antwort. Oder – in der kritisch-aufgeklärten Variante: Indem es eine spekulative Blase nährt, sei es im Immobilien- oder Finanzsektor, die eines Tages zerplatzt, eine Krise auslöst und die Staatsschulden hochtreibt. Am Ende stehen klar messbare ökonomische Größen: Schuldenquote, Haushaltsdefizit, Wirtschaftsentwicklung. Wie ist es dann aber möglich, dass Spanien als Krisenstaat gehandelt wird, während sich Großbritannien problemlos an den Kapitalmärkten refinanzieren kann? Die Schuldenquote Spaniens liegt bei 80 – die Großbritanniens bei 88 Prozent. Die jährliche Neuverschuldung der Briten ist höher als die der Iberer. Beide Länder kämpfen mit einer Krise im Bankensektor und auf dem Immobilienmarkt. Beide sind in einer Rezession. Aber die Spanier müssen für ihre zehnjährigen Anleihen über fünf Prozent mehr bezahlen als die Briten.

Der entscheidende Unterschied findet sich – jenseits der ökonomischen Daten – im institutionellen System. Während die Bank of England unbegrenzt Geld drucken kann, um die Kurse der britischen Anleihen zu verteidigen, ist die spanische Notenbank als Teil des Eurosystems dazu nicht mehr in der Lage. Auch die USA und Japan mit ihren Schuldenquoten von über 100 beziehungsweise 235 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung können sich – gestützt auf die Schlagkraft ihrer Notenbanken – bequem refinanzieren, ohne als „Schuldnerländer“ von fremden Hilfen abhängig zu werden.

Seit Beginn der Finanzkrise 2008/09 nehmen solche Diskrepanzen jedoch auch innerhalb der Eurozone zu. Belgien, mit seiner Schuldenquote von über 100 Prozent und einem ebenfalls gebeutelten Bankensektor, zahlt vier Prozent weniger Zinsen als Spanien. Deutschland kann kurzlaufende Anleihen sogar zu Negativzinsen platzieren, bekommt also dafür, dass es sich Geld leiht, von den Anlegern noch eine Prämie geschenkt – trotz einer Schuldenquote von über 80 Prozent. Allein mit der Exportstärke der deutschen Wirtschaft ist das kaum zu rechtfertigen. Offenbar hängt die „Solidität“ eines Staates entscheidend von seiner Fähigkeit ab, die Finanzmärkte in seinem Interesse zu beeinflussen. Innerhalb der Eurozone ist es die wirtschaftliche und politische Machtverteilung, die zu ungleichen Entwicklungschancen führt und das Auseinander-Driften von „Schuldner-Ländern“ und „soliden Ländern“ bewirkt. Ein Beispiel ist die erstaunlich gegenläufige Entwicklung Spaniens und Deutschlands.

Doppelbödige Moral

Es war im Frühjahr 2007, als der damalige spanische Premier José Luis Zapatero ambitioniert verkündete, in zwei oder drei Jahren werde man die Deutschen beim Pro-Kopf-Einkommen überholen. Spanien, das noch im Jahr seines EU-Beitritts 1986, zu den ärmsten Ländern der EU gehörte, galt zu diesem Zeitpunkt als Aufsteiger Europas – mit einem jährlichen Wachstum von über drei Prozent, einem boomenden Tourismus und steigenden Exporten. Niemand in der EU hatte am spanischen Wachstumsmodell etwas auszusetzen. 2007 erwirtschaftete der spanische Staat einen Überschuss von mehr als 20 Milliarden Euro. 2008 lag die Schuldenquote unter 40 Prozent. Geradezu vorbildlich hatte Zapateros Regierung den Wirtschaftsboom genutzt, um Schulden abzubauen.

Im Vergleich dazu war Deutschland eher ein Hort der finanziellen Disziplinlosigkeit. Von 2002 bis 2005 brach Berlin vier Jahre lang den Stabilitätspakt, mit Haushaltsdefiziten von mehr als drei Prozent. Das fällige Strafverfahren der EU wurde jedoch nach einer Intervention der Regierung Schröder auf Eis gelegt. Eine Entscheidung, die der Schröders Reformen begeisterten EU-Kommission nicht schwer gefallen sein dürfte. Ausgerechnet Deutschland – dessen früherer Finanzminister Theo Waigel hatte die Grenze von maximal drei Prozent Neuverschuldung gegen heftigen Widerstand anderer EU-Länder durchgesetzt – konnte diese Grenze nun folgenlos überschreiten. Die doppelbödige Moral gab den Deutschen die Chance, ihre schwächelnde Konjunktur durch klassisches deficit spending anzukurbeln. Als zusätzlicher Stimulus wirkten die Vorteile des Euro. Die Ausfuhren der exportorientierten deutschen Ökonomie in die Euroländer stiegen von 2003 bis 2007 um jährlich neun Prozent an.

Von der Finanzkrise ab 2008 wurde die spanische Wirtschaft besonders heftig getroffen. Der Immobilienboom, der alle Kennzeichen einer Blase trug, fiel in sich zusammen. Zapatero startete umfangreiche Konjunkturprogramme, in deren Folge das Staatsdefizit 2009 auf über zehn Prozent stieg – allerdings bei einer nach wie vor niedrigen Gesamtverschuldung. Spanien hatte im Boom gespart und wollte nun zur Krisenbekämpfung Geld ausgeben – deficit spending, ähnlich wie die deutsche Regierung ein paar Jahre zuvor. Doch noch 2009 leitete die EU-Kommission ein Defizitverfahren ein und verlangte von der Regierung in Madrid, ihre Konjunkturprogramme sofort zu beenden. Premier Zapatero fügte sich. Während in Deutschland mit milliardenschweren Konjunkturpaketen, der Abwrackprämie und verlängertem Kurzarbeitergeld gegen die Rezession angekämpft wurde, schwenkte Spanien gezwungenermaßen auf einen harten Konsolidierungskurs ein.

Die deutsche Regierung hingegen brach 2010 den Stabilitätspakt erneut, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie gab – vernünftigerweise – der Rettung der eigenen Exportindustrien Vorrang vor jener Spardoktrin, die sie bald ganz Europa oktroyierte. Erneut war das deutsche deficit spending erfolgreich. Das Haushaltsdefizit verringerte sich ab 2011 durch steigende Steuereinnahmen quasi im Alleingang.

Sicherer Hafen

Zweifellos hat der Zusammenbruch des spekulativen Baubooms in Spanien ein gigantisches Strukturproblem hinterlassen. Die erzwungene Konsolidierung mitten in der Krise ließ die Wirtschaft jedoch auf breiter Front einbrechen. Zunehmend geriet auch die Mittelschicht in Finanznöte und konnte ihre Kredite nicht mehr bedienen. Massenarbeitslosigkeit und eine anhaltende Krise brachten die spanischen Banken schließlich in eine bedrohliche Schieflage. Im Jahr 2011 war in deutschen Zeitungen vom „hoch verschuldeten Spanien“ und einem „Euro-Schuldensünder“ die Rede. Die spanische Schuldenquote lag zu diesem Zeitpunkt bei gerade einmal 68 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – im „soliden“ Deutschland bei 80 Prozent.

Dieselben Medien feiern nun die zügige Erholung der deutschen Wirtschaft. Die Deutschen hätten „ihre Hausaufgaben“ gemacht, hart gearbeitet und nicht über ihre Verhältnisse gelebt – im Unterschied zum „Club Med“ und den „Verschwendern aus Madrid und Rom“. Immer häufiger wird gegenüber den Südeuropäern ein pauschaler Verschwendungsvorwurf erhoben, der allenfalls auf Griechenland zutrifft. Er liefert den geistigen Unterbau für ein zunehmendes Nord-Süd-Gefälle, in dem die deutsche Wirtschaft auf vielfältige Weise zum Krisengewinner avanciert: Seit Beginn der Finanzkrise kann sie mit ihrem exportseitigen Geschäftsmodell von der Konjunkturförderung anderer Länder profitieren. Zusätzlich begünstigt der schwächelnde Euro die deutschen Exporte. Und je mehr sich die Finanzmarktakteure auf die kriselnden Südländer einschießen, desto billiger kann sich Deutschland refinanzieren, weil seine Anleihen zum sicheren Hafen werden. Auch deutsche Unternehmen bekommen dadurch Kredite zu günstigeren Konditionen. Selbst mit der gigantischen Kapitalflucht aus Griechenland, Spanien und Italien machen deutsche Großbanken gute Geschäfte. Die masssenhafte Abwanderung qualifizierter junger Leute aus Griechenland und Spanien ist für die unter Fachkräftemangel leidende deutsche Wirtschaft ein Segen.

Dieselbe Krise, die Spanien in eine Abwärtsspirale aus Rezession, Zinsdruck, einem hohen Haushaltsdefizit, Kapitalflucht und sinkenden Ausfuhren stürzt, beschert Deutschland niedrige Zinsen, eine entspannte Haushaltslage, Exportstärke und Wachstum. Dabei ist die Mehrheit der Deutschen davon überzeugt, dass die Krisenländer auf ihre Kosten leben. Selbst in seriösen Medien ist immer wieder von deutschen „Milliardengeschenken“ an die Südeuropäer die Rede. Tatsächlich hat die Bundesregierung bis jetzt nur Bürgschaften und Kredite gewährt, ähnlich wie auch Frankreich, Italien, Spanien und die meisten anderen Euroländer. Zugleich hat Deutschland in gigantischer Größenordnung „von den Schmerzen des restlichen Europa profitiert“, wie es der US-Ökonom Robert Kuttner ausdrückt. Aus ihrer hegemonialen Position heraus konnte die Bundesregierung das europäische Nord-Süd-Gefälle nutzen, um Deutschland erhebliche Vorteile zu bescheren.

Neue Front

Inzwischen hat sich das Nord-Süd-Gefälle, wie Italiens Premier Mario Monti am vergangenen Wochenende feststellte, in eine „Frontstellung zwischen Nord und Süd“ verwandelt. Für Italien und Spanien ist es nicht mehr tragbar, der Spekulation schutzlos ausgeliefert zu sein. So fordern die Südeuropäer immer lauter einen Kurswechsel in der Krisenpolitik, um vor spekulativen Angriffen der Finanzmärkte wirksam geschützt zu sein.

Doch Bundeskanzlerin Angela Merkels Strategie des Durchwurschtelns am Rande des Abgrunds, ihre Weigerung, die Länder der Eurozone effektiv vor der Spekulation zu schützen, scheint Teil des neuen deutschen Geschäftsmodells. Nur solange die südeuropäischen Länder im Feuer der Spekulation stehen, ist Deutschland der sichere Hafen, der sich kostenlos refinanzieren kann. Die Bundesregierung verteidigt für sie vorteilhafte hegemoniale Strukturen, wenn sie finanzielle Hilfen nur unter Auflagen gestatten will. In der Konsequenz bedeutet das: Wer die Auflagen nicht erfüllen kann, aus welchem Grund auch immer, steht vor dem Bankrott, so wie heute Griechenland.

Nur ein wirksamer und nachhaltiger Schutz vor Spekulation – sei es durch Eurobonds, durch eine Banklizenz für den künftigen Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM oder zumindest ein klares Bekenntnis der EZB zur bedingungslosen Verteidigung der Staatsanleihen der Eurostaaten – kann den Krisenländern helfen. Es wäre damit in Euroland auch ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Chancengleichheit getan.

Gabriela Simon hat zum Thema Eurokrise zuletzt über die Flucht der Griechen aus der Stadt aufs Land geschrieben

Kommentare (31)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.08.2012 | 15:22

Das einzige was schnell hilft, ist die Druckerpresse, mit der eine Staat seine Schulden entwerten kann. Da haben Sie Recht.

Insbesondere Griechenland muss jetzt Geld drucken.

Dumm nur, dass es das gegenwärtig nicht wirklich kann und "seine" Notenbank in Frankfurt steht.

Aber Gott sei Dank wird der "Norden" im EZB-Rat ja neuerdings regelmäßig überstimmt.

Sie haben außerdem Recht in der Einschätzung, dass Deutschland seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Es lebt genauso auf Pump. Nur nicht in dem Ausmaß.

Man glaubt, in Deutschland "zu haben". Da kann man ja ruhig mal für die anderen in die Haftung gehen.

In der Tat bewirkt jemand, der für andere bedingungslos und mit Ewigkeitsgarantie Bürgschaften zu stellen bereit ist, einen Marshallplan.

Man fragt sich nur wo...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.08.2012 | 20:06

Ist es wirklich so, dass Spanien in 10 Jahren vom armen Agrarstaat durch Tomatenanbau und Tourismus zur soliden Wirtschaftsnation herangewachsen ist? Ich habe es nur so kennengelernt, dass die Grosskonzerne befristet eingestellt haben, genaus so lange oder so kurz, dass der Staat kein Arbeitslosengeld zahlen musste und der Betroffene mit einer Miniabfindung, die 6 Wochen reichte, zurechtkommen musste. Mit der vagen Hoffnung, im Frühjahr wieder befristet eingestellt zu werden. Durch Vogelfängerei hat man sich über die Not geholfen.

Trotzdem hatte mein Schwager eine Eigentumswohnung( wie Jeder), deren Raten er nicht bezahlen konnte. War damals ganz normal, Anfang der Neunziger. Kann man Mentalitäten von Menschen und Konzernen ändern?

Avatar
Ehemaliger Nutzer 11.08.2012 | 03:29

Danke für den Artikel.

>>Doch Bundeskanzlerin Angela Merkels Strategie des Durchwurschtelns am Rande des Abgrunds, ihre Weigerung, die Länder der Eurozone effektiv vor der Spekulation zu schützen, scheint Teil des neuen deutschen Geschäftsmodells. Nur solange die südeuropäischen Länder im Feuer der Spekulation stehen, ist Deutschland der sichere Hafen, der sich kostenlos refinanzieren kann.<<

"Durchwurschteln am Rande des Abgrunds" trifft es gut. Nimmt Merkel doch in Kauf, dass der Euro über ihr "Geschäftsmodell" zerbricht, weil irgendwann irgendjemandem der Kragen platzen könnte - allen Vertragswerken zum Trotz. Was dann aus den abgegebenen Bürgschaften und den Unsummen an Verbindlichkeiten gegenüber Deutschland (Target2-System) passiert, weiß wahrscheinlich nur der liebe Gott. Der Abgrund, an dem Merkel tänzelt, ist Unfriede in Europa (um es mal ganz vorsichtig auszudrücken).

Avatar
Ehemaliger Nutzer 11.08.2012 | 11:35

Vielen Dank!! für den sehr guten, treffenden Artikel!

Es ist widerlich wie hier die Südländer in den Ruin getrieben werden. Und man sieht eindeutig die aggressive Haltung Deutschlands in Europa.

Merkel und vorallem der IWF provoziert soziale Unruhen, ja ein auseinanderdriften der EU-Länder. Ein zerbrechen der EU.

Merkel schützt eindeutig das Kapital der Großkonzerne. Für mich sind und bleiben die INDUSTRIELLEN nazibehaftet. Für Profit tut man eben alles. Selbst seine eigenen Landsleute zur Zwangs/prekären Arbeit zu zwingen.Der Softe Faschismus hat längst wieder Einzug in D gehalten.

Und alle Deutschen, die sich nicht öffentlich dagegen stellen, tragen wieder eine Mitschuld, wenn hier Europa zerstört wird. Die Südländer in die Steinzeit zurück gedrängt werden und Menschen sterben, weil sie all das Elend nicht mehr aushalten können. Allen voran die arrogante Politik mit ihren Beamten!!

Mich graust es vor der Zukunft. Da die Deutschen auch kurz vorm Abgrund stehen. Und der Absturz wird heftig sein. Wiederholt sich die Geschichte?!

Kritizismus 11.08.2012 | 13:31

Frau Simon, schauen Sie mal hier hinein -

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/Staatsverschuldung_in_Europa.png

Sie scheinen Fakten zu ignorieren.

Deutschland hatte zur Schröder-Zeit in der Spitze ein Haushaltsdefizit von 4,2% - und während der Finanzkrise 4,3%.

Spanien konnte aufgrund seiner Finanzblase in der Mitte des letzten Jahrzehnts Überschüsse für den Staatshaushalt erwirtschaften. Es war nur eine Frage der Zeit bis diese Blase platzte und prompt fiel es massiv in die Miesen und muss andere Länder anbetteln. Deutschland musste das zur Schröder-Zeit nicht, was schon mal ein gewaltiger Unterschied ist. Des Weiteren hatte Deutschland kein Haushaltsdefizit von über 11%, wie Spanien es hatte.

Kredit bekommt übrigens nur der, dem vertraut wird. Je geringer das Vertrauen ist, desto höher sind die Zinsen. Und dieses Vertrauen genießen die südlichen Euro-Länder nun mal deutlich weniger. Daher hatte Deutschland auch während seiner Krise keine Probleme zu akzeptablen Zinsen Geld am Finanzmarkt aufzunehmen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 11.08.2012 | 15:46

Ich habe es schon so oft geschrieben: die Deutschen sind unter Merkel die Proviteure des Euro!

Wie oben richtig beschrieben wird, halten sich fast alle an Vorgaben der EU - nur Deutschland nicht! Und das ging schon unter Schröder los. Bloss unter Merkel nimmt das ganze groteske Züge an! Alles für deutsche Firmen und Hohn und Spott für andere Länder.

Aber so ist eben Maximalkapitalismus a la Merkel!

Gabriela Simon 11.08.2012 | 15:57

Danke für den Link. Und wenn diese Zahlen stimmen, dann bestätigen sie meine Thesen. Deutschland hat dann zuerst 2001 bis 2005 fünf Jahre lang den Stabilitätspakt gebrochen, mit Defiziten über 3 %. Und dann nochmal 2008 und 2009. Im vergangenen Jahrzehnt also insgesamt in 7 von 10 Jahren. Eine merkwürdige Bilanz für den obersten Sparprediger der EU. Noch merkwürdiger, dass das alles ohne Konsequenzen in Form eines Strafverfahrens blieb.

Spanien hat bis zur Finanzkrise seine Staatsschulden abgebaut. Dann folgten hohe Defizite, weil "die Blase platzte", wie Sie richtig bemerken, aber nicht nur die spanische, sondern die globale Finanzblase, an der auch die Deutschen ihren Anteil hatten. Spanien wurde von der EU sofort zu einer krisenverschärfenden Politik gezwungen. Trotzdem sind die spanischen Schulden bis heute nicht so hoch wie die deutschen.

Und dann schreiben Sie: "prompt fiel es massiv in die Miesen und muss andere Länder anbetteln". Die Formulierung zeigt ja schon, woher der Wind weht. Niemand hat hier gebettelt. Aber vielleicht werden wir beide es noch erleben, wie die deutsche Regierung bettelt, wenn Italiener und Spanier keine Lust mehr haben, sich als Spekulationsobjekte zur Verfügung zu stellen. Übrigens sieht man in der Tabelle auch sehr schön die massive Schuldendynamik in UK, weitaus dramatischer als in Spanien. Die Briten brauchen keine Hilfen, weil sie eine vollwertige Notenbank haben, die ihre Anleihen vor Spekulation schützen kann. Soviel zum Thema Zinsen und Vertrauen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 10:11

Und durch Kredite seitens Deutschland hat die Hochfinanz wieder bestens verdient!

Für mich werden und wurden die Südländer schon immer mißbraucht. Es geht auf der Welt nur um fressen und gefressen werden! Das hatte schon Brecht erkannt. Und Einstein`s Aussage...im 4.WK werden sich die Menschen mit Stöcken und Steinen bekämpfen...wird wohl auch noch zutreffen.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 10:15

ZELOTTI,

"Ich habe irgendwie den Verdacht, dass wir erst am Ende verstehen werden, welchen genialen Plan die Bundesbank verfolgte."

Und ich habe den Verdacht, dass es um mehr als um die Bundesbank geht. Das hinter diesem Schulden Spiel ganz andere Macher am Werke sind! Auch bedingt das Geldsystem, welches NUR auf Schulden basiert, immer die Vergabe von Krediten!! Sonst bricht das System von heute auf morgen zusammen. Wir leben in einer Matrix, da Geld eine reine Ideologie ist! Orwell lässt grüßen.

zelotti 12.08.2012 | 14:30

Richtig, Karin, per Definition ist Geld eine Schuld und durch Vertrauen definiert. In den letzten Jahren sind wieder gefährliche rechtsaussen Verschwörungstheorien im Umlauf der "Geldkritiker", die den großen Schwindel beschwören. Es gibt auch immer genug Goldhändler, welche die Wirrköpfe bezahlen, um ihr Snake Oil, das gute alte Gold, an den Bauern zu bringen. Oftmals meandert es dann auch in Antisemitismus aus.

Kritizismus 12.08.2012 | 16:00

@ Gabriela Simon11.08.2012 15:57

"Danke für den Link. Und wenn diese Zahlen stimmen, dann bestätigen sie meine Thesen. Deutschland hat dann zuerst 2001 bis 2005 fünf Jahre lang den Stabilitätspakt gebrochen, mit Defiziten über 3 %. Und dann nochmal 2008 und 2009. Im vergangenen Jahrzehnt also insgesamt in 7 von 10 Jahren. Eine merkwürdige Bilanz für den obersten Sparprediger der EU. Noch merkwürdiger, dass das alles ohne Konsequenzen in Form eines Strafverfahrens blieb."

Der entscheidende Punkt ist aber: Deutschland kam nie auf die Idee andere Länder um Finanzhilfen zu bitten. Im Prinzip – auch wenn das gegen die Euroregeln verstoßen würde – könnte der Club Med sich so hoch verschulden, wie er will. Er soll halt bloß nicht andere Staaten darum bitten, seine Staatsverschuldung zu finanzieren bzw. dafür zu bürgen. Die Kreditwürdigkeit Deutschlands mit AAA wurde niemals in Frage gestellt, sondern erst jetzt nachdem Deutschland für die Club-Med-Staaten bürgen soll. Bei diesen Staaten passierte die Herabstufung der Kreditwürdigkeit aber sehr schnell, ohne dass diese für andere haften sollten. Die Ursache dafür dürfte darin begründet liegen, dass zum einen die Finanzblase dort geplatzt ist und des Weiteren keine starke Exportfähigkeit in diesen Länder vorhanden ist, sondern eine starke Güter-Importabhängigkeit.

"Spanien hat bis zur Finanzkrise seine Staatsschulden abgebaut. Dann folgten hohe Defizite, weil "die Blase platzte", wie Sie richtig bemerken, aber nicht nur die spanische, sondern die globale Finanzblase, an der auch die Deutschen ihren Anteil hatten. Spanien wurde von der EU sofort zu einer krisenverschärfenden Politik gezwungen. Trotzdem sind die spanischen Schulden bis heute nicht so hoch wie die deutschen."

Mittlerweile dürfte Spanien Deutschland bei seiner Staatsverschuldung überholt haben. Aber die Staatschuldenquote spielt bei der Kreditwürdigkeit eines Landes erst mal nur eine nebengeordnete Rolle. Viel entscheidender ist die tatsächliche Wirtschaftskraft eines Landes, d.h. wie steht es um die Kraft eines Landes Produkte herzustellen, die andere wollen. Und da ist Deutschland seit langem besser aufgestellt als die Club-Med-Staaten.

Laut der Statistik hatte Spanien (über 11%, 9% und 8%) 3 Jahre lang ein enormes Haushaltsdefizit. In diese Höhen ist Deutschland noch nicht mal ansatzweise gekommen. Vor der Finanzkrise konnte Spanien auch nur die Schulden abbauen, weil der spanische Staat an der Finanzblase verdiente – durch Geld, was von den Finanzmarktanlegern aus Deutschland abgezogen wurde. Zur Zeit fließt ein Teil dieses Geld wieder zurück nach Deutschland.

Deutschland lag maximal mit 1,2 - während der Krise zur Schröder-Zeit und mit 1,3 Prozentpunkt zur Zeit der Finanzkrise - mit seinem Haushaltsdefizit über den Euro-Kriterium. Das Entscheidende dabei ist, dass Deutschlands Bonität, wie oben schon erwähnt, dabei niemals in Frage gestellt wurde und Deutschland eigene Strukturreformen in die Wege leitete (Agenda 2010).

"Und dann schreiben Sie: "prompt fiel es massiv in die Miesen und muss andere Länder anbetteln". Die Formulierung zeigt ja schon, woher der Wind weht. Niemand hat hier gebettelt."

Betteln ist ein dehnbare Begriff. Hätte Deutschland und andere Staaten nicht geholfen, dann hätten sich diese Staaten mit ihren Gläubigern einigen müssen. Was darauf hinausgelaufen wäre, dass diese Staaten in die Insolvenz gegangen wären und sich wohl gar kein neues Haushaltsdefizit mehr erlauben könnten, weil schlicht niemand mehr Geld gibt. In meinen Augen wäre das die beste Lösung gewesen.

"Aber vielleicht werden wir beide es noch erleben, wie die deutsche Regierung bettelt, wenn Italiener und Spanier keine Lust mehr haben, sich als Spekulationsobjekte zur Verfügung zu stellen."

Das würde für Italien und Spanien bedeuten, dass sie sich selbst den Zugang vom Finanzmarkt abschneiden.

"Übrigens sieht man in der Tabelle auch sehr schön die massive Schuldendynamik in UK, weitaus dramatischer als in Spanien. Die Briten brauchen keine Hilfen, weil sie eine vollwertige Notenbank haben, die ihre Anleihen vor Spekulation schützen kann. Soviel zum Thema Zinsen und Vertrauen."

Sie wollen mir jetzt aber nicht die Korrelation von Zinsen und Vertrauen bestreiten.

Natürlich kann eine Notenbank eingreifen und dadurch zu einer Verzerrung dieser Korrelation beitragen. Dann kann ein niedriger Zins Vertrauen vortäuschen. Früher oder später kommt es zu einer massiven Inflation und einer Abwertung einer Währung. Daher soll eine Notenbank gar keine Staatsanleihen aufkaufen.

Darüber hinaus zwingt Deutschland keinen der Club-Med-Staaten im Euro zu verbleiben. Es steht diesen Staaten jederzeit frei aus der Euro-Zone auszutreten.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 16:09

Ja ich weiß...die rechten wollen den Juden das alles in die Schuhe schieben. Wobei für mich der Antisemitismus auch oft hausgemacht ist, um andere Meinungen mundtod zu machen!

Wahr ist das der weltweit größte Banker Rothschild eben eine Jude ist. Wahr ist aber auch das es überalle auf der Welt, egal in welchem Land, es habgierige Menschen gibt.

Wahr ist auch, das Banken ein Betrugssystem installiert haben um reich zu werden. Besonders einige, sprich die Hochfinanz.

Wir haben aber eben keine Schuldenkrise! SONDERN EINE SYSTEMKRISE DES KAPITALISMUS MIT SEINE FOLGEN, WELTWEIT.

Der Kapitalismus mit seinem Geldsystem ist die größte Verarschung der Menschen seid aller Zeiten.

http://www.scharf-links.de/133.0.html?&tx_ttnews[swords]=die%20wurzeln%20der%20krise&tx_ttnews[tt_news]=26970&tx_ttnews[backPid]=65&cHash=daaf5c8693

http://le-bohemien.net/2012/05/24/die-wurzeln-der-euro-krise/

Und ob das wirklich eine Krise ist, kann man auch anzweifeln. Sie könnte genauso gut hausgemacht sein!

Beachtenswert ist der Kommentar im letzten Link von FreedomSong.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 16:18

Sie haben anscheinend nicht die Zusammenhänge des Systems begriffen. Wenn die Griechen aus dem Euro aussteigen, dann sind unsere Exporte wohl nie bezahlt! Denn wir exportieren aufgrund von Krediten. Die natürlich die Deutschen Banken, besonders die DB, vergeben hatten.

Wir sind also gleich 2 mal Nutznießer des Systems! Güter und Zinsen für die Hochfinanz.

Vielleicht sollten Sie sich mal ausgiebig mit dem Geldsystem, dem Kapitalismus beschäftigen. Bevor Sie hier so Partei für die Deutschen ergreifen!

Es geht nur um Kredite in der Welt. Warum wohl??

Und es geht um fressen und gefressen werden. Vielleicht ist die ganze Krise auch nur inszeniert? Kennen Sie eigentlich genau die Hintergründe?? NEIN...denn dazu bräuchten sie Insiderwissen.

Darum geht es! UND NUR DARUM. Das der Kapitalismus schon seid den 70iger Jahren am Ende ist!! Dann erfand man das elektronische Geldsystem, was nur reine verarsche ist. Um das System aufrecht zu erhalten und die Oberschicht noch reicher zu machen!! Im Endefekt geht es nur um die Aneignung von Grund und Boden.

http://www.scharf-links.de/133.0.html?&tx_ttnews[swords]=die%20wurzeln%20der%20krise&tx_ttnews[tt_news]=26970&tx_ttnews[backPid]=65&cHash=daaf5c8693

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 16:25

Kritizismus12.08.2012 16:00

Hören sie doch bloß mal auf so polemisch hier zu argumentieren! Deutschland hat mit keinem Cent den Südländern bis jetzt geholfen!! Falls Sie es noch nicht wissen...es sind Bürgschaften!! Nicht mehr und nicht weniger!!!

Liebe Frau Simon, lassen Sie sich bitte nicht irritieren :-)

Wahre Hilfe sieht anderes aus. In dem die Industrie, die Konzerne in den LÄndern investiert und z.Bsp. Arbeitsplätze schafft. In dem Deutschland Beamte abstellt um Verwaltung mit zu reformieren. Daran hat aber das Großkapital, die nazibehafteten Industriellen, überhaupt keine Interesse. Sie haben genug an den Südländern verdient! Und darum geht es auch gar nicht. Um die Schulden...Darum geht es. Um die ERhaltung des Systems. Koste es was es wolle...

http://www.scharf-links.de/133.0.html?&tx_ttnews[swords]=die%20wurzeln%20der%20krise&tx_ttnews[tt_news]=26970&tx_ttnews[backPid]=65&cHash=daaf5c8693

Die Armut, der Sozialabbau soll seitens der Superreichen, der Industriellen weiter voranschreiten. Und was ist besser als eine Krise dazu zu benutzen!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 16:36

Ach wissen Sie...jeder Politiker in der BRD hat doch gewusst wie die Südländer ticken. Das die Menschen da eine andere Mentalität haben und eine andere Kultur, ja sogar meterologische Bedingungen. Eben nicht soviel racken wie die dummen Deutschen sich für die Oberschicht abbuckeln. Das in den Südländern kaum Industrie vorhanden ist. Die Politiker aus deisen Ländern auch ein Stück des Kuchens abhaben wollten. Die Völker werden alle nur verarscht!!

Und es war nachweislich Goldmann Sachs, die die Griechen mit ins Boot geholt hatten. Die Bilanzen fälschten. Das war den Deutschen doch völlig egal. Den deutschen interessierten nur die Absatzmärkte. Weil auch bereits in D seid den 70igern das System in einer tiefen Krise war. Dazu kam dann die Habgier der Menschen. Das in Spanien Politiker, nämlich Berlusconi und die Mafia, das sagen hatten, wussten doch auch alle.

Wie hat Krysmanski so gut geschrieben...Pack schlägt sich und Pack verträgt sich. Alle Politiker hatten sich den Kuchen geteilt. Die armen Völker müssen nun darunter leiden und dies ausbaden.

Lesen sie Krysmanski und sie werden wissen von wem die EU regiert wird! Das sind die Deutschen!!

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Kritizismus 12.08.2012 | 19:03

@ KarinL.12.08.2012 16:25

"Hören sie doch bloß mal auf so polemisch hier zu argumentieren! Deutschland hat mit keinem Cent den Südländern bis jetzt geholfen!! Falls Sie es noch nicht wissen...es sind Bürgschaften!! Nicht mehr und nicht weniger!!!"

Sie sollten sich für die Fakten interessieren und sich nicht in bloße Spekulation ergehen.

Es hat einen Schuldenschnitt gegeben, d.h. Griechenland muss weniger Geld zurückzahlen. Deutsche Anleger haben also einen Teil ihrer Investitionen in Milliardenhöhe verloren

@ KarinL.12.08.2012 16:18

"Sie haben anscheinend nicht die Zusammenhänge des Systems begriffen. Wenn die Griechen aus dem Euro aussteigen, dann sind unsere Exporte wohl nie bezahlt! Denn wir exportieren aufgrund von Krediten. Die natürlich die Deutschen Banken, besonders die DB, vergeben hatten."

Einen solchen Austritt kann Deutschland locker verkraften. Es wird ohnehin schon damit gerechnet. Des Weiteren hätte Griechenland schon längst in die Staateninsolvenz gehen können – wie Argentinien.

"Und es geht um fressen und gefressen werden."

Ein Schuldner, der gefressen wird, kann nicht mehr zahlen. Das ist sicher nicht im Interesse des Gläubigers.

@ KarinL.12.08.2012 16:36

"Und es war nachweislich Goldmann Sachs, die die Griechen mit ins Boot geholt hatten. Die Bilanzen fälschten."

Griechenland hat Goldmann Sachs beauftragt, die Bilanzen zu fälschen. Oder glauben Sie Goldmann Sachs hat dabei auf eigene Faust gehandelt?

Gabriela Simon 12.08.2012 | 19:21

@ Kritizismus12.08.2012 16:00

Nur auf drei Punkte will ich kurz eingehen - alles andere würde in Arbeit ausarten ...

"Bei diesen Staaten (Club Med) passierte die Herabstufung der Kreditwürdigkeit aber sehr schnell, ... Die Ursache dafür dürfte darin begründet liegen, dass zum einen die Finanzblase dort geplatzt ist und des Weiteren keine starke Exportfähigkeit in diesen Länder vorhanden ist, sondern eine starke Güter-Importabhängigkeit."

Die Finanzblase ist weltweit geplatzt, beginnend mit der Immobilienkrise 2007 in den USA, dann 2008 der Lehman-Crash und nachfolgend die globale Finanzkrise.

Aber Sie werfen eine gute Frage auf: Warum geriet Südeuropa ins Visier der Rating-Agenturen und der Finanzmarktakteure? Das begann mit der Griechenland-Krise Ende 2009. Sehr schnell wurde deutlich, dass sich das Land nicht selbst helfen kann, und dass möglicherweise das gesamte europäische Bankensystem betroffen ist. In dieser Phase haben die Hedgefonds begriffen, dass es in Europa eine Krise gibt, und dass man gegen die Anleihen von Euroländern wunderbar spekulieren kann, weil sie nicht von einer Zentralbank verteidigt werden. Sie haben sich dann einfach immer die schwächsten und angreifbarsten Länder ausgesucht. Zuerst die hochverschuldeten, Irland und Portugal, später Spanien und Italien.

"... der Club Med ... soll halt bloß nicht andere Staaten darum bitten, seine Staatsverschuldung zu finanzieren bzw. dafür zu bürgen."

Von wegen bitten: Sowohl Irland als auch Portugal wurden von der EU unter den Rettungsschirm gedrängt. Der spanische Ministerpräsident Rajoy wehrt sich noch heute mit Händen und Füßen dagegen. Es waren EU und IWF, die auf eine Lösung in der spanischen Bankenmisere drängten. In der Folge stiegen die Zinssätze für spanische Anleihen über 7 Prozent.

"Hätte Deutschland und andere Staaten nicht geholfen, dann hätten sich diese Staaten mit ihren Gläubigern einigen müssen. Was darauf hinausgelaufen wäre, dass diese Staaten in die Insolvenz gegangen wären ... In meinen Augen wäre das die beste Lösung gewesen."

Sie glauben, es wäre die beste Lösung, alle pleite gehen zu lassen? Hacken Sie sich denn immer Arme und Beine ab, wenn die mal weh tun? Ungefähr so würde sich das auf die deutsche Wirtschaft und auf die Bankensysteme und die gesamten Ökonomie in der Eurozone auswirken.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.08.2012 | 22:18

@KRITIZISMUS,

An Ihren Darstellungen ersieht man, dass Sie sich über dies Dinge überhaupt nicht binformiert haben. Es gab im Fernsehen Unternehmer aus Griechenland, die sagten, dass Sie keine Kredite bekommen und das ist ja auch klar, weil dass Geld sofort zurück auf Deutsche Banken geht. Ackermann forderte einen Schuldenschnitt, aber den gab es bis jetzt noch nicht.

Wenn Griechenland aus dem Euro geht, dann wird die BRD aber ein riesiges Problem bekommen, da können Sie aber ganz sicher sein.

Robert Schmidtke 13.08.2012 | 08:53

Gute Analyse. Kann man so sehen. Am Ende stellt sich jedoch eine andere Frage: Wer hilft am Ende Deutschland? Wenn wir uns nicht das Fundament unseres Geldsystem (nicht Währung) ansehen und hier eine Korrektur vornehmen, dann stellt sich obige Frage vielleicht noch vor den Bundestagswahlen im Herbst 2013. Und dann? Dann brauchen wir endlich jemanden, der sich auskennt und weiß, was zu tun ist. Was ist zu tun? Unser Geldsystem (heute heißt es Fiatgeld) muss erneuert werden, denn heute erlaubt es dieses System, dass mit Geld mehr Geld gemacht werden darf. Das wird schwer bis unmöglich, denn jeder von uns erwartet doch, dass sich sein Geld vermehrt, oder? Wenn uns Geld in Zukunft dienen soll, dann muss es fair sein. Ein FAIRES GELDSYSTEM? Warum nicht? Geld regiert die Welt, heißt es, aber wer regiert das Geld? Sollten nicht wir alle das Geld regieren, damit es uns nicht mehr beherrschen kann...?

Cornelia Schiffer 13.08.2012 | 11:37

Ich verweise auf die größte Bürgerbefragung welche jemals in Deutschland durchgeführt worden ist. Die Initiative Deutschlands neue Demokraten hat gestern auf ihrer Homepage die Ergebnisse veröffentlicht. Hier kann man endlich sehen, wiedie Bürger in Deutschland wirklich denken.

In dieser Form und mit einem solchen gewaltigen Aufwand wurde noch nie eine repräsentative Umfrage in Deutschland durchgeführt und ist deshalb einmalig.

freedom of speech? 14.08.2012 | 05:22

Bubble Economy

Die Lust, die Schuld bei sich selbst zu suchen, ist eine typische deutsche Leidenschaft.

Spanien ginge es ohne Euro schlechter. Dort ist eine Immo Blase geplatzt, die heute jeder an den Bauruinen sehen kann, der durchs Land fährt.

Schuld waren billige Kredite und Gier von Immobilienspekulanten. Grundstücke, die kaum etwas wert waren, wurden hochgejubelt und projektiert.

Die Zinsen für die überhöhten Kaufpreise sollte der fantastische "Wertzuwachs" zahlen. Da war aber erstaunlicherweise kein Wertzuwachs.

Die Kredite platzen, die Banken wanken, der Staat muss helfen und fällt dabei selber auf die Nase.

Was hat das mit Deutschland oder Angela Merkel zu tun? Da haben sich einige Spanier die Taschen voll gestopft.

Wenn die "Südländer" tatsächlich alle unter dem "bösen harten Euro" - dessen gemeinsam gewählte Regeln übrigens gerade bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht werden, siehe ELA - so schrecklich leiden, weshalb führen sie dann nicht wieder die eigene Währung ein. Dann kann Geld gedruckt werden, bis der Arzt kommt.

Das wollen die aber nicht. Warum nur?

Man lese "Asterix in Spanien" und halte die Luft an, bis man blau wird.

TST 23.08.2012 | 23:40

Frau Simon gehört offensichtlich zu der Kategorie Autoren mit einem erheblichen Hang zu Verschwörungstheorie gepaart mit fehlendem Wissens über den Gegenstand über den sie schreibt.

Die Schuldentragfähigkeit eines Staates ergibt sich nicht nur aus der Schuldenquote des Staates, sondern aus der Gesamtverschuldung der Gesellschaft (Staat + Private) gegenüber dem Ausland.

Deutschland ist Gläubiger, Spanien ist Schuldner gegenüber dem Ausland!

Der Boom in Spanien worde ausschließlich durch Kapitalimporte ausgelöst und finanziert, nicht dadurch, dass Spanien irgendetwas produzieren würde und verkaufen. Spanien kann also niemals das Geld verdienen mit dem es die Schulden jemals bezahlen könnte.

Exakt umgekehrt sieht es bei Deutschland aus. Wir produzieren so viel, dass wir es sogar für substanzlose Nullen und Einsen in einem Computer verschenken. Wir exportieren Kapital in großem Umfang.

Dies ist der banale Hintergrund, warum deutshcland geringer Zinsen zahlt und Spanien hohe.

Man kann auch nicht gegen Staatsanleihen von Länder spekulieren! Man kann sie kaufen oder nicht kaufen. Wenn niemand kauft muss der Staat den Preis, den er bezahlen will, so lange erhöhen bis sich ein Gieriger erbarmt und sein Geld verleiht. Und bei einigen Staaten ist keiner mehr gierig genug Geld zu leihen, weil er mit 99% Sicherheit davon ausgehen kann, es nie wieder zurück zu bekommen. Da helfen dann auch keine Zinsversprechen in der Zuklunft.

England löst sein Schuldenproblem mit der Notenpresse, was aber nicht nur bedeutet, dass die Zinsen niedrig bleiben, sondern auch der wert der eigenen Währung abnimmt. Auf diesem Wege enteignet der Staat die Mittelschicht und Arbeitnehmer durch die Hintertür, nur um keine tragfähige Haushaltspolitik betreiben zu müssen. Mit Wahlgeschenken lässt sich einfach besser an der Regierung bleiben.

Übrigens sind die Exporte in den Club Med ohne jeden Wert. Wir halten keine Waren, also echte Gegenleistung zurück. Dorthin irgendetwas zu liefern für wertlose Schuldscheine ist bestenfalls eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, aber nicht wohlstandmehrend. Wir profitieren also nicht, sondern verlieren dabei. Und da dem so ist sinken die Exporte in den Euroraum kontinuierlich und steigen die Exporte in die Nicht-Euro-Länder expoentiell.